Beiträge von Der Mann mit der Ledertasche

    Ist eine Minderheit nicht vorhanden, kommen die Regelungen zum Minderheitengeschlecht nicht zum Tragen.

    Ob das so pauschal richtig ist, bezweifle ich mal. Das würde bedeuten, dass in diesem Spezialfall das Gremium auch aus 90% Männern oder 100% Frauen bestehen dürfte, während bei 50,1:49,9 es ein Minderheitengeschlecht mit Anspruch auf eine Mindestanzahl von Sitzen gäbe.

    Ich vermute, dass z.B. einem 7er-Gremium 3 Plätze mit Männern und 3 mit Frauen besetzt sein sollte, während der letzte Sitz an die nächste Höchstzahl (geschlechtsunabhängig) vergeben wird.

    So ganz blicke ich nicht durch, aber es nicht BR-Aufgabe, Krankmeldungen zu bezweifeln und Entlassungen zu fordern (außer nach § 104 BetrVG). Wenn keine bereits Beschäftigten durch die Einstellung Nachteile erleiden, dann gönnt der Dame doch den Job, als was auch immer.

    Das ist ja mal harter Stoff. Entsprechend hart würde meine Reaktion ausfallen: Der Kollege ist vom Gericht unschuldig gesprochen worden. Dieses Gerichtsurteil zu ignorieren und dem Kollegen weiterhin eine Straftat zu unterstellen erfüllt den Strafbestand der Üblen Nachrede und des Rufmordes.


    Ich würde mich ohne wenn und aber der Fraktion 3 anschließen, vorausgesetzt der verleumdete Kollege reicht eine Beschwerde ein.

    Jetzt kommt die GL auf uns (BR) zu, dass wir ein Schreiben machen (oder eigentlich unterzeichnen) sollen, dass die Leiterin für die Firma untragbar wäre und viele die Firma verlassen würden und dass diese unsere Firma schädige usw. um vor Gericht mehr Munition zu haben.

    Warum kommt die GL auf euch zu und nicht die (angeblich) unterdrückten MA, für deren Belange der BR zuständig wäre? Warum ist die Kollegin mal leitende Angestellte und mal Ottilie Normalkollegin, je nachdem wie es der GL in den Kram passt?


    Ich sehe die Sache genau so wie meine Vorschreiber und würde Abstand davon nehmen, mich zum Erfüllungsgehilfen persönlicher Intrigen zu machen. Hier soll der BR praktisch von der GL angestiftet werden, einen Antrag nach § 104 BetrVG einzuleiten, ohne dass Beschwerden von MA vorliegen. Daher würde keinerlei Grund sehen, diesem Wunsch zu entsprechen. Natürlich kann die GL eine Kündigungsanhörung nach § 102 BetrVG vorlegen, der der BR mangels nachvollziehbarer Gründe widerspricht. Ob die Kollegin dann als leitende Angestellte oder was auch immer zu betrachten ist und ob es der Chefin zumutbar ist, die Kollegin, die ihr den Mann ausgespannt hat, weiter zu beschäftigen, hat dann das Arbeitsgericht zu klären. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Geschichte noch lange als Anekdote am Juristenstammtisch für Schmunzeln sorgt... ;)

    Seid ihr da die Aktiven und legt dem AG euren Vorschlag vor (den ihr dann möglichst mit internem Sachverstand erstellt.

    zu ca. 75% ging die Initiative vom BR aus, indem er sich im Betrieb umhörte, wo Regelungsbedarf besteht. Der interne Sachverstand, sowie überhaupt jegliche Art von Verstand wurde vom AG erstmal regelmäßig in Abrede gestellt.

    Oder reagiert ihr auf das, was der Arbeitgeber vorlegt?

    zu ca. 25% wurde der AG von der Konzernzentrale angehalten, etwas umzusetzen, was in den BR-losen Betrieben auch mit Erfolg so gehandhabt wird. Nachdem die entsprechende Anweisung an die MA rausgekloppt war, musste der BR sein Mitbestimmungsrecht in Erinnerung rufen, den MA sagen, dass die Anweisung einstweilen nicht umgesetzt werden muß und dem AG sagen, wenn alle anderen in den Brunnen geschmissen werden, besteht bei uns MBR ob überhaupt und wenn wie die MA in den Brunnen geschmissen werden.

    Klappt es gar gemeinsam erarbeitet?

    Kurz vor Anrufung der Einigungsstelle durch den BR war der AG meist zugänglicher und durfte zur Belohnung auch in weniger wichtigen Punkten gelegentlich seinen Dickkopf durchsetzen... :evil:

    Ich habe da schon einen gewissen Verdacht, wer der Breitschlagende war... ;)


    Inhaltlich schließe ich mich meinen Vorschreibern an. Ich nehme jedoch an, dass es sich um eine außerordentliche oder erstmalige Wahl handelt, weil man für die reguläre Wahl 2022 nicht jetzt schon Hektik machen müsste. Gibt es für deine Frau denn ein persönliches WV-Ersatzmitglied, das dem Betrieb auch am Wahltag angehören wird? Dann könnte sie einfach den Staffelstab übergeben, wenn die Übergabe stattfindet. Ansonsten wird es m.E. wohl auf eine Neubestellung des Wahlvorstands rauslaufen.

    Könnte es denn nicht sein, dass der BR überhaupt gar nicht pflichtwidrig handelt?

    Formell ja. Allerdings ist es zwar nett und demokratisch, wenn der BR auch Nicht-BRM fragt ob sie die Wahl leiten wollen, andererseits bleibt zu schätzungsweise 95% die WV-Arbeit an amtierenden BRM hängen. ;) Bei einem BRM, das selbst auf die Gefahr hin, künftig keinen BR mehr zu haben nicht dazu bereit ist, nehme ich an, dass es seine BR-Tätigkeit mit ebenso wenig Engagement ausführt. Ganz zu schweigen vom Signal, das an die Belegschaft gesendet wird.


