Beiträge von Der Mann mit der Ledertasche

    Wirklich weiter haben mich eure Aussagen nicht gebracht.

    Dann versuche ich es nochmal.


    Fall A: BR 2 findet zum gleichen Zeitpunkt in Dresden und Nürnberg statt, aber in Nürnberg nicht vom ifb

    --> Ihr fasst einen Beschluss, die BRM nach Dresden zu entsenden.

    Begründung: Wir wollen die entsprechende Qualität.


    Fall B: BR 2 findet sowohl in Nürnberg als auch in Dresden statt und wird vom ifb angeboten, allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

    --> Ihr fasst einen Beschluss, die BRM nach Dresden zu entsenden.

    Fall B1: In Dresden findet das Seminar früher statt

    Begründung: Die Seminarinhalte gehören zum Tagesgeschäft und werden besser heute als morgen benötigt

    Fall B2: In Dresden findet das Seminar später statt

    Begründung: Aus familiären Gründen ist der Termin in Nürnberg für die BRM ungünstig.


    Fall C: BR2 findet zeitgleich in Nürnberg und Dresden statt und wird vom ifb angeboten.

    --> Ihr fasst einen Beschluss, die BRM nach Nürnberg zu entsenden. Das ist auch eine schöne Stadt. ;)


    AG weigert sich, die Reisekosten zu übernehmen: Wendet euch an den Veranstalter, die haben Erfahrung mit bockigen AG. Fragt den AG, ob er lieber die Einigungsstelle anrufen möchte (kostet ihn locker eine Summe, von der ihr das Seminar auch auf den Malediven haben könntet) oder ob er sich vom Arbeitsgericht per einstweiliger Verfügung zur Übernahme der Kosten verdonnert sehen möchte.


    AG besteht darauf, die Übernachtungskosten nicht zu zahlen: Naja, nach dem Seminar trifft man sich gerne noch zum Umtrunk Erfahrungsaustausch und eigentlich möchte ich meinen Führerschein nicht riskieren. Wenn Sie sich aber bereit erklären würden, die Fahrkarten für den letzten Zug am Abend und den am nächsten Morgen zu bezahlen...


    Es wird wohl auf Gericht hinaus laufen.,so wie alles bei uns.

    Wenn es dich tröstet: Da seid ihr keineswegs die einzigen. Ich habe mal den Vorschlag gemacht, 128 Gerichtstermine zu buchen, um die Anwendbarkeit jedes einzelnen BetrVG-Paragraphen auf unsere schwäbische Musterfirma zu erörtern. ;)

    Das Urteil wird wohl keine Zukunftsrelevanz entfalten, da der Zeitgeist zielsicher auf ein Karnevalsverbot zusteuert. Den einen gönnen sie die Mädchen nicht, den anderen nicht das Schnitzel. Bestimmte Kostüme gelten seit einiger Zeit als kulturelle Aneignung und zu allem Überfluss wird das Bier auch noch teurer. :cursing:


    Dürfen überhaupt noch Kamellsche geschmissen werden (ungesund und Verletzungsgefahr), oder nur Vollkornkekse aus regionaler Produktion nach Abgleich mit dem behördlichen Empfangsberechtigtenregister verteilt werden?

    Grundsätzlich kann der BR auch Seminare in weiter entfernten Orten besuchen, aber er ist verpflichtet, die Interessen des AG zu berücksichtigen (was aber nicht heisst, dass es stets das billigste Seminar besuchen muß).

    Bei Grundlagenseminaren lässt sich leicht argumentieren, dass die entsprechenden Kenntnisse unmittelbar benötigt werden und deshalb auch ein weiter entfernter Seminarort in Frage kommt. Schwieriger wird es, wenn das gleiche Seminar beim gleichen Veranstalter zur gleichen Zeit auch in der Nähe angeboten wird. Dann könnte der AG in der Tat auf dem räumlich näheren Ort bestehen.

