6 Tage Woche , von Montag bis Freitag Krank , steht MA der freie Samstag zu?

  • Hallo zusammen,
    da ich das Arbeitsrechtseminar erst im Mai vor mir habe, frage ich hier mal nach.
    Und zwar hatte eine MA von Monatg bis Freitag einen Krankenschein ,ihr Abreitszeitplan war zu dem Zeitpunkt schon fertig, und sie war mit Samstag "frei" eingeteilt.
    Ihre Arbeitszeit beträgt 18 Std. in der Woche.
    Im Gremium sind wir der meinung das durch den Krankenschein , die 18 Std. bereits "geleistet" sind , und ihr der freie Tag zusteht , da sie ansonsten Überstunden hätte , wenn sie an dem Samstag arbeitet.
    Unser GL ist anderer Meinung, nämlich das sie Samstag arbeiten muss, und er möchte jetzt wissen wo das steht, heisst der will das schriftlich.
    Wo kann man das nachlesen und sind wir überhaupt im Recht?
    Ich würde mich über rasche Antworten freuen, da es ziemlich Akut ist :?
    Danke Gruß Brezel

  • Hallo,

    prinzipiell kann der AG, wenn der AV (bzw. ggf. ein TV) es zulässt und die Mitbestimmung des BR eingehalten ist, Mehrarbeit und auch Samstagsarbeit anordnen.

    Jedoch:
    :arrow: Zum Einen hat der AG mit der Erstellung des Dienstplanes und mit dessen Aushändigung an den/die AN sein Direktionsrecht in Bezug auf die Konkretisierung der Arbeitszeit bereits "verbraucht". Der/die AN durfte und darf davon ausgehen, dass der Samstag ein freier Tag ist. Da der/die AN im AU-Stand ist, stellt sich mir auch die Frage, wann und wie der AG die Samstagsarbeit anweisen will. Eine kurzfristige Anordnung eines zusätzlichen Arbeitstages wäre wohl auch aus anderen Gründen individualrechtlich nicht zulässig (z.B. analog zu § 12 II TzBfG: gemäß dem ErK § 12 TzBfG Rn 26 hätte der AG die Samstagsarbeit bereits am Montag anweisen müssen).
    :arrow: Zum Anderen hat der BR hier Mitbestimmung nach § 87 I Nr. 2 und 3 BetrVG, und wenn der BR diesem geänderten Arbeitseinsatz nicht zustimmt, kann der AG ihn aus kollektivrechtlichen Gründen auch nicht anordnen.

    Grüsse Winfried

  • :shock: Kommando zurück, ich habe heute mit der Kollegin gesprochen, es sieht ganz anders aus, als unsere SBV beim BR vorgetragen hat, die Kollegin war NICHT für frei eingeteilt, auf dem Arbeitsplan stand gar keine Zeit, da sie 3 Wochen Krank war, und bis an dem Freitag war sie krankgeschrieben.
    Sie ist dann an dem Samstag nicht zur Arbeit gekommen, da unser SBV-Mann ihr gesagt hat wir haben eine 5 Tage Woche und demnach kann sie den Samstag frei machen.
    Theorethisch sieht unser Gremium das genauso, da sie ja wie gesagt 18 Std. die Woche arbeitet, aber wie sieht es Rechtlich aus?
    Sorry für die Verwirrung, aber ich hatte einfach falsche Infos :(
    Gruß Brezel

  • Ja vielen Dank,

    jetzt machst Du die Verwirrung komplett. D.h. vor der AU von 3 Wochen waren noch gar keine Dienste eingetragen, auch jener Samstag nicht? Mit welchem Zeitabstand werden denn bei Euch normalerweise Dienstpläne erstellt und den AN mitgeteilt, bzw. müssen erstellt und mitgeteilt werden? Ist denn der Samstag ein regulärer Arbeitstag bei Euch, bzw. speziell für diese AN (nach AV und gelebtem Arbeitsverhältnis)? Hat der AG die Kollegin direkt angewiesen, an diesem Samstag zu arbeiten? Oder hat er nicht? Wenn ja, wann und wie hat er sie angewiesen, an diesem Samstag zu arbeiten? Inwiefern ist die SBV involviert, ist die Kollegin SB? Hat der BR seine Mitbestimmung nach § 87 I Nr. 2 und 3 BetrVG ausgeübt oder nicht?

