Schwangerschaft und Befristeter Vertrag

  • Hallo zusammen,

    wir haben eine Frage und hoffen das uns hier weiter geholfen werden kann.

    Eine Mitarbeiterin hat einen Befristeten Vertrag welcher nächte Woche ausläuft (hat schon 2 Verlängerungen gehabt), jetzt ist sie Schwanger und bringt einen Mutterpass und vom Arzt ein Beschäftigungsverbot.

    Aus diesem anlaß ist dem Arbeitgeber nicht daran gelegen den Vertrag zu verlängern bzw. sie weiter zu beschäftigen. (Da der Arbeitgeber die komplette Schwangerschaft durch Zahlen müsste ohne das die Mitarbeiterin Ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellt.)

    Die Stelle die sie hat kann nicht wegfallen und müsste neu besetzt werden.
    (Neueinstellung)

    Gibt es hierzu Mutterschutz Gesetze oder Urteile das der Vertrag verlängert werden muss? Da Mutterschutz?

    Gruß

  • Zitat von Laflaae:

    Gibt es hierzu Mutterschutz Gesetze oder Urteile das der Vertrag verlängert werden muss? Da Mutterschutz?

    Nööö, da gibt es keine schützenden Gesetze. Es gibt zwar Umstände, welche den befristeten Vertrag in einen unbefristeten wandeln, aber da gehört die Schwangerschaft nicht zu.

  • Grundsätzlich schützt die Schwangerschaft nicht vor dem Ende des befristeten Vertrages. Das Ende war ja schon vorher festgelegt und es bedarf somit keiner Kündigung.

    ABER mit ein wenig "um die Ecke denken", gibt es vielleicht doch einen Ansatz: Die Stelle müsste ja wieder neu ausgeschrieben werden (sofern das bei euch vereinbart bzw. üblich ist). Darauf könnte sich die Kollegin bewerben. Wäre es nachweisbar, dass sie aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht eingestellt wird, wäre das eine Benachteiligung des Geschlechts wegen, gegen die die Kollegin (dann ja ex-Kollegin) als Verstoß gegen das AGG vorgehen könnte.

    Das ihr als BR wisst, wieso der AG den Vertrag nicht verlängern möchte und der AG dies wohl offensichtlich durchblicken lässt oder euch gegenüber sogar offen ausspricht, könnte einem versierten Anwalt in die Hände spielen (wenn ihr der Kollegin helfen wollt und ihr entsprechende Hilfestellung gebt).

  • Hallo Laflaae,


    wie kommst Du auf die Idee, dass der Arbeitgeber die Lohn-/Gehaltskosten während der kompletten Schwangerschaft tragen müsste? Auch bei ärztlich bescheinigten individuellen Beschäftigungsverboten gem. § 3 Abs.1 MuschG greift das U2-Ausgleichsverfahren, sprich der AG zahlt keinen Cent!

    Hat der AG denn beabsichtigt, die Kollegin weiter zu beschäftigen? Wäre eine dritte Vertragsverlängerung überhaupt möglich gewesen bzw. sind kalendermäßig befristete Verträge (ohne Sachgrund) geschlossen worden?

    Gruß
    Kokomiko

  • Zitat von Laflaae:

    Eine Mitarbeiterin hat einen Befristeten Vertrag welcher nächte Woche ausläuft (hat schon 2 Verlängerungen gehabt), jetzt ist sie Schwanger und bringt einen Mutterpass und vom Arzt ein Beschäftigungsverbot.

    Ganz unglückliches Timing oder schlecht beraten.

  • Zitat von zweierlei:

    Sorry... aber schlechtes Timing ist ja noch gelinde ausgedrückt. Dummheit schützt vor Strafe nicht, muss man da echt sagen. :oops:

    Ich finde deinen Ausspruch sehr, sehr unpassend! Auch sorry

  • Hallo,

    wenn die AN schlüssig darlegen könnte, dass ihr AV wegen der Schwangerschaft nicht verlängert wurde, so könnte sie m.E. den AG aufgrund eines Verstoßes gegen das AGG verklagen (Benachteiligung des Geschlechtes wegen), was allerdings nicht zur Verlängerung des AVes, sondern ggf. nur zu einer Entschädigung führen könnte, siehe http://www.gesetze-im-internet.de/agg/__15.html.

    Der Satz mit dem Timing ist übrigens wirklich sehr, sehr Panne...

    Grüsse Winfried

  • Ich gehe jetzt wohlwollenderweise mal davon aus, dass sich das Timing nur auf den Zeitpunkt der Mitteilung bezog, nicht auf das Zustandekommen der Schwangerschaft an sich. Denn mit ein wenig strategischem Denken, hätte man durchaus diese "Untiefe" umschiffen und sich für einen taktisch günstigeren Zeitpunkt entscheiden können (es sei denn, es gäbe ein sofortiges Beschäftigungsverbot).

    Des schlechtes Timings wegen aber gleich Dummheit zu unterstellen, ist tatsächlich daneben. Manch einer ist eben vielleicht so unbedarft und vertraut noch zu sehr auf das Gute im Menschen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass jemand dumm wäre.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.