Bereitschafts Pflicht ??!

  • Hallo zusammen

    ich hab schon nach Lösungen für unser Problem gesucht bin jedoch nicht schlüssig geworden daher wende ich mich mal wieder an Euch ...

    Bei uns im Betrieb (Tarif gebunden jedoch keine Angbe im MTV -> sollte durch BV geregelt werden")
    Möchte der AG eine 24h Bereitschaft für IT eingerichten.
    Diese soll von 2 Vollzeitkräften "nebenher nach Dienstschluss" gestemmt werden. Diese zwei Mitarbeiter nicht erfreut über diesen Bereitschaftsdienst.
    Nun Meine Frage :
    Kann der AG dies von ihnen verlangen einen Bereitschaftsdienst zu stellen?
    Es ist nicht in ihren Arbeitsverträgen erwähnt.
    Der BR hat doch hier mitspracherecht (sollte nach AZG §7 eine BV erstellen)
    Kann der AG dies dennnoch durchsetzen??
    Wir sind der Meinung das jede 2. Woche 7 Tage a 24h Bereitschaft(bei Urlaub eines Mitarbeiters 3 oder 4 Wochen Dauerbereitschaft!!)
    zu belastend für unsere Mitarbeiter ist.
    Neueinstellungen wird es jedoch nicht geben.
    habt ihr eine Lösung wie wir aus dem schlamassel rauskommen können?
    Erfahrungen oder Tips?
    Vielen Dank
    Gruss ENI

  • Hallo,

    natürlich unterliegt die Einführung und Ausgestaltung von Bereitschftsdiensten der Mitbestimmung des BR nach § 87 I Nr. 2 BetrVG. Der AG kann und darf dies ohne Zustimmung des BR nicht anordnen.

    Wenn nun der AV der Betroffenen gar keine Bereitschaftsdienste zulässt, weil die Bereitschaftsdienste dort nicht einmal erwähnt sind, dann haben sich Deine Fragen m.E. bereits allesamt erledigt: Dann machen die keine Bereitschaft und der BR kann keine BV über Bereitschaftsdienste abschließen, die diese AN verpflichtete.

    Des weiteren: Der § 7 ArbZG bietet zwar prinzipiell die Möglichkeit, innerhalb des Geltungsbereiches Abweichungen aufgrund von TVen über BV zu vereinbaren. Jedoch hat man da keine Regelungsfreiheit: die TV-Regelungen sind unverändert zu übernehmen. Regelt der TV aber nichts, kann auch nichts übernommen werden. Was genau schreibt der TV denn zur Bereitschaft?

    Fazit: Geht gar nicht.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Wie Winfried schon geschrieben hat gilt hier die Mitbestimmung.
    Der Gesetzliche Rahmen muß eingehalten werden (aus diesem Grund sind bei uns max 7 Tage Bereitschaft je Monat im Produktionsbereich möglich) wenn denn im TV nichts steht.

    Ich verstehe jedoch nicht das Problem!
    Es gibt Anbieter auf dem freien Markt die genau das abdecken, was dein Chef benötigt.
    IT-Hilfe wenn eure IT nicht da ist. Bei uns erledigt das ein Externer, Rund um die Uhr.

    Schlage deinem Chef vor, nach anderen Lösungen zu suchen, und teile Ihm auch mit, das Bereitschaftzeiten auch zu vergüten sind. Bei uns erhält jeder für jede Stunde Bereitschaft 1/7tel seinen stundenentgeltes, bei einem einsatz min. 4 stunden seines Stundenentgeltes plus Fahrtkostenersatz.
    Gruß
    Rabauke

  • Team-ifb

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