Urlaubsanspruch

  • MA arbeitete 2013 von Januar bis Juli und ist seit dem arbeitsunfähig. Ab 20.April 2014 ist der MA arbeitsfähig. Sein Urlaubsanspruch 2013 waren 30 Tage von denen er 5 Tage 2013 genommen hat. Reduziert sich sein Urlaubsanspruch von 2013 nach dem 31. März 2014 auf den gesetzlichen Mindesturlaub, oder hat er Anspruch auf die restlichen 25 Tage aus 2013?

  • Verliert man seinen Anspruch auf Urlaub infolge einer lang andauernden Krankheit?

    Nein, hier hat sich die Rechtsprechung seit 2009 zugunsten der Arbeitnehmer geändert.

    Ist man das ganze Jahr über krank oder jedenfalls gegen Ende des Jahres hin durchgehend krank, so dass man seinen Jahresurlaub nicht nehmen kann, wird der infolge der Krankheit nicht genommene Urlaubsanspruch rechtlich aufrecht erhalten. Und das nicht etwa nur infolge einer gesetzlich vorgesehenen Übertragung auf das erste Quartal des Folgejahres, sondern dauerhaft.

    Infolgedessen kann sich bei langjähriger Krankheit ein sehr hoher Urlaubsanspruch aufsummieren, und dementsprechend hoch kann auch im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Anspruch auf Urlaubsabgeltung ausfallen.

    Nähere Informationen zu diesem Thema findest Du im Handbuch Arbeitsrecht unter „Urlaub und Krank"

    MfG

    Rasputin

  • Danke Rasputin, das bringt mich aber nicht weiter. Im Schultz- Hoff Urteil war der AN im gesamten Jahr arbeitsunfähig und das Gericht stellte fest, dass der Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub nicht verfällt. Unser MA hat aber im Jahr 2013 gearbeitet, ihm stand also 2013 sein gesamter U- Anspruch zu. Diesen konnte er AU- bedingt nicht bis zum 31.03.14 nehmen. Meine Frage ist, minimiert sich sein U- Anspruch nach dem 31.03.14 auf den gesetzlichen Mindesturlaub oder hat er Anspruch auf seine restlichen 25 Tage aus 2013?

  • Hallo Eisenkallle,

    Rasputin liegt falsch und du mit deinen Zweifeln richtig.

    Der Anspruch aus dem verfahren Schulze-Hoff bezieht sich allein auf den gesetzlichen Mindestanspruch. Darüber hinaus gehende Ansprüche verfallen, wenn arbeits-/tarifvertraglich nichts anderes geregelt ist (So gibt es zB in unserem TV eine Klausel, daß sich bei Krankheit die Frist auf den 31.05. verschiebt).

    Da es eine juristische Fiktion gibt, daß der gesetzliche Urlaub zuerst genommen wird, verfallen in Deinem Fallbeispiel 10 Tage zum 31.03. (Ausnahmen s.o.). Somit verbleiben noch 15 gesetzliche "Resttage" aus 2013 bis zum 31.03.2015 (!).

    Es spielt allerdings keine Rolle, ob ein AN im Kalenderjahr überhaupt gearbeitet hat, sofern es keine Urlaubskürzung bei AU gibt. Im ungekündigten Arbeitsverhältnis entsteht der Urlaubsanspruch in voller Höhe - unabhängig von Arbeitsfähigkeit - am 01.01. des jeweiligen Kalenderjahres.

  • so falsch liege ich da garnicht :evil: bin davon ausgegangen dass das Unternehmen Tarifgebunden ist bei 30 Tagen Urlaub!

    und dann gelten die Tarifvertraglichen Urlaubsregelungen!

    MfG

    Rasputin

  • Hallo Rasputin,

    nenne bitte den TV.

    Du schriebst von dauerhaft, das ist nicht richtig.

    Der Urlaub 2014 verfält am 31.03.16, das Beispiel von W.Höpfner geht vom TV Öffenlicherdienst aus,

    da geht es halt bis zum 31.05.16.

    Wenn einer drei Jahre krank ist hat er aber nicht 90 Tage Urlab aus dieser Zeit!

    Beispiel

    01.01.13 bis 31.12.13 krank, da bleiben 30 Tage bis 31.03.14 und 20 Tage bis 31.03.15,

    außer es gibt einen TV dann Halt bis 31.05.14 30 Tage und 20 Tage bis 31.05.15.

    Aber ich kenne keinen TV in dem der Urlaub von der dauer der Krankheit voll zusmmen kommt wenn der AN zurück kommt.

    ergo

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.