Streitigkeiten bei BEM

  • Hallo zusammen,

    wir haben zur Zeit eine BV zum Thema BEM auf dem Tisch. Hier der Auszug womit wir im Gremium nicht einverstanden sind:

    "Stellt das Integrationsteam die erfolgreiche Umsetzung oder das Scheitern fest, entscheidet es in Abstimmung mit dem Arbeitgeber abschließend über die erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Beendigung des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet der Arbeitgeber."


    Der letzte Satz geht unserer Meinung nach gar nicht. Wer entscheidet letztlich endgültig über eine erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Beendigung der Maßnahme?


    Grüße

    Mario

    • "Der Arbeitgeber dagegen kann das BEM nicht einseitig beenden. Auch wenn er keine Ansätze für Maßnahmen mehr sieht, ist das Verfahren erst abgeschlossen, wenn auch alle anderen beteiligten Stellen, etwa Arbeitnehmer, Betriebsrat oder Inklusionsamt keine ernsthaft weiter zu verfolgenden Ansätze aufzeigen. Dazu muss der Arbeitgeber ihnen Gelegenheit binnen einer bestimmten Frist geben." (Quelle: https://www.aulinger.eu/aktuel…ingliederungsmanagements/)
    • Da die Instanz "Inklusionsamt" im Zweifel mit im Boot ist, kann der AG seine "Meinung" nicht darüber stellen
    • Wer ist denn im "Integrationsteam?" Bzw. wie sieht derzeit das BEM bei Euch aus?

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Hallo Binchen3,


    unser Integrationsteam soll, wenn die BV verabschiedet ist aus folgenden Mitgliedern bestehen.

    • "Dieses Integrationsteam setzt sich zusammen aus zwei Beauftragten des Arbeitgebers, dem Betriebsratsvorsitzenden oder dessen Stellvertretung und, wenn ein schwerbehinderter Arbeitnehmer betroffen ist, zusätzlich einem Beauftragten der Schwerbehindertenvertretung."

    Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für deine schnelle Antwort....

  • Uff.

    Und die sitzen alle dem AN beim Gespräch "gegenüber"? (Hat was von "großem Tribunal" und könnte kontraproduktiv sein.)


    Oder wird in diesem Team eine Art Fallgespräch geführt, wenn der AN seine Zustimmung zur Weitergabe er Informationen aus dem BEM-Gespräch gegeben hat?


    Grob der Ablauf bei uns:

    Wenn die Feststellung erfolgt ist, dass die 6 Wochen Krankheit in 12 Monaten überschritten sind (6 Wochen und 1 Tag) erfolgt ein Brief mit der Einladung zum BEM.

    Der MA soll sich selber für die Terminabsprache bei einem der BEM-Beauftragten melden (1x männlich, 1x weiblich - weil manche Themen vielleicht besser mit dem Vertreter des einen oder anderen Geschlechts besprochen werden wollen), oder, alternativ, der Personalabteilung mitteilen, dass das BEM nicht gewünscht ist (wir machen bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit auf die Wichtigkeit der Teilnahme aufmerksam).


    Das BEM-Gespräch findet dann in vertraulichem Rahmen statt - auf Wunsch es MA unter Hinzuziehung der SBV, wo diese im Boot ist.


    Die Gesprächsinhalte werden nur mit Zustimmung des MA weitergegeben. Umsetzungsbedarf, wenn sich herausstellt, es gibt etwas am Arbeitsplatz, dass verbessert / verändert gehört, um potentiell die Ausfallzeiten durch Erkrankung zu senken werden zunächst auf "könnte mehrere MA" betreffen, dann kümmert sich der Gesundheitsausschuss darum, ohne im Einzelfall Namen der Beschäftigten zu nennen. Betreffen solche Maßnahmen tatsächlich nur individuell einen MA weist der/die BEM-Beauftragte darauf hin, wie wichtig die Weitergabe der dazu benötigten Informationen ist, um eine Änderung herbeizuführen. Meistens stimmen die MA dann zu.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.