AG Betriebsräte gibts halt leider auch...

  • Hallo liebes BR Forum....
    schön zu lesen, dass es hier BR Mitglieder gibt, die ihr Wissen immer wieder gerne an die Forumsnutzer weitergeben, so gut sie es eben können...ein herzliches "Dankeschön" dafür ...
    leider mache ich persönlich immer wieder die Erfahrung, dass in meiner Firma, so wie auch in den Firmen meiner Freunde und Bekannten, immer mehr BR ler sich auf die Seite der AG schlagen...
    wenn dann wieder einmal Neuwahlen sind, setzt natürlich jeder seine Hoffnungen auf den neuen BR....und dann...leider... wieder nen mehr oder weniger angagierten AG BR....!
    So isses jedenfalls bei uns wieder passiert....nach vorne zu den Leuten wird
    heile Welt geredet und dann gibts doch immer die Entscheidung, die der Chef eh wollte...eigenartig gell?
    Da werden Dienstpläne (seit Jahren) immer noch einseitig abgeändert,
    Mitarbeiter die vorher frei hatten müssen plötzlich arbeiten, ohne dass sie gefragt werden....klar...die können ja alles ummodeln und immer wieder aufs neue auf den DP schauen...
    Mehrarbeit wird kurzfristig angekündigt, obwohl sie mind. 1 Tag vorher angekündigt werden müßten...
    Schichten werden 2 Stunden vorher abgesagt, bloss weil irgend jemand wieder
    nicht richtig organisieren konnte....
    und wenn jemand aufmuckt, dann is ja Gott sei Dank alles vorher vom BR abgesegnet worden...
    somit sind alle mundtot gemacht worden, wenn nicht, gibts noch ein paar unverschämte Randbemerkungen vom Chef gratis dazu ...gerne auch noch ein paar wirre Erklärungen vom BR, die nicht jeder durchschaut... und..... plötzlich .....BR und Chef sind glücklich vereint und die Mitarbeiter sind frustriert und demotiviert, weil sie niemanden haben, der sie ernsthaft vertritt! - Tja ganz schön besch....Situation, gell?
    Hoffe bei euch isses besser...wenn ja...macht weiter so
    lg Fairlady

  • Hallo,

    zur Wahrnehmung der Aufgaben als BR gehört aber auch fundiertes Wissen, das auf Schulungen erworben wird.
    Mit diesem Wissen wäre zB klar, daß ein Großteil der von Dir beschriebenen Vorgänge im Konfliktbereich zwischen Kollektiv- und Individualarbeitsrecht spielt und der BR hier gar nicht ohne Weiteres individuelle Rechte der AN mit seiner angeblichen Zustimmung aushebeln kann und darf.
    Dies betrifft zB (zu) kurzfristige Anordnung von Mehrarbeit, Änderung von Dienstplänen, Absagen von Schichten...

    Wenn es dazu BR-Beschlüsse gab, muß es ja irgendwann eine Sitzung mit Einladung, Tagesordnung, Beschlußfassung und Protokoll geben. Da können die Betroffenen ein BRM ja schon ein bißchen konkreter befragen.

    Und selbst wenn der gesamte BR diese Dinge verteidigt, heißt das noch lange nicht, daß es für einen Betroffenen AN aussichtslos ist, bei kurzfristiger Absage von Arbeitseinsätzen seinen entgangenen Lohn wegen Annahmeverzug (§ 615 BGB) einzuklagen. Da braucht es halt ein bißchen A.. in der Hose.

    Letztendlich aber hat jeder Betrieb den BR, den er verdient, weil der BR von den Beschäftigten gewählt wurde. Und wenn sich eine Belegschaft derart und ständig wiederholend bei der Wahl vertut wie von Dir beschrieben, dann muß sich auch die Belegschaft die Frage gefallen lassen, wie ernst sie eine Wahl nimmt und welche Kriterien sie an die zu Wählenden anlegt.
    Die Freibiermenge ? Die Rocklänge ?

  • Hallo Wolfgang,
    da hast du leider recht...
    ich kann es auch nicht glauben, dass unsere Belegschaft so gewählt hat...
    wobei ich da schon gerecht sein möchte...anfangs schien es ja so als ob die
    "Neuen" ihre Arbeit ernsthaft machen würden...zum Teil tun sie dies wahrscheinlich auch...und doch merkt mann jetzt nach einiger Zeit und einigen Schulungen, dass sie eben doch in wichtigen Situationen "umkippen"...
    Dienstplan wird "rumgeändert" (seit Jahren) - große Welle auch vom BR - aber passieren tut gar nix...
    Kurfristige Mehrarbeit- große Welle vom BR - wird aber dann doch per "Schnellbeschluß" vom BR abgesegnet...nichts dass ich was gegen ANGEKÜNDIGTE Mehrarbeit hätte...aber angekündigt muß sie halt sein...
    Schichtabsagen am gleichen Arbeitstag, 2-4 Stunden vor Arbeitsbeginn...auch kein Problem mehr...dank Betriebsrat...
    allerdings steht außer der Anzahl der Schichtabsagen / Jahr nichts davon im TV oder in der BV, WANN sie abgesgt werden muß....wie sieht es denn da rechtlich aus?
    Müssen wir AN das denn so hinnehmen, oder können wir denn auch im Alleingang
    (was einige bereits kläglich versuchen) auch ohne BR auf die Einhaltung des TV und der BV hinweisen, ohne gleich Angst um seinen Job haben zu müssen?
    Wie begegne ich AG oder BR ohne diese gleich mit Einklagen von diesem und jenem zu überfordern...keiner will schließlich beruflich sein eigenes Grab schaufeln, oder?

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.