Beiträge von Pascal Engel

    Hallo Zusammen,


    im neuen Betriebsrätemodernisierungsgesetz steht, dass man zukünftig eine Geschäftsordnung benötigt, damit man virtuelle Betriebsratssitzungen durchführen kann unter dem Vorbehalt, dass die Präsenzsitzungen Vorrang haben müssen.


    Nach meiner Interpretation bedeutet dies, dass in der Regel die Betriebsratssitzungen in einer Präsenzsitzung abzuhalten sind und nur in ausnahmefällen, die in der Geschäftsordnung definiert sein müssen, virteulle Betriebsratssitzungen durchgeführt werden dürfen.


    Wie würdet ihr diesen Paragrafen in einer Geschäftsordnung formulieren?


    Ich tue mir schwer damit alle Ausnahmefälle aufzulisten. Gibt es hier einen allgemeineren Ansatz?

    Ist es ein genereller Grund wegen der Aufsichtspflicht für sein Kind, die Betriebsratssitzung generell nur virtuell durchzuführen, weil sonst Betriebsratsmitglieder nicht an der Sitzung teilnehmen können?


    Danke schon mal für eure Antworten.

    Und wenn die sich nicht einig sind? Muss dann erst wieder ein Gericht entscheiden?

    Noch witziger wird es, da das andere Unternehmen auch in Indien oder USA etc. sein kann in dem der Vorgesetze arbeitet. Da gibt es keinen Betriebsrat ;). Ja das ist alles möglich. Und ja, praktisch hat der Geschäftsführer auch einen Vorgesetzten, der in der Regel nicht in Deutschland sitzt. Abfangen könnte man das nur durch einen Konzernbetriebsrat, aber da es ein Internationales Unternehmen ist mit Hauptsitz Irland ;) wird es schwierig so etwas durchzusetzen.

    Unser Konzern und in seiner Matrixstruktur ist in mehrere Unternehmen unterteilt. Dadurch können Manager auch von anderen Standorten in der Welt Vorgesetzte von Mitarbeitern in unseren Betrieb sein.

    Diese Manager zählen wir aber für den Verwaltungsaufwand des Betriebsrats und Begründung für mehr freigestellte Betriebsräte mit.


    Natürlich hat die lokale Geschäftsleitung die Gesamtverantwortung und Führungsverantwortung über die Mitarbeiter vor Ort.

    Eine kleine Frage:


    Wenn der Vorgesetzte von einem Mitarbeiter wechselt und der Vorgesetzte nicht im gleichen Unternehmen arbeitet, ist der lokale Betriebsrat in der Mitbestimmung nach BetrVG nach §99?

    Ist dies eine Umgruppierung für den lokalen Mitarbeiter?


    Haben wir eine Mitbestimmung wenn nur fünf lokale Mitarbeiter durch diese Umstrukturierung betroffen sind?

    Danke für den Hinweis. Ich habe mich mit den Funktionalitäten vom Forum nicht auseinandergesetzt.


    Ja praktisch ist es ja auch so: Entweder du hast mobiles Arbeiten oder Telearbeit.

    Durch Corona und der Umetikettierung von Telearbeit als Homeoffice, wurde da alles sehr schwammig behandelt. Insbesondere weil es keine klare Grenze für den Zeitraum für mobiles Arbeiten gibt. Wobei dies nur eine Geschickte Umdeutung der Sachlage ist.


    Mitarbeiten arbeiten (bei uns jetzt) seit Corona auch auf Wunsch des Arbeitgebers hin von Zu Hause. Somit sollte hier ganz klar die Regeln der Telearbeit gelten.

    Ja praktisch hat der Arbeitgeber euch nicht rechtzeitig informiert. Dies ist ein Verstoß gegen

    Damit dies in Zukunft nicht wieder passiert, solltet ihr dies eskalieren und eine Verwarnung bzw. mit einem Anwalt eine Abmahnung mit Hinweis auf §23 Abs. 3 aussprechen.


    Man sollte immer eine Liste von Verstößen des Arbeitgebers führen um im Fall des Falles gerichtlich sich die Betriebsratsrechte beim Arbeitsgericht durchsetzen zu können. Auch viele gesammelte kleine Verstöße können dann zum Erfolg vor dem Arbeitsgericht führen.


    Alternativ, falls ihr ein Compliance Team habt, könnt ihr den Fall auch dem Compliance - Team der Firma übergeben und schauen, ob es dort zu einer passenden Lösung für euch kommt.

    Ja genau, dass sehe ich auch so.


    Mobiles Arbeiten ist zwar nicht Telearbeit. Aber wenn man über eine längeren Zeitraum am selben Platz arbeitet ist der Arbeitgeber verpflichtet für diesen Arbeitsplatz seiner Fürsorgepflicht nach der Arbeitsstättenverordnung einzuhalten.


