Beiträge von Little

    Hallo!


    Unser AG lässt zum 30.6. einige Befristungen auslaufen. Nun sind wir über das Urteil des BAG Aktenzeichen 7 AZR 795/06 vom 10.10.2007 gestolpert.


    Im Arbeitsvertrag ist kein Sachgrund explizit beschrieben, jedoch schließt die Befristung direkt an die Ausbildung an. Liegt dann dennoch eine Sachgrundbefristung vor, auch wenn sie im AV nicht eindeutig genannt wurde?

    Sind dann zwei Befristungen jeweils 1 Jahr überhaupt zulässig?


    Hier ein Beispiel eines MA:


    Ausbildung bis zum 10.7.2011

    1. Befristung 11.7.2011 bis 30.6.2012 ohne Sachgrund (?)

    2. Befristung 1.7.2012 bis 30.6.2013 ohne Sachgrund


    Danke!

    gruß

    Marco

    Hallo!

    Unsere JAV ist derzeit mit 2 Azubinen und einem Azubi besetzt.
    Die Herren sind in unserem Unternehmen in der Minderheit, als 1 Sitz sicher.
    Eine der Azubinen möchte ihr Mandat vorzeitig zurückgeben, da sie studieren gehen möchte.

    Wer rückt nun nach? Der nächste mit den meisten Stimmen, unabhängig ob Weiblein oder Männlein? Oder muss es an der Stelle wieder eine weibliche Kandidatin sein?

    Danke!

    Gruß
    Marco

    Hallo!

    Ein Schwerbehinderter soll von Fil. A nach Fil. B versetzt werden.
    In Fil. B könnte er bereits genehmigten und gebuchten Urlaub nicht nehmen, lt. Aussage des "neuen" Chefs "Den Urlaub gibt es bei mir nicht".
    Eine bereits zugesagte Kur soll ebenfalls früher beendet werden, ansonsten meint der AG der Kur wiedersprechen zu können (Rententräger sagt, geht nicht.

    Sinn macht die Versetzung nicht, denn er geht Ende November in Rente.

    Für mich sieht das Ganze ein wenig nach Mobbing aus.

    Wie verhält es sich mit Versetzungen, was kann man tun?

    grüße
    Marco

    Hallo!

    Wir fusionieren (2 Banken), die übernehmende hat eine JAV die abgebende keine.

    Muss Neu gewählt werden? Gibt es die gleichen Fristen wie für den BR?

    gruß

    Hallöle!

    Upps...Disskusion entbrannt...also, ich werde mich mal tiefgründig schlau machen und dann teile ich Euch das Ergebnis mit.

    Zum Thema Vorbehalt: Also es gibt einen und zwar, in den Verträgen werden die Sonderkondi nur solange gewährt, wie ein Angestelltenverhältnis mit meinem AG besteht. Würde das dann die betr. Übung über den Haufen werfen?

    greetz

    Hallo!

    Ich bin seit 7 Jahren MA einer VR Bank und als solcher komm ich in den Genuss von div. Vergünstigungen, z.B. etwas mehr Prozente aufs Sparbuch, günstigere Konditionen bei Krediten, sowas eben.

    Bis dato gab es keine Pflicht einen sog. Genossenschaftsanteil zu kaufen (wer es nicht weiss, ist quasi ein Anteil an der Bank, aber nicht mit ner Aktie zu vergleich), sondern nur den Wunsch. Jetzt soll es plötzlich eine Verpflichtung geben so ein Ding zu kaufen, um damit weiterhin in den Genuss der Vergünstigung zu kommen. Darf der AG das so einfach einseitig entscheiden?

    Mir gehts dabei nicht um 25 Euro die man dafür min. anlegen müsste (man bekommt ja da Dividende drauf), sondern ums Prinzip.

    greetz

    P.S.: jaaa, das in der Überschrift soll Angestelltenverhältnis heissen... :D

    Zitat von Siegbert :


    @ Little. Die Frage des "ob" einer Zulage ist mitbestimmungsfrei. Die Verteilung hingegen, also das "wie" ist mitbestimmungspflichtig. Dieser Grundsatz gilt im Übrigen bei allen freiwilligen Leistungen des AG.

    Kannst Du das mal näher erläutern?

