Erneute Einladung zum Vorstellungespräch notwendig?

  • Verschiedene Stellen? Dann viel Spaß wenn da mal ein Bewerber klagt.

    Kein öffentlicher Dienst, kein Rechtsanspruch auf ein Bewerbungsgespräch.


    Das Bewerbungsgespräch wird durch die BV zugesichert, mehrere Gespräche in kurzer Folge nicht. Sofern das für unseren Betrieb nicht illegal ist, sehe ich keine Gefahr durch eine Klage.

  • Kein öffentlicher Dienst, kein Rechtsanspruch auf ein Bewerbungsgespräch.


    Das Bewerbungsgespräch wird durch die BV zugesichert, mehrere Gespräche in kurzer Folge nicht. Sofern das für unseren Betrieb nicht illegal ist, sehe ich keine Gefahr durch eine Klage.

    Wir haben das in der Inklusionsvereinbarung dem AG "untergeschoben" :)ohne eine Begrenzung von kurz hintereinander erfolgenden Bewerbungen.
    Und dann in einem Prozess der vertrauensvollen Zusammenarbeit unsere Personalabteilung entsprechend in dem Punkt "Erzogen". Das klappt in der Zwischenzeit sehr gut.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Hallo nochmal,
    ich bin heute in meinen Unterlagen

    ArbG Karlsruhe, Urteil vom 26.01.2016 – 2 Ca 425/15

    gestolpert!
    Zusammengefasst:

    Lädt ein öffentlicher Arbeitgeber einen schwerbehinderten Bewerber nicht zu einem Vorstellungsgespräch ein, lässt dies zwar grundsätzlich nach § 22 AGG eine Benachteiligung wegen der Behinderung vermuten.


    Etwas anderes gilt aber, wenn sich der schwerbehinderte Bewerber nur wenige Wochen zuvor auf eine gleiche Stelle beworben und nach der Teilnahme an einem Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten hatte.


    Der öffentliche Arbeitgeber ist einem solchen Fall nicht gehalten, den Bewerber mehrfach zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.


    Ich gebe aber zu BEdenken, dass es sich lediglich um das Urteil eines Arbeitsgerichtes handelt.

    Viele Grüße Frank

  • ArbG Karlsruhe, Urteil vom 26.01.2016 – 2 Ca 425/15

    Interessantes Urteil! Und eines, dass auch komplett einschlägig ist. (Wobei ich mir vorstellen kann, dass das Urteil es in einer höheren Instanz schwer gehabt hätte...)


    Jedenfalls dann, wenn ein Schwerbehinderter sich auf mehrere Stellen mit identischem Anforderungsprofil bewirbt und der Arbeitgeber ein identisches Auswahlverfahren durchführt, die für die Personalentscheidung verantwortlichen Mitarbeiter gleich bleiben und wie - im vorliegenden Fall - nur ca. 5 Wochen zwischen dem Vorstellungsgespräch und der erneuten Bewerbung liegen, bildet die unterlassene Einladung zum Vorstellungsgespräch gemäß § 82 Satz 2 SGB IX keine hinreichende Indiztatsache für eine Diskriminierung wegen der Behinderung. Die Chanceneröffnung durch das geführte Bewerbungsgespräch wirkt in diesem Fall auch für das neue Bewerbungsverfahren fort.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)