Low Perfomer

  • ...verliert der AG den Kündigungsschutzprozess.

    was i.d.R. dann trotzdem zum Verlust des AP führt, weil das Vertrauensverhältnis zerstört ist.

    Die wenigsten gewonnen Kündigungsschutzprozesse enden damit, dass der AN wieder an seinen AP zurückkehrt.


    Deswegen kann es eben besser sein, schon den Prozess zu verhindern und den AN seinen AP zu erhalten m.M.n.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Sorry, aber wenn Du die gestellten Fragen nicht beantworten kannst, dann scheinst Du Dir evtl nicht ausreichend Mühe zu geben?

    ich habe doch schon mehrfach geschrieben dass es Zeitaufnahmen gibt die einen Durchschnittswert ergeben mit dem dann der Teilepreis ermittelt wird! Das heißt: im Durchschnitt müssen 30 Kartons in einer Schicht gefertigt werden um Geld damit zu verdienen! Hatte ich auch schon geschrieben. Du fragst immer wieder das selbe, ich glaube du liest die Antworten nicht.

    Es sind also Durchschnittswerte von unterschiedlichen MA an unterschiedlichen Tag und Nachtzeiten an unterschiedlichen Tagen, das ganze wird über mehrere Wochen aufgenommen. Zeitaufnahmen eben....

    wenn man düngen will reicht es nicht durch den Zaun zu furzen.

  • mimmie , wir reden wohl aneinander vorbei... Und deswegen bohre ich da weiter...


    Es gibt die Anweisung, von allen AN "müssen im Durchschnitt mindestens 30 Stück gefertigt werden" in einem bestimmten Zeitraum?


    Das ist ja keine Zahl, die etwas über die tatsächliche Fertigungsquote aussagt. Und nur die kann als Vergleichswert dienen.


    Wie viele werden denn tatsächlich im Schnitt über alle AN pro Person gefertigt? Wie viele fertigt die betroffene Person tatsächlich?


    Der zugrunde liegende Zeitraum sind wie viele Wochen? Wenige Wochen wären nämlich m.E. nicht bereits "längerfristig".


    Verstehe ich zudem recht: Die zugrunde liegenden Daten werden punktuell erfasst, d.h. es werden nicht dauerhaft über Wochen alle gefertigten Stücke gezählt, sondern bestimmte Zeiträume (vmtl nach Zufallsprinzip) herausgegriffen? D.h. die faktischen zur Beurteilung herangezogenen Zeiträume sind noch kleiner?


    Das liest sich für mich eben so, dass die Infos nicht zureichen.


    Im Thread kam auch der beachtenswerte Einwand, dass der AG eigentlich zuerst abmahnen müsste, bevor er zu kündigen versucht.


    Ganz abgesehen davon, dass ich Randolf zustimme, dass es (natürlich!) sinnvoller ist, eine Kündigung ggf zu verhindern, als hinterher im Prozess zu klären, sehe ich da hier anders:

    was i.d.R. dann trotzdem zum Verlust des AP führt, weil das Vertrauensverhältnis zerstört ist. Die wenigsten gewonnen Kündigungsschutzprozesse enden damit, dass der AN wieder an seinen AP zurückkehrt.

    Woher stammt diese Statistik, ist das belegbar? Ich kenne die Info andersrum. Und ich kenne auch persönlich Fälle, wo die Rückkehr erfolgreich gelang.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    4 Mal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Es gibt die Anweisung, von allen AN "müssen im Durchschnitt mindestens 30 Stück gefertigt werden" in einem bestimmten Zeitraum?

    7,5 Std

    Wie viele werden denn tatsächlich im Schnitt über alle AN pro Person gefertigt? Wie viele fertigt die betroffene Person tatsächlich?

    30,

    10,

    Verstehe ich zudem recht: Die zugrunde liegenden Daten werden punktuell erfasst, d.h. es werde nicht dauerhaft über Wochen alle gefertigten Stücke gezählt, sondern bestimmte Zeiträume (vmtl nach Zufallsprinzip) herausgegriffen? D.h. die faktischen zur Beurteilung herangezogenen Zeiträume sind noch kleiner?

    richtig, ist gängige Praxis in Produktionsbetrieben.

    wenns jetzt noch nicht kapiert hast werf ich das Handtuch :evil:

    wenn man düngen will reicht es nicht durch den Zaun zu furzen.