    Zwar handelt ein BR, der unter die Mindestanzahl Mitglieder rutscht und nicht unverzüglich Neuwahlen einleitet pflichtwidrig, ist aber dennoch weiterhin im Amt, solange er nicht durch richterlichen Beschluss aufgelöst wurde.


    Der BR kann zwar versuchen, sich bis zur regulären Wahl über die Zeit zu retten, steht aber auf tönernen Füßen und wäre vollkommen vom AG abhängig. Sollte er einen Beschluss fassen, der dem AG nicht passt, könnte dieser einen Auflösungsbeschluss einleiten und käme mit Sicherheit auch damit durch. Darauf könnte der GBR zwar hinweisen und an die Ehre des BR apellieren, aber damit ist es auch gut. Was soll er mit einem Hund, den er zum jagen tragen muß?

    Mehr als ein Schönheitsfehler könnte vorliegen, wenn z.B. der "Leiter Einkauf" mit Personalbefugnis zum "Einkäufer" heruntergeschrieben wird und damit als leitender Angestellter aktives und passives Wahlrecht hätte.

    Ich würde nachhaken, wenn es sich um eine größere Firma mit verschiedenen Standorten handelt. Wenn ich aber alle MA von Namen und Funktion her kenne, sehe ich es tatsächlich als reinen Schönheitsfehler an.

    Und da ist für mein Verständnis kein Platz für "ihr könnt beschließen was ihr wollt, ich will mich da gar nicht dran halten".

    Moritz, dass du der bessere Diplomat von uns beiden bist, will ich gar nicht in Abrede stellen. (Das Gegenteil zu behaupten würde mir wohl auch Reaktionen von mitleidigem Lächeln bis zum Scheibenwischer einbringen) ;) , aaber...


    Wenn das Gremium das dann trotzdem beschließt, bin ich gut beraten, dann nicht, auch noch vor Zeugen, öffentlich bekanntzugeben, dass ich gar nicht daran denke, mich an den Beschluss zu halten. Einfach mein Amt so versehen, wie ich es für richtig halte. (Und idealerweise es sinnvoll ist.)

    bei den Folgen sind wir gar nicht so weit auseinander. ;) Nur dass meine Reaktion von vornherein angekündigt und damit berechenbar war. Natürlich hast du Recht mit:


    vor dem Beschluss kann ich politisch/argumentativ tätig werden und den Kollegen aufzeigen, warum ein solcher Beschluss unsinnig oder gar nicht statthaft ist.

    Das würde ich auch tun - aber nur einmal. Gegenüber dem Gremium -gerade weil es ein Gremium Gleichberechtigter ist und zusammen arbeiten sollte- bin ich lieber vornerum und nehme in Kauf, auch mal anzuecken. Es sei denn, ich sitze als Arbeitnehmervertreter in einem gelben BR. Da wäre ich auch bestrebt, immer zu wissen was ich sage, aber nicht immer zu sagen was ich weiß... ;)

    Ich würde schlicht und einfach erklären, dass der Beschluss unwirksam ist und ich nicht vorhabe, mich daran zu halten, sondern weiterhin die Amtsgeschäfte nach eigenem Ermessen auszuführen gedenke. Dann steht es dem Gremium frei, die Entscheidung noch mal zu überdenken, oder das unbotmäßige Mitglied nach §23 Abs. 1 BetrVG ausschließen zu lassen. Spätestens vor Gericht bekommt das Gremium dann die Pappnase aufgesetzt...

    Wie soll sich der BR hier verhalten?

    <Sarkasmusmode>

    Alternativen vorschlagen, z.B.: Die Umsatzzahlen werden nicht veröffentlicht, aber die 3 Besten dürfen unter dem Applaus der Belegschaft das Siegerpodest besteigen und "We are the champions" singen, bevor sie feierlich die goldene, silberne und bronzene Fahrradklingel überreicht bekommen. Wenn der Chef besonders großzügig ist, spendiert er zum Jahresabschluss noch einen Ausflug nach Budapest mit Unterhaltungsprogramm.

    </Sarkasmusmode>

    (Vielleicht gar nicht so) off Topic:


    Als jemand, der beruflich viel laufen muss und privat viel laufen will, wäre ich gar nicht so glücklich, wenn mir die Firma Schuhe einkaufen würde. (Wobei ich gegen eine finanzielle Beteiligung nichts einzuwenden hätte). ;)

    Dazu habe ich den Wert vernünftiger, passgenauer Schuhe einfach zu sehr schätzen gelernt. Ich kaufe Schuhe inzwischen ausschließlich im Outdoorladen. Der höhere Preis rentiert sich durch Haltbarkeit. Wichtig sind stoßfeste Kappe, Robustheit und eine griffige Sohle, und vor allem, dass sich die Schuhe auch neu besohlen lassen. Das erspart Blasen beim einlaufen. In einer Metzgerei ist natürlich auch wasserdicht bzw. schnelltrocknend ein wichtiges Kriterium. Wenn man das Fußbett ab und zu mal über Nacht mit Backpulver bestreut (geruchsbindend) oder in die Tiefkühltruhe stellt (tötet Bakterien zuverlässig ab), stinkt auch nichts. Mein Schuhbedarf hält sich daher in einem sehr engen Rahmen.


    Vielleicht wäre die eleganteste Möglichkeit ja, dem MA einfach einen angemessenen Betrag in die Hand zu drücken und die Schuhe selbst kaufen zu lassen, wobei ein gewisses mündiges Konsumverhalten einfach als gegeben angenommen wird. ;)