Werbung / Flyer vor dem Haupteingang

  • Hallo, ich habe eine Frage zum Thema Werbung

    mein AG hat mir *generell* nicht erlaubt für meine Liste über das Intranet zu werben. (Wir haben sonst keine Kommunikationswege ausser einem einzigen schwarzen Brett) Allerdings wurde mit einer der letzten Gehaltsabrechnungen ein Flyer für den BR versandt mit der Aufforderung wegen der BR Wahl sich bei ihm für eine Kandidatur zu melden.Mir bleiben diese Wege versperrt.

    Stattdessen will ich auf eigene Kosten A5 Flyer drucken lassen auf denen unsere Liste mit Fotos und unseren Wahl-Themen vorgestellt wird. Diese Flyer will ich an einem Urlaubstag früh morgens vor dem Hauseingang verteilen. Dabei stehe ich dann auf dem Firmengelände. Spricht etwas gegen diese Art der Werbung?

    VG
    Andreasb

  • Der AG hat Wahlwerbung zu erlauben solange sie den Betriebsablauf nicht mehr als unerheblich stört. Das sehe ich eigentlich bei Werbung über das Intranet schon als gegeben.

    Auf jeden fall jedoch bei deiner Flyer aktion. Wenn Du die Mitarbeiter fünf sekunden lang aufhälst in dem Du ihnen einen Flyer in die Hand drückst (oder auch eine Minute weil Du Dich mit ihnen noch unterhälst) und das auch noch bevor sie sich eingestempelt haben, kann man beim besten Willen nicht von störung Betrieblicher Abläufe sprechen.

    Edit: Hier noch ein alter Thread. Winfrieds link ist leider mitlerweile tot.

    http://www.betriebsrat.de/port…2/t/wahlwerbung-4601.html

  • Diese Art von Werbung ist sicherlich zulässig. Aber mal was anderes: War es nicht möglich, auf einer gemeinsamen Liste zu kandidieren? Ich meine, dieses sollte vorrangig angestrebt werden. Dann hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Kandidaten direkt zu wählen.

  • Dazu sagte der Anwalt für das Betriebsratswahlen Seminar "Einmal Listenwahl immer Listenwahl"

    Es hilft ja nichts wenn die Merheit der AN eine Persönlichkeitswahl viel besser finden, wenn jemand eine zweite Liste einreicht ist das gegessen. Wenn sowas einmal passiert ist passiert es halt immer wieder da die Leute auf den Unteren Listenplätzen angst haben, das jemand eine weitere Liste einreicht und sie dann nie dran kommen. Da reichen sie dann doch lieber eine Eigene Liste ein bei der sie auf Platz 1 (und eventuell auch ganz alleine) stehen.

    Erfahrungswerte vom Referenten und den anwesenden Teilnehmen. Wir haben das Problem zum glück nicht, da der AG das vereinfachte Wahlverfahren abgesegnet hat.

  • Zitat von Xolgrim:

    Dazu sagte der Anwalt für das Betriebsratswahlen Seminar "Einmal Listenwahl immer Listenwahl"

    Also ich würde einen solchen Anwalt nicht konsultieren. Im normalen Wahlverfahren richtet sich die Art der Wahl nach den eingereichten und gültigen Vorschlägen.

    Ich kenne übrigens einige Betriebsräte die eher Angst vor einer Personenwahl hätten.

    Bei uns wäre die Personen wahl eine Herausforderung für die Auszählung - bei 29 zu wählenden Personen.

  • Auch wenn es vom Eingangsthema abweicht:

    Zitat von Xolgrim

    "Einmal Listenwahl immer Listenwahl"

    Bloß das nicht!

    Bei der letzten Wahl war es so, dass es aus anderen Gründen erstmalig eine Listenwahl gab. Einhellige Meinung in der Belegschaft: Soll nie wieder vorkommen, "Wir wollen unsere Kandidaten selbst wählen".

    Von der Gewerkschaft gibt es schöne Flyer "Fachkraft für Soziales und Interessenvertretung", "Starke Abwehrspieler", "Co-Manager/in". Die haben wir als BR ausgehängt mit Zusatz "Bitte nur bei echtem Interessente verbindliche schriftliche Erklärung bis zum ...beim BR melden.

    Deshalb hoffen wir, dass dieser Anwaltsspruch nicht zutrifft.

  • Xolgrim: Danke für Deine Einschätzung. Das macht micht doch etwas ruhiger. Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass an dem Tag keine tiefen Minusgrade herrschen.


    pillepalle: Ich hätte sehr gern eine Mehrheitswahl unterstützt, weil ich es ähnlich wie Du sehe. Leider gibt es Beweise dafür, dass man versuchen wollte mich am Einzug in den BR zu hindern. Da der BRV mich schon die letzten zwei Jahre mich in meiner Eigenschaft als SBV massiv behindert hatte, waren die Hinweise sehr ernst zu nehmen. - Zuvor wurde ich gehindert eine KSBV zu gründen, eine Integrationsvereinbarung durchzusetzen, Termine wurden absichtlich so gelegt dass ich nicht teilnehmen konnte, ich wurde zu Terminen nicht eingeladen, Infos über betroffene Schwerbehinderte wurden zurückgehalten, und noch sehr viel mehr. - Deshalb habe ich keinen anderen Ausweg gesehen als eine eigene Liste zu eröffnen. - Nachdem ich feststellen musste, dass die Wählerliste manipuliert wurde und solche Dinge die BR-Stellvertretung nicht interessiert, bestärkt mich das nur in meiner Entscheidung. Das einzige was ich noch hoffen kann ist, dass ein paar von den guten BR Mitgliedern mit in den BR einziehen werden. Denn nicht alle im BR sind schlecht.

