gibt es Vorgaben zu "Verhandlungen" einer BV?

  • Hallo Kollegen/innen , gibt es eigentlich irgendwelche Vorgaben über die Art und weiße der Verhandlungen zu einer BV.

    Anders gefragt; Gelten Mails und Schreiben als Verhandlung? Oder muss dazu zwingend ein persönliches zusammensitzen stattgefunden zu haben.

  • Anders gefragt; Gelten Mails und Schreiben als Verhandlung? Oder muss dazu zwingend ein persönliches zusammensitzen stattgefunden zu haben.

    wir tauschen während der "Verhandlung zu einer BV" auch vieles über E-Mails / Videokonferenz aus und kommen nicht jedesmal mit dem AG zu einem persönlichen Treffen zusammen.

    Persönliche Treffen machen wir min. zu Beginn und zum Abschluss der Verhandlungen, dazwischen nach Bedarf.

    Aber jedesmal wegen Nachfragen oder neuen Ansätzen gleich ein persönliches Treffen, das machen wir auch nicht, das geht viel schneller und einfach über E-Mail oder per Videokonferenz. Da werden ja erstmal nur Informationen ausgetauscht, nichts schriftlich fixiert

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • @Bratislav geht es um die Vorbereitung zum anrufen der E-Stelle oder wofür ist das für dich relevant?
    Mails haben den vorteil, dass sie wunderbar als Beweis für tatsächlich durchgeführte Verhandlungen herhalten können.

  • Es gibt keine formalen Vorgaben für Verhandlungen. Juristisch ist es wurscht, wenn beide Seiten das so wollen (wobei es m.E. ein Verstoß gg die vertrauensvolle Zusammenarbeit wäre, wenn eine Partei Verhandlungen face to face Anbieter und die andere das ablehnt).


    Aber praktisch? Da ist es, sorry not sorry für die Ausdrucksweise, vollkommener Bullshit, sich nur schriftlich oder in Textform auszutauschen (ergänzend geht natürlich immer). Nur wenn man ein Ergebnis verzögern oder verhindern will, dann ist das empfehlenswert.


    Bratislav , was ist der Hintergrund der Frage?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Hintergrund ist, das aktuell keine Monatsgespräche stattfinden. Weil unser AG unseren Termin abgesagt hat, und zu weiteren Terminvorschlägen sich nicht äußert.


    Im Prinzip ist uns eine schriftliche Verhandlung sogar lieber. Weil das wie schon beschrieben , einfach nachweißbar ist.


    Die mündlichen Verhandlungen sind jedes mal seelische Grausamkeiten. Was willst Du mit jemanden verhandeln, der nur Seine Sicht der Dinge akzeptiert.


    Wir können uns derzeit gar nicht vorstellen das es mal passiert, das eine BV ohne EGS mit unserem AG möglich ist.

  • Hintergrund ist, das aktuell keine Monatsgespräche stattfinden. Weil unser AG unseren Termin abgesagt hat, und zu weiteren Terminvorschlägen sich nicht äußert.

    Das Verweigern der Monatsgespräche, inkl dem Nichtreagieren auf Terminvorschläge, ist ein Verstoß des AG gg seine betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten und kann vom BR mittels § 23 (3) BetrVG verfolgt werden.


    Bei meinem damaligen AG musste der BR das tatsächlich mal machen.


    Monatsgespräche sind m.E. eh oft nicht der richtige Ort für Verhandlungen von BVen (zu selten, Gruppe zu groß usw).


    Wenn Eure Verhandlungen eh für'n Arsch sind, dann ist es natürlich egal, ob sie das schriftliche oder face to face sind...

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Naja, das nbg ARGericht hat da wohl ne eigene Ansicht.

    Die haben uns zu weiteren Verhandlungen gezwungen obwohl wir mehrfach geschrieben und 2 mal zusammen gesessen haben.


    Ich weiß schon, Beschwerde bla bla.


    Aber wir haben so viel offene Baustellen, das wir da eher den Weg gehen:


    Na gut. dann eben nochmal Verhandeln und vermutlich doch wieder das Scheitern erklären.


    ( Wie gesagt, eine Einigung mit unserem AG ist nahezu ausgeschlossen. Der Zahlt lieber als das er

    uns nur eine Schamhaaresbreite entgegen kommt.)

  • Das Verweigern der Monatsgespräche, inkl dem Nichtreagieren auf Terminvorschläge, ist ein Verstoß des AG gg seine betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten und kann vom BR mittels § 23 (3) BetrVG verfolgt werden.

    Kann ja, aber muß er auch? Ich denke, wer mich nicht sehen will, dem laufe ich nicht nach. Vor allem, wenn es eh eine Qual ist.


    Wichtig ist, dass die Einladung schriftlich erfolgt und wenn der AG den Arsch mit oder Begründung nicht herbewegt, eine Aktennotiz erfolgt "heute kein blabla". Ansonsten könnte der AG mit dieser Taktik Verhandlungen auch wunderbar hinauszögern.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Kann ja, aber muß er auch? Ich denke, wer mich nicht sehen will, dem laufe ich nicht nach. Vor allem, wenn es eh eine Qual ist.

    Da steckt viel Wahrheit drin ||

    Man kann und darf Rechtsverstöße natürlich hinnehmen, klar.

    Hast natürlich wie immer Recht. Aber wir konzentrieren uns da halt lieber

    auf die "einfacheren" Angelegenheiten.

    Wir sind jetzt schon an einem Punkt, das es uns/mich überfordert.

    Lt. unsere Anwälte (wir beschäftigen derzeit schon 3 Kanzleien) raten

    alle, erst mal die klaren Fälle vor Gericht zu bringen.

    Und die, die der AG spürt. Obwohl wir ihnen schon mehrfach mitgeteilt haben,

    das wir keinerlei Hoffnung haben das unser AG das irgendwann

    begreift, das Er so nicht weiter machen kann.


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    Frage beantwortet. Danke Euch :thumbup: