Probearbeit

  • Hallo,
    wir haben unseren Arbeitgeber darauf aufmerksam gemacht das er eine Informationspflich zu Personal hat, welches zum Probearbeiten geladen wird.
    Leider sieht er das nicht so.
    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?
    Er beruft sich dabei auf den §80 des Betriebsverfassungsgesetz- denn das wäre da nicht ausdrücklich erwähnt.

    Wir handhabt Ihr das?

    Vielen Dank schon mal vorab

    Chiamh

  • Zitat von Chiamh :


    wir haben unseren Arbeitgeber darauf aufmerksam gemacht das er eine Informationspflich zu Personal hat, welches zum Probearbeiten geladen wird.


    Sobald der potentielle Mitarbeiter in den Arbeitsprozess eingebunden ist, greift §99 BetrVG und der BR ist anzuhören. Wichtig ist halt, dass Arbeitsleistung erbracht wird.


    Zitat von Chiamh :


    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?


    Der BR wurde zu Recht nicht beteiligt. Wenn zwei ihren Willen vertraglich festlegen und es geht dabei um die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, hat der BR keinerlei Mitbestimmungsrecht.

    Gruß
    Rolf

  • Hallo,

    was meinst Du mit Probearbeiten?
    Sind die Leute eingegliedert in den Betrieb? Also an Weisungen gebunden, im Dienstplan geplant?
    Dann muss der AG Euch gem. § 99 BetrVG beteiligen.

    Sind das nur Bewerbungsgespräche, wo der Bewerber dann eine gewisse Zeit sich den Arbeitsplatz anschaut (sozusagen nur hospitiert)? Dann gibt es diese Informationspflicht meines Erachtens nicht bzw. der § 80 BetrVG ist hier auch nicht einschlägig.

    Gruß
    Tiger

  • Hallo nochmal,

    Zitat von Chiamh :


    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?



    Wir erhalten vom AG schon die Info, wenn ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird. Ich glaube, dafür gibt es aber keine Rechtgrundlage. Vielleicht könnt Ihr Euren AG argumentativ überzeugen, dass solche Infos wichtig sind...Aber spätestens, wenn die Stelle ausgeschrieben wird und neu besetzt wird, wird der AG mit der Info kommen...Mitbestimmung habt Ihr dabei in keinem Fall.

    Gruß
    Tiger

  • Zitat von Chiamh :


    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?


    Der BR wurde zu Recht nicht beteiligt. Wenn zwei ihren Willen vertraglich festlegen und es geht dabei um die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, hat der BR keinerlei Mitbestimmungsrecht.

    Gruß
    Rolf
    [/QUOTE]

    Es ging mir nicht um Mitbestimmung-sondern um die Information das eine langjährige MItarbeiterin Ihren Vertrag aufgehoben hat.
    gruß

  • Zitat von Tiger :


    Hallo,

    was meinst Du mit Probearbeiten?
    Sind die Leute eingegliedert in den Betrieb? Also an Weisungen gebunden, im Dienstplan geplant?
    Dann muss der AG Euch gem. § 99 BetrVG beteiligen.

    Sind das nur Bewerbungsgespräche, wo der Bewerber dann eine gewisse Zeit sich den Arbeitsplatz anschaut (sozusagen nur hospitiert)? Dann gibt es diese Informationspflicht meines Erachtens nicht bzw. der § 80 BetrVG ist hier auch nicht einschlägig.

    Gruß
    Tiger

    Der Bewerber hatte schon 2 Vorstellungsgespräche und sollte an einem Testarbeitstag zeigen was er kann.D.h. er hat auch selbst gearbeitet.

  • Zitat von Chiamh :


    [Es ging mir nicht um Mitbestimmung-sondern um die Information das eine langjährige MItarbeiterin Ihren Vertrag aufgehoben hat.
    gruß


    Nein, auch hier besteht keine Informationspflicht seitens Arbeitger und/oder Arbeitnehmer.

    Gruß
    Rolf

  • Hallo,

    Zitat von Chiamh :


    Der Bewerber hatte schon 2 Vorstellungsgespräche und sollte an einem Testarbeitstag zeigen was er kann.D.h. er hat auch selbst gearbeitet.

    Dann würde ich als Dein AG zu Dir sagen, dass der Bewerber weder in den Betrieb eingegliedert war noch selbständig Aufgaben übernomme hat (sondern immer unter Supervision tätig wurde), außerdem kein Entgeld dafür bekommen hat, noch gab es irgenwelche Auswirkungen auf Mitarbeiter. Also: keine Informations- oder gar Beteiligungsrechte.