  • Woher stammt diese Statistik, ist das belegbar? Ich kenne die Info andersrum. Und ich kenne auch persönlich Fälle, wo die Rückkehr erfolgreich gelang.

    ich arbeite in der Privatwirtschaft (im öffentlichen Dienst o.ä. mag es anders sein)

    Ich habe noch nie erlebt, dass ein MA der seine Kündigungsschutzklage gewonnen hat, an den AP zurückgekehrt ist. Die MA wollten sich das meist selbst auch nicht wirklich antun.

    Im Anschluss (oder während des Prozesses) hat es immer "Auflöseverhandlungen" gegeben wegen "zerstörtem Vertrauensverhältnisses

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Hallo zusammen, bei uns in der Firma gibt es keine Vorgaben was, wieviel in welcher Zeit fertiggestellt werden muss (Produktion)

    Das würde ich inzwischen anders sehen. Die klare (wenn auch nicht vertraglich festgehaltene) Vorgabe lautet doch: 30 Stück in 7,5 Stunden.


    Ich habe die Befürchtung dass es Kündigungen geben wird.

    Wenn Erfassung und Beurteilung der MA vom BR begleitet und unterstützt werden, dann sind das die Geister, die ihr gerufen habt. Ihr habt eine BV dazu, die das hergibt oder meinetwegen auch ganz bewusst keine BV, die personelle Konsequenzen ausschließt.

  • Die klare (wenn auch nicht vertraglich festgehaltene) Vorgabe lautet doch: 30 Stück in 7,5 Stunden.

    Das mag sein, aber diese Vorgabe ist letztlich eine "Phantasiezahl", die rechtlich nicht kündigsrelevant ist. Es zählt bzgl Low Performance alleine der tatsächliche Durchschnitt.


    Randolf , ich habe das sowohl im öD als auch im privaten Bereich anders erlebt. Aber ich lese bei Dir auch klar heraus: Eine Statistik hast auch Du nicht. (Ist aber eh ein Nebenthema)

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  • Pfried, ich bin da ganz bei dir und halte eine rechtswirksame Kündigung auf dieser Grundlage für äußerst schwierig bis unmöglich.

    Ich versuche aber, mich an der initialen Fragestellung zu orientieren und diesem Forum für Betriebsräte gerecht zu werden. Und gerade die haben hier meines Erachtens jeden Handlungsspielraum (ggf. nur mäßig gut) ausgeschöpft.

    Nun kann man natürlich auch noch einen betroffenen MA beraten oder aber den AG. Aber das ist zum Einen ein ungelegtes Ei und zum anderen aus gutem Grund immer extrem individuell zu betrachten. Ich sehe nicht die Möglichkeit, hier zu einer "Lösung" zu kommen.

  • mimmie , ich kapiere das durchaus.


    ●Wenn der tatsächliche Durchschnitt aller vergleichbaren AN 30 ist (und das nicht nur eine vom AG gewünschte oder verlangte Zahl - es wäre auch ein lustiger "Zufall", wenn der Durchschnitt und die Forderung des AG so übereinstimmten),

    ●wenn die betroffene vergleichbare Person tatsächlich nur 10 liefert,

    ●wenn das über einen längeren Zeitraum (also sicherlich länger als ein paar Wochen) so ist,

    ●und nicht nur stichpunktartig erhoben wurde (selbst wenn das "gängige Praxis" ist, dann ist das nicht zwingend gerichtsfest),


    dann hätte der AG nach der mir bekannten Rechtsprechung gute Chancen.


    Darüber hinaus wäre auch argumentierbar, dass vor einer Kündigung u.U. abgemahnt werden müsste.

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  • ich habe das sowohl im öD als auch im privaten Bereich anders erlebt. Aber ich lese bei Dir auch klar heraus: Eine Statistik hast auch Du nicht. (Ist aber eh ein Nebenthema)

    habe auch keine Zahlen und kenne ÖD nur vom Hörensagen...


