Beiträge von Ron

    Zitat von erco:

    Hallo

    Aber natürlich keine Frage das so eine BV keinen rechlichen bestand hat.

    Selbstverständlich bin ich für die gesetzlich richtige Variante, denn ich habe Familie.

    Es ist nur das Gefühl, so handlungsunfähig zu sein, so ohnmächtig vor Wut und die Hände gebunden.

    Den AG verklagen ist auch nicht das gelbe vom Ei, weil ich ein relativ sicheren Arbeitsplatz, und noch 15 Jahre zu arbeiten habe.

    Was kann man noch tun?

    Wie weit kann sich ein Betriebsrat aus seiner Verantwortung entziehen?

    Es wurden 2 Arbeitszeitmodelle der Belegschaft vorgelegt. Es sollte per Abstimmung entschieden werden, welches in Zukunft gearbeitet werden soll. Die Mehrzahl der Beschäftigten haben sich für das Modell entschieden, welches, auch aus Sicht des BR, gegen das ArbZG § 11(1) verstößt. Die Gründe liegen auf der Hand bei einem tariflichen Zuschlag von 70%. Vertretern der Minderheit der Beschäftigten, welche das gesetzeskonforme Arbeitszeitmodell wählten, wurde empfohlen, individualrechtlich zu Klagen.

    Somit zieht sich der BR aus seiner Verantwortung, unter dem Vorwand, die Mehrheit will es so. Eine Wiederwahl des BR steht bei den Mehrheitsverhältnissen schon so gut wie fest. Bei der Gewerkschaft treffen die Beschwerden auf taube Ohren.

    Hätte der BR gemäß BetrVG §80 (1) Absatz1 nicht von vornherein solch eine Abstimmung unterbinden müssen?

    Das ist so mit das schlechteste Sichtsystem was ich gesehen habe.

    Es gibt auch Alternativen mit mehr freien Wochenenden: 1. oder 2. oder ...

    Möglicherweise ist auch eine Verlängerung der täglichen AZ auf 8,5 Stunden denkbar um die Bringschichten zu reduzieren. Beründung könnte eine geordnete Schichtübergabe sein.

    Das ärgerliche an den Vollkontisystemen ist, dass sie meist mit einer Frühschicht beginnen, und mit einer Nachtschicht enden. Die wöchentliche Arbeitszeit wird dann, wie in deiner 1.Woche, schön von Montagmorgen bis Samstag früh in die Länge gezogen. Hier nutzt Arbeitgeber geschickt aus, dass nur der Beginn der letzten Nachtschicht im Schichtsystem ersichtlich ist. Der Kalendertag an dem die letzte Nachtschicht endet wird überwiegend dann als "frei", oder arbeitsfreier Tag bezeichnet, obwohl an diesem Tag 6 Stunden gearbeitet wird. Das BAG hat in den letzten Jahren mehrfach entschieden, dass jeder Kalendertag mit Arbeitspflicht ein Arbeitstag ist. Leider wird dieses Thema nicht von der DGB-Rchtsschutz GmbH aufgegriffen.

    Zitat von Kokomiko:

    Das Schwierige ist, dass ein Tag im Arbeitsrecht vollkommen unterschiedlich definiert werden kann & auch wird:

    • Werktage sind Mo-Sa, außer Feiertage ...
    • Kalendertage sind jeder Tag eines Jahres ...
    • Der individuelle Werktag eines AN ist nicht gleich Kalendertag
      (dieser Tag beginnt mit Arbeitsaufnahme und endet 24 Stunden später) ...
    • Die zwei Kalendertage überlappende Nachtschicht ist nicht zwingend "nur" ein Arbeitstag

    Vielen Dank für die Antworten!

    Genau mit diesem Problem werden die Schichtarbeiter konfrontiert. Wie ein Werktag lt. Tarifvertrag definiert wird, wurde auch schon mal bei der IG Metall Bezirksstelle angefragt. Handelt es sich um den individuellen Werktag, oder den Werktag aus dem Bundesurlaubsgesetz? Ein Tarifsekretär antwortete: "Keinesfalls sollten damit traditionelle 3 Schichtregelungen der tarifliche Boden entzogen werden, in dem man nunmehr darauf hinweist, dass in der dritten Schicht die Arbeit in der Nachtschicht nicht auf fünf, sondern auf 6 Werktage verteilt wird." Somit besteht aus Sicht der betrieblichen Arbeitnehmervertreter keine Notwendigkeit, eine arbeitsgerichtliche Klärung durchzuführen, weil die Schichtarbeiter nicht darauf hinweisen sollen, dass sie in einer 6-Tage-Woche arbeiten.

    Hallo!