    Warum wollt Ihr denn eigentlich informiert oder beteiligt werden?

    Gruß
    Tiger

  • Zitat von Tiger :


    dass der Bewerber weder in den Betrieb eingegliedert war noch selbständig Aufgaben übernomme hat (sondern immer unter Supervision tätig wurde)


    Für die Notwendigkeit einer Anhörung ist es völlig unerheblich, ob der Mitarbeiter selbständig oder unsebständig gearbeitet hat!


    QUOTE][USERNAME]Tiger :]
    außerdem kein Entgeld dafür bekommen hat,[/QUOTE]

    Auch das ist aus meiner Sicht für die Beurteilung, ob der BR beteiligt werden muss unerheblich. Alleine die tatsache, dass er Arbeit vollrichtet löst die Anhörung aus.


    QUOTE][USERNAME]Tiger :]

    noch gab es irgenwelche Auswirkungen auf Mitarbeiter.[/QUOTE]
    Das steht den Sternen. Dafür ist eine Anhörung da, um das beurteilen zu können.

    Gruß
    Rolf

  • Zitat von Rolf L :


    Für die Notwendigkeit einer Anhörung ist es völlig unerheblich, ob der Mitarbeiter selbständig oder unsebständig gearbeitet hat!


    QUOTE][USERNAME]Tiger :]
    außerdem kein Entgeld dafür bekommen hat,

    Auch das ist aus meiner Sicht für die Beurteilung, ob der BR beteiligt werden muss unerheblich. Alleine die tatsache, dass er Arbeit vollrichtet löst die Anhörung aus.


    QUOTE][USERNAME]Tiger :]

    noch gab es irgenwelche Auswirkungen auf Mitarbeiter.[/QUOTE]
    Das steht den Sternen. Dafür ist eine Anhörung da, um das beurteilen zu können.

    Gruß
    Rolf
    [/QUOTE]


    Ich sehe schon das ist wirklich ein schwieriges Thema-ich werde mal bei der Gewerkschaft nachfragen.

  • Zitat von Chiamh :


    Ich sehe schon das ist wirklich ein schwieriges Thema-ich werde mal bei der Gewerkschaft nachfragen.


    Warte ein paar Stunden und du erhältst bestimmt eine Antwort von Winfried und Kokomiko - Damit hätte sich dann der Anruf bei der Gewerkschaft erspart.

    Gruß
    Rolf

  • Zitat von Chiamh :


    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?

    Über den Aufhebungsvertag als solchen muss Euch der AG nicht informieren.
    Über die Konsequenz des Aufhebungsvertrages (Ausscheiden des MA, Personalplanung, ...) stehen Euch aber selbstverständlich Informationen zu.

    Ulli

  • Hallo,

    bei einer Probearbeit wie beschrieben sind die Kriterien nach § 99 BetrVG wohl erfüllt, d.h. der BR hätte hier nicht nur informiert werden, sondern man hätte sogar seine Zustimmung einholen müssen, den hier wurden BewerberInnen eingesetzt, um zusammen mit den im Betrieb schon beschäftigten ArbeitnehmerInnen dessen arbeitstechnischen Zweck durch weisungsgebundene Tätigkeit verwirklichen, und sei es auch nur kurz und zur Erprobung. Zu prüfen wäre m.E. noch, ob und inwieweit § 95 BetrVG (Auswahlrichtlinien) tangiert sein könnte.

    Über Aufhebungsverträge besteht keine Informationspflicht des AG.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Zitat von Chiamh :


    Der Bewerber hatte schon 2 Vorstellungsgespräche und sollte an einem Testarbeitstag zeigen was er kann.D.h. er hat auch selbst gearbeitet.

    M.E. ist dieser Tag als "Einfühlungsverhältnis" zu werten, was für mich eine Anhörung gem. § 99 BetrVG ausschließt. Eine Information würde ich vom AG aber trotzdem einfordern.

    Gruß
    Kokomiko

  • Hallo Koko,

    es ist ja schon so, dass ein sog. "Einfühlungsverhältnis" die Anhörung des BR ausschließt. Dass Du von einem solchen ausgehst, lässt auf hellseherische Künste schließen. Wobei man ehrlicherweise auch sagen muss, dass diejenigen, die vom Gegenteil ausgehen, meine Wenigkeit also auch, es nicht besser mach(t)en.