    Beispiel ich: Ich kämpfte 3 Jahre um eine Gehaltserhöhung, der AG hat sich dann irgendwann dazu durchgerungen. Einschränkung, der Sprung in die nächste TG wäre zu hoch, also AT-Zulage.

    Nun die Frage, wo ist Dein "wie"? Und wo der BR involviert?

    Moment, wo hat der BR ein MBR bezügl. einer AT-Zulage???

    Meines Wissens nach gar nicht...

    Würde der MA umgruppiert werden, dann ja...aber bei einer AT-Zulage sehe ich den BR aussen vor...

    Korrigiert mich, wenn ich falsch bin...

    Ein Datenschutzbeauftragter kann bzw. darf nicht auf alle Fragen antworten, auch nicht über den Weg der Geschäftsleitung.

    In der Art seiner Tätigkeit stellt er, meines Wissens nach einen Sonderfall dar und ist im Zweifelsfall dem Landesdatenschutzbeauftragten "hörig" (oder wie auch immer man das nennt).

    Ich persönlich bin von den internen Datenschutzbeauftragten nicht so begeistert, da wie auch immer, recht schnell ein Interessenkonflikt entstehen kann...

    So, nochmal ich, ebenfalls aus derselben Quelle das hier:

    6.5.4 Tipps für rechtskonforme Mailfilterung
    Allein das Vorliegen der Tatbestandsmerkmale sagt juristisch allerdings noch nichts darüber aus, ob letztlich auch eine Strafbarkeit vorliegt.
    So schließt das Einverständnis des Empfängers in die Filtermaßnahmen bereits die Tatbestandsmäßigkeit der §§ 206 und 303a StGB und damit auch die Strafbarkeit aus. Äußert der Empfänger seine Zustimmung zum Löschen der Mails, so wird das Vertrauen der Allgemeinheit in die Wahrung des Post-und Fernmeldegeheimnisses nicht mehr berührt. Dieses Einverständnis muss allerdings ausdrücklich und insbesondere vor Beginn der Filterung von allen Betroffenen erteilt werden.
    Eine mutmaßliche Einwilligung der Empfänger ist zumindest bei Spam nicht anzunehmen. Grundsätzlich darf und muss jeder Kunde damit rechnen, dass die an ihn adressierten Sendungen ohne eigenmächtige Handlungen des Vermittlers an ihn zugestellt werden und eine von ihm versandte E-Mail auch den Adressaten erreicht. Dies gilt insbesondere auch aufgrund der Tatsache, dass die Beurteilung einer E-Mail als „Spam” aus der Perspektive des Empfängers eine subjektive Angelegenheit ist. Was für den einen unerwünschter Werbe-Müll ist, ist für den anderen eine wertvolle Information. Es ist bei persönlich adressierten E-Mails nicht Sache des Providers oder Arbeitgebers, zu beurteilen, wann was der Fall ist. In der Regel wird der auch gar nicht beurteilen können, ob zum Beispiel ein Newsletter dem Empfänger gewollt oder ungefragt zugeht.
    Daher bleibt den Anbietern in juristischer Hinsicht nur der Weg, im Vorfeld von den Nutzern die ausdrückliche Zustimmung zur Spamfilterung sowohl beim Empfang als auch bei der Versendung einzuholen. Bei Providern empfiehlt sich dies durch Aufnahme entsprechender Klauseln in ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen jeder Kunde bei Vertragsbeginn zustimmen muss. Alternativ dazu bietet sich ein durch den User konfigurierbares Menü zur Spamfilterung an, das der Nutzer selbst aktivieren muss.
    Das Gleiche gilt im Prinzip für Unternehmen und Behörden. Juristisch unbedenklich ist eine Filterung im betrieblichen Bereich nur, wenn zuvor eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen wurde, die die Löschung von E-Mails ausdrücklich vorsieht. Derartige Regelungen empfehlen sich ohnehin für jedes Unternehmen, um eine klare und für alle Seiten transparente Nutzung der elektronischen Medien am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Zu beachten ist allerdings, dass die Zustimmung des Betriebsrats gemäß § 87 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) zu der Einrichtung der Filter erforderlich ist, da sie potentiell zur Überwachung der Mitarbeiter geeignet sind. Alternativ zu einer Betriebsvereinbarung kann von jedem Mitarbeiter individuell die Zustimmung eingeholt oder diesem die volle Konfiguration des Filters übertragen werden. Behörden sollten entsprechende klare Dienstanweisungen zur Nutzung von E-Mail und Internet vorgeben.
    Ebenfalls unbedenklich sowohl im betrieblichen Einsatz als auch bei Providern ist die Quarantänelösung, bei der als Spam erkannte E-Mails nicht gelöscht, sondern in separate Eingangsordner verschoben werden. In diesem Falle ist auch keine Einwilligung des Empfängers erforderlich.

