Was bedeutet "freigestellt"

  • Hallo zusammen,

    bin es nochmal.

    folgende Situation: MA im Aussendienst hat gekündigt, ist einseitig freigestellt.

    Er klappert trotzdem Kunden ab, erklärt diesen, dass er woanders anfängt (vermutlich mit Angabe des neuen AG).

    Frage: darf der MA während der Freistellung seiner Tätigkeit nachgehen? Wir haben nur Aussagen gefunden, dass er nicht MUSS. Einem Tätigkeitsverbot entspricht die Freistellung wohl nicht, oder?

    Kann nun ggf. durch den AG eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden wg. Widersetzung gegen eine Anweisung? Sowas könnten noch kommen.

    Danke und Gruß

  • Ja, er wird noch bezahlt. Er ist freigestellt bei vollem Gehalt. Das Diensthandy ist eingezogen, über den Firmenwagen kann er noch verfügen.

    Wir gehen davon aus, dass es nicht nur eine Abschiedstour ist sondern auch neue Kontaktdaten verteilt werden.

  • Nun, dass er bei einer Freistellung auch das volle Gehalt bekommt, müsste ja logisch sein.

    Die Frage war aber: Wird die Zeit dem AG als AZ gemeldet oder ist er offiziell in Freizeit unterwegs?

    Im letzteren Fall ist es doch sein Privatvergnügen, wenn er die Kunden anfährt. Was er denen erzählt dürfte auch irrelevant sein.

    Warum lässt der AG den MA noch über Firmenwagen verfügen? Dies ist doch unlogisch, insbesondere, wenn das Diensthandy schon eingezogen wurde.

    M.E. wird man den MA - wenn nicht irgendwelche Klauseln im AV sind (Wettbewerbsverbot u.Ä.) - nicht daran hindern können.

    Was würde der AG machen, wenn nach dem Ausscheiden der MA die Tour machen würde? Da kann er ihm nicht mehr mit Kündigung sanktionieren.

  • Hallo,

    der/die AN ist in dieser Freistellungsphase gar nicht für den AG aktiv, sondern privat bzw. auf eigene Rechnung, bzw. auf Rechnung des zukünftigen AG.

    Hier stellt sich deswegen eine ganz andere Frage, nämlich die der Konkurrenztätigkeit: Wenn und insofern der begründete Verdacht besteht, dass der/die AN noch während des rechtlichen Bestehens des derzeitigen Arbeitsverhältnisses KundInnen abwirbt, ist m.E. die außerordentliche Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses möglich, zudem kann der bisherige AG Schadensersatz verlangen.

    Grüsse Winfried

  • Zitat von heelium:

    Warum lässt der AG den MA noch über Firmenwagen verfügen? Dies ist doch unlogisch, insbesondere, wenn das Diensthandy schon eingezogen wurde.

    [VERMUTUNGSMODUS]Weil es sich bei dem Firmenfahrzeug nicht um einen reinen Dienstwagen handelt sondern die Überlassung eines Firmenfahrzeuges auch zur privaten Nutzung (die dann üblicherweise mit 1% des Listenpreises des Fahrzeuges im Monat als geldwerter Vorteil versteuert wird).

    Ist aber die private Nutzung Bestandteil des Arbeitsvertrages kann der AG den Wagen nicht einfach einziehen (jedenfalls nicht ohne eine Entschädigung zu zahlen!)[/VERMUTUNGSMODUS]

    Ansonsten hat Winfried hier schon auf die Problematik seines Verhaltens hingewiesen. Prinzipiell kann der Kollege während seiner Freistellung tun und lassen was er will, sollte er sich aber bei geschäftsschädigendem Verhalten erwischen lassen (und das aktive Abwerben von Kunden gehört da sicher zu!), könnte ihn das teuer zu stehen kommen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.