Probezeit Kündigung

  • Hallo,

    bin neu hier und habe eine brennende Frage. Ein Kollege wurde über eine Zeitarbeitsfirma bei uns angestellt, nach ca. 9 Monaten bekam er von unserer Firma einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten (6 Monate Probezeit). Nun meine Frage ist es zulässig das man nach 9 Montaen noch eine Probezeit vereinbart? Brennend deshalb, da man den Kollegen nun während der Probezeit gekündigt hat.

    Vielen Dank
    piweri

  • Hallo Piweri,

    da der Kollege bei der Zeitarbeitsfirma in Lohn und Brot stand aber bei Euch gearbeitet hat ist nach meines Wissen auch eine neue Probezeit da ein neues Arbeitsverhältniss besteht,
    nun aber die Frage ist der BR zur Kündiegung gehört worden und aus welchen Gründen ist so entschieden worden,der Sachverhalt ist nicht so ganz klar.

    Gruss Voller

  • Hallo Zusammen,

    man hat den Kollegen (und den BR) schon im Vorfeld informiert dass er nach Ablauf der Probezeit (noch ca. 3 Monate) nicht übernommen wird, damit möchte man ihm die Chance geben sich anderweillig umzuschauen. Eine Anhörung an den BR wird noch rechtzeitig weitergegeben.

    Gruss
    Piweri

  • Hallo Piweri,
    leider sieht es m.E. dumm aus für den Kollegen.

    Zur Probezeit:
    ein neues Arbeitsverhältnis berechtigt auch zu neuer Probezeit. Das würde sogar gelten, wenn er bereits vorher bei Euch angestellt war. Wichtig ist, dass sich die Anforderung so sehr ändern, dass eine neue Bewährung sprich Probezeit unter Berücksichtung der Umstände (ich liebe diese schwammigen Begriffe) angemessen erscheint.
    Die Probezeit hätte man im Vorfeld herausverhandeln können, bzw. auch ihr als BR hättet der Einstellung zustimmen, der Befristung (Probezeit) jedoch widersprechen. Erfahrungsgemäß bekommt man in den folgenden gesprächen mit Chef und Personalern die Probezeit meist nicht völlig weg, aber dafür deutlich reduziert oder an andere, stark eingrenzende Kriterien geknüpft

    Zur Kündigung:
    die Crux ist nun mal, das während der Probezeit vereinfacht gekündigt werden kann.
    Dazu gehört aber die korrekte vorherige Anhörung des Betriebsrates. Das BetrVG unterscheidet nicht zwischen Kündigungen in oder ausserhalb der Probezeit. Also sind Euch die Gründe für die Kündigung mitzuteilen.

    Was bei uns auch schon mal öfter vorkommt ist, dass die Personalabteilung vergißt, dass bei uns eine tarifliche Regelung von 14 Tagen Kündigungsfrist während der Probezeit exisitiert. So haben wir schon mal Kollegen über die Hürde heben können. Trotzdem bringen die immer mal wieder so einen Klopfer.

    Danach kann Euer neuer Kollege leider nur Kündigungsschutzklage einreichen, hat aber, wenn ihr korrekt widersprechen könnt, Weiterbeschäftigungsanspruch bis zur endgültigen Klärung. Das macht einen wesentlichen Unterschied, wenn es später darum geht, ob eine Weiterbeschäftigung für den Arbeitgeber zumutbar wäre. Wenn er die ganze Zeit im Unternehmen war, ist es für den AG meist sehr schwer darzulegen, warum die Wiedereinsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zumutbar ist. Denn wer braucht heutzutage die Abfindung.

    In wie weit bereits die Ansage des Arbeitgebers, dass er sich einen neuen Job suchen solle, als Ausspruch der Kündigung zu werten ist - und damit die Kündigung per se unwirksam macht - muss ein RA klären. Vielleicht ist das später wenigstens ein nettes Nebenargument bei geneigten Richtern der ersten Instanz.

    Wenn ihr die Gründe vom Arbeitgeber bekommen habt, solltet ihr unbedingt auch die Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld einfordern. Schließlich ist davon auszugehen, dass Arbeit umverteilt werden muss, damit werden andere Kollegen mehr belastet. Je nach dem kann sich daraus auch ein Widerspruchsgrund ergeben.

    Ach ja: erst, wenn alle Fakten zur Kündigung auf dem Tisch liegen, beginnt Eure Frist nach §102 zu laufen. Je nach Ungeschick der Terminierung der Personalabteilung kann man alleine damit schon über die Zeitgrenzen kommen. Und sind die 6 Monate rum (Stichtag ist der zulässige Zugang der Kündigung beim Kollegen), dann geht da nix mehr mit vereinfachter Kündigung.

    Wie auch immer - ich wünsche Euch und ganz besonders dem Kollegen alles Gute im weiteren Verlauf der Dinge.

    Grüße
    Gertrüde

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.