Beiträge von BjoernPe

    Dann möchte ich das präzisieren: Einer Kündigung durch den AG auf Veranlassung des AG würde ich niemals zustimmen.


    Wenn das BR Gremium die Kündigung fordert wegen dem Betriebsfrieden, wäre die Veranlassung der Kündigung ja nicht durch den AG, wenn auch dieser die ausführt. Aber der Anlass liegt ja beim Gremium, daher kann/würde ich so einer Kündigung auch zustimmen.


    Gott sei Dank hatte ich diesen Fall noch nie!

    Wenn jemand durch steuerbaren Verhalten den Betriebsfrieden massiv stört, haben auch die bestohlenen und belästigten Kolleg/innen ein Recht darauf, dass der BR sich für sie einsetzt und der Stinkstiefel verschwindet.

    Gebe ich dir Recht. Das ist aber ein völlig anderes Thema, ein anderes Konstrukt.

    Da stimmt der BR auch einer Kündigung nicht zu, sondern verlangt diese ;)

    Ein Frist verstreichen zu lassen ist kein Widerspruch. Aber ich erhalte dem Mitarbeiter damit die Möglichkeit auf rechtliches Gehör!

    Eine Zustimmung nimmt dem Mitarbeiter die Möglichkeit, weil Arbeitsrichter das in 99% der Fälle durchwinken.

    Der Spruch der DGB Rechtsberatung lautet nicht umsonst: "Stimmt der BR der Kündigung zu, ist die erste Runde im Prozess verloren".


    Doch, das meine ich sehr Ernst. Denn ich habe in der Vergangenheit diverse Verfahren begleitet, wo z.B. eine zweifelsfreie sexuelle Belästigung sich vor Gericht als das genaue Gegenteil herausgestellt hat. Die Kündigungsschutzklagen wurden gewonnen und die Mitarbeiter sind heute noch in der Firma.

    Auch angeblicher Diebstahl, angebliche Bedrohung, angebliche Arbeitsverweigerung etc. etc.

    So was gehört vor einem Gericht gewürdigt, nicht vor einem BR Gremium.

    Leider verstehen sich viele BRM als Richter. Sind wir aber nicht!

    Dazu habe ich auch ein sehr erhellendes Video: Rolf Geffken: Wer ist Betriebsrat? - Das Selbstverständnis von Betriebsräten - YouTube


    Ich kenne in 10 Jahren nur einen einzigen Fall, wo trotz der Zustimmung des BR die Kündigungsschutzklage Erfolg gehabt hat.

    Du darfst mir gerne mehr dazu liefern. Wäre interessant.


    Als BRM ist es meine Aufgabe Mitarbeiter zu schützen, und ich wurde gewählt in deren Interesse zu arbeiten. Und es ist in deren Interesse, dass ich den AG dazu zwinge, eine Kündigung mit allen Mitteln zu prüfen, ob der Mitarbeiter nicht auf einer anderen Stelle weiterbeschäftigt werden kann, und wenn er den Arbeitsplatz nicht erhalten kann, dann diesen Wegfall entsprechend kompensiert.

    Und dafür kann der AG gerne ein Amtsenthebungsverfahren anstrengen. Das wird er verlieren. Denn ich handle nicht gegen den AG oder dessen Entscheidung, sondern ich handle im Sinne derer, die mich gewählt haben.

    Und der AG hat mich sicher nicht gewählt.


    PS: Ich bin gerne bereit kontrovers zu diskutieren. Aber bitte mäßige deinen Ton. Danke.

    Ich bin neu, und der Thread ist alt. Ich weiß. Aber hier geht es um einen Standpunkt!


    Ich bin regelrecht schockiert, dass der BR der Kündigung zugestimmt hat.

    Da sollten alle BRM aber noch mal in sich gehen, und sich fragen, ob sie für das Amt geeignet sind.


    Einer Kündigung stimme ich NIEMALS zu. Denn damit machen es sich die Arbeitsrichter einfach bei Kündigungsschutzklagen. Hat der BR mal zugestimmt, ist der Mitarbeiter der Gekniffene!


    In dem vorliegenden Fall hätte ich nicht mal die Frist verstreichen lassen, sondern der Kündigung widersprochen.

    Den Widerspruch schön aufblasen.

    Wenn der AG die Abteilung ausgliedern will, dass soll es ihn auch was kosten.


    PS: Einer Kündigung stimme ich selbst dann nicht zu, wenn ein Fehlverhalten eines Mitarbeiters zweifelsfrei belegt ist, und dieses Fehlverhalten alles andere als eine Kündigung für den AG unzumutbar macht (Diebstahl, sexuelle Belästigung etc.).

    Denn ich bin Betriebsratsmitglied und kein Richter. Durch einer Zustimmung zur Kündigung wird dem Kollegen möglicherweise das Recht auf rechtliches Gehör genommen. Denn die meisten Arbeitsrichter winken durch, wenn der BR zugestimmt hat.