    Die Auskunft Eurer SBV und Eure Rechtsansicht sind jedenfalls grundsätzlich falsch. Je nach Formulierung des AV kann der AG auch bei einer 5-Tage-Woche einen zusätzlichen Tag Arbeit bzw. kann er bei einer 18-Stunden-Woche Überstunden anweisen, wenn er die Mitbestimmung und andere arbeitsrechtliche Gegebenheiten entsprechend beachtet.

    Hat der AG das rechtmäßig angewiesen und die AN hat die Arbeit verweigert, ist das ein valider Grund für arbeitsrechtliche Sanktionen, ggf. sogar für eine a.o. Kündigung.

    Grüsse Winfried

  • Hi
    Also wir haben eine 6 Tage Woche, da wir im Einzelhandel sind, und der Samstag gehört dazu :D
    Die Kollegin hat einen festen freien Tag, das ist der Montag, an den anderen Tagen einschlisslich Samstag , leistet sie ihre 18 Std. ab.
    Der SBV ist der Meinung, da sie ja an ihrem "freien" Tag Krank war, würde sie diesen ersetzt bekommen, und hat ihr eigenmächtig diese Auskunft erteilt, daraufhin ist sie nicht zur Arbeit erschienen, und ihr wurden nun Minusstd. angerechnet.
    Zu diesem Zeitpunkt war der BR von der ganzen Sache noch nicht in Kenntnis gesetzt , sondern erst am Montag darauf , als der SBV dies in der BR-Sitzung vorgetragen hat.
    In der Regel hängen die Dienstpläne 14 Tage im Vorraus aus,die Kollegin hat 30% SB, und daher meint unser SBV, ER wäre allein für sie zuständig, aber das ist eine andere Geschichte.
    Die Kollegin war am Freitag, also am letzten Tag ihrer AU in der Firma, und hat bekannt gegeben das sie nicht weiterhin Krank ist , und soweit ich das richtig verstanden habe , wurde dann angewiesen das sie am Samstag arbeiten muss.
    Ich hoffe es verständlich erklärt zu haben :?
    Gruß Brezel

  • Hallo.

    Zitat von brezel51 :

    Die Kollegin hat einen festen freien Tag, das ist der Montag, an den anderen Tagen einschlisslich Samstag , leistet sie ihre 18 Std. ab.

    Sie arbeitet also immer regulär Dienstag bis Samstag, einer besonderen Anweisung zur Samstagsarbeit bedurfte es gar nicht, und sie war bis inkl. Freitag AU. Dann hätte sie natürlich am Samstag arbeiten müssen.

    Zitat von brezel51 :

    Der SBV ist der Meinung, da sie ja an ihrem "freien" Tag Krank war, würde sie diesen ersetzt bekommen, und hat ihr eigenmächtig diese Auskunft erteilt (...)

    Waaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Es ist unfaßbar, wie sehr ins Hirn g’schiss’n kann man denn sein? Hier hat jemand vom Arbeitsrecht offensichtlich keinerlei Ahnung und erzählt AN grob fahrlässig einen gequirlten Scheiß, mit potentiell gefährlichen Konsequenzen.

    Zitat von brezel51 :

    (...) daraufhin ist sie nicht zur Arbeit erschienen, und ihr wurden nun Minusstd. angerechnet.

    Sie kann froh sein, dass Ihr nur die Stunden abgezogen wurden. M.E. hätte hier gut eine Abmahnung bzw. sogar eine Kündigung ausgesprochen werden können.

    Grüsse Winfried

  • :shock: Ja also ich bin froh wenn ich im Mai das Arbeitsrecht 1 schon mal hinter mir habe, das ist ja alle recht kompliziert, vor allem wenn ein Vorsitz, der es seit mind. 20 Jahren macht sowas nicht weiss, aber das liegt wohl eher daran, das man es Jahrelang immer dem Chef recht gemacht hat :cry:
    Wir neuen haben da echt viel aufzuräumen :twisted: und vor allem zu lernen , sind aber guten willens :D
    Danke Dir Winfried

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.