Abmahnung

  • Hallo,
    Falls ein AN eine Abmahnung erhält und evtl der betroffene AN und das vom AN hinzugezogene BR-Mitglied mit dem Abmahnungsgrund nicht einverstanden sind, hat man ein Recht eine Stellungnahme an die Abmahnung zu hängen?
    Ist es sinnvoll oder würdet ihr unterschreiben, und gut ist?

  • Hallo,

    unterschreiben würde ich gar nichts. WWas will der AG den konkret unterschrieben haben? Dass man die Abmahnung zur Kenntniss nimmt? Oder dass man ihr nicht widerspricht?

    es wird doch allgemein immer dazu geraten, dass man gegen eine Abmahnung nicht vorgehen soll oder braucht. Kommt es wirklich zu einer Kündigung, die auf der Abmahnung aufbaut, kann man sich im Kündigungsschutzprozess immer noch darauf berufen, dass die Abmahnung nicht gerechtfertigt war.

    Ob der AG einen Widerspruch des AN in die Perso-Akte mit aufnehmen muss, weiß ich nicht- aber bestimmt eine anderer schlauer Forumsschreiberling-würd mich auch interessieren!

    Gruß
    Tiger

  • Zitat von Tiger :


    Ob der AG einen Widerspruch des AN in die Perso-Akte mit aufnehmen muss, weiß ich nicht- aber bestimmt eine anderer schlauer Forumsschreiberling-würd mich auch interessieren!


    Ich empfehle immer, zeitnah nach der Bamahung/Abmahngespräch(spätestens 12 Stunden) eine Gegendarstellung zu verfassen, gerne auch mit Unterstützung eines BR-Mitgliedes, und diese Gegendarstellung in den eigenen Ordner abzulegen. Es empfielt sich auch, einen Kopie dem BR-Mitglied auszuhändigen, der die Gegendarstellung im BR-Büro abheftet.

    Gruß
    Rolf

  • 1. Es spricht überhaupt nichts dagegen, den Erhalt einer Abmahnung mit "Zur Kenntnis genommen" zu quittieren; mehr aber auch nicht.

    2. Verfasst ein AN eine Gegendarstellung, muss diese auf dessen Wunsch hin als Anhang zur Abmahnung der Personalakte beigefügt werden.

    3. Von einer Gegendarstellung, welche der Personalakte beigefügt werden soll, kann ich nur abraten. Und erst recht von einer Gegendarstellung, die ohne anwaltliche Beratung verfasst wurde.
    Fast immer wird in solchen Gegendarstellungen ein Verhalten gerechtfertigt, entschuldigt usw. und erst dadurch ein Fehlverhalten bestätigt. Ohne Anwalt = Finger weg!

    4. Die tatsächliche Wirksamkeit einer Abmahnung wird sich im Regelfall erst in einem Kü´schutzprozess zeigen. Warum sollte man einem AG im Vorfeld durch eine Gegendarstellung seine Gegenargumente an die Hand geben?

    5. Ein gangbarer Weg wäre tatsächlich, dass man zeitnah eine Gegendarstellung verfasst bzw. Fakten schriftlich notiert und eine Kopie beim BR hinterlegt.

    6. Eine Abmahnung sollte man zur Kenntnis nehmen und sein Verhalten ändern, falls tatsächlich ein Verstoß gegen arbeitsvertragliche (Neben)Pflichten abgemahnt wurde.

  • Unterschreiben, dass man die Abmahnung zur Kenntnis nimmt bzw erhalten hat.
    Sonst könnte man ja sagen, dass man nie eine erhalten hat.
    Ich finde Gegendarstellungen prinzipiell sinnvoll, auch wenn davon abgeraten wird.
    Nur hat man ein Recht darauf, diese mit in die Personalakte zu legen?

  • Zitat von 250779 :


    Ich finde Gegendarstellungen prinzipiell sinnvoll, auch wenn davon abgeraten wird.
    Nur hat man ein Recht darauf, diese mit in die Personalakte zu legen?

    Kurz: Ja

    Lang: Nach §83(2) BetrVG kannst Du jederzeit Notizen zu deiner Personalakte legen lassen, so auch eine Gegendarstellung zu einer Abmahnung.

    Link: http://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__83.html


    Nachtrag (Edith): Sollte der Abmahnungsgrund an den Haaren herbeigezogen sein und evtl. eine persönliche Maßregelung eines Vorgesetzten darstellen, ließe sich zusätzlich noch über eine Beschwerde nach §84 oder §85 BetrVG nachdenken.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.