    Die Informationen des ifb sind im allgemeinen nicht seltsam, daher ein Link: https://www.ifb.de/schulungsanspruch/betriebsrat/kosten

    Rein pragmatisch schließe ich mich Moritz Meinung an: Dann werden die 2 Hansel eben überstimmt und man hofft, dass sich einiger Zeit die Ecken abschleifen. Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung, wie belastend die von dir beschriebene Situation ist:

    Viel problematischer ist aber, dass derzeit innerhalb des BR die Meinungsbildung sehr gestört ist und es kaum gelingt eine gemeinsame Position zu finden.

    wegen dieser Situation, dass 7 BRM 7 unterschiedliche Flügel bildeten und BR-Internas in den Betrieb getragen wurden, habe ich seinerzeit das BR-Amt geschmissen. Für irgend jemanden war ich immer der Arsch und hatte schließlich keinen Bock mehr. Ich habe mal in einem Thread (für den ich viel Kritik einstecken musste) geschrieben, dass ich den BR strukturell im Nachteil sehe. Der AG kann eine kluge oder dumme Meinung vertreten, er muß sie nur mit sich selbst ausmachen. Im schlimmsten Fall ruft ihn das Arbeitsgericht oder die Einigungsstelle zur Raison. Im Gremium besteht diese Möglichkeit nicht und man muß immer damit rechnen, dass sich auch andere BRM eher von starken Behauptungen als schwachen Fakten beeinflussen lassen.


    Ich kann dir nur die Daumen drücken, dass du mit deiner Erfahrung und Rhetorik die Sache in den Griff bekommst.

    Meine Vorschreiber haben alles wichtige bereits geschrieben, aber einen Punkt möchte ich noch hinzufügen:


    Wenn mir jemand ein Rhetorik-Seminar anbietet, ist dieser jemand offenbar der Meinung, dass ich es nötig hätte. Wenn er dann noch zu Dritten sagt: "Der sollte mal ein Rhetorik-Seminar besuchen, damit er vernünftige Konversation lernt" gibt er dem Dritten zu verstehen, dass ich noch an mir arbeiten müsste, um mich auf ein Niveau hochzuziehen, auf dem ich ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner bin und nicht einmal die Mühe wert bin, mir das persönlich zu sagen. Das wirkt schon etwas arrogant.


    Wenn ich mit jemandem ein Problem habe, spreche ich ihn unter 4 Augen darauf an und erwarte das auch von anderen. Allerdings stehe ich auch auf dem Standpunkt: Wer schreit, hat meistens Unrecht. Das hat nichts mit Emotionslosigkeit zu tun, sondern mit Selbstkontrolle. Daher würde ich die Kritik durchaus annehmen und die Dezibelzahl verringern, aber den AG mit besonders sanfter Stimme fragen, ob er solche Angst vor mir hätte, dass er sich nicht traut, mir seine Kritik offen ins Gesicht zu sagen... ;)

    Weil es gerade so schön passt: Ich habe heute während der Zustellung eine Kollegin getroffen, die gerade vom Arzt kam. Sie drückte mir ihre AU-Meldung in die Hand und bat mich, sie abzugeben. Ich war etwas verwundert, weil die Praxis meines Wissens modern eingerichtet ist und wenn unsere Firma in einem einzigen Punkt immer auf dem neuesten Stand ist, dann in der technischen Ausstattung der Großkopferten.

    Die Kollegin entgegnete, sie hätte auch gefragt, ob die Krankmeldung auf Papier überhaupt noch nötig ist und zur Antwort bekommen: "Uns rufen so viele Patienten an und wollen nachträglich eine Krankmeldung auf Papier, dass wir sie schon unverlangt ausdrucken..."

    Was ist den die Erwartungshaltung was der Betriebsrat da machen soll genau?

    Wir wissen es nicht und werden es voraussichtlich auch nie erfahren. Da wollte jemand Dampf über den blöden BR ablassen und hat nicht die erhoffte Antwort (dass der BR mit anderthalb Beinen im Knast stünde) bekommen. Für differenzierte Analysen hat der TE keine Zeit oder Lust. Also war es wohl nicht so arg wichtig.


    Lassen wir es doch dabei bewenden und geben dem Thread die Chance, in der Versenkung zu verschwinden.

    Die 40 Stunden Urlaub sind ja eine individualrechtliche Geschichte.

