Erneute Einladung zum Vorstellungespräch notwendig?

  • Hallo alle zusammen,


    hattet ihr schon mal den Fall, dass ihr ein Bewerbungsverfahren hattet bei dem ein/e schwerbehinderte/r Bewerber/in eingeladen wurde und es aber mit ihr/ihm keine geeigneten Bewerber nach den Gesprächen gab, nun die Stelle erneut ausgeschrieben wurde und sich der/die schwerbehinderte Bewerber/in erneut bewirbt? Ist dann die erneute Einladung zwingend notwendig? Ich nin mir da etwas unsicher.

  • Sonnenschein99

    Hat den Titel des Themas von „Erneute Einladung zum Vorstellungespräch notwenig?“ zu „Erneute Einladung zum Vorstellungespräch notwendig?“ geändert.
  • Haben sich denn die Anforderungen an die Bewerber geändert?

    Davon abgesehen, dass der AG zu Bewerbungsgesprächen einlädt macht es wenig Sinn einem Bewerber erneut Hoffnungen zu machen um dann nach dem Gespräch festzustellen, dass er immer noch nicht geeignet ist oder?

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  • rtjum , es geht darum, ob eine rechtliche Pflicht zur Einladung von SB besteht, und ob diese bei erneuter Ausschreibung wieder besteht.


    Wenn eine grundsätzliche Rechtspflicht besteht, dann ist bei einer Neuausschreibung und neuen Bewerbungsrunde der/die SB erneut einzuladen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • es geht darum,

    wenn es darum geht, dann hast Du natürlich Recht, ich lese die Frage aber anders.

    Ich kann nirgends lesen, dass es um die Einladung an die SB geht.

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  • Es ist die gleiche Ausschreibung. Es ist eine zweite Runde weil man bei der ersten Auschreibung niemanden gefunden hat. In der ersten Runde wurde der schwerbehinderte Bewerber bereits eingeladen war aber nach Gespräch nicht geeignet. Nun hat er sich erneut auf die Stelle beworben.

  • also es geht um die Einladung des Bewerbers zu einem erneuten Vorstellungsgespräch?


    und bei Euch gibt es eine tarifliche oder gesetzliche oder was auch immer Regelung, dass Bewerber mit einem GdB immer zu Vorstellungsgesprächen einzuladen sind?

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    Einmal editiert, zuletzt von rtjum ()

  • also ganz persönliche Meinung ist wenn ein Bewerber beim ersten Mal nicht geeignet war wird er des beim zweiten Mal auch nicht sein.

    Offensichtliche fachliche Nichteignung ist ja durch das erste Gespräch bereits gegeben.


    Tatsächlich hoffe ich auf albarracin und sein Fachwissen, denn meine persönliche Meinung mag falsch sein.

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  • Ich bin mir eben nicht sicher ob wir das richtig machen mit der Begründung da der jenige beim erstem mal schon nicht geeignet war. Wir haben tatsächlich Kandidaten die es darauf anlegen ob sie eingeladen werden oder nicht....aber das ist ein komischer Fall, hatte wir so noch nicht.

    Ich wurde vom Arbeitgeber als SBV angefragt, was hier der richtige Weg wäre;O(

    Mein Bauchgefühl sagt es wäre nicht falsch wenn wir nicht einladen, ich hätte aber gern noch eine Bestätigung dazu;O)

  • ich bin mir auch nicht sicher, aber im Zweifelsfall würde ich ihn lieber einmal zu viel als einmal zu wenig einladen, schon um ihn die Option auf eine Schadenersatzklage wegen Diskriminierung zu nehmen. (Es soll ja Bewerber geben, die den Job im Grunde gar nicht wollen, sondern nach einem Fehler suchen aufgrund dessen sie Schadenersatz einklagen können). Aber im Gespräch würde ich ihn fragen, welche Qualifizierungsmaßnahmen er zwischenzeitlich absolviert hat, aufgrund derer er sich jetzt für geeigneter hält.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Was bedeutet "zweite Runde"? Ohne eine erneute Ausschreibung gehen ja keine neuen Bewerbungen ein. Und wenn dem so ist, dann ist klar:

    Wenn eine grundsätzliche Rechtspflicht besteht, dann ist bei einer Neuausschreibung und neuen Bewerbungsrunde der/die SB erneut einzuladen.

    Eine

    ganz persönliche Meinung

    mag zwar vllt nachvollziehbar sein, aber ein AG wäre gut beraten, eine Stellenbesetzung nicht daran scheitern zu lassen, ein:e SB nicht eingeladen zu haben.

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  • An sich würde ich sagen: es ist ein neues Stellenbesetzungsverfahren.

    Je länger der Abstand zwischen den beiden Verfahren Ist, um so mehr besteht die Möglichkeit, dass ein Kabdidat sich verbessert hat.


    Wenn mit den gleichen Kriterien erneut ausgeschrieben wurde, dann würde ich sogar davon ausgehen, dass auch die nicht schwerbehinderten Bewerber erneut einzuladen sind, so sie sich wieder bewerben. Sie erfüllen dann ja die entsprechenden Kriterien.


    Meiner Meinung nach ist einzuladen. Der Bewerber ist ja nicht offensichtlich ungeeignet.

    Die Einladungspflicht entfällt ja auch nicht, wenn die fachliche Eignung zweifelhaft ist (BAG, Urt. V. 16.12.2012 8 AZR 697/10).

    Mehr kann man ja nicht sagen, da der Bewerber sich ja seit dem letzten Verfahren weiterentwickelt haben kann.


    Die Einladungspflicht würde meiner Meinung nach nur entfallen, wenn der Bewerber offensichtlich ungeeignet ist.

  • Hallo,


    solange keine offensichtliche Nichteignung besteht, gilt § 165 für jedes einzelne Bewerberverfahren.