    Hier mal ein Beispiel der Rechtsproblematik ausserhalb des Arbeitsrechts:

    Der Einsatz von Mailfiltern zum Aussortieren von Spam-und Viren-Mails ist inzwischen bei Privatpersonen ebenso wie bei Unternehmen, Behörden und Providern üblich. Viele Empfänger wären ohne derartige Sortiermechanismen kaum noch in der Lage, in der Mail-Flut im eigenen Posteingang relevante Dokumente zu erkennen. Die automatisierte Filterung von E-Mails bei Providern und im Betrieb ohne Kenntnis und Zustimmung der Empfänger kann jedoch rechtliche Probleme aufwerfen. Unter Umständen machen sich Mitarbeiter und Verantwortliche durch das Löschen von E-Mails sogar strafbar.
    Diese Ansicht hat jüngst das OLG Karlsruhe bestätigt, das in einer Entscheidung das gezielte Filtern von E-Mail grundsätzlich als strafrechtlich relevant angesehen hat.28 Ausgangslage der Entscheidung war die vorsätzliche Filterung von E-Mails sowohl von einem als auch an einen ehemaligen Mitarbeiter einer Universität.

    6.5.1 Strafbarkeit nach § 206 StGB
    Die juristische Diskussion über die Beurteilung von Mailfilterung steht noch weitgehend am Anfang. 29 Urteile zu diesem Bereich gibt es mit Ausnahme der genannten Entscheidung des OLG Karlsruhe nicht.
    Weitgehende Einigkeit besteht jedoch darüber, dass E-Mails, ebenso wie Telefonate oder Faxe, dem Fernmeldegeheimnis unterliegen. Dieses erstreckt sich sowohl auf den Inhalt der Telekommunikation als auch auf ihre näheren Umstände und die daran Beteiligten. Demzufolge umfasst es jede Art der individuellen Nachrichtenübermittlung und damit auch die Kommunikation per E-Mail. Das Fernmeldegeheimnis schützt unter anderem § 206 des Strafgesetzbuches (StGB). Danach ist es Inhabern und Beschäftigten von Unternehmen, die geschäftsmäßig Telekommunikationsdienste erbringen, verboten, ihnen zur Übermittlung anvertraute Sendungen unbefugt zu unterdrücken. Bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe drohen bei einer Verletzung dieser Vorschrift.
    Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses, § 206 StGB
    (1) Wer unbefugt einer anderen Person eine Mitteilung über Tatsachen macht, die dem Post-oder Fernmeldegeheimnis unterliegen und die ihm als Inhaber oder Beschäftigtem eines Unternehmens bekannt geworden sind, das geschäftsmäßig Postoder Telekommunikationsdienste erbringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Ebenso wird bestraft, wer als Inhaber oder Beschäftigter eines in Absatz 1 bezeichneten Unternehmens unbefugt
    28 OLG Karlsruhe, Az 1 Ws 152/04; Beschluss vom 10. Januar 2005, vgl. dazu http://www.heise.de/newsticker/meldung/55201
    29 Vgl. dazu Heidrich/Tschoepe, Rechtsprobleme der E-Mail-Filterung, MMR 2004, S. 75; Hoeren, Virenscanning und Spamfilter, Rechtliche Möglichkeiten im Kampf gegen Viren, Spams & Co, NJW 2004, S. 3513; Spindler/Ernst, Vertragsgestaltung für den Einsatz von E-Mail-Filtern, CR 2004, 437

