Beiträge von syselse

    Mensch, Winfried, da könn’wa uns ja die Hand reichen: ich wollte auch nur ein bißchen mitmischen bei den Themen, bei denen die Arbeit des BR mir in den letzten Jahren gegen den Strich ging - ein Jahr vorbereitet auf die Wahl, dem Verfahren ordentlich auf die Finger geschaut (hab ja berichtet von den merkwürdigen Stimmzetteln), und pardautz - nu’ bin ich BRV.

    Muss aber auch schon mächtig ran in den ersten zwei Wochen...

    Also Mekong: Mach Dich schlau, bleib geduldig und bereite Dich gut vor auf den Tag, an dem die Belegschaft nach DIR ruft! ;)

    Auch von mir (unmaßgebliche) Unterstützung!

    Genau solche ungesetzlichen Selbstherrlichkeiten sind es, die bei uns zu einer turbulenten Neuwahl dieses Jahr geführt haben.

    Wenn Du nicht in dieser gerade beginnenden Amtszeit andere BRM von der "Merkwürdigkeit" Eures BR überzeugen kannst, dann behalte die Geduld bis 2014 bei: dann hast Du eine echte Chance, dauerhaft etwas zu verändern!

    Klar bist Du im Recht, aber in einem demokratischen Prozess ist der bessere Weg immer, die anderen zu überzeugen. Das geht selten gut mit ständigem "Ich weiß es besser". Immer wieder im Gremium offen und freundlich nachfragen, warum das im BetrVG so völlig anders steht. Und beobachten, bei wem sich Unmut aufbaut über die seltsamen Umstände Eures BR.

    Du wirst schon merken, wann sich die Mehrheitsmeinung so verändert hat, dass Ihr eine Abwahl der BRV anzetteln könnt. Und als guter Stratege und kluger Verhandler hast Du Dich dann ganz gewiss auch profiliert.

    Na, das ist ja spannend. Das mach ich morgen auch gleich mal und lauere auf die Reaktion. Bist Du todsicher, dass nicht einmal der AG selbst, also der GF einen Schnörkel draufmachen muss?

    Finde ich nicht wirklich gut, wenn auf die Abrechnungen des BRV keiner draufgucken muss. Ich kann mich zwar beherrschen, meinen Job zu riskieren wg Eigenmächtigkeiten dieser Art, aber ich wäre wirklich neugierig, was mein Vorgänger da so weggetragen hat...

    ;-D

    Nee, hab zwischendrin auch mal ganz ordentlich auf den Tisch gehauen, als es drunter und drüber ging...

    Wir tagen inzwischen trotzdem fruchtbar und konstruktiv.

    Das einzige, was ich jetzt noch beherrschen lernen muss, ist die Gier nach Freistellungsstunden zu bremsen (bei Verkäufern: zusätzliches Geld ohne schwere Arbeit...).

    Wir haben jede Menge Themen auf Arbeitsgruppen, Ausschüsse und Anlaufstellen verteilt, aber es fehlt noch die genaue Ansage, was nun jeweils konkret zu tun ist. Wer ordnet wem in welchem Umfang Aufgaben zu, die dann mit Arbeitsfreistellung bearbeitet werden? Muss das nicht per BR-Beschluss geschehen, mit möglichst konkreter Zeitvorgabe?

    Sorry, aber diese Zeitschinder- und Selbstbediener-Mentalität nervt mich ziemlich...
    Wir ackern alle wie irre, damit der Laden nicht vor die Hunde geht und wir unsere Arbeit behalten, aber sobald das Zauberwort "BR" fällt, ist alles egal und ein paar Wenige sahnen ab, was nur geht?
    ;-[

    Tja, Winfried, wir machen doch alles ein bißchen komplizierter bei uns: 6 Listen, eine schon mit vollführtem Listensprung und nun also auch bei jedem Ausfall einem weiteren; zudem scheidet ein Nachrücker demnächst ganz aus. Zum Glück ist auf fast jeder Liste der nächste Nachrücker vom Minderheitengeschlecht - wenigstens das ist einfach.