    Ob es sich um eine Erst- oder Wiederausschreibung handelt, spielt keine Rolle.

    denn der Dienstherr könnte ja geneigt sein, seine Anforderungen etwas "herunterzuschrauben". Genauso gut könntest Du als SBV evtl. aufgrund der vorherigen Gespräche neue Ideen für eine Kompensation der Schwächen haben.

  • solange keine offensichtliche Nichteignung besteht, gilt § 165 für jedes einzelne Bewerberverfahren.

    Ob es sich um eine Erst- oder Wiederausschreibung handelt, spielt keine Rolle.

    denn der Dienstherr könnte ja geneigt sein, seine Anforderungen etwas "herunterzuschrauben". Genauso gut könntest Du als SBV evtl. aufgrund der vorherigen Gespräche neue Ideen für eine Kompensation der Schwächen haben.

    Ferner sind die eingereichten Bewerbungsunterlagen zu prüfen ob sich der Bewerber ggf. fortgebildet hat - also gibt es den Zeitlichen Aspekt wieviel Zeit inwischen vergangen ist.


    Wir hatten den Fall, dass wir den Bewerber im ersten Verfahren eingeladen hatten und ihn dort als fachlich eindeutig ungeeignet bewertet haben. Der Bewerber hat kurze Zeit später unveränderte Unterlagen eingereicht. Aufgrund der fachlichen Inkompetenz wurde nach Absprache mit der SBV davon abgesehen den Bewerber einzuladen.
    Wichtig und notwendig ist hier die dukumentierte entsprechende Begründung aus dem ersten Verfahren ansonsten macht sich der Arbeitgeber angreifbar.

  • offensichtliche Nichteignung

    was versteht man denn genau darunter?


    Wieder meine ganz persönliche Meinung/Auslegung: Der Bewerber war im ersten Verfahren bereits beteiligt und ist nicht genommen worden also war er wohl nicht geeignet für die Stelle.

    Ist das in einem zweiten Verfahren keine klar erkennbare, deutliche Nichteignung?


    Natürlich kann er sich weitergebildet haben in der Zwischenzeit aber es werden auch keine Ewigkeiten zwischen den einzelnen Ausschreibungsrunden liegen, so dass Weiterbildungen auch eher nur kleinere Dinge beinhalten können.

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  • Ich danke euch für Eure antworten. Nur kurz noch für euch die Info. Es ist tatsächlich eine erneute Ausschreibung rausgegangen. Ob die Kriterien zu 100 % identisch sind mit der ersten Ausschreibung müsst ich noch abprüfen. Ich hab aich gedavht, dass wenn er in der ersten Runde gescheitert ist und sich jeztz nichts an den Anforderungen geändert hat, man ihn nicht unbedingt nochmal einladen müsste. Aber das ist wirklich schwierig, da alles richtig zu machn. Ich habe dem Arbeitgeber geraten einzuladen, dass ist immer die sichere Variante.

  • Wieder meine ganz persönliche Meinung/Auslegung:

    Für jemanden, der (wie zugegebermaßen auch ich) von der Materie sehr offensichtlich herzlich wenig Ahnung hat, spuckst Du sehr große Töne gerade auch angesichts der Tatsache, dass der AG bei unrechtmäßiger Nichteinladung ein nicht geringes finanzielles Risiko hat.


    Man hätte natürlich auch recherchieren können, bevor man herumtönt. Dann hätte man schnell u.a. dieses Urteil gefunden (einer der obersten Hits bei entsprechender Suche bei Google):


    https://www.bundesarbeitsgeric…entscheidung/8-azr-59-20/: Maßstab für die fachliche Eignung (...) ist der Aufgabenbereich des zu besetzenden Arbeitsplatzes. Ob ein schwerbehinderter Mensch für eine zu besetzende Stelle fachlich ungeeignet ist, ist demnach anhand eines Vergleichs zwischen dem (fachlichen) Anforderungsprofil des zu besetzenden Arbeitsplatzes und dem (fachlichen) Leistungsprofil des Bewerbers oder der Bewerberin zu ermitteln (...). „Offensichtlich” fachlich nicht geeignet ist, wer „unzweifelhaft” insoweit nicht dem (fachlichen) Anforderungsprofil der zu vergebenden Stelle entspricht. Bloße Zweifel an der fachlichen Eignung rechtfertigen es nicht, von einer Einladung abzusehen, weil sich Zweifel im Vorstellungsgespräch ausräumen lassen können (...). Lassen allerdings bereits die Bewerbungsunterlagen zweifelsfrei erkennen, dass die durch das Anforderungsprofil zulässig vorgegebenen fachlichen Kriterien nicht erfüllt werden, besteht für den öffentlichen Arbeitgeber keine Verpflichtung, den schwerbehinderten Menschen zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen (...).


    Dass jemand in einer vorherigen Runde nicht berücksichtigt wurde, erfüllt die Kriterien an die Feststellung der "offensichtlichen Ungeeignetheit" nicht. Der AG muss beweisen können, dass die Nichtberücksichtigung im vorigen (und damit auch jetzigen) Auswahlverfahren aufgrund der Nichterfüllung fachlicher Kriterien erfolgte. Ob das hier der Fall ist, wissen wir nicht (es könnte ja z.B. sein, dass fachliche Kriterien erfüllt waren, aber eben nicht segr eindrucksvoll, man sich aber bessere Bewerber:innen erhofft, oder dass es eben nur "Zweifel" gab, oder etc.pp.).

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    5 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • mein lieber Fried, ich wußte, dass genau von Dir wieder so ein rumtönen kommt, denn das ist nun mal Deine Art "nett" zu sein.


    Ich habe nicht rumgetönt, ich stelle, eben weil ich