Beiträge von Muellersfrau4711

    Hallo,

    Es ist ein paar Jahre her, da kam bei uns ein vermeintlich schlauer Mensch im Vorstand auf die Idee, wenn doch die Filialöffnungszeiten von 0900 - 1300 und 1400 - 1600 gehen, dann ist das auch genau die Arbeitszeit. Dass die Rechner vorher hochgefahren werden müssen und/oder andere Vor- oder Nacharbeiten gemacht werden müssen, hat ihn schlicht nicht interessiert.

    (hab das Zitat etwas gekürzt)

    Sehr spannend zu lesen. Und ich finde den Ansatz gut und auch das die Kollegen dann am Ende so mitgemacht haben. Ähnlich bei uns. Der Empfang. Die gute Dame (auch relativ neu) ist stets 15 Minuten davor da und danach weil Sie ja noch alles aufsperren muss und Rechner etc.

    Aber um dies hier zu ändern, müsste man als BR a) den Mumm haben und die Kenntnis und b) alle Mitarbeiter hinter sich vereinen, da sehe ich schwarz. Viele sind schon zu lange hier um jetzt den "Aufstand zu proben", und dem BR fehlt es da auch an Sachkunde und Rückhalt.


    Wenn natürlich offensichtlich ist, dass der AG die "fixen Arbeitszeiten" nur vorschiebt, tatsächlich aber um das "früher kommen und später gehen" weiß, dieses auch toleriert, oder sogar indirekt einfordert, dann wäre es meiner Meinung nach möglich diese Arbeitsstunden einzuklagen.

    Ich würde behaupten es ist schon so. Da sind natürlich einige selbst schuld. Ich verlasse meinen Platz pünktlich und versuche auch nicht eher als zehn Minuten früher da zu sein (schwer perfekt zu timen). Andere sind der Macht der Gewohnheit erlegen und dem Grundsatz "was sind denn 10 Minuten?" (aufs 40-jährige Arbeitsleben hochgerechnet leider verdammt viel).


    Ich denke bei uns ist viel Potenzial um es besser und angenehmer zu machen, aber es ist schwer als neuer Mitarbeiter. Ich will mal eine Weile warten was denn jetzt der BR erreicht hat, ansonsten werde ich meine Chefs offen fragen, ob flexible Arbeitszeit gewollt oder nicht ist. Das Rumgeier nervt noch mehr als, wenn man sich hinstellen würde und eine klare Ansage macht. Die Signale von der Chefetage sind nämlich mal so, mal so.


    Danke für den vielen Input!

    Hallo,


    eine Frage zu dem Thema "gesetzliche Zeiterfassung" hätte ich noch. Wir sind ja ein Betrieb mit fixen Arbeitszeiten.

    Wenn man jetzt hingeht und sagt "hey wir brauchen aus gesetzlichen Gründen eine Zeiterfassung" kam bei mir die Vermutung auf, dass man dann von AG Seite hingeht und einfach für jeden Mitarbeiter eine tägliche (fixe) Zeit einträgt.


    Also 8:00 bis 15:30 Uhr etc. Weil, so der O-Ton ist hier immer "wir haben fixe Arbeitszeiten". Man braucht also nicht den Stift vor 8 oder nach 15:30 rühren - was natürlich Unsinn ist.


    Viele sind bereits zehn Minuten vorher da und bleiben auch hier und da ein paar Minuten länger. Ausnahmen kommen bis zu 30 Minuten früher und bleiben dann noch 15 Minuten länger, was ich keine Kleinigkeit finde. Sowas wird dann natürlich gerne "übersehen" aber wenn einer 2 Minuten zu spät kommt wird dann mal schnell ein großes Bohei gemacht. (Natürlich ist das alles selbst gemachtes Leid, was mit flexiblen Arbeitszeiten und einer Kernzeit vom Tisch wäre)


    Also die Frage, wenn wir von einem Zeiterfassungssystem reden, was ja durch das Emdener Urteil bestätigt wurde, reden wir von einem System in dem der Mitarbeiter aktiv sein Kommen und Gehen bucht/einträgt/piept?!


    Dazu noch:

    Für den Anfang würde ich den BR hier einfach mal auf § 77 BetrVG hinweisen und die Aushangpflicht für BVen durch den AG.

