Karrenztage und krank bis arbeitsende

  • Hallo,
    im Gesetz steht ja das man drei Karenztage bei Krankheit hat.
    unser Arbeitsgeber verlangt aber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom ersten Tag an. Wei er sagt dieses Gesetz würde dann mißbraucht. Geht das oder nur vereinzelte Arbeitnehmer die auffällig geworden sind?
    Desgleichen ist, wenn die Arbeitszeit von 8:00 - 12:00 Uhr ist und man geht um 9:00 wegen unwohl sein nach Hause. Müssen dann alle 4 Stunden bezahlt werden?
    Wir sind ein Callcenter mit flexiblen Arbeitszeiten bei einer Jahesarbeitszeit.
    :D
    Danke für Eure Antworten..
    Therese

  • Hallo Therese
    in unserem Betrieb hat der BR eine BV zu diesem Thema abgeschlossen.

    Krankmeldung muß ab 1. Krankheitstag vorgelegt werden,
    das heißt der MA meldet sich auf der Dienststelle unmittelbar krank, geht sobald er kann zum Arzt und lässt sich den gelben Schein ab 1. Tag ausstellen, lässt ihn dann zum AG überstellen

    Bei uns hatte es überhand genommen am Montag krank zu sein.

    Wenn ein MA seinen Dienst antritt und krank nach Hause geht, bekommt er seine volle Stunden angerechnet wenn er für diesen Tag eine Krankmeldung bringt.

    Gruß, Irmeline

  • Hallo,

    prinzipiell darf der AG das. § 5 I EntgFG sagt folgendes, der von mir gefettete Teil ist der zu beachtende: (...) Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen (...).

    Allerdings ist zu beachten, dass hier nach § 87 I Nr. 1 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates besteht. D.h. in einem Betrieb mit BR bedarf dieses Vorgehen (AG verlangt von allen AN eine AU-Bescheinigung ab dem 1. Tag) der vorherigen Zustimmung des BR. Habt Ihr einen BR, und wenn ja, hat der zugestimmt?

    Was die Vergütung betrifft, sagt § 4 I EntgFG, dass dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen sei. Beträgt diese 4 Stunden pro Tag, bzw. wäre man am Krankheitstag dienstplanmäßig 4 Stunden eingesetzt gewesen, dann sind es 4 Stunden am Tag, die im Krankheitsfall zu vergüten sind.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.