BV Urlaub / Wie wird es bei euch geregelt?

  • Hallo zusammen,

    wir haben seit dem Jahr 2007 eine Betriebsvereinbarung für die Regelung des Urlaubs eingeführt. Leider zeigen sich in der Praxis Probleme die vorher nicht bedacht wurden.

    Hier Auszüge aus der BV:

    Zitat

    § 2 Beantragung des Haupterholungsurlaub

    Jede/r Mitarbeiter/in hat die Urlaubswünsche für das Folgejahr bis zum 15.12. auf dem hierfür vorgesehenen Antragsformular zentral im Betriebsbüro einzureichen. Der Haupturlaub muss mindestens zwei Wochen betragen, sollte aber den Zeitraum von drei Wochen nicht überschreiten. Sofern erst nach Ablauf der Frist Urlaubswünsche geäußert werden, können sie nur berücksichtigt werden, wenn sie nicht mit den Wünschen anderen Kollegen/innen kollidieren. Der Eintrag in den Urlaubsplaner, der in den Abteilungen eingesehen werden kann, ist für den Arbeitgeber aber noch nicht verbindlich. Unabhängig von dieser Regelung sollte im Vorwege eine größtmögliche Abstimmung untereinander erfolgen.

    Zitat

    § 3 Genehmigung des Haupterholungsurlaub

    Widerspricht der Arbeitgeber den in der Liste genannten Urlaubswünschen nicht spätestens nach drei Wochen der in §2 genannten Frist, gilt der Urlaub als genehmigt und ist auch als solcher in dem Urlaubsplaner kenntlich zu machen. Der Arbeitgeber darf dem Urlaubswunsch nicht entsprechen, wenn vorrangige Wünsche anderer Beschäftigter vorliegen und aus betrieblichen Gründen nicht alle Urlaubswünsche berücksichtigt werden können. Generell gilt, dass Urlaubsanträge (unabhängig von der Dauer des Urlaubs) spätesten nach drei Wochen bearbeitet und genehmigt bzw. abgelehnt sein müssen.

    Zitat

    § 4 Grundsätze der Urlaubsgenehmigung

    Unter sozialen Gesichtspunkten hat der Arbeitgeber insbesondere folgenden Personen in der gewünschten Zeit bevorrechtigt Urlaub zu gewähren.

    - Mitarbeiter/innen mit schulpflichtigen Kindern ist möglichst in den Schulferien Urlaub zu gewähren (gilt auch für schulferienabhängige Kindergarten Kinder – Nachweispflicht!)
    - Mitarbeiter/innen mit berufstätigen Ehe- bzw. Lebenspartnern soll ein gemeinsamer Urlaub ermöglicht werden

    Kollidieren die Wünsche mehrerer bevorrechtigter Personen, hat der Arbeitgeber unter Abwägung der sozialen Belange eine sachgerechte Entscheidung zu treffen. Dabei ist Wünschen von Mitarbeitern/innen, die im letzten Urlaubsjahr nicht berücksichtigt werden konnten, Vorrang einzuräumen.

    Probleme gibt es bei den Kollegen die ihren Urlaub mit einer Flugreise etc. verbringen möchten und den Vorteil eines "Frühbucherrabatts" geniessen möchten.
    Es ist mit dieser BV nicht möglich z.B. im Okt 08 einen 14-tägigen Urlaub nach Mallorca im Sommer zu buchen, weil man erst in der 2.KW im Jahr 09 eine verbindliche Zusage der Urlaubswünsche bekommt.

    Ebendso gibt es Probleme mit Kollegen die gerne im Frühjahr eine Ferienwohnung buchen möchten aus dem selben Grund der "späten" Urlaubswunschzusage.

    Wie regelt ihr es bei euch im Unternehmen?
    Habt ihr Tipps für uns?

    Viele Grüße

    Marco

  • Zitat von MarcoP. :


    Es ist mit dieser BV nicht möglich z.B. im Okt 08 einen 14-tägigen Urlaub nach Mallorca im Sommer zu buchen, weil man erst in der 2.KW im Jahr 09 eine verbindliche Zusage der Urlaubswünsche bekommt.