    In unserem TV ist folgendes beschrieben: Die individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit kann gleich- oder ungleichmäßig auf 5 Werktage (in der Regel Montag bis Freitag) verteilt werden.
    Der BR achtet sehr penibel darauf. Falls jemand mal zusätzlich am Samstag auf Arbeit war, muss er in der Folgewoche nur 4 Tage arbeiten, damit sich im Durchschnitt eine 5-Tage-Woche ergibt. Wir haben auch Dauernachtschichtarbeiter, welche 5 Schichten von Montag 21:30Uhr bis Samstag 6 Uhr arbeiten. Innerhalb der Schicht wird eine Pause von 30min gewährt. Jetzt begann eine Diskussion darüber, dass die Dauernachtschichtler ja in einer 6-Tage-Woche (Mo bis Sa) arbeiten. Sie hätten pro Woche einen zusätzlichen Ausgleichstag bekommen müssen, damit sie eine 5-Tage-Woche haben.

    Von seiten der IG Metall gibt es unterschiedliche Aussagen. Die erste Aussage ist, dass man nicht darauf hinweisen sollte, das sich die wöchentliche Arbeitszeit in der Nachtschicht nicht auf 5, sondern auf 6 Werktage verteilt. Die zweite Aussage ist, dass durch die durchgehende Nachtschichttätigkeit, die sich von Montag Abend bis Samstag Früh erstreckt, insgesamt 6 Werktage betroffen sind.
    Momentan bekommen unsere Nachtschichtler keinen Ausgleichstag und sind jede Woche von Montag bis Samstag auf Arbeit. Sie haben nur den Sonntag zur Erholung. Haben sie einen Ansruch auf eine 5-Tage-Woche?

    Ron

    Zitat von Moritz:

    Zum einen halte ich eine solche Vereinbarung für rechtsunwirksam, da sie den einzelnen Mitarbeiter benachteiligt und über die (gesetzlichen) Kompetenzen eines Betriebsrates hinausgeht.

    Zum anderen würde mich aber natürlich schon interessieren, vor welchem Hintergrung ein BR sich auf so einen Deal einlässt? Geht es dem Unternehmen so schlecht, dass es die 5 Minuten unbezahlte Arbeit braucht um zu überleben?

    In meinem Arbeitsvertrag steht:

    Die wöchentliche Arbeitszeit ohne Pausen beträgt 40 Stunden.

    Dem Betrieb geht es nicht so schlecht, nur wird jedes Jahr versucht die Kosten zu reduzieren. Viele Verünstigungen die frühere Betriebsräte erstritten hatten, werden nun langsam wieder gestrichen.

    Den Produktionsarbeitern wurden bisher 5Minuten der Pausenzeit bezahlt. Von den 8H und 45Min Anwesenheit wurden nur 40Minuten Pausenzeit abgezogen. Nun wird ab 2016 diese BV nicht verlängert, und es werden dann 45Minuten Pausenzeit abgezogen. Da es in unserem Betrieb nicht ungerecht zugehen darf, müssen wir Büroleute auch unseren Beitrag leisten. Aus diesem Grund werden nun bei uns statt 45Minuten dann 50Minuten Pausenzeit abgezogen bei 8H und 45Min Anwesenheit.

    Zitat von Gismo:

    Also, eins vorab: Arbeitszeit die nicht bezahlt wird ist Pause und niemand ist verpflichtet unentgeltlich Arbeit zu leisten. Wo soll da Ende sein?

    Durch die 5 Minuten mehr Pause, ohne dass das Arbeitszeitende auf 15.50 angehoben wird, werdet Ihr eure 40 Stunden nicht vollbekommen. Was ist damit? (Vermutlich 40h laut Vertrag oder?)

    Danke euch beiden für die Antworten!

    Der BR vertritt die Meinung, dass weiterhin 8Stunden pro Tag gearbeitet wird, somit eine 40Stunden-Woche gewährleistet ist, und kein Zeitminus entsteht. Nur werden ab 2016 nicht mehr 8Stunden, sondern nur noch 7H und 55Min bezahlt.

    Welche Punkte sollten in einem Beschwerdeschreiben enthalten sein?

    Ron

    Hallo!

    Wie weit kann ein Betriebsrat gehen, wo sind die Grenzen?

    Unsere Arbeitszeit beginnt um 7Uhr, und endet um 15:45Uhr.Bislang wurden die Pausenzeiten (9-9:15Uhr und 12:30-13Uhr) mit 45Minuten abgezogen.Der Betriebsrat hat nun mit dem Arbeitgeber eine neue Betriebsvereinbarung abgeschlossen, in der ab 2016 eine Pausenzeit von 50Minuten abgezogen werden soll. Der Beginn und das Ende der Arbeitszeit sowie die Pausen bleiben aber gleich. Somit werden 5Minuten der Arbeitszeit als Pause deklariert, und logischer weise auch nicht bezahlt.

    1.Frage

    Darf ein BR auch über die Länge der Pause mitentscheiden? In den Vorschriften steht nur geschrieben, dass er über die Lage und Verteilung mitbestimmen darf.