    Und sollte der BR nicht wissen, was er damit jetzt anfangen soll, hier gleich der nächste §. § 80 BetrVG, nachdem der BR darüber zu wachen hat (u.a.), dass der AG die einschlägigen Gesetze einhält.

    Kann ja sein, dass eine BV von einem Amtsvorgänger verabschiedet wurde, und die drei gar nicht die Unterlagen haben. Kein Problem, der AG muss sie haben und aushängen. Andernfalls kann der BR sich hier beruhigt hinstellen und sagen: so eine BV gibt es gar nicht. (Und jeder AN im Prinzip genauso!)

    Danke für den Hinweis! Ich werde das mal so angehen.

    Hallo, danke erstmal für die Antworten.


    könnte schon gegen eure individuellen Arbeitsverträge verstoßen. Sprich, wenn im Arbeitsvertrag die Arbeitszeit Montag - Freitag festgelegt ist, kann der AG auch Samstags nicht in die Firma zwingen. Sprich hier könnte jeder AN selber sagen: Samstag? Ich? Was bekomme ich dafür? (Das hängt aber, wie gesagt von euren Arbeitsverträgen ab.)

    Der Arbeitsvertrag bei allen spricht von 37 Stunden die Woche. Die sind mit unseren Arbeitszeiten erreicht. Hier herrscht, denke ich viel Unsicherheit. Und auch "Angst" einfach mal das Wochenendseminar einzutragen.


    unter diesem Link kann man dazu etwas nachlesen. https://www.haufe.de/personal/…rbeitgeber_76_513812.html

    Danke, hab ich mir gerade durchgelesen. Ich werte es, dass unser Erfassungssystem absolut unzureichend ist. Ich werde dies mal an den BR weiterleiten. Was er dann daraus macht, wird sich zeigen.


    Im Zusammenhang dann hiermit:

    Zur Arbeitszeiterfassung verweise ich auf den §16 Abs. 2 ArbZG, hiernach ist der Arbeitgeber verpflichtet eine Aufzeichnung der Stunden vorzunehmen die über die werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden hinausgeht.

    müsste also so oder so aufgezeichnet werden, wenn nicht immer, dann an diesen beiden Tagen (was ja keinen Sinn ergibt im Ganzen, dann kann man auch alles aufzeichnen) .

    Das zweite Problem ist: wenn es einen Betriebsrat gibt, dann gibt es eine Mitbestimmung in Fragen der Arbeitszeiten und Arbeitszeitregelungen auch nur für den Betriebsrat. Sprich du/ihr als individuelle Arbeitnehmer seid da weitgehend außen vor.


    Verständlich. Dazu sei gesagt, unser BR hat eine E-Mail versendet in dem er alle Beschäftigten nach ihrer Meinung zum Thema Gleitzeit, Homeoffice etc. gefragt hat. Wir haben auch alle geantwortet. Danach kam aber nichts mehr. Keine Rückmeldung wie es weitergeht. Da erwarte ich ja gar nicht im Detail informiert zu werden, aber zumindest was die ganze Sache gebracht hat. Es fand auch ein Gespräch BR Chefs statt, aber auch hier gab es keine Rückmeldung. Nur Gerüchte die über den Flur wandern. Fördert nicht gerade das Vertrauen.


    zum Thema schwacher BR 2022 sind wieder Wahlen

    wir stehen schon in den Startlöchern, aber bis dahin ist es noch lange... ;).


    Wie man aber einen unwilligen BR ans Arbeiten bringt - das wüssten unsere Kollegen auch gern...

    Ich will meinen BR auch nicht ganz schlecht machen. Ich denke die Drei haben den Posten damals übernommen, weil kein anderer wollte, und dachten sich (unerfahren) da passiert eh nichts Spannendes oder sie sind sich ihrer Möglichkeiten nicht bewusst. Aber deshalb frage ich ja hier, damit ich Informationen habe, um den BR etwas anzustacheln.


    Vielen Dank!

    Muellersfrau

    Hallo,


    vorab, ich bin kein BR Mitglied, hoffe aber das disqualifiziert meine Fragen nicht. Folgende Situation;


    ich bin seit knapp vier Monaten in einem Betrieb (mit Tarifvertrag) weniger als 40 Mitarbeiter, zwei gleichgestellte Chefs, neu angestellt. Wir haben keine eigene richtige Personalabteilung. Es gibt einen BR welcher aber aus meiner pers. Sicht, aber auch der Sicht meiner (langjährig im Betrieb) Kollegen (die mit denen ich gesprochen habe zu dem Thema) eher inaktiv / „schwach“ ist.


