Beiträge von BjoernPe

    Da wir im Monat 2,4 Gigawatt an Strom verbraten, entsteht so viel Prozessabwärme, dass Heizung im Großen und Ganzen kein Problem darstellt.

    Allerdings hat unser Betriebs eigenes Blockheizkraftwerk mit 600 Megwatt jetzt bald auch einen Ölbunker und nicht mehr nur Gas. Denn bisher wurde das ausschließlich mit Gas betrieben.

    Zum Glück ist kein Umrüsten nötig.


    Fazit: Ich bin froh wenn wir den Winter überhaupt überstehen. Bei den Energiepreisen würde es mich nicht wundern, wenn der Arbeitgeber das Werk in Deutschland abreisst und nach China verlegt. Da haben wir ja schon Zweigwerke.

    Hintergrund, dass ich im Zuge der nächsten Betriebsversammlung aufzeigen möchte, mit welchen Themen sich die Leute an unser neues Gremium überhaupt wenden können.


    Meine Kollegen wissen, ich biete Beratung in allen Lebenlagen, von Zart bis Hart, Rächer der Enterbten, Schützer der Witwen und Waisen etc.!


    Spaß beiseite: Wenn einen Kollegen irgendwo der Schuh drückt, dann bin ich Ansprechpartner, bei egal was. Und wenn ich selber nicht in der Lage bin zu helfen, so weiß ich aber immer, wo die passende Hilfe zu finden ist.

    Das reicht von Finanziellen Problemen, Eheprobleme, gesundheitliche Probleme. Denn all diese Faktoren beeinflussen die Arbeit. Und nicht selten sehr nachhaltig.

    Wenn ein Kollege also in einer schwierigen Lebenssituation ist, kann ich bei den Vorgesetzten und der Personalabteilung auch für etwas mehr Spielraum und Verständnis werben.

    Und jemand der in einer schwierigen Situation ist, ist oft nicht in der Lage, nach Lösungen zu suchen, oder für diese zu kämpfen. Der ist einfach nur dankbar, wenn ihm unter die Arme gegriffen wird.


    Natürlich ist alles außerhalb vom BetrVG nicht meine Pflicht, aber ich mache es gerne!

    Wolltet ihr den Geschäftsführer als Organ im Dienstplan oder als Springer mit verplanen lassen? :) :)

    Dieser Geschäftsführer ist mittlerweile tatsächlich im Ruhestand. Der ist vor der Zeit gealtert, weil der mich so oft auf dem Pelz hatte :D .

    Unser Gremium wird immer hellhörig, wenn wir das Wort "Flexibilität" gereicht bekommt.

    Kann der AG ja haben, aber im Rahmen der Gesetze, TVs und BVs. Und zu Kosten, dass es sich für beide Seiten lohnt.

    Wir standen mal in Verhandlungen wegen Springer Tätigkeiten. Der AG wollte damit auch die Ankündigungsfrist der Dienstpläne unterlaufen, um schnell und einfach kurzfristige Ausfälle zu kompensieren.

    Nachdem der AG gesehen hat, unter welchen Bedingungen wir dem zustimmen, also was es ihn kostet, geht es auf einmal doch ohne.

    Die Einflussmöglichkeit sehe ich auch als gering an. Jedoch kann man der Kannibalisierung durchaus entgegen wirken.

    Setzt eine BV auf, wo der Zweck des Leistungszukaufs klar benannt und gebunden ist.

    Jede darüber hinaus gehende Übergabe von Aufgaben muss dann mit euch beraten werden.

    Setzt euch mit eurem Datenschutzbeauftragten zusammen, und klärt vor allem auch, ob die Übergabe der Daten rechtlich sauber ist. Auch das sollte Inhalt einer BV sein.

    Ihr solltet Einsicht in die Verträge nehmen und der Wirtschaftsausschuss sollte sich für die Zahlen interessieren, ob sich das wirtschafltich überhaupt rechnet. (Meist tut es das nicht, aber man vermeidet den Headcount auf der Payroll.)

    Damit habt ihr einen Hebel bei der Personalplanung.


    Das ist zwar keine erzwingbare BV, jedoch sollte man genug Munition finden, eine solche BV zu verhandeln.

    §23 (3) BetrVG.