    6 Rechtliche Aspekte von Spam
    1. eine Sendung, die einem solchen Unternehmen zur Übermittlung anvertraut worden und verschlossen ist, öffnet oder sich von ihrem Inhalt ohne Öffnung des Verschlusses unter Anwendung technischer Mittel Kenntnis verschafft,
    2. eine einem solchen Unternehmen zur Übermittlung anvertraute Sendung unterdrückt oder
    3. eine der in Absatz 1 oder in Nummer 1 oder 2 bezeichneten Handlungen gestattet oder fördert.
    (3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Personen, die
    1. Aufgaben der Aufsicht über ein in Absatz 1 bezeichnetes Unternehmen wahrnehmen,
    2. von einem solchen Unternehmen oder mit dessen Ermächtigung mit dem Erbringen von Post-oder Telekommunikationsdiensten betraut sind oder
    3. mit der Herstellung einer dem Betrieb eines solchen Unternehmens dienenden Anlage oder mit Arbeiten daran betraut sind.
    Voraussetzung für die Anwendung der Vorschrift ist zunächst das Erbringen eines „geschäftsmäßigen Telekommunikationsdienstes”. Darunter versteht das Telekommunikationsgesetz (TKG) ein „nachhaltiges Angebot von Telekommunikation einschließlich des Angebots von Übertragungswegen für Dritte mit oder ohne Gewinnerzielungsabsicht”. Folglich ist weder eine Entgeltlichkeit noch ein gewerbliches Handeln erforderlich. Zum Kreis der Verpflichteten gehören daher neben Access-auch Internet-Service-Provider, die Maildienste anbieten. Diese Voraussetzung wird aber auch von Unternehmen und Behörden erfüllt, die ihren Mitarbeitern einen Online-Zugang bereitstellen und die private Nutzung des Internet gestatten oder dies zumindest tolerieren. „Dritter” im Sinne des § 206 StGB ist in diesen Fällen der Mitarbeiter. Nach der Entscheidung des OLG Karlsruhe fallen auch Hochschulen unter diese Vorschrift. Diese genehmigten nicht nur den Mitarbeitern und Studenten die zumindest auch private Nutzung der Mailaccounts, sondern handelten durch zunehmend engere Kontakte zwischen den Bildungseinrichtungen und Unternehmen zunehmend auch im wirtschaftlichen Bereich.
    Keine Dienste für Dritte erbringen dagegen solche Unternehmen und Betriebe, die eine private Nutzung verboten haben. Diese unterfallen folglich auch nicht dem Anwendungsbereich des § 206 StGB. Möglich ist jedoch auch in diesen Fällen eine Strafbarkeit nach § 303a StGB, wie nachstehend dargelegt.
    Weiterhin muss die E-Mail dem übermittelnden Server „zur Übermittlung anvertraut” sein. Nach Ansicht des OLG Karlsruhe ist dies zumindest dann eindeutig der Fall, wenn die Anfrage zur Übermittlung von Daten den Mailserver des Unternehmens erreicht hat und der versendende Rechner die Daten dem empfangenden Server übermittelt hat. In dem zu beurteilenden Sachverhalt wurden die E-Mails ordnungsgemäß vom Mailserver der Fakultät „angenommen und quittiert” und erst dann fakultätsintern ausgefiltert.
    Die Sichtweise des OLG entspricht der technischen Betrachtung der Problematik. Danach liegt ein Wechsel der Verantwortung für den Mail-Transport vor, sobald der empfangende Server dem Absender-Client den Erhalt der E-Mail bestätigt, damit also im Rahmen des Simple Mail Transfer Protocol am Ende der so genannten DATA-Phase nach Übertragung der Kopfzeilen (header) und des eigentlichen Inhalts der E-Mail (body). 30 Es scheint folgerichtig, sich in der juristischen Beurteilung dieser Frage der technischen Sichtweise anzuschließen.
    Die folgerichtige Beschränkung des Tatbestandsmerkmals „zur Übertragung anvertraut” des § 206 Abs. 2 Nr. 2 StGB auf den Zeitpunkt nach der vollständigen Übertragung der Nachricht, technisch also nach Ende der DATA-Phase, hat zur Folge, dass eine ganze Reihe praxisrelevanter Filtermaßnahmen, die schon vor diesem Zeitpunkt ansetzen, strafrechtlich nicht relevant sind. Gerade im Bereich der Filterung von E-Mail-Werbung ist eine Blockierung von Nachrichten bereits vor Übertragung der Inhalte üblich, da dadurch ein erheblicher Aufwand auf Empfängerseite vermieden werden kann. So basiert beispielsweise die Filterung auf Basis so genannter Blacklists darauf, dass eingehende E-Mails bereits anhand der IP-Adresse oder der Mailadresse des Absenders abgelehnt werden, ohne dass es zu einer Übertragung von header oder body der Nachricht kommt.
    Die Tatsache, dass eine derartige Filterung nicht unter den Straftatbestand des § 206 StGB fällt, stellt allerdings keinen „Freibrief” zum Blockieren von E-Mails ohne Zustimmung der Empfänger dar. Zumindest bei Providern kann sich allerdings eine Verpflichtung der Zustellung auch derartiger E-Mails aus dem Vertragsverhältnis zu dem betroffenen Kunden ergeben.31 Eine ähnliche Verpflichtung wird auch bei Mitarbeitern anzunehmen sein, denen die Privatnutzung von E-Mail am Arbeitsplatz erlaubt ist. Ein „Unterdrücken” der E-Mails ist schließlich dann anzunehmen, wenn Eingriffe in den technischen Vorgang des Aussendens, Übermittelns oder Empfangens von Nachrichten mittels Telekommunikationsanlagen verhindern, dass die Nachricht ihr Ziel vollständigund ohne Änderungen erreicht. Dieses Tatbestandsmerkmal wird sowohl durch das Blockieren der E-Mails als auch durch ihre Filterung verwirklicht. Im ersten Fall wird bereits das Empfangen der Nachricht unterbunden, während im zweiten Fall die Weiterleitung, also das Übermitteln, der eingehenden E-Mail vom empfangenden Mailserver an den einzelnen Anwender nicht stattfindet. In jeder Alternative ist daher ein Unterdrücken der E-Mail anzunehmen.
    Da diese Maßnahmen auch vorsätzlich, also mit Wissen und Wollen der jeweils Befugten geschehen, ist der Tatbestand des § 206 StGB durch die Filterung von E-Mail unter den genannten Voraussetzungen regelmäßig erfüllt. Darüber hinaus sind ungeachtet der strafrechtlichen Bewertung Provider und solche Unternehmen und Behörden, die eine Privatnutzung von E-Mail erlauben, auch auf zivilrechtlicher Basis zu einer Weiterleitung der eingehenden Nachrichten an den Nutzer verpflichtet.

