Übernahme Azubis

  • In den Übernahmekriterien steht, dass ein Azubi keine "anomalen Fehlzeiten" haben darf, um übernommen werden zu können. Darf der AG nach einem solchen Kriterium urteilen. Wenn ja, macht es einen Unterschied, ob diese Fehlzeiten entschuldigt (durch ärztliches Attest) sind? Also kann der AG die Übernahme verweigern mit der Begründung, dass der Azubi zu oft krank war oder ähnliches.

    Meine Ansicht dazu: Ja, er kann die Übernahme verweigern, da es kein Diskriminierungsgrund (gemäß AGG) oder etwas dergleichen ist. Er kann ja grundsätzlich selbst entscheiden, welche Azubis er übernimmt und welche nicht, oder? Was könnte man gegen ein solches Kriterium grds. unternehmen?

  • Hier musste ich mehrmals lesen. Geht es um die Übernahme der JAV? Dann darf er eine Übernahme wohl nicht ablehnen.nur weil man "öfter" krank ist. Geht es um "normale" Azubi, wo ausgewählt wird, wer übernommen wird, und wer nicht, meine ich, könnte hoher Krankenstand ein Kriterium sein. Und Benachteiligungen bei Fehlzeiten ohne "gelben Schein"(bis zu drei Tagen krank)im Vergleich mit solchen ohne diesen dürfte m.E. auch nicht zulässig sein. Ich würde sagen, dass wäre ein Verstoss gegen § 612a BGB, Massregelungsverbot. Denn es ist gesetzeskonform, bis zu drei Tagen ohne Attest krank zu sein. Hoffentlich habe ich nun nichts falsches verbreitet. Ist halt nur meine (logische) Folgerung.

  • Zitat von Mat-C :


    In den Übernahmekriterien steht, dass ein Azubi keine "anomalen Fehlzeiten" haben darf, um übernommen werden zu können.


    wo steht das, in einem Tarifvertrag, in einer betriebsvereinbarung, oder hat der Arbeitgeber das nur einfach ans schwarze Brett geschrieben?

  • Zitat von pillepalle :


    Denn es ist gesetzeskonform, bis zu drei Tagen ohne Attest krank zu sein. Hoffentlich habe ich nun nichts falsches verbreitet.

    Das ist nur die halbe Wahrheit. Es ist auch gesetzeskonform, wenn ein AG eine AU bereits ab 1. Tag verlangt.

    Zitat von Mat-C:

    In den Übernahmekriterien steht, dass ein Azubi keine "anomalen Fehlzeiten" haben darf, um übernommen werden zu können.

    Und wer legt fest bzw. wo steht geschrieben, welche Fehlzeiten einer Übernahme im Wege stehen?

    Zitat von Mat-C:

    Er kann ja grundsätzlich selbst entscheiden, welche Azubis er übernimmt und welche nicht, oder? Was könnte man gegen ein solches Kriterium grds. unternehmen?

    Wenn Euer AG tatsächlich frei entscheiden kann, welchem Azubi er einen AV anbietet, ist er doch mit dem berühmt berüchtigten Klammerbeutel gepudert, wenn er ohne Zwang solche angreifbaren Kriterien aufstellt.

    Ohne die Beantwortung der Frage, worauf dieses Übernahmekriterium beruht, fällt weiterer Rat schwer. Der genaue Wortlaut wäre auch hilfreich.

    Gruß
    Kokomiko

  • Sind die Übernahmekriterien in einer Betriebsvereinbarung oder ähnlichem festgelegt?

    Ich nehme mal an, dass bei JAVlern die Sache klar ist und ein Anspruch auf Übernahme nach
    § 78a BetrVG besteht sowieso.

    Bei "normalen" Azubis eine interessante Frage.
    Generell würde ich sagen, ja es ist ein rechtmäßiges Kriterium, schließlich kann man auch personenbedingt gekündigt werden wegen anormal hohem Krankenstand (als normaler Arbeitnehmer).

    Allerdings schreit so ein "Personalbeurteilungskriterium" gerade zu nach Mitbestimmung (§94 BetrVG) durch den Betriebsrat, daher meine Frage nach der Betriebsvereinbarung.

    Hoffe ich konnte dir weiterhelfen ;)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.