    Würde ich in dem Fall auf jeden Fall ziehen!

    Personelle Einzelmaßnahmen ohne Einbindung des BR sind in meinen Augen einer der gröbsten Verstöße, die sich ein AG leisten kann. Und hier würde ich rechtlich großes Geschütz auffahren.

    Noch dazu, wenn der BR in der Vergangenheit schon öfter missachtet wurde. Ihr macht euch sonst zum Hans Wurst.

    Wenn der AG meint, er könnte Leute einstellen oder entlassen wie es seiner Tageslaune entspricht, und ihr das hinnehmt, dann könnt ihr den BR auch gleich auflösen.

    Unser Gremium informiert die Belegschaft auf sehr vielfältige Art und Weise:


    1. Nach der Sitzung gehen Betriebsräte in die Mannschaft und reden über Neuigkeiten (einer meiner Lieblingstätigkeiten)

    2. Ans schwarze Brett kommt eine Zusammenfassung "Aus der Sitzung" (§79 BetrVG konform) wo stichpunktartig die behaandelten Themen stehen

    3. Das Gremium hat eine eigene Intranetseite - Alle BVen und maßgebliche Gesetze zugänglich etc.

    4. Wir veröffentlichen Newsletter zu allen Themen, die es wert sind - z.B. Urlaubsberechnung, Vergütungspaschalen, Gesetzesänderungen etc. etc. (hier kann man der Belegschaft einen echten Mehrwert geben!)

    5. Email-Rundschreiben an ALLE bei super wichtigen Sachen

    6. Ein extra "BR-andheiß" Letter, wo wir absehbar mit dem AG auf Konfrontation gehen

    7. Betriebsversammlung

    8. Umfragen


    Wer bei uns etwas nicht weiß oder mitbekommt, der will es auch nicht wissen!

    Das BRM darf so viel Zeit wie erforderlich nach billigem ermessen für die BR Arbeit einsetzen.

    Das ist der wichtigste Satz. Die Erforderlichkeit MUSS gegeben sein. Dann ist der Umfang der BR Arbeit egal. Das kann bis zur permanenten Vollfreistellung gehen, obwohl du per Auswahl gar nicht freigestellt bist.

    Das muss aber im Streitfall auch belegt werden können.


    Ich habe hier zum Punkt Ab und anmelden mal eine Frage wie das in der Praxis aussieht?

    Ich habe am Anfang der Amtsperiode meinem Chef einen Plan aufgestellt für alle fest anfallenden Termine (BR Sitzung + Ausschüsse) + jeweils 1 Stunde für die Vor- und Nacharbeit.

    Und dann habe ich pauschal mit 3 Stunden in der Woche geplant für Telefonate, Beantworten von Emails von Kollegen und Kolleginnen.

    Dann habe ich ihn gefragt, in welcher Form er die Abmeldung von mir wünscht. Ob eine kurze Email reicht, oder ich ihn jeweils anrufen soll etc.

    Seine Antwort: "Ich weiss ja jetzt Bescheid. So lange du nicht übertreibst, passt das schon so". Ich muss mich jetzt also für den Einzelfall nicht mehr abmelden, er vertraut mir dahingehend auch so.

    Für Sonderthemen wie Verhandlungsgremien oder außerordentliche BR Sitzungen oder längere Geschichten sende ich ihm aber nach wie vor eine Email. Bedenken dagegen hat er noch nie angemeldet.

    Mir geht es immer wieder so, das ich durch die Firma laufe, und dann eher zufällig in ein Gespräch schlittere was eindeutig

    BR Thematiken hat.

    Wie handhabt ihr sowas? Meldet Ihr solche Gespräche die zw. 10-30Min gehen? Ich befürchte das der AG da eher verschnupft reagiert.

    Das ich diese Gespräche führen darf ist ja klar. Aber der MA vernachlässigt ja in diesem Moment seine Arbeit :/

    Ist es erforderlich? SOFORT? Das gilt es zu prüfen und abzuwägen.

    Man kann durchaus mit dem Kollegen auch einen Termin machen, um das Thema zu besprechen. Und sich dann ordnungsgemäß dann vorher abmelden.