    Unser Anwalt hat mal gesagt, dass zwar sehr viele (80-90% meine ich) Kündigungsschutzklagen gewonnen werden, dass bei dem Gewinnen aber hauptsächlich dann Abfindungen der Gewinn sind, die wenigstens Kläger würden überhaupt auf Erhalt des Arbeitsplatzes klagen, so seine Meinung/Empfindung.

    In gewisser Weise nachvollziehbar, denn wer will schon weiter für einen AG arbeiten der einen kündigt.

    Ob das nun jetzt tatsächlich so ist oder nur sein Empfinden wer weiß.

    Aber ist und bleibt ein Nebenthema hier.

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • dann hätte der AG nach der mir bekannten Rechtsprechung gute Chancen.


    Darüber hinaus wäre auch argumentierbar, dass vor einer Kündigung u.U. abgemahnt werden müsste.

    und damit bin ich ganz bei dir!

    wenn man düngen will reicht es nicht durch den Zaun zu furzen.

  • Tobias Clausing :

    Ich versuche aber, mich an der initialen Fragestellung zu orientieren und diesem Forum für Betriebsräte gerecht zu werden.

    Als BR versuche ich eine solche Kündigung zu verhindern, und dazu muss ich ggf dem AG eine Rechtslage klarmachen, ich will mir ggf Ablehnungsgründe bei Anhörungen überlegen, ich will ggf präventiv tätig werden usw. - da finde ich die Diskussion insgesamt nicht abseits.


    mimmie , sorry, wenn ich da genervt habe, aber ich versuche gerade in schwierigen Rechts- und sonstigen Fragen möglichst genau zu sein, weil man dann zielgerichteter helfen kann.

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  • Wenn der tatsächliche Durchschnitt aller vergleichbaren AN 30 ist (und das nicht nur eine vom AG gewünschte oder verlangte Zahl - es wäre auch ein lustiger "Zufall", wenn der Durchschnitt und die Forderung des AG so übereinstimmten),

    Ne würde ich nicht als lustigen Zufall bezeichnen!

    War bei meiner Frau im Betrieb auch so. Es gab genaue Vorgaben welche Stückzahl von welchem Produkt erreicht werden sollte. Da dies ein fairer Wert war haben alle Mitarbeiter die Zahl gemacht. Aber natürlich nicht mehr weil es ja kein Geld extra gab. :)

  • schwede12 , hier geht es ja um Low Performance. Wenn 9 von 10 Leuten genau 30 machen würden und eine:r schaffte bloß 10, dann wäre der Gesamtdurchschnitt z.B. 28...


    Da dies ein fairer Wert war haben alle Mitarbeiter die Zahl gemacht. Aber natürlich nicht mehr weil es ja kein Geld extra gab.

    Das wäre im Pbrigen arbeitsrechtlich durchaus auch angreifbar...

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  • Ich glaube du hast in Deinem Leben noch niemals in solchen Bereichen gearbeitet!

    Ich habe in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet. Auch in Fabriken. Seit einem Vierteljahrhundert aber in meinem jetzigen Beruf (in dem es aber sehr oft um berufliche Reintegration geht, wo man tiefe Einblicke in die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche und-Bedingungen bekommt).


    Es geht hier aber um arbeitsrechtliche Prinzipien, da ist das konkrete Gewerbe eher unerheblich. Jemand, der als AN nur Mindestanforderungen erfüllt, z.B. trödelt oder pausiert, wenn Mindestanforderungen bereits erfüllt sind, also die eigene Leistungsfähigkeit bewusst nicht ausschöpft, ist u.U. arbeitsrechtlich sanktionierbar ähnlich wie Low Performer:innen.


    Das ist aber wirklich ein Nebenthema.

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  • schwede12 , vllt liest Du meinen letzten Beitrag nochmal und versuchst, ihn zu verstehen. Da steht die Antwort.


    Wenn Du z.B. für 7.5 Stunden bezahlt wirst, aber nach 4 Stunden 30 Stück gefertigt hast, und dann 3.5 Stunden abhängst, ist das arbeitsrechtlich sanktionierbar. Oder wenn jemand bewusst langsam arbeitet, um in 7.5 Stunden 30 Stück zu schaffen, obwohl unter Ausnutzung der persönlichen Leistungsfähigkeit z.B. 50 erreichbar wären (was aber schwerer beweisbar wäre).

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