Konkrete Situation: Zuweisung einer geringwertigeren Tätigkeit zulässig?

  • Hallo zusammen,

    Situation: Empfangsmitarbeiter (Vollzeit) ist für alles mögliche zuständig (Gästebewirtung, Belegungsplan Besprechungsräume, "Fundbüro", Entgegennahme und Weiterleitung von Reparaturwünschen an den Hausmeister, etc.) und wird auch zeitweilig für Krankheits-/Urlaubsvertretung im Sekretariat der GF eingesetzt.

    Nun hat die Küchenhilfe (400 EUR-Kraft) Urlaub und der Empfangs-MA soll auch deren Aufgaben übernehmen (z.B. Geschirrspüler ein- und ausräumen, Küchenflächen sauberhalten, etc.).

    MA, als auch ich als BRV, halte die Zuweisung dieser Tätigkeit für unangemessen und inakzeptabel. Empfang bzw. Sekretariatsvertretung unterscheidet sich doch erheblich von einer Küchenhilfe. Es ist zwar kein Mobbing, sicher auch keine böse Absicht; ich möchte es auch noch nicht als erniedrigend oder demütigend bezeichnen, dennoch wirkt es schon demotivierend und zeugt nicht von Wertschätzung dem MA gegenüber.

    Weder im Arbeitsvertrag noch in der Stellenbeschreibung ist etwas davon erwähnt; außer der Standardklausel: "Zuweisung von zumutbaren Arbeiten entsprechend Vorkenntnissen, etc.". MA will sich zugleich aber auch nicht dem Vorwurf der Arbeitsverweigerung aussetzen.

    Für die beiden Bereiche sind unterschiedliche Vorgesetzte verantwortlich, wobei die beiden sich wohl untereinander abgesprochen haben und man dem MA die Küche nun am Rande mal eben "aufgedrückt" hat, ohne das Einverständnis zu erfragen.

    Wie soll sich MA am besten verhalten? MA ist sich noch nicht sicher, ob es als offizielle Beschwerde (§§ 84, 85 BetrVG) durch den BR verfolgt werden soll.

    Danke für eure Hinweise/Empfehlungen.

    LG fieldcraft

  • Hallo fieldkraft,
    wenn es möglich ist, könnte ein BR-Mitglied mit den Vorgesetzten des MA reden und versuchen die Situation aus Sicht des MA zuerläutern.
    Vielleicht ist dem Vorgesetzten dies nicht klar, da der MA ansonsten ja Vertretungsaufgaben übernommen hat.

    Gruß
    Meiser

  • Hallo,

    hier liegt doch eindeutig eine Versetzung vor, zu der der BR seine Zustimmung erteilen müßte. Und somit kann hier, ohne dass der/die AN sich besonders exponieren müßte, durch eine massive Stallungnahme des BR ein Rigel vorgeschoben werden.

    Grüsse Winfried

  • Nein, es erfolgte keine Anhörung. Naja, von einer Versetzung würde ich ohnehin noch nicht reden. Die Vertretung der Küchenhilfe soll nur zusätzlich ausgeführt werden, also sozusagen nur eine temporäre Erweiterung der Aufgaben, was sich auch räumlich gesehen in unmittelbarer Nähe zum eigentlichen Arbeitsplatz abspielt.

    MA hat aber zwischenzeitlich mit dem Vorgesetzten der Küchenhilfe gesprochen. MA soll die Vertretung nur in stark reduziertem Umfang durchführen, womit sich der MA nun nach erfolgter Aussprache und Konkretisierung einverstanden erklärt hat.

  • guckst Du § 95: "Versetzung ... ist die Zuweisung eines anderen Arbeitsbereichs, ... die mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden ist, unter denen die Arbeit zu leisten ist."
    Dies liegt m.E. hier eindeutig vor (egal wie lange).

  • Hallo Fieldcraft,

    Heelium hat es anhand der Gesetzesstelle dargelegt: Das ist eine Versetzung. Und auch wenn der/die AN sich inzwischen hat breitschlagen lassen, solltet Ihr Eure Rechte als BR einfordern und wahrnehmen, und das unterbinden.

    Grüsse Winfried

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.