Beiträge von Spanferkel

    Hallo mountain_mel,

    vielleicht habe ich mich nicht optimal ausgedrückt...

    Nur aufgrund der Zulage seid ihr noch nicht automatisch im Boot.

    Zulagen kann der AG nach Lust, Laune, Sympathie oder was auch immer zahlen, es sei denn ein Tarifvertrag oder mitbestimmte verbindliche Entlohnungsgründsätze regeln solche Sachen eindeutig.

    Ich kenne eure Verhältnisse nicht und habe widergegeben, wie so ein Fall in unserem Betrieb laufen würde.

    Ganz wichtig ist, was im konkreten Arbeitsvertrag steht, z.B. Tarifanwendung, genaue Bezeichnung der Tätigkeit, evtl. Zusatzvereinbarungen usw.

    Gruß

    Thomas

    Guten Morgen,

    das kommt auch darauf an, ob die Stellvertreter-Tätigkeit für die Vergütung von Bedeutung ist.

    Wenn der/die Stv. das nur so nebenbei mit macht und jetzt dann halt nicht mehr, würde ich sagen, es ist noch keine mitbestimmungspflichtige Versetzung oder Vertragsänderung.

    Steht die Stv. aber im Vertrag und wirkt sich positiv auf das Gehalt aus, sprich die Person würde nachher weniger verdienen, sehe ich den BR schon mit im Boot.

    Bei uns (TVöD) ist das so, dass eine (auch höherwertige) Tätigkeit erst ab einem Anteil von mehr als 50% eingruppierungsrelevant ist, darunter kann der AG im Rahmen des Direktionsrechts durchaus Vertreter bestimmen und absetzen, ohne dass der BR mitbestimmen müsste.

    Gruß

    Thomas

    Servus hampes,


    meines Erachtens hat der AG kein Einsichtsrecht.

    Belegen kann ich das nicht, aber analog zum Vorgehen bei z.B. Strafanzeigen bei der Polizei erfährt man als Beschuldigter auch erst nach Akteneinsicht durch den RA bzw. spätestens in einer evtl. Gerichtsverhandlung, wer genau was genau behauptet hat.


    Wenn mein AG schriftlich oder per Mail/Telefon mit dem Arbeitgeberverband Informationen austauscht, wird uns der Wortlaut bzw. der Schriftverkehr ebenso vorenthalten. Also würde ich es drauf ankommen lassen, und der GF keine Einsicht gewähren.

    Die Antwort entspringt nur meinem persönlichen Rechtsempfinden und Erfahrung...

    Gruß

    Thomas

    Hallo Vitala,

    liegt für die Befristung ein schlicher Grund vor?

    Erfahrungsgemäß lassen AG gerne mal ohne Sachgrund befristete Verträge auslaufen und stellen wieder befristet neue MA ein, weil sie sich nicht der "Gefahr" aussetzen wollen, befristete MA bei erneuter Verlängerung unbefristet einstellen zu müssen.

    Dass das Ganze aufgrund von immer wieder nötiger Einarbeitung Kosten verursacht, scheint oft egal zu sein.

    Gruß

    Thomas

    Hallo,


    der wichtigste Punkt, wo man da einen Hebel ansetzen kann, ist imho, die Tatsache, dass hier (erfahrungsgemäß ) sicherlich auch viel während der Freizeit "kommuniziert" wird, also Arbeitszeit und Freizeit nicht mehr klar zu trennen sind.

    Diese Unsitte (auch nur meine persönliche Ansicht), offizielle WhatsApp-Gruppen zu erstellen beobachte ich auch vermehrt in meinem Bekanntenkreis.

    Das geht schon mal soweit, dass AG z.B. in Richtlinien zu Krankmeldungen sinngemäß diktieren, dass AU am Vorabend per WhatsApp bzw. SMS den Kollegen mitzuteilen ist, damit für Vertretung gesorgt werden kann. Wohl dem, der Hellseher ist...

    Ich würde dazu raten, dass, wenn schon solche Gruppen existieren, ausschließlich arbeitsbezogen während der AZ kommuniziert wird; idealerweise auch noch moderiert, damit die Sachlichkeit gewährleistet bleibt.

    Wenn dann mehrere Personen ihre WhatsApp-Gruppen für Lästereien und sonstigen Klatsch nutzen wollen, sollen sie das ruhig tun, aber bitte privat und in der Freizeit.

    Meine Meinung dazu.

    Schönes Wochenende!

    Thomas

    Zitat von iwan:

    Ich habe keine Ahnung vo der Pflege. Aber wenn Ihr einen objektiv feststellbaren Mangel an Personal habt, könnt Ihr doch mal darüber nachdenken, dies entsprechend bei Behörden und/oder Kontrollinstanzen (sofern es so etwas gibt) zu melden, wenn alles andere nicht fruchtet.

