Übergabegespräche bei Schichtwechsel

  • Hallo,

    bei uns ist in einigen Abteilungen zur Schichtübergabe ein "Übergabegespräch" eingerissen. Es besteht keinerlei Vereinbarung darüber. Nun nutzen dies manche Kollegen aus und führen bis zu 30 Min auch private Gespräche.
    Hat der AG die Möglichkeit dies nun zu verbieten?
    Kann er einfach diese Zeit abziehen?
    Gibt es ein Gewohnheitsrecht, da dies nun schon jahrelang praktiziert wird?

    Liebe Grüße
    cupcake

  • Zitat von cupcake :

    Hat der AG die Möglichkeit dies nun zu verbieten? Kann er einfach diese Zeit abziehen? Gibt es ein Gewohnheitsrecht, da dies nun schon jahrelang praktiziert wird?

    Ja. Ja. Nein. Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Tut mir leid, aber meine Antwort würde Ja, Nein, Nein lauten!

    Oder kann der AG beweisen, dass in diesen 30 Minuten Privatgespräche geführt werden?

    Falls ja, würde mich das doch etwas stutzig machen!

    Gruß

    Kokomiko

  • Zitat von Kokomiko :

    Ja, Nein, Nein!

    ... was ja immerhin 67% Übereinstimmung wären :wink: !

    Zur Erklärung meiner Sicht der fehlenden 33%: Wenn hier von Schichten die Rede ist, dann gehe ich davon aus, dass ein Dienstplan mit Arbeitsbeginn und Arbeitsende besteht - wenn AN dann wegen irgendwelcher Besprechungen länger da sind oder früher kommen, sehe ich den AG nicht in der Pflicht, diese Zeit zu vergüten, ich sehe den AG auch nicht in der Pflicht, irgend etwas zu beweisen. Anders sähe es aus, läge die Besprechung innerhalb der Schichtzeiten. Aber auch da kann ein AG m.E. über sein Direktionsrecht die Übergabezeit beschränken.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hmmm, wenn nun der eine Kollege z.B. früher kommt und der andere später geht, müssten daraus ja in der Summe Überstunden resultieren, die der AG bislang billigend angenommen, also geduldet hat.

    Und nehmen wir an, dass diese Übergabegespräche rein dienstlichen Charakter hatten oder der private Zeitanteil durch den AG nicht belegt werden kann.

    Bist Du wirklich sicher, dass der AG diese Zeiten einfach abziehen kann? Denn das war die Fragestellung.

    Ich würde meinen, dass das nicht so einfach geht, bzw. der AG ganz klar mitteilen muss, dass in o.g. Beispiel künftig nur noch angeordnete Ü´stunden vergütet werden.

    Käme es zum Streitfall, obliegt dem AN allerdings die Darlegungs- und Beweislast, dass er Überstunden zumindest mit der Billigung des Arbeitgebers absolviert hat und wann diese geleistet wurden (Datum/Uhrzeit).

    Dass der AG eine Arbeitsanweisung geben kann, ob überhaupt, wann & wie Übergabegespräche erfolgen sollen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Da kann er natürlich konkretisieren.

  • Hallo Koko,

    Voraussetzung für eine Vergütung von Überstunden ist m.E., dass
    :arrow: die Überstunden vom AG entweder direkt angeordnet
    :arrow: oder aber mindestens bewusst geduldet wurden.
    :arrow: Oder, weiterer möglicher Fall, wenn der AG AN Arbeit in einem gewissen Zeitrahmen zuweist, die in der regelmäßigen Arbeitszeit nicht erbracht werden kann.

    Machen AN von sich aus Überstunden, können sie m.E. keine Vergütung verlangen. Und dies scheint mir hier der Fall, wobei zur besseren Beurteilung des Falles eine weitere Sachaufklärung von cupcake sicher kein Fehler wäre.

    Wenn also nun der AG begründet sagt, keines der o.g. 3 Kriterien (oder habe ich noch welche vergessen?) treffe zu, dann kann er m.E. innerhalb bestehender Ausschlußfristen "Zeit abziehen". Ohne weitere Beweise antreten zu müssen.

    Wahrscheinlich würde folgende Antwort einen Konsens zwischen uns herstellen? "Ja. Kommt darauf an. Nein."

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hallo,
    ich habe gerade gesehen, dass noch Antworten für mich gekommen sind.

    Nun, zum besseren Verständnis.

    Die Ü-Std- bzw. das Übergabegespräch war nicht angeordnet. Es ist einfach mit der Zeit eingerissen, dass eben bei Schichtwechsel immer die Übergabegespräche stattfanden. Die angefallene Zeit wurde sogar von den Kollegen aufgeschrieben, die gar keinen Wechsel hatten. D.h. vor bzw. nach ihnen kam kein Schichtwechselkollege.
    Von der GL sollen nun unbedingt Ü-Std. vermieden werden.
    Die betroffenen Abteilungsleiter möchten es nun so handhaben, dass ein Grund für das Übergabegespräch aufgeschrieben werden soll wenn es länger als z.B. 15 Min. dauert.
    Ich hoffe es ist nun verständlicher?

    Aber trotzdem Danke für eure Ausführungen.:D

  • Zitat von cupcake :

    Es ist einfach mit der Zeit eingerissen, dass eben bei Schichtwechsel immer die Übergabegespräche stattfanden. Die angefallene Zeit wurde sogar von den Kollegen aufgeschrieben, die gar keinen Wechsel hatten. D.h. vor bzw. nach ihnen kam kein Schichtwechselkollege.

    ...und das hat Euer AG tatsächlich gewußt und geduldet? Das stellt doch u.U. Arbeitszeitbetrug dar. Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Zitat von heelium :

    ... aber wenn der AG das sanktioniert, wo ist dann der Betrug????

    JedeR VertreterIn des AG, der/die nicht alleinigeR persönlicheR InhaberIn ist und der/die dieses Verhalten positiv sanktioniert, v.a. trotz besseren Wissens, begeht u.U. auch noch eine Untreuehandlung. Der finanzielle Schaden ist ja auch immens: Eine halbe Stunde am Tag auf mehrere Jahre mal Stundenlohn... Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.