    6.5.2 Strafbarkeit nach § 303a StGB
    Neben einer Strafbarkeit nach § 206 Abs. 2 Nr. 2 StGB kommt durch die Filterung von Spam-und Viren-Mails ohne vorherige Einwilligung auch eine Verletzung des § 303a StGB in Betracht. Der Tatbestand setzt voraus, dass rechtswidrig Daten gelöscht oder unterdrückt werden. Anders als der zuvor behandelte § 206 StGB schützt § 303a StGB das Interesse des Verfügungsberechtigten an der unversehrten Verwendbarkeit der gespeicherten Daten. Eine Einschränkung auf Unternehmen, die geschäftsmäßig Postoder Telekommunikationsdienste erbringen, gibt es nicht. Daher ist § 303a StGB uneingeschränkt auf alle Provider, Unternehmen und Behörden anwendbar.
    Datenveränderung, § 303a StGB
    (1) Wer rechtswidrig Daten (§ 202a Abs. 2) löscht, unterdrückt, unbrauchbar macht oder verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Der Versuch ist strafbar.
    Unter Daten versteht man Inhalte, die „elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden”, also auch E-Mails. Die Daten brauchen mangels einer entsprechenden Eingrenzung in der Vorschrift nicht fremd zu sein. Dennoch ist der Tatbestand auf solche Daten beschränkt, an denen und an deren Unversehrtheit ein Dritter ein unmittelbares Interesse besitzt oder besitzen könnte. Ein potentielles Interesse des Empfängers auch bei Spam-Mails ist grundsätzlich angesichts der auch subjektiven Bewertung von Werbemails nicht auszuschließen. Grundsätzlich müssen die Provider und Arbeitgeber bei allen E-Mails zunächst davon
    ausgehen, dass ihre Kunden oder Arbeitnehmer jede an sie adressierte E-Mail auch erhalten oder es sich selbst vorbehalten wollen, die Nachricht als Spam zu löschen. Eine Ausnahme ist hier allenfalls bei den noch zu behandelnden Fällen von Viren-infizierten E-Mails anzunehmen.
    Werden E-Mails also vorsätzlich gelöscht oder entsprechend der oberen Darstellung unterdrückt, so ist regelmäßig auch der Straftatbestand des § 303a StGB bereits erfüllt. Die ungenehmigte Filterung von E-Mails wird also auch durch diese Vorschrift erfasst.