    Hallo iwan,

    wenn es so einfach wäre...

    Die Kostenträger (so heißen sie bei uns; namentlich der Bezirk Oberfranken und die BA) sehen sich leider oft genug nicht veranslasst, den AG die tatsächlichen Personalkosten komplett zu finanzieren.

    Man argumetiert gerne, dass auf Grundlage des Personalschlüssels und des Tarifs ein durchschnittlicher Kostensatz gedeckt wird.

    Hierbei bleibt mein AG dummerweise auf Personalkosten sitzen, die durch lange Betriebszugehörigkeiten (scherzhaft) sogenannter BAT-Altlasten mit Besitzstandswahrung oder den höchsten Erfahrungsstufen entstehen.

    Zu gut deutsch: wenn der AG nur junge Leute ohne Berufserfahrung angestellt hätte, würde das Geld reichen.

    Zusätzlich benötigtes Personal, das der Betreuungsschlüssel nicht vorsieht, bekommt der AG generell nicht refinanziert, zumindest nicht bei uns in den "Loser-Bezirken" Bayerns...


    Durch diverse Teilzeit-Kollegen sieht es bei uns so aus, dass wir zwar nach Köpfen schon zu viele Leute haben, nach Stunden allerdings zu wenige, also defizitär arbeiten.

    Wenn also mein GF sagt, vorrechnet und belegt, wir können uns keine weiteren Leute als Springer o.ä. leisten, glaube ich ihm das auch. Leider.

    Und ebenso leider herrscht ständig Personalmangel, nicht nur wegen BR-Sitzungen.

    Sorry für Off-Topic...

    Gruß

    Thomas

    Hallo sosery,

    bin zwar nicht in der Pflege beheimatet, aber in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

    Der Personalmangel ist uns ebenso vertraut wie euch. Leider...

    "BRM können betriebsbedingt nicht an Sitzungen teilnehmen,weil ihr Ausfall im Dienst nicht von dem übrigen Personal kompensiert werden kann."


    Kommt bei uns (5er Gremium) auch öfter vor, obwohl sowas de jure eigentlich nicht vorgesehen ist.

    Als BRV muss ich manchmal mahnende Worte sprechen, denn zur Durchführung von BR-Aufgaben sind BRM von ihrer Arbeitsleistung zu befreien (§37 Abs. 2 BetrVG), d.h. BR-Arbeit geht vor, für Vertretung hat der AG zu sorgen, nicht der BR.

    "Jetzt sollen BRM auf andere Bereiche versetzt werden"


    Bei Versetzungen muss der BR zustimmen, sofern sie das reine Direktionsrecht des AG übersteigen (z.B. dauerhaft andere Tätigkeit); in jedem Fall nach §99 BetrVG (personelle Einzelmaßnahme), sollte Verlust des Amtes oder der Wählbarkeit vorliegen auch nach §103 BetrVG.

    Wenn euer AG vor den Kollegen quasi Stimmung gegen den BR macht, könnte man durchaus von Behinderung der BR-Arbeit reden...

    "Welche Erfahrungen haben andere BR im Bereich Pflege? WIe wird ihr Arbeitsausfall aufgefangen?"

    Wir machen Sitzungen grundsätzlich während der AZ, und auch unsere Kollegen müssen unsere Arbeit mit erledigen, was allerdings auf deren Verständnis stößt.

    Euch kann ich eigentlich nur raten, wegen des Verdachts der Behinderung mal mit eurer zuständigen Gewerkschaft zu reden, zumindest aber den AG darauf hinzuweisen, dass er dieses Verhalten zu unterlassen hat.

    Wenn er das nicht verstehen will, gibt es noch die Möglichkeit, euren Unterlassungsanspruch gerichtlich durchzusetzen.

    Dafür macht ihr einen ordentlichen BR-Beschluss, dass ihr einen Anwalt engagiert, der das ArbG-Verfahren einleiten soll und euch alle weiteren Schritte erklären kann (Kosten trägt der AG).

    Man könnte auch darüber nachdenken, um des Friedens willen die Sitzungen außerhalb der regulären AZ zu veranstalten. Da aber da Pflege sehr nach Schichtarbeit riecht, wird das wohl für manche BRM ohnehin schon der Fall sein, und Überstunden müssen auch wieder vergütet oder abgefeiert werden, was wiederum dem Personalproblem wenig Abhilfe schafft...


    Es ist generell schwierig im sozialen Bereich, die Probleme scheinen sich doch überall sehr ähnlich zu sein.

    Gruß

    Thomas