    Die Anhörungspflicht des BR nach § 99 BetrVG setzt nicht zwingend ein Arbeitsverhältnis voraus, wichtig ist nur, ob BewerberInnen eingesetzt werden, um zusammen mit den im Betrieb schon beschäftigten ArbeitnehmerInnen dessen arbeitstechnischen Zweck durch weisungsgebundene Tätigkeit verwirklichen, und sei es auch nur kurz. Ein Einfühlungsverhältnis kann letztlich wohl nur bei kurzer Dauer und gegenseitiger Unverbindlichkeit bestehen, insbesondere darf nicht dienstplanmäßig die selbstständige Erledigung von Arbeiten zugewiesen werden.

    Da der BR die Möglichkeit haben muss, zu überprüfen, ob o.g. Kriterium vorliegt, hat der AG den BR mindestens ausführlich vorab zu informieren. Bei Vorliegen des Kriteriums ist der BR anzuhören.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Zitat von Winfried :


    Hallo,

    bei einer Probearbeit wie beschrieben sind die Kriterien nach § 99 BetrVG wohl erfüllt, d.h. der BR hätte hier nicht nur informiert werden, sondern man hätte sogar seine Zustimmung einholen müssen, den hier wurden BewerberInnen eingesetzt, um zusammen mit den im Betrieb schon beschäftigten ArbeitnehmerInnen dessen arbeitstechnischen Zweck durch weisungsgebundene Tätigkeit verwirklichen, und sei es auch nur kurz und zur Erprobung. Zu prüfen wäre m.E. noch, ob und inwieweit § 95 BetrVG (Auswahlrichtlinien) tangiert sein könnte.

    Über Aufhebungsverträge besteht keine Informationspflicht des AG.

    Grüsse Winfried


    Hallo,so haben wir das auch gesehen- ich bin auf die Reaktion gespannt.....

  • Hallo Chiamh,

    welche Reaktion erwartest du denn? Das ist ja alles schon gelaufen, oder?
    Hättet Ihr die Maßnahme denn überhaupt ablehnen können und wollen?
    Warum wollt Ihr bei dieser Art von erweitertem Bewerbungsgespräch (weil mehr ist es ja nicht, vollwertig arbeiten kann ich mir bei einem Tag ohne Einarbeitung nicht vorstellen...)eigentlich so dringend mitbestimmen?

    Gruß
    Tiger

  • Zitat von Tiger :


    Hallo Chiamh,

    welche Reaktion erwartest du denn? Das ist ja alles schon gelaufen, oder?
    Hättet Ihr die Maßnahme denn überhaupt ablehnen können und wollen?
    Warum wollt Ihr bei dieser Art von erweitertem Bewerbungsgespräch (weil mehr ist es ja nicht, vollwertig arbeiten kann ich mir bei einem Tag ohne Einarbeitung nicht vorstellen...)eigentlich so dringend mitbestimmen?

    Gruß
    Tiger

    Das grösste Problem ist eigentlich, das hier eine interne Bewerbung vorliegt und das dieser Person keine Chancee zum Probearbeiten gegeben wurde.
    Ausserdem gab es auch keine Info, die Person wurde nicht mal in der Besucherdatenbank eingetragen.

    Die Arbeiten die erledigt wurden sind mit der richtigen Ausbildung ohne Einarbeitung zu bewältigen, da es sich um Standardmessungen handelt.

    Bei uns wird nach einer Personalumstrukturierung alles geheim gehalten.
    Gruß
    Chiamh

  • Hallo Chiamh,

    aus meiner Sicht verrennt Ihr Euch da etwas. Deine Kritik, dass einem internen Bewerber die Möglichkeit "Probearbeit" nicht geboten wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Bereits beschäftigte KollegInnen sollten von ihren Vorgesetzen gem. ihrer Fähigkeiten eingeschätzt werden können und dazu gehört auch, dass beurteilt werden kann, welches Potential der- oder diejenige für die Tätigkeit XY mitbringt.
    Außerdem sollte auch ein BR nie vergessen, dass es grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Versetzung (ggf. höher dotierte Position) gibt. Ausnahme > es gibt eine entsprechende Vertragsgrundlage (TV, BV, AV).

    Aber trotzdem sehe ich einen prinzipiellen Informationsanspruch des BR, was Personalplanung etc. pp betrifft, welcher ggf. auch gerichtlich durchgesetzt werden sollte.

    Gruß
    Kokomiko

  • Zitat von Chiamh :


    Auch erhielten wir bei einem Aufhebungsvertrag einer MItarbeiterin keine Information.
    Ist das rechtens?

    Wie beschrieben habt Ihr keinerlei Informationsrechte über den Aufhebungsvertrag.
    Allerdings wirkt sich ein Aufhebungsvertrag auf die Personalplanung aus und darüber habt Ihr natürlich einen Informationsanspruch...

    Ulli