BV Mobbing

  • Hallo zusammen,
    wir als BR wissen, dass in unserer Firma an zwei Stellen gemobbt wird. Die betroffenen Kollegen wollen nicht, dass es verfolgt wird ( sehr schade ). Wir als BR möchten eine BV erstellen, um einmal den Kollegen klar zumachen, dass in unserem Haus soetwas nicht erwünscht ist und solche Fälle auch geahndet werden. Bis lang hatten wir unseren AG mit im Boot bei den Vorgesprächen zu einer BV. Nun aber ganz plötzlich ohne Grund sieht AG keine Notwendigkeit für eine BV.AG sieht nur Handlungsbedarf wenn ein Mobbingfall auftritt.
    Eine BV ist nicht erzwingbar, aber wie bekommen wir nun den AG ins Boot?
    Wer hätte einen Vorschlag für uns?
    Monika S

  • Wie kommst du darauf, dass die BV nicht erzwingbar ist? Es geht doch um Verhalten und Ordnung im Betrieb sowie den Gesundheitsschutz. Damit wären § 87 Abs. 1 Nr. 1 und 7 BetrVG erfüllt.

    Siehe auch diese Urteile:
    LAG München, Beschluss v. 20.10.2005 (4 TaBV 61/05)
    LAG Düsseldorf v. 22.07.2004 (5 TaBV 38/04). http://fachanwaeltinnen.de/minfo/200408.pdf
    ArbG Köln, Beschluss v. 21.11.2000 (12 BV 227/00)

  • Hallo,

    eine BV Mobbing dürfte durchaus der Mitbestimmung nach § 87 I Nr. 1 BetrVG unterliegen und auch bis zur E-Stelle erzwingbar sein, siehe Fieldcrafts verlinkte Urteile, da die E-Stelle nicht offensichtlich unzuständig ist.

    Ich war selbst einmal für den BR Beisitzer einer E-Stelle zu einer BV Mobbing, und auch der dort vorsitzende Richter sah die Mitbestimmung prinzipiell als gegeben an, und dann hatten wir die BV.

    Grüsse Winfried

  • Hallo Monika,

    bevor ich als BR das Thema "BV Mobbing" angehen würde, sollte man m.E. erst mal den Boden vorbereiten. Sprich, z.B. dieses Thema für die nächste Betriebsversammlung aufbereiten.
    Außerdem sollte ein BRM ausgeguckt werden und ein entsprechendes Seminar belegen, bevor eine solche BV vorbereitet wird. Gerade die Begrifflichkeiten "Mobbing, Bossing" werden gern inflationär genutzt und da muss man als BR schon sehr genau wissen, worum es dabei wirklich geht.

    Gruß
    Kokomiko

  • Wie Kokomiko und Winfried vorschlagen, sollte ein entsprechendes Seminar der BV Mobbing vorausgehen.
    Worauf ich hinweisen möchte: bei diesem Thema, das durchaus auch krankheitsbedingte Fehlzeiten zu berücksichtigen hat, halte ich im Sinne der Prävention gemäß §84 SGB IX die Einbeziehung der SBV für ausgesprochen sinnvoll.

    Grüßle
    Michael

  • AG argumentieren ja immer, dass Mobbing in "ihrem" Unternehmen nicht vorkommt
    und deshalb eine BV "Mobbing" nicht nötig ist.
    Wir haben das Feld vorbereitet mit einer BV
    "überdie Unternehmenskultur, Handlungsgrundsätze und partnerschaftliches Verhalten und einen sozial adäquaten Umgang am Arbeitsplatz"

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.