Beiträge von eisenkalle

    Hallo,
    wir sind ein nicht tarifgebundenes Unternehmen des produzierenden Gewerbe. Unser AG gewährt in jedem Jahr eine Lohnerhöhung. Über die Höhe haben wir als BR ja nicht mitzuentscheiden, wohl aber über die Verteilung.
    Mich interessieren die Erfahrungen und Vorgehensweisen anderer BR`s bei Verhandlungen mit dem AG, wie handhabt ihr das mit der Verteilung? (Grundlohn- Zulagen- Prämien- Einmalzahlungen?)

    Wir sind ca. 480 MA. In Normalschicht arbeiten lediglich die Leitungsebene und 2 MA des Personalbüros.
    Ca. 465 MA arbeiten im 3- Schichtsystem. 5 MA haben ein Attest vorgelegt, aber es werden in Kürze noch mehr, diese sind zurzeit noch AU haben im Rahmen des BEM aber schon darüber berichtet.

    Hallo,
    in unserer Fa. wird fast ausschließlich im 3- Schichtsystem gearbeitet. Es gibt nur sehr wenige Arbeitsplätze, die in Normalschicht arbeiten (Verwaltung).
    Ich bin Mitglied in unserem BEM- Team und wir stehen mittlerweile vor folgendem Problem.
    Immer mehr langzeiterkrankte MA, die wiedereingegliedert oder ihre AU überwunden haben, sind gesundheitlich nicht mehr in der Lage, in 3 Schichten zu arbeiten (Nachtschicht). Dies wurde ihnen auch von verschiedenen Ärzten attestiert.
    Wir wollen natürlich nicht, dass es auf Grund dessen zu personenbedingten Kündigungen kommt, wiel die MA keine Nachtschicht mehr leisten können.
    Aber irgendwie haben wir keinen richtigen Lösungsansatz, bzw. welche Maßnahmen wir treffen können.
    Hat jemand ein ähnliche Erfahrungen und kann uns Lösungen/ Maßnahmen vorschlagen?

    Hallo,
    in unserer FA. haben wir das so geregelt:
    Jeweils ein BRM und ein Beauftragter des AG (in unserem Fall BRV und ASA) führen Hausbesuche durch. Wir fragen vorher tel. beim MA an, ob es ihm Recht ist. Wenn ja, Blumenstrauß+ kleines Präsent und auf gehts.
    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade die Langzeiterkrankten dankbar für einen Besuch sind. Ein lockeres Gespräch, Grüße von den Kollegen, Genesungswünsche usw.
    Die MA merken, sie werden nicht vergessen und sind nicht nur eine Nummer.

    Miau Mietze,
    da scheint ihr mit eurem AG nicht das große Los gezogen zu haben.
    Mit unserem GF war es anfangs auch nicht so einfach. Ähnlich wie bei euch, wenn überhaupt dann schleppende Infos. und auch nur auf Nachfrage. Ich glaube das lag aber auch daran, daß wir als BR ziemlich unbedarft u. unerfahren waren.
    Mittlerweile (nach Seminarbesuchen u. Einlesen ins BetrVG bzw. Kommentare)hat sich dies zum Besseren gewendet, weil er nun merkte, daß wir wissen, wie der Hase Läuft.
    Schwierigkeiten gibt es meistens nur mit Leuten der mittleren Leitungsebene.
    Der GF informiert uns jetzt durchaus umfassend und das selbst zu Themen, die wir noch gar nicht angesprochen haben.
    Themen, die wir im Monatsgespräch behandeln wollen, lassen wir ihm im Vorfeld zukommen, damit er sich darauf vorbereiten kann. Aber auch wenn zwischendurch Schwierigkeiten auftreten, bekommen BRV u. Stelli ziemlich kurzfristig einen Termin bei ihm. Also im Moment können wir da nicht klagen.
    Vielleicht solltet ihr eurem AG mal ,,die Pistole auf die Brust setzen". Meist reicht schon die Drohung mit der Einigungsstelle, denn da kommen mal schnell 5-stellige Summen zusammen. Oder ihr nehmt mal anwaltliche Hilfe in Anspruch, denn die haben auch einen guten Stundenverrechnungssatz. Jedenfalls hat das bei uns geholfen.
    Lasst die Köpfe nicht hängen und fordert konsequent ein, was euch nach BetrVG zusteht.

    @ RPW,
    ich finde es gut wie ihr als BR in dieser Sache agiert, wenn der AG mitspielt, um so besser. Schließlich haben beide Seiten etwas davon, der Leiher steht endlich anständig in Lohn und Brot und der AG hält gute Leute.
    @ winfried,
    ich weiß, du bist gerade was das BetrVG betrifft sehr firm und deine Anregungen und Tipps werden gern angenommen, aber was spricht dagegen, wenn AG und BR Regelungen ohne konkrete Gesetzesgrundlage finden, die für beide Seiten Vorteile bringen?

    Hallo Thomas,
    ähnlich wie bei euch hat es unser AG auch gemacht. Kurz vor Amtsantritt unseres BR mal schnell noch eine neue Arbeitsordnung erlassen. Mittlerweile haben wir aber zusammen mit dem AG diese überarbeitet und unsere MBR mit einfließen lassen. Das ging zwar auch nicht von heute auf morgen und wir mußten einigen Druck ausüben aber im Endeffekt haben wir uns einigen können.
    Ansonsten kann ich nur Wolgang beipflichten, unbedingt schulen lassen!

    Ich hatte hier im Forum mal die Frage gestellt zum Unterschied zwischen der Bezeichnung Leiharbeitnehmer und Zeitarbeitnehmer, wo sich herausstellte, dass es keinen gibt. Genauso würde ich es mit Mehrarbeit und Überstunden sehen.
    Ob ein Jurist dies genauso sieht weiß ich nicht. Denn wie heißt der Einführungssatz von Anwälten meistens: ,,Es kommt darauf an..."

    Genau zu diesem Thema haben wir bei uns schon mal eine Umfrage gemacht. Und im Gegensatz zu Rolf L. muss ich sagen, wir erhielten ein eindeutiges Votum mit fast 90% für ein Schichtmodell.