    Daher ist es so wichtig diesen Zeitraum vom Mobilen Arbeiten in die Telearbeit zu definieren. Davor scheut sich der Gesetzgeber und überlässt es den Firmen...


    Ich denke, daher ist es gut einen Prozess zu definieren, ob Telearbeit möglich ist oder nicht um den Arbeitgeber so geordnet in die Pflicht für die Gesundheitsgefährdung etc. zu nehmen.

    Hallo Zusammen,


    unser Konzern hat veranlasst, dass weltweit alle Mitarbeiter, wo möglich in Homeoffice arbeiten sollen und das schon seit März letzten Jahres.

    Unser Konzern überlegt gerade, weil es so gut im Homeoffice läuft, welche Regelungen sie weltweit einführen können, damit auch zukünftig Homeoffice für Mitarbeiter angeboten wird.

    Natürlich gilt in Deutschland die Mitbestimmung des Betriebsrat und wir haben bisher nur eine Betriebsvereinbarung für alternierende Telearbeit.

    Jetzt wollen wir eine Betriebsvereinbarung für "Homeoffice".


    Insbesondere interessiert mich von euch:

    Wenn ihr eine BV für Telearbeit etc. habt. Was hat funktioniert? Was hat nicht funktionert? Was für Forderungen würdet ihr noch stellen?


    Eine Liste an Forderungen, die ich gerne versuchen würde durchzusetzen:


    Begriffsdefinitionen:


    Homeoffice ist eine Form von Telearbeit, wenn sie über einen längeren Zeitraum stattfindet.


    Ansonsten kann sie als mobiles Arbeiten ausgelegt werden.


    Einführung Prozess:

    1. Prüfung, ob Homeoffice reine Telearbeit für eine Tätigkeit möglich ist oder nicht (inkl. Gefährdungsbeurteilung)
    2. Prüfung, ob alternierende Telearbeit für eine Tätigkeit möglich ist.
    3. Prüfung ob für eine Tätigkeit mobiles Arbeiten möglich ist.


    Forderungen:

    1. Definition ab wann Homeoffice von mobilen arbeiten zur Telearbeit wird: Wenn mehr als 6 Wochen im Jahr gestückelt oder am Stück von zu Hause gearbeitet werden soll, ist der Arbeitsplatz zu Hause ein Telearbeitsplatz.
    2. Alle notwendigen Arbeitsmittel stellt Arbeitgeber zu Verfügung.
    3. (Arbeitsmittel berücksichtigen auch die Vorgaben des Arbeitsschutzes und Gesundheitserhaltung. Ist gesetzlich geregelt muss nicht in BV-> Präamble?)
    4. Freizeitunfallversicherung, damit auch Mitarbeiter im Homeoffice zumindest eine Geldbetrag bekommen, wenn ihnen was passiert und die Berufsgenossenschaft, den Unfall nicht als Arbeitsunfall anerkennt.
    5. (Alle Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes müssen eingehalten werden, erst nach Freigabe des Arbeitsplatzes darf der Arbeitsplatz verwendet werden. Ist gesetzlich geregelt muss nicht in BV ->Präamble?)
    6. Prozessdefinition: Gefährdungsbeurteilung für die Homeoffice-Arbeitsplätze? Formular-Gefährdungsbeurteilung an BV anhängen?
    7. Es gelten die Gleitzeitrahmenbedingungen für alle Mitarbeiter im Homeoffice. Für Mitarbeiter mit Kleinkindern und Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen wichtig, bestimmen die Mitarbeiter in Rücksprache mit Vorgesetzten ihre Kernarbeitszeit mit dem Betriebsrat, um entsprechend für die Zeiten bei denen sie Arbeiten eine Notbetreuung anfordern zu können.
    8. Datensicherheit für Arbeitgeber: Mitarbeiter stellen sicher, dass der Bildschirm bei Abwesenheit gesperrt wird oder der PC heruntergefahren ist. Arbeit ist möglichst papierlos durchzuführen. Ausgedruckte Dokumente sind zu schreddern, bevor sie weggeworfen werden. -> Verweis auf Geheimhaltungspflicht etc.)
    9. Kooperation der Mitarbeiter bei der Bewertung und Durchführung von Arbeitsplatzsicherheitsmaßnahmen zu Hause ist erwünscht, aber freiwillig. Bilder als Beleg als Alternative.
    10. Kostenpauschale für Strom und Internet (Höhe?). Alternativ, wenn nicht durchsetzbar: Kostenübernahme für Strom und Internetgebühren, falls diese sich nachweislich erhöhen, um das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen.
    11. Schulungen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter im Homeoffice. Verweis auf Angebotsvorsorge Bildschirmarbeitsplatz und Wunschvorsorge (Corona)

    Danke für eure Unterstützung.