Kündigung eines BRM

  • Hallo Kollegen,

    mein AG will mich nicht mehr in der Firma haben. Hier die Eckdaten:

    11 Jahre im Betrieb

    49 Jahre alt

    seit 6 Jahren BRM

    welche Abfindung wäre wohl angemessen?

    Gruß, Mike

  • Zitat von Mike15:

    11 Jahre im Betrieb

    49 Jahre alt

    seit 6 Jahren BRM

    welche Abfindung wäre wohl angemessen?

    Dir kann ja nur nach §103 BetrVG mit Zustimmung des BRs oder nach §15, 4 KSchG gekündigt werden.

    Wenn beide Tatsachen nicht gegeben sind, bist du nicht kündbar. Solltest du aber trotzdem eine Abfindung bevorzugen, so wirst du dir eine Sperrfrist der Agentur für Arbeit für dein Arbeitslosengeld gefallen lassen müssen.

    Der Abfindung sind in der Höhe keine Grenzen gesetzt. Regelsatz kommt auf keinen Fall zur Anwendung. Je nach dem wie hoch der Leidensdruck des AG ist wird auch das Abfindungsangebot ausfallen.

    Also überlege dir gut, was du tust!

  • Danke für die Antwort,

    Kündigung ist der falsche Begriff, es soll natürlich ein Aufhebungsvertrag werden. Ich bin als BR einfach übermotiviert und daher natürlich sehr unbequem und teuer. Ich will mich nicht länger mit dem AG streiten und erwäge daher, das Angebot anzunehmen.

    Es geht mir um die Höhe der Zahlung, gibt es da Erfahrungswerte?

    Gruß, Mike

  • In unserem Betrieb wurde im Rahmen einer "Restrukturierung" Betriebsräten die Rest-Amtszeit + 1 Jahr (wg. Kündigungsschutz) der Betriebszugehörigkeit hinzugerechnet (bzgl. der Berechnung der Abfindungssumme).

    So als Verhandlungstipp.

  • Zitat von Mike15:

    Es geht mir um die Höhe der Zahlung, gibt es da Erfahrungswerte?

    Es wird nicht so viele BRMs geben, welche damit Erfahrung sammeln konnten. Und wenn, dann stellt sich die Frage, ob sie das veröffentlichen würden.

    Die Grenze liegt vermutlich bei jedem wo anders. Bei mir z.B. müsste mich eine Abfindung bis zur Rente "tragen". Ich bin über 28 Jahre in der Firma und habe noch etwa 60 Versicherungsmonate vor mir. Dann interessiert mich auch nur noch am Rande, ob mir Arbeitslosengeld für einen gewissen Zeitraum verwehrt wird.

    Aber wie gesagt: Die Ziele (und damit die Abfindungshöhe) ist unterschiedlich.

  • Zitat von drlorenz:

    In unserem Betrieb wurde im Rahmen einer "Restrukturierung" Betriebsräten die Rest-Amtszeit + 1 Jahr (wg. Kündigungsschutz) der Betriebszugehörigkeit hinzugerechnet (bzgl. der Berechnung der Abfindungssumme).

    Das ist aus meiner Sicht nicht vergleichbar. Wenn der AG einen unbequem gewordenen BRM loswerden möchte, dann muss die Schmerzgrenze ausgelotet werden. Der AG hat keinerlei Möglichkeit den BRM loszuwerden, anders verhält es sich vermutlich dagegen bei deinem Fall (letztlich §15 KSchG)

  • Nein, es ging nicht um Kündigungen. Der AG hat damals (auf unsere Anregung hin) allen MA angeboten auf Wunsch Aufhebungsgespräche anzubieten (um Kündigungen zu vermeiden). Die Berechnung der Abfindung war als Formel im Sozialplan hinterlegt, ein Parameter war die Betriebszugehörigkeit:

    Der Effekt auf die willigen BRM war beschriebener.

  • Zitat von drlorenz:

    In unserem Betrieb wurde im Rahmen einer "Restrukturierung" Betriebsräten die Rest-Amtszeit + 1 Jahr (wg. Kündigungsschutz) der Betriebszugehörigkeit hinzugerechnet (bzgl. der Berechnung der Abfindungssumme).

    So als Verhandlungstipp.

    Aus meiner Sicht zu billig!

    Wir hatten eine Kollegin, die wollte man loswerden (Bossing). Sie wurde zur letzten Wahl in den BR gewählt, man wollte sie trotzdem noch loswerden.

    Sie wurde 7 oder 8 Monate freigestellt und die Abfindungssumme hat sich vom ursprunglichen Angebot verdoppelt.

    Leider werden wir mit dem Problem in den nächsten Wochen und Monaten zu kämpfen haben, denn unser Standort soll im nächsten Jahr geschlossen werden und 190 Koll. sollen entlassen werden.

    Da noch 6-8 MA am Standort verbleiben sollen, müßte unser BR mit 7 Koll. weiterbeschäftigt werden.

    Mal sehen was daraus wird.

    heig

  • Team-ifb

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