    Ist es etwas, was unmittelbar abgestellt werden muss (Unfallgefahr, Gefahr um Leib und Leben, Nichteinhaltung von Gesetzen), dann handelt man erst, und meldet hinterher. Kein Arbeitsgericht würde diese Vorgehensweise rügen.

    Ein MA vernachlässigt übrigens nicht seine Arbeit, wenn er eine Betriebsratsmitglied konsultiert. Er nimmt seine Rechte wahr. Die Frage ist, wie er das tut. Muss es jedes mal jetzt sofort sein? Geht es nicht doch mit Termin, kann man nicht vorher auch den Schichtleiter etc. informieren, damit das Band umbesetzt werden kann?

    Alles eine Frage des Stils. Rechtlich sauber ist Handeln im Notfall und der Termin. Alles andere ist zwar üblich, aber nicht immer gedeckt ;)

    Bratislav

    Bei deiner Frage musste ich erst mal selbst in mich gehen, um zu ergründen, wie viel Bequemlichkeit es sein soll.


    "Jegliche Kommunikationsplattformen, über deren Daten ich nicht die Hoheit habe scheiden für den Zweck der Betriebsratsarbeit aus."

    Die Antwort hätte ich geben wollen. Aber nicht können!


    Denn über Office 365, Teams etc. habe ich auch nicht die Datenhoheit. So realistisch muss man sein.

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Welche Kommunikation ist rechtlich gedeckt? Office 365 und Teams sind in meinem Betrieb zugelassene Kommunikationstools, denen auch eine BV zu Grunde liegt. Damit auch für den Schriftverkehr und Kommunikation als BR problemlos (rechtlich betrachtet), zumal sich der Schriftverkehr auch verschlüsseln lässt (SMime Verfahren).

    Wenn ihr es hin bekommt, in eurer Geschäftsordnung ein Kommunikationsmittel für "den kurzen Dienstweg" rein zu schreiben, dann sollte das rechtlich möglich sein. Das würde ich jedoch unbedingt mit einem Fachanwalt klären.

    Klar muss natürlich von Anfang an sein, dass auf dem "kurzen Dienstweg" alle Belange ausgeschlossen sind, die den §79 BetrVG auch nur berühren könnten!

    So Sachen wie sich abmelden aus einem Ausschuss oder von der BR Sitzung sehe ich, sofern das vorher geregelt wurde als unkritisch an.

    Man sollte mit dem Arbeitgeber dann eine Regelabsprache treffen, in der er über die Nutzung zu diesem Zweck informiert wird. Sicher ist sicher!

    Auch ein mündlicher Vertrag ist ein Vertrag. Die Höhe des Gehalts kann der Kollege mit seinen Lohnabrechnungen ja klar belegen.

    Ich würde dem Kollegen den Klageweg empfehlen.

    Der BR kann hier wenig machen, da Individualrecht.

    Das erinnert mich an ein Gespräch mit unserer vorletzten Personalleitung. Als es um die Formulierung einer BV ging, wollte sie eine bestimmte Formulierung nicht drin haben, obwohl wir uns inhaltlich einig war. Ihr Argument: "Wir wissen doch, was wir gemeint haben und wie wir das leben. Das müssen wir doch so keinem auf die Nase binden."

    Arbeiten wir in der gleichen Firma ohne es zu wissen? :D :D :D

    Die Spüche kenne ich 1:1.

    Für den juristischen Sachverstand wird die Gewerkschaft (IG Metall) und ein RA heran gezogen, sollte dies nötig sein.


    Viel wichtiger aus der Vergangenheit was wir gelernt haben ist jedoch, dass jede BV so präzise sein muss, und vor allem unmissverständlich, damit der Arbeitgeber die uns nicht irgendwann in seinem Sinne um die Ohren haut.

    Das ist die letzten Jahre öfter passiert. Und jetzt wundert sich der AG, dass wir beim verhandeln der neuen BV so kleinlich sind. Weichmacher wie könnte, sollte, hätte sind zu vermeiden! Und das sehen viele Rechtsberatungen nicht.

    Wie sagte unser RA letztens? "Ich hätte das nicht für möglich gehalten, dass der AG durch Wortdreherei die BV vom Tisch wischt...".

    Man möchte ja immer ans Gute des Gegenüber glauben, aber bei einer BV hört bei uns mittlerweile der Spaß auf. Harte Fakten, sonst nichts mehr.