    6.5.3 Filterung ausgehender Mail
    Auch das egress filtering, also das Filtern der ausgehenden Mail, verstößt unter den oben genannten Voraussetzungen gegen die § 206 und § 303a StBG. Das hat inzwischen auch das OLG Karlsruhe in der oben genannten Entscheidung bestätigt, die ausdrücklich auch die Filterung ausgehender E-Mails grundsätzlich als strafrechtlich relevant ansieht.
    Unzweifelhaft ist eine ausgesandte E-Mail dem jeweiligen Provider anvertraut. Ihre Löschung ohne Kenntnis und Zustimmung des Versenders erfüllt damit den Tatbestand der Verletzung des Fernmeldegeheimnisses nach § 206 Abs. 2 StGB bei Providern und solchen Unternehmen oder Behörden, die eine Privatnutzung elektronischer Nachrichten am Arbeitsplatz erlauben. Ohne diese Einschränkung verstößt das selbstbestimmte egress filtering auch gegen § 303a StGB, da in rechtswidriger Weise fremde Daten gelöscht werden.

    Auszug aus einer Information des BSI, Stand März 2005, aber noch gültig

    Hallo Koko,

    das BAG interessiert mich als ehem. Admin an der Stelle nur bedingt, da es bei einer evenutellen Kappung eines Internetzugangs für MA, bei der Unterdrückung von Mails mittels Spamfilter etc. für mich u.U. um eine strafrechtl. Relevanz geht und eben nicht um eine arbeitsrechtliche.

    Insofern sollte ausserhalb des ganzen arbeitsrechtlichen Krams mal festgelegt werden, ist ein Betrieb bei Duldung bzw. Gestattung in der Position eines Providers oder nicht.
    An der Stelle zieht m.E. höheres Recht, als nur allein das Arbeitsrecht. Teledingensgesetz, BDSG, StGB etc.

    Insofern bin ich auch für ein klares Nein für priv. Surfen am Arbeitsplatz, geregelt durch eine BV. Wobei dem AG aber eingeräumt werden sollte, dass er das kontrollieren darf (ich hab auch schon gehört, dass er das kontrollieren muss, da sonst ggf. wieder betrbl. Übung enstehen würde), natürlich muss das im Rahmen der Verhältnissmässigkeit bleiben..

    greetz
    Little

    Hallo Koko,

    also wenn Dein AG Dir den Zugang einfach kappen würde, macht er sich ggf. strafbar. Der AG hat sich durch die Duldung in den Bereich eines Anbieters manövriert...Insofern einfach kappen oder verbieten oder einschränken is nich...

    Insfoern, sollte eine BV gemacht werden und schon hat sich der Fall, denn dann kann der AG es einschränken...wobei auch nicht gänzlich.

    Ich als ehem. IT-ler und danach als BR hab mich länger mit dem Thema beschäftigt. Selbst der IT-ler, welcher auf irgendwas im Bereich Kommunikation einflusst nimmt, macht sich ggf. strafbar und zwar nicht aus rein arbeitsrechtlicher Sicht...

    Es ist verdammt schade, dass sich noch kein Gericht definitiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat...

    greetz

    Hängt Euch nicht so an dem Namen Vertriebsmanagement (hat nichts mit Vertriebsmanagement im Sinne von Organisationsstruktur etc. zu tun) auf, letztlich ist das Ding ein Stück Software mit der Möglichkeit der Leistungskontrolle. D.h. es kann ausgwertet werden, wer, wann an wen wieviel verkauft hat.

    Und hier wollen wir die AN davor schützen, dass diese Daten, die dort entstehen gegen den AN verwendet werden können, sondern das Ziel soll sein, den Mitarbeiter zu fördern, in enger Abstimmung mit unsere Abteilung Personalentwicklung und uns.