    2.Frage

    Arbeitszeit ist zu vergüten, so das allgemeine Rechtsempfinden. Kann ein BR mitentscheiden, dass 5Minuten Arbeitszeit als eine nicht vergütungspflichtige Pause deklariert wird?

    Ich wäre über jede Antwort dankbar.

    Ron

    Hallo, ich bin ja noch neu hier, und vertrete folgende Meinung:

    Schichtarbeit, insbesondere Nachtarbeit, ist so mit das Schädlichste was es für einen AN geben kann. Darum sollte alles getan werden, um eine Nachtarbeit zu verhindern. Viele werden denken, wie soll dass in einem Krankenhaus, oder Kernkraftwerk realisiert werden? Ja, es gibt Bereiche, in denen dass nicht möglich ist. Das sind Berufe, die dem öffentlichen Interesse dienen.

    Mir geht es um Produktionsbetriebe, in denen eine Nachtschichttätigkeit ganz leicht vermieden werden kann. Der Betrieb kann in eurem Fall die Produktionsanlagen um 1/3 erweitern, und eine Nachtschicht wäre nicht nötig, weil alles in 2 Schichten erledigt werden kann. Das zusätzliche Personal, welches dann in der Nachtschicht nötig wäre, kann dann auch in Früh- und Spätschichten arbeiten.

    Viele Arbeitgeber sparen sich das Geld für die Erweiterung der Produktionsanlagen und lassen ihre Arbeitnehmer dann auch in der Nacht arbeiten. Ist das legitim, die Gesundheit der AN so aufs Spiel zu setzten, nur wegen der Gewinnoptimerung die Moritz schon angesprochen hat?

    Ich prophezeie dir, dass euer Krankenstand nach der Einführung der 3.Schicht extrem in die Höhe schnellen wird.

    http://www.spiegel.de/karriere…per-schlapp-a-756417.html

    .

    Der gesetzliche Ersatzruhetag kann auch ein ohnehin arbeitsfreier Samstag sein.

    In den Tarifverträgen der IG-Metall ist eine 5-Tage-Woche verankert. Im Durchschnitt düfen AN nich mehr als 5 Tagen je Woche beschäftigt werden. (maximal 260 Tage im Jahr)

    Die individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit kann gleich- oder ungleichmäßig auf 5 Werktage (in der Regel Montag bis Freitag) verteilt werden.

    Durch eine zusätzliche Sonn, oder Feiertagsarbeit wird der AN an 6 Werktagen in der Woche beschäftigt. Denn [...] In einigen Fällen erlaubt das ArbZG die Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen. In diesen Ausnahmefällen wird der Sonn- und Feiertag weitestgehend wie ein normaler Werktag behandelt.[...]

    Somit hat der AN einen Anspruch auf einen zusätzlichen arbeitsfreien Werktag, welcher in einem bestimmten Ausgleichszeitraum zu gewähren ist. Bei uns bleibt der AN dann einfach in der nächsten Woche einen Tag da heim.

    Ein Tag hat 24 Stunden. Arbeitszeit und Ruhezeit ergeben 24Stunden. Entweder man gibt die Arbeitszeit vor, sodass sich die Ruhezeit errechnet, oder man gibt die Ruhezeit vor, und die Arbeitszeit errechnet sich.

    Bei der europäischen Richtlinie wird die Ruhezeit vorgegeben:

    Die Arbeitszeitrichtlinie setzt keine Tageshöchstarbeitszeit fest, eine solche ergibt sich aber mittelbar aus den Vorschriften über die Ruhezeiten. Die tägliche Ruhezeit hat pro 24-Stunden-Zeitraum mindestens 11 Stunden zu betragen; daher beträgt die höchstzulässige tägliche Arbeitszeit 13 Stunden.

    Europäisches Arbeits- und Sozialrecht von Walter Schrammel, Gottfried Winkler

    Im deutschen Arbeitszeitgesetz wird die Arbeitszeit vorgegeben:

    §3 Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten

    Die tägliche Arbeitszeit darf pro 24-Stunden-Zeitraum 8 Stunden nicht überschreiten, daher beträgt die tägliche Ruhezeit 16 Stunden.

    Ein interessanter Artikel aus dem Jahr 1921, der zeigen soll, dass wir in Deutschland schon mal eine 16-stündige Ruhezeit hatten.

    Deutsche Goldschmiedezeitung Band 24 Seite 177

    Zwar begründet das Erfurter Programm die geforderte Kürzung der Arbeitszeit damit, daß der Arbeiter die Ruhezeit von 16 Stunden zur Erholung und zur Pflege seiner Familie nötig hat, aber eine gesetzliche Bestimmung in der Verordnung über den Achtstundenarbeitstages fehlt, daß der Arbeiter diese Zeit nicht zu bezahlter Nebenarbeit verwenden darf.

    Das LASI macht es sich ganz einfach, 10 Stunden Arbeitszeit und 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit ergibt 21 Stunden. Also dauert ein Tag beim LASI nur 21, und nicht 24 Stunden.