BV Arbeitszeit Überstunden

  • Hallo zusammen,

    Frage zu folgendem Vorschlag eines AG bezüglich Arbeitszeit und Überstundenausgleich. Mir kommt das ganze unannehmbar vor und möglicherweise auch rechtl. fragwürdig:


    Wöchentliche Arbeitszeit 40 Wochenstunden

    bis zu 6 Überstunden können nur in der Woche abgebaut werden, in der sie anfallen, am Montag steht das Überstundenkonto bei null

    die 7. Überstunde in der Woche muss genehmigt werden und kann max. 3 Monate auf den Stundenkonto gebucht und 1:1 ausgeglichen werden (Freizeitausgleich)

    Der AG meint, dass eine 46-Stunden-Woche in der Branche normal wäre und die Überstunden "abgegolten" seien.

    Aus meiner Sicht werden hier massenweise Stunden geleistet, ohne dass es hier zu einem Ausgleich kommen wird. Eine solche BV ist für mich unannehmbar.

    Bitte um Eure Kommentare

    DANKE

    Gruß Kowi

  • Hi Kowi,


    ich glaube, da wäre ich vergleichsweise entspannt. Solange die BV auch eine Regelung enthält, nach der die Kollegen auch einen durchsetzbaren Anspruch haben, die Stunden in der Woche auszugleichen. (Sprich, der Kollege der Montag bis Donnerstag schon 5 Stunden im Plus ist, hat das Recht am Freitag 5 Stunden früher zu gehen. Ohne Wenn und Aber! (Dann wäre es eine faire Regelung, weil dann jeder selber entscheiden kann, ob er für umme die Stunden macht oder doch lieber seine (erwirtschaftete weil erarbeitete!) Freizeit genießt.

    Viel spannender ist allerdings die Frage, ob es a) einen Tarif gibt und was der dazu sagt und b) wie sehen denn die Arbeitsverträge aus?

    Denn die Erhöhung der Wochenstundenzahl von 40 auf 46 bei gleichem Gehalt ist mit Sicherheit eine massive Veränderung des Arbeitsvertrages, die ich nicht per Kollektivrecht verantworten würde.

    Der Arbeitgeber möchte mehr Flexibilität? Aber gerne doch. (Den Antrag kann ich nachvollziehen.) Warum aber die Kollegen die Zeche zahlen sollen ist nicht mehr nachvollziehbar!) Denkbar wäre aber z.B. ja auch eine Regelung, wo die Stunden zwar nicht mehr genommen werden dürfen, aber dafür am Jahresende mit z.B. 10,- Euronen (je Stunde versteht sich) abgegolten werden. D.h. ein AN, der in 46 Wochen jeweils 5 Stunden gemacht hat, würde am Ende des Jahres einen "Bonus" von 2300,- Euronen erhalten.

    Aber wie gesagt, jegliche Kreativität findet ihre Grenzen im Tarif und in den Arbeitsverträgen.

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Moritz,

    Danke für die Info.

    Tarifbindung gibt es (bisher) nicht, die Arbeitsverträge sind in viele Teilen individuell. Bei allen steht allerdings drin, dass mit dem Gehalt "alle Mehrstunden abgegolten sind." Um diesen Passus zu konkretisieren soll nun eine BV dies genauer, besser regeln.

    Ich vermute auch, dass Freitags die Büros leer sein werden.

    Die BV muss entsprechend eindeutig formuliert sein.

    Es handelt sich um den AG meiner Holden. Sind vor kurzem von einem Ami übernommen worden. Der will nun "neue Regeln" einführen. Um dem etwas entgegensetzen zu können hat sich vor etwa 3 Monaten ein BR gebildet.

    Gruß Kowi

  • Bei allen steht allerdings drin, dass mit dem Gehalt "alle Mehrstunden abgegolten sind." Um diesen Passus zu konkretisieren soll nun eine BV dies genauer, besser regeln.

    Dieser Passus ist aufgrund der Unbestimmtheit und einseitigen Benachteiligung der AN ungültig, klar dass man da eine BV will...

    Solange die Anzahl der zu leistenden Mehrarbeitsstunden nicht festgelegt ist, müssen gar keine gemacht werden.

    Gruß,

    Togego

    EDIT: bin scheinbar zu dumm zum zitieren, das klappt irgendwie nicht, deshalb nun kursiv...

  • Hallo,

    Togego hat natürlich vollkommen recht mit der Rechtswidrigkeit der Formulierung zu Überstunden in den Arbeitsverträgen.

    Der BR sollte den AG darauf hinweisen, daß sich diese Rechtswidrigkeit auch nicht durch eine BV "heilen" läßt und jegliche Verhandlungen verweigern.

    Außerdem sollte der BR die Belegschaft auf diese Rechtswidrigkeit hinweisen und die AN auffordern, ggfs. ihre Rechte auf Überstundenvergütung einzufordern.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.