    Wie war das noch einmal? Wenn zwschen Buchung und Urlaub mehr als 6 Monate liegen kann der Veranstalter dén Preis nachträglich einseitig anpassen? :twisted:

    Aber das ist ja nicht das Thema. Aus meiner Sicht kann man so etwas kaum befriedigend in einer BV regeln. Dem betreffenden Kollegen würde ich sagen: "Klär mit Deinen Kollegen ob das mit deren Urlaubsplänen kollidiert und besprich das dann mit Deinem Vorgesetzten."

  • Hallo Marco,

    in Eurer BV heißt es, dass bis zum 15.12. Urlaub für das Folgejahr zu beantragen ist. Damit habe ich theoretisch ab dem 01.01 bis zum 15.12. Zeit, den Urlaub zu beantragen. Wo ist das Problem?

    Gruß/Günther

  • Zitat von heelium :

    Wo ist das Problem?

    So wie ich das verstehe, liegt das Problem darin, dass der AG bis 5.1. Zeit hat, den Urlaub zu genehmigen oder auch abzulehnen, egal wann im Vorjahr einE AN den Urlaub beantragt hat, und darin, dass damit die AN den beantragten Urlaub nicht (risikofrei) vorher buchen können. Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Zitat von Winfried :

    So wie ich das verstehe, liegt das Problem darin, dass der AG bis 5.1. Zeit hat, den Urlaub zu genehmigen oder auch abzulehnen, egal wann im Vorjahr einE AN den Urlaub beantragt hat, und darin, dass damit die AN den beantragten Urlaub nicht (risikofrei) vorher buchen können. Grüsse Winfried

    genauso sieht es aus :wink:

  • Hallo MarcoP.,

    was wäre denn eine Regelung, die dem BR besser gefiele und den AN zupaß käme? Habt Ihr konkrete Vorstellungen? Ihr habt ja die Möglichkeit, den AG auf die Probleme anzusprechen und die BV in Übereinstimmung mit ihm abzuändern, bzw. könnt Ihr ja auch kündigen und neu verhandeln.

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • wir betrachten den Haupturlaub getrennt vom Rest. Die Planung, Koordination und Genehmigung der Haupturlaube erfolgt sogar noch später als bei Marco. Wir sind damit Anfang Februar fertig (hoffentlich). Die restlichen Urlaubstage gelten als genehmigt, wenn der AG nicht innerhalb 14 Tage widerspricht und damit einen Klärungsprozess einleitet.
    Die Festlegung des Zeitpunktes, wann der Haupturlaub genehmigt zu sein hat, damit man z. B. buchen kann, wird nie alle zufrieden stellen. Der einen Hälfte ist es immer zu früh, der anderen immer zu spät. Ergo, man sollte mal wieder eine eierlegende Wollmilchsau haben.

  • Zitat von Winfried :


    Hallo MarcoP.,

    was wäre denn eine Regelung, die dem BR besser gefiele und den AN zupaß käme? Habt Ihr konkrete Vorstellungen? Ihr habt ja die Möglichkeit, den AG auf die Probleme anzusprechen und die BV in Übereinstimmung mit ihm abzuändern, bzw. könnt Ihr ja auch kündigen und neu verhandeln.

    Grüsse Winfried

    Ja da ist ja das Problem...wir waren mit der BV ja zufrieden, haben sie ja schliesslich auch unterschrieben. Nur kommen nun Kollegen mit ihren Problemen auf uns zu. Ich sage mal 80% sind zufrieden und 20% nicht...das ist ja immerhin eine gute Quote und wir wissen nicht wie wir die anderen 20% zufriedener machen können, deshalb dachte ich jemand von euch hätte da noch eine idee.

    Viele Grüße

    Marco

  • Zitat von MarcoP. :


    § 3 Genehmigung des Haupterholungsurlaub

    ...
    Generell gilt, dass Urlaubsanträge (unabhängig von der Dauer des Urlaubs) spätesten nach drei Wochen bearbeitet und genehmigt bzw. abgelehnt sein müssen.

    Ich würde mich auf diesen Passus berufen. Dem AG kann es doch letztlich egal sein. Er hat ein Interesse daran, dass der Betrieb lauffähig bleibt. Und wer früh Urlaub einreicht...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.