    Du meintest evtl. 40 Tage? ;)


    Bei der Anzahl der Urlaubstage hat der BR nix mitzukamellen. Die werden im Tarifvertrag oder eben individuell im Arbeitsvertrag festgelegt. Wenn der Kollege so viel Urlaub hat, sind evtl. 5 Tage durch eine Schwerbehinderung erklärbar. Ansonsten hat er halt gut verhandelt.

    Eine Kollegin hat das herausgefunden und uns als Betriebsrat eine Beschwerde darüber übermittelt. Durch die ungleiche Behandlung sei der Betriebsfrieden gestört.

    Und der Betriebsfrieden wird wieder hergestellt, indem der Kollege seine Privilegien wieder abgeben muß? Das klingt mir in der Tat nach einer Neiddebatte.

    Was so ein Vorfall aber in der Psyche einer Person auslösst ist nicht unbedingt an die Schwere eines Gegenstandes gebunden.

    Da muß ich mal an meine schwere Kindheit denken. Wir haben uns in der Schule mit Krampen beschossen, mit Gummiringen geflitscht, mit Kastanien, Schneebällen und manchmal sogar mit Steinen beschmissen und Ausdrücke an den Kopf geworfen, die heute in jeder anständigen Firma zur fristlosen Kündigung führen würden. Wenn meine Eltern auf die Idee gekommen wären, mit mir zum Psychologen zu gehen, mir eine PTBS attestieren zu lassen und Schmerzensgeld einzuklagen, wäre ich entweder Millionär oder hätte einige Millionen Schulden (wenn nämlich andere Eltern auf die gleiche Idee gekommen wären... 8o )


    Ist meine Generation vielleicht deshalb so taktlos und unsensibel gegenüber Schneeflocken-Befindlichkeiten, weil wir alle an einer unbehandelten PTBS leiden? 8|

    Ich würde dem Kollegen raten, seinen bezahlten Sonderurlaub zu genießen. Wenn der Vorfall nicht beweisbar ist, kann ebenso gut die Empfangsdame gelogen haben und müsste nach AG-Logik ebenfalls gekündigt werden - sonst setzt er sich dem Vorwurf der Parteilichkeit aus, vor allem wenn er den AN bekanntermaßen auf dem Kieker hat. Wenn er beweisbar ist, wird eine Interessenabwägung wohl zu Gunsten des AN ausgehen, da es sich bei der Tat um eine Lappalie handelt.

    Wenn eine Verdachtskündigung wegen Lügen, losgelöst vom konkreten Vorfall erfolgreich wäre, würde in meisten Betrieben wohl niemand mehr arbeiten...

    Wenn das mal nicht als rechtsmissbräuchlich eingestuft wird...

    Die Befürchtung habe ich auch! Zunächst muß ja das ArbG entscheiden, ob die Angelegenheit einigungsstellenfähig ist. Da würde ich als Richter wohl 2 Kindsköpfe gegeneinander hauen und sagen, dass wichtigere Fälle meines Urteils bedürfen...


    Gegenvorschlag: Du fragst im Beisein des AG im Betrieb herum, ob jemand einen Briefkasten braucht, oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der einen gebrauchen könne. Du hättest einen zu verschenken. Anschließend beantragst du beim AG formgerecht einen Briefkasten für den BR, den er zur Verfügung zu stellen hat... :evil:

    Trick fürs nächste Mal:


    "Chef, wir brauchen einen neuen Briefkasten und die Beschaffung ist Ihr Bier! Bis Amazon mal in die Gänge kommt, können wir nicht warten. Fahren Sie doch in der Pause mal zum OBI und holen Sie einen. Aber lassen Sie sich nicht das billigste andrehen. Es sollten ausreichend Briefe der Briefwähler reinpassen, ein A4-Brief sollte nicht oben rausgucken und unsere DVDs hätten wir gerne ungefaltet, deshalb Einwurf von oben. Das Schloss sollte nicht mit einer Haarnadel zu knacken sein und außerdem..."


    "Bin ich Ihr Laufbursche? Warum kaufen Sie Ihren Kruscht nicht einfach selbst?"


    "Weil das eigentlich nicht meine Aufgabe ist, aber ich muß sowieso zum OBI. Wieviel Budget habe ich? 50€ sollten reichen..." ;)