Teilzeitarbeit während der Elternzeit?

  • Hallo zusammen,

    eine Mitarbeiterin befindet sich noch bis Ende 2006 im Mutterschutz, möchte aber während ihrer Elternzeit ab Januar 2006 wieder für 20 Stunden/Woche auf Teilzeitbasis in unserem Unternehmen arbeiten und beruft sich dabei auf Folgedes:

    "Seit dem 1. Januar 2001 besteht das Recht auf Teilzeitarbeit, (d. h. Arbeitszeitverringerung auf mindestens 15 bis max. 30 Stunden/Woche) während der Elternzeit. Berechtigt sind alle Eltenteile, die elternzeitberechtigt wären und seit mindestens 6 Monaten bei ihrem Arbeitgeber (der mehr als 15 Arbeitnehmer/-innen beschäftigt) beschäftigt sind." (aus Mutterschutz - Elternzeit -Teilzeit der IGM)

    Diese Voraussetzungen sind erfüllt, allerdings weigert sich der AG, weiter mit ihr über diese Möglichkeit zu diskutieren, da er "keinen Bedarf" für eine Teilzeitkraft habe und auch keine Möglichkeit sehe, wo/wie er sie beschäftigen könne.

    Was kann der Betriebsrat in diesem Fall tun?

    Danke & Gruß

    Sandra

  • Hallo Sandra,

    die Antwort auf Deine Frage beginnt mit einer schlechten Nachricht:

    Eigentlich nichts, der Anspruch auf Teilzeit während der Elternzeit aus dem § 15 BErzGG ist ein Individualrecht, dass der BR nicht durchsetzen kann.

    Ihr solltet aber mit der Kollegin zusammen ein paar Dinge prüfen:

    Hat die Kollegin die Teilzeitbeschäftigung frist- und formgerecht (s. besagten §) beantragt?
    Hat der AG echte Gründe, die gegen eine Teilzeitbeschäftigung sprechen?
    Wird in dem Bereich der Kollegin bereits Teilzeit gearbeitet?
    Ist die "Service-Zeit" (also die Zeit, in der interne oder externe Kunden die Abteilung erreichen können sollen) länger als ein normaler Arbeitstag? (z.B. Erreichbarkeit soll von 0800-1800 sein. Dies ist mit einem normalen 8-Stundentag nicht zu erreichen, also spricht hier auch nichts gegen Teilzeit!)

    Hier könnt Ihr also die Kollegin unterstützen in dem ihr ihr alle Informationen gebt, die Ihre Position stärken. Kämpfen muss sie aber selber :(

    Macht Eurem AG klar, dass die bloße Aussage, er hätte kein Interesse an Teilzeit ihm nichts hilft...

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo zusammen,

    was dabei noch beachtet werden muss, ist die Frage, ob für die Kollegin eine Ersatzkraft (Vertretung) eingestellt wurde. Dann hat der AG ein berechtigtes Interesse, die Teilzeit abzulehnen.
    Bei der Ersatzkraft kommt es auch auf den Vertrag an, ob dieser an die Elternschaft gekoppelt ist (sachlicher Grund, Befristung bis ??) und ob der AG mit der Ersatzkraft einen TZ-Vertrag abschließen kann/will.

    Viele Grüße
    heelium

  • Team-ifb

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