Mitbestimmung Beurteilungsbögen nach Schulung

  • Leute, es brennt schon wieder bei uns, und ich muss mich schnell schlaulesen.
    Es geht darum, ob eine Maßnahme mitbestimmungspflichtig ist. Ich lese §87 und §94 BetrVG und würde mein Augenlicht drauf verwetten...

    Thema:
    - Beurteilung von Verkäufern in Kundengesprächen
    - Überprüfung, inwieweit frisch geschultes Wissen "sitzt"
    - Rückmeldung an AG mittels eines schematisierten Beurteilungsbogens
    - das Ganze wird ausgeführt von Kollegen, die im Schulungsthema fit sind, aber kein Direktionsrecht ausüben (Ebene Sachbearbeiter)

    Der Bewertungsbogen, der bislang nur ein Raster mit Freitext-Feldern zu bestimmten Überschriften war, wird jetzt in der Weise verändert, dass eine echte Bewertung in drei Stufen stattfinden soll, und das nun auch zu Stichworten wie "Fleiß", "Freundlichkeit" und "Erscheinungsbild". Wie das einem Wertmaßstab mit den 3 Werten :) :-| :( und einer Zeile für "Verhaltensbeobachtungen" widergegeben werden soll, ist nicht definiert.

    Wir sehen das ganz klar mitbestimmungspflichtig.

    Gibt es außer meinen Fundstellen noch weitere Richtlinien, die ich als superknackfrisches BRM noch nicht kenne?

  • Hallo,

    schau mal hier: http://www.ifb.de/forum/index.…=zeigeThema&thema_id=5203 (da herrschte zwar nicht wirklich Einigkeit...; mein ErfK ist aber eindeutig: Ein Personalfragebogen ist (...) ein Formular, in dem personenbezogene Fragen nach einem bestimmten Schema zusammengestellt sind, die ein AN oder ein Bewerber (...) beantworten soll, um dem AG Aufschluss über seine Person oder seine Qualifikation zu geben. Darüber hinaus werden wegen der Zielrichtung des § 94 alle formalisierten und standardisierten Informationserhebungen des AG über ANDaten vom Begriff (...) erfasst. Fettung von mir). M.E. ist hier § 94 BetrVG tangiert, da es sich zum Einen um einen Personalfragebogen handeln dürfte und zum Anderen, weil hier (zumindest implizit) Beurteilungsgrundsätze aufgestellt werden. § 87 I ist m.E. auf den ersten Blick nicht relevant, würden die gewonnenen Daten aber z.B. über EDV weiterverarbeitet, würde ich Nr. 6 als einschlägig sehen.

    Die Qualität der Erhebung, eine 3-stufige Analogskala, ist eine eigene Frage. M.E. tut man sich keinen Gefallen, wenn man so komplexe Variablen auf diese Art reduziert.

    Grüsse Winfried

    P.s., Tipp: Niemals das Augenlicht verwetten!

  • Danke Dir sehr, Winfried! Das hilft mir wieder mal sehr.
    Hab die Mitbestimmung angemahnt und werde Anfang nächster Woche das Echo der Chefetage hören.

    Jaja, und auch die Reaktion sehen, denn ich hab die (voreilige) Wette ja gewonnen... ;)

    Gruß, Syselse

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.