    Nun ist es so, dass wir fest Arbeitszeiten haben, keine Gleitzeit. Zweimal die Woche 7,5 Stunden (davon 45 Minuten Pause, einmal früh 15 min und Mittag 30 min). Zweimal 10,5 Stunden (auch hier 45 Minuten Pause dabei). Einmal 4,25 Stunden.


    Unsere Arbeitszeit wird nicht erfasst. Überstunden können über ein Programm in dem wir maßgeblich unseren Urlaub verwalten eingegeben werden, dürfen aber, so Aussage Chefs, erst ab 30 Minuten eingetragen werden. Wir nennen dies eine Festlegung, keine Betriebsvereinbarung und wurde in einer Art Teamleiterbesprechung mal eben so festgelegt, als die Frage von neuen Kollegen aufkam, „wie das denn jetzt gehandhabt wird“. Diese Überstunden dürfen nur mit triftigen Grund gemacht werden (Kind/Arzt/Behörde) und auch nur dafür benutzt werden.


    Es finden für einige zwei bis drei Freitagnachmittag/Samstag Seminare / Veranstaltungen statt – keine Überstunden werden gewährt bzw. es wird einfach nicht darüber gesprochen und keiner traut sich diese einzutragen.


    Wir sind jetzt mehrere neue Kollegen, die etwas irritiert sind zu den Arbeitszeiten und der ganzen Handhabe. Wir finden aber in unserem BR keine richtige Infoquelle. Daher wollte ich hier einfach mal Informationen/Rückmeldungen erfragen.


    Frage 1: Wir haben uns das ArbZG angesehen, dort steht man sollte nicht mehr als 8 Stunden arbeiten, es kann aber auf 10 verlängert werden, wenn im Durchschnitt … etcetc. Die Chefs sagen, durch die Pausen bewegen wir uns in den gesetzlichen Vorgaben und arbeiten ja "nur" 9:45 Stunden an den besagten Tagen. Die Frage ist, ob das Ganze nicht so ausgelegt werden sollte, dass ein 10 Std Arbeitstag die Ausnahme sein sollte? Statt die Regel?


    Frage 2: Zurzeit beschäftigt die Belegschaft, und tatsächlich auch den BR das Thema flexible Arbeitszeiten. 90% sind für flexible Arbeitszeiten. Allerdings scheint das Thema schon ein paar Jahre durchs Unternehmen zu gehen und da ich neu bin, kann ich noch nicht abschätzen, was denn jetzt das Problem ist. Einer meiner Chefs hat mir auch gesagt, er fände Vertrauensarbeitszeit eigentlich gut (wobei ich glaube, dass dieses Modell aufgrund der europäischen Entscheidung vor dem Aus steht) auf der anderen Seite, führen Gespräche zw. BR und Chefs nirgends hin. Leider informiert unser BR die Belegschaft, trotz Anfrage und Hinweis das man doch informieren sollte, nicht. Die eigentliche Frage, die mich jetzt umtreibt, ist, müssten wir nicht jetzt schon eine Zeiterfassung haben, welche Minutengenau abrechnet? Aufgrund der Gesetzeslage?


    Anmerkung zu der Problematik; Angeblich gibt es div. Betriebsvereinbarungen, welche aber nicht zu finden sind und nicht ausgelegt sind. Anfrage an BR läuft (schleppend).


    Es werden plötzlich Diskussionen von den Chefs über Pünktlichkeit angestoßen, aber hier geht es um 2-4 Minuten, die aber eigentlich die absolute Ausnahme sind, da die Leute meist 10-5 Minuten vor dem offiziellen Beginn da sind, und meist auch etwas länger bleiben. Das ist natürlich eher „hören/sehen“ und könnte mit einem Buchungssystem fair und überschaubar sein. Allerdings verwirrt mich dieser Anstoß, weil es gegensätzliche Signale sendet.


    Wir sind auf der Suche nach Information und Anmerkungen, damit wir a) unseren BR Anfragen können bzw. diesem dann auch mal Beine machen, damit er sich einsetzt. Und b) unsere Chefs aufmerksam machen können. Oder vielleicht sehen wir es auch einfach zu kritisch.


    Ich würde mich über eure Antworten freuen.

    Grüße Muellersfrau