  • Zitat von AndreasB

    Das einzige was ich noch hoffen kann ist, dass ein paar von den guten BR Mitgliedern mit in den BR einziehen werden. Denn nicht alle im BR sind schlecht.

    Hoffentlich sind das dann die, die auf der Liste oben stehen. Und Deine natürlich vorrangig!

  • pillepalle: Die Listenwahldiskusion ist zwar etwas offtopic aber da das Problem von AndreasB hoffentlich gelöst ist möge uns verziehen werden.

    Auf dem Lehgang herschte auch die einhellige Meinung, dass Personenwahl viel besser sei (alle vertretenen Betriebe hattenweniger als 200MA) trotzdem hat sogar einer selbst eine 2. Liste eingereicht und für dieses Jahr damit die Listenwahl ausgelöst.

    Ausgangspunkt war einfach, dass er bei der letzten Wahl (bei der sich eigentlich auch alle einig waren, dass sie als Personenwahl laufen sollte) zu weit unten auf der Liste stand. Dann hat einer quer geschossen und einen 1Personen Vorschlag kurz vor ende der Frist eingereicht und somit flog besagtes BR Mitglied erstmals seit über 15 Jahren aus dem BR.

    Aus der Angst heraus, das dies nochmal passieren könnte hat er dann halt seine eigene Liste gemacht. Und das Misstrauen wird man kaum noch aus den Leuten heraus bekommen, so dass sie wohl nie mehr eine Personanwahl bekommen werden.

    Darauf zielte auch der Spruch des Referenten ab.

  • Eine kleine Nachfrage habe ich.

    Darf ich beim verteilen der Handzettel auf dem Firmengelände stehen? Also im Eingangsbereich zwischen Eingang und Fußweg? Aml liebsten natürlich direkt neben den der Drehtür. Ich frage deshalb, weil dort mal ein mobiler Kaffee-Verkäufer des Platzwes verwiesen wurde und er sich dann auf den Fußweg stellen musste.


    Ich denke mir da ich Betriebsangehöriger bin dürfte es kein Problem sein. Ich muss aber damit rechenen eine Abmahnung dafür zu erhalten, da es verquickungen zwischen BRV und AG gibt.

  • Ich habe ja schon geschrieben, dass das meiner Meinung nach unschädlich ist. Habe dazu aber auch gerade noch ein flyer gefunden welcher meine Ansicht untermauert.

    http://www.dpvkom.de/pdf/br_wahl/dpvkom_12_13.pdf

    "Grundsätzlich gilt, dass die Art und Weise der Vorstellung den Wahlbewerbern überlassen bleibt.

    Sie dürfen insbesondere ihre Kollegen während der Arbeitszeit an ihrem Arbeitsplatz im Betrieb aufsuchen, um sich kurz vorzustellen, einen Handzettel auszuteilen oder auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, dass sie nach der Arbeitszeit für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Der Betriebsablauf und der Frieden im Betrieb dürfen dabei nicht gestört werden."

    Entgegen meiner ursprünglichen Meinung darf man Emails wohl nicht ohne zustimmung des AG versenden.

    "der Kandidat ist auch berechtigt, sich per E-Mail den Arbeitnehmern des Betriebs vorzustellen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er sich vorher eine entsprechende Genehmigung vom Arbeitge ber eingeholt hat."

  • Zitat von pillepalle

    Auch wenn es vom Eingangsthema abweicht:Zitat von Xolgrim"Einmal Listenwahl immer Listenwahl"Bloß das nicht!Bei der letzten Wahl war es so, dass es aus anderen Gründen erstmalig eine Listenwahl gab. Einhellige Meinung in der Belegschaft: Soll nie wieder vorkommen, "Wir wollen unsere Kandidaten selbst wählen".Von der Gewerkschaft gibt es schöne Flyer "Fachkraft für Soziales und Interessenvertretung", "Starke Abwehrspieler", "Co-Manager/in". Die haben wir als BR ausgehängt mit Zusatz "Bitte nur bei echtem Interessente verbindliche schriftliche Erklärung bis zum ...beim BR melden.Deshalb hoffen wir, dass dieser Anwaltsspruch nicht zutrifft.

    Wir haben es hinbekommen, es gibt nur eine gemeinsame Liste! Anwaltspruch abgelehnt.

  • Hallo zusammen,

    zum OT -Thema:

    bei uns im Berieb (300 MA) gab es jahrelang Persönlichkeitswahl.
    Jetzt zum 2. Mal Listenwahl.

    Unsere Erfahrung ist, es ist beides in Ordnung, Listenwahl empfanden wir allerdings als etwas anstrengender.

    Interessant aber:
    Wir haben vor 4 Jahren Feedback von einigen Kollegen bekommen. Dahingehend, dass sie die Listenwahl als besser empfunden haben. Begründung: die Kandidaten mußten sich erheblich mehr Mühe machen sich zu positionieren! Das kam gut an.

    Im Gremium hat es im Übrigen keine weitere Auswirkung gehabt, die Listenzugehörigkeit spielte nach kurzer Zeit keine Rolle mehr.


    Aber das kann sicherlich bei anderen Betrieben alles ganz anders sein.


    Gruß,
    Lorenz

  • Team-ifb

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