    Ich finde es auch nicht mehr schwierig zu handhaben, es ist nur mühsam, das einem beleidigten Ersatz-BRM zu erklären, wenn er nicht so im Thema steht und hinter allen Regeln immer Willkür vermutet.

    Ich meinte eigentlich nur, dass es nicht viel Sinn macht, alle Varianten aufzuschreiben. Bei uns stehen nur die Regeln, nach denen sich die Nachrücker ergeben, auf dem Wahlaushang. Fand ich so richtig und gut gelöst. Ist doch auch rechtlich in Ordnung, oder?

    Zitat von Siegbert :


    Sie kann jederzeit vom Gremium geändert, ergänzt oder umgeschrieben werden. Sollte es in der Praxis zum unerlaubten (weil es so in der GO steht) oder störenden "rumfroschen" (weil es vielleicht nicht ausdrücklich so in der GO steht) kommen, steht es jedem BRM frei, eine etwaige Änderung der Geschäftsordnung erneut als Tagesordnungspunkt zu beantragen.

    :D Klärt mich mal bitte einer auf, was "rumfroschen" heißt!?

    Tja, klar, das soll’s auch geben. Gerade dann drängt sich ja auch der Gedanke nach einer gesetzlichen Interessenvertretung auf... Da bin ich aber froh, dass mein AG zumindest ist den allermeisten Fällen vernünftigen Kosten-Argumenten zugänglich ist. Vereinzelte "Will-ich-einfach-nicht!"-Entscheidungen sind ja die Würze für jede Verhandlung, nicht?

    Aber in puncto Vollfreistellung ist teurer: hab ich da was falsch im Kopf? Der BR muss den AG doch gar nicht fragen um stundenweise Freistellungen für notwendige BR-Arbeit. Und die Summe vieler Stunden notwendiger BR-Arbeit dürfte nicht geringer sein als eine Vollfreistellung, zumal dann nicht, wenn die Aufgaben reihum auch mal von ’teureren’ BRM übernommen werden.

    Gruß, syselse
    (die wahrhaftig BRV geworden ist, als Erst-BRM)

    Ich verstehe nicht, warum Ihr das so seht.
    Eine Vollfreistellung erleichtert dem AG doch die Planung enorm.
    Nur weil die MA-Zahl knapp unter 200 sinkt, ist die BR-Arbeit doch nicht so viel schneller und unaufwändiger gemacht.
    Ohne Freigestellte würden eben alle BRM häufiger wg erforderlicher BR-Arbeit zeitweise freigestellt, und das verursacht durch die üblichen Reibungsverluste eher höhere Kosten und mehr Umständlichkeiten als eine berechenbare und planbare Vollfreistellung.

    ...wie auch immer wir dazu sagen: Menschen funktionieren offenbar nicht nach Prinzipien der Logik, also was hilft’s, diese zum Maßstab zu machen?

    Ich berichte weiter, was sich auf dem Jahrmarkt der persönlichen Eitelkeiten, Rachegelüste und Egomanien so ereignet. Wir haben noch mächtig viel zu regeln, abzustimmen usw., und der nächste Schaukampf steht unmittelbar bevor...

    Danke für Eure Unterstützung!

    Gruß, Syselse

    Danke, Leute.

    Wir haben die Konstituierende heute nach anfänglich offenem Schaukampf zwischen den Lagern noch gesittet zuende gebracht. Handgreiflichkeiten konnten vermieden werden; Angriffe weit oberhalb der Schmerzgrenze konnten durch Aussitzen ausgehebelt werden. Die Geduld wurde belohnt, es ging mit jeder weiteren Amtshandlung konstruktiver vonstatten.

    Manchmal sind gute Nerven wertvoller als die besten Antworten: "Net amol ignoriern!" würde Karl Valentin sagen...

    Grüße als frisch abgebürstete und dennoch gewählte BRV

    ;) Syselse

    Hallo, Leute,

    wenn es abzusehen ist, dass während einer Sitzung bei einem bestimmten Thema die Wellen im Gremium sehr hoch schlagen werden und es zu lauthalsen Auseinandersetzungen, Drohungen, Anfeindungen, Einschüchterung anderer BRM mit dem Ziel der Beeinflussung bei Abstimmungen kommen kann:

    Wo sind die Grenzen, bei deren Überschreiten Schritte eingeleitet werden wie:
    - Sitzung unterbrechen und zu einem definierten Zeitpunkt am gleichen Tag fortsetzen?
    - ein oder mehrere BRM von der Sitzung ausschließen und mit der TO incl. Abstimmungen fortfahren?

    Falls das Verhalten gegen andere BRM fortgesetzt wird, während Sitzungen oder im Berufsalltag, besonders auch falls es bis ins Private geht:
    - BRM mit Mehrheitsbeschluss zu angemessenem Verhalten auffordern und bei wiederholt unangemessenem Verhalten gegen ein oder mehrere BRM das Ausschlussverfahren ankündigen (erst mündlich zu Protokoll, dann noch mal schriftlich)?
    - bei wiederholt unangemessenem Verhalten das Ausschlussverfahren betreiben?

    Sorry, aber auf manches bereitet man sich besser beizeiten vor...

    Gruß, Syselse

    Hallo,

    bei uns wurde das bisher auch sehr locker gesehen - einmal im Jahr, meist im Sommer/Herbst, und nicht mal vor der Wahl gab es eine weitere. Auf der vorigen im Okt. ’09 gab’s eine knappe Mitteilung, dass 2010 im Mai gewählt würde, wer dem Wahlvorstand angehört und auf Nachfrage ein paar Antworten dazu, wer wählen darf und wer kandidieren. Nur die zwingend nötige Info gab es in den letzten Jahren, bloß kein Wort zuviel. Das wollen wir komplett anders machen ab übermorgen... ;)

    Wo (außer im BetrVG) kann ich denn mal nachlesen, worüber man alles informieren darf? Kennt jemand ein gutes Handbuch darüber, das auch den neueren Medien gerecht wird? Bei uns sind ca. 50% der Belegschaft kaum jemals im Unternehmen und bedienen sich elektronischer Informationswege (Mail, Intranet, Blogs zu verschiedenen Themen).

    Gruß, Syselse
    (Neu-BRM)

    Zitat von Winfried :


    Hallo!

    Rechtswidrig ist das alles fraglos, und sehr obskur. Ich denke auch, dass rechtliche Schritte möglich wären; in dem Fall müßte wohl auf einstweilige Verfügung zur unverzüglichen Konstituierung des BR geklagt werden. Grüsse Winfried

    Heißt "unverzüglich" nicht immer "ohne schuldhaftes Verzögern"?

    Hier ist doch eindeutig, welchem Zweck die erneute Verzögerung dient: die vermutete Meinungs-Mehrheit zu schützen.

    Schon die erste Verschiebung war doch unrechtmäßig, oder?
    Krankheit eines bestimmten Amtsträgers kann doch kein Verschiebungsgrund sein, weil doch genau für diesen Fall die jeweiligen Stellvertretungen gesetzlich bestimmt und vom Gremium auf eine Person festgelegt sind.

    Oder liege ich irgendwo falsch? Will ja nicht bei uns gleich auch solche Böcke schießen, wenn’s nächste Woche los geht...

    Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt.

    Es kristallisiert sich heraus: wir stellen zur Vereinfachung erstmal den BRV frei ohne Einschränkung, arbeiten los und sehen dann im März weiter.

    Jetzt, wo ich Deine Zustimmung habe, dass es legal halbjährlich geändert werden könnte, sind mir andere Aufgaben wichtiger als eine langfristige Planung für diese Nebensächlichkeit. Benötigte Arbeitszeit wird ja eh freigestellt und bezahlt...