BRM nimmt an bewilligter Schulung wegen Unwohlsein nicht teil - arbeitet von zuhause

  • Hallo zusammen,


    eine Kollegin meldete sich heute zur hausinternen Schulung ab, da sie sich nicht wohl fühle.
    Soweit alles klar.

    Nun arbeitet sie aber in ihrer "normalen" Rolle im home office.


    Kann das ein Problem werden?

  • Fehlen bestimmte Infos?
    Hilft das: Der AG hat die DSVGO-Schulung bewilligt, d.h. er wird sie auch bezahlen und hat ja quasi auch die "Freistellung" für die Zeit der Schulung bewilligt?

  • Also eine BR-Schulung unter Kostenübernahme des AG?


    Der AG hat Kosten für eine BR-Schulung, an der das BRM nun nicht teilnimmt, obwohl es offensichtlich nicht AU ist.


    Einen Regressanspruch des AG bzgl dieser Kosten halte ich nicht für ausgeschlossen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Ist das als "grobe Pflichtverletzung" zu werten?

    Ich frag mich immer öfter, warum sich leute in den BR Wählen lassen, und dann so unglaublich Probleme haben Ihre Pflichten diesen Amt gegenüber zu erfüllen.


    mir fällt es schwer zu glauben das hier der Sonder Kündigungsschutz der einzige Grund sein soll.

    Da mache ich mich doch lieber von vornherein nicht unbeliebt gegenüber dem AG und lass mich erst garnicht aufstellen.

  • Bei uns sind einige neu dabei und sehen vieles locker, auch weil der AG eher "we are family" und weniger Professionalität vermittelt. Brave new work... Das überträgt sich hier.

    Der Hinweis, dass sie auf den Kosten sitzenbleiben können, wird wohl helfen. Sie haben sich ja freiwillig zum Seminar gemeldet (...).


    Mehr Sorge habe ich, dass der AG irgendwann bei der Bewilligung noch kritischer wird, wenn so etwas vorkommt. An der Stelle werde ich sauer, weil es dann noch blöd auf die Füße der engagierten BRM fällt.

  • Ist das als "grobe Pflichtverletzung" zu werten?

    Es könnte eine Pflichtverletzung sein. Wenn ja, aber noch keine gravierende.


    Was zugunsten des BRM (bzgl Pflichtverletzung und/oder Regress) wirken könnte: Wenn es zwar prinzipiell arbeits-, aber nicht arbeitswegefähig wäre. Das sehe ich bei einem "Unwohlsein" eher nicht.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Also ich finde das recht unverschämt.


    Die besagte nimmt am Seminar nicht teil, was der AG bezahlt ( was ja auch nicht billig ist) , aber macht Home Office, das schreit ja förmlich nach - Ich hab kein Bock!!!


    Liegt eine AU vor und hat sie sich ordnungsgemäß abgemeldet bei der Seminarleitung und dem AG?


    Wenn nicht könnte der AG das auf sie ummünzen,oder?

    Jede Investition in die Belange der Schwerbehinderte kann eine Investition in die eigene Zukunft sein, denn jeder kann morgen selbst ein Betroffener sein.

  • Ohne genaue Kenntnis der Umstände würde ich die Kollegin mal nicht so in die Schämecke stellen. "Nicht wohl fühlen" kann ein tiefstapelnder Ausdruck sein, zudem muß sie die genaue Krankheit ja auch nicht angeben. Wenn die Übelkeit dazu führt, dass ihr im Bus schlecht wird, ist sie durchaus arbeits- aber nicht reisefähig. Oder wenn sie alle 10 Minuten auf die Toilette muss, aber 30 Minuten Anfahrtszeit hat, könnte ein Problem bekommen...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Danke, Der Mann mit der Ledertasche , da drückt mal wieder jemand etwas verständlicher aus, was ich meinte:

    Was zugunsten des BRM (bzgl Pflichtverletzung und/oder Regress) wirken könnte: Wenn es zwar prinzipiell arbeits-, aber nicht arbeitswegefähig wäre.

    Wir sind ja nicht die Erziehungsberechtigten des BRM.


    "Unwohlsein" reicht nicht. Aber wenn der AG Probleme macht, z.B. Regress fordert, dann wäre das hier ggf gerichtlich zu klären:

    "Nicht wohl fühlen" kann ein tiefstapelnder Ausdruck sein, zudem muß sie die genaue Krankheit ja auch nicht angeben. Wenn die Übelkeit dazu führt, dass ihr im Bus schlecht wird, ist sie durchaus arbeits- aber nicht reisefähig. Oder wenn sie alle 10 Minuten auf die Toilette muss, aber 30 Minuten Anfahrtszeit hat, könnte ein Problem bekommen...

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

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  • Mir geht es vor allem darum, das Gremium zu schützen. Würde ja reichen wenn die Kollegin ihre Reiseunfähigkeit mal anmerkt, dann wären wir wohl fein raus.
    Ansonsten wünsche ich mir natürlich, dass alle kommen, die sich zu Schulungen melden ... Aber man kann auch nicht alle zu ihrem Glück zwingen.

  • Ohne genaue Kenntnis der Umstände würde ich die Kollegin mal nicht so in die Schämecke stellen. "Nicht wohl fühlen" kann ein tiefstapelnder Ausdruck sein, zudem muß sie die genaue Krankheit ja auch nicht angeben. Wenn die Übelkeit dazu führt, dass ihr im Bus schlecht wird, ist sie durchaus arbeits- aber nicht reisefähig. Oder wenn sie alle 10 Minuten auf die Toilette muss, aber 30 Minuten Anfahrtszeit hat, könnte ein Problem bekommen...

    OT: Du würdest ihr also keine Grußkarte zur Schwangerschaft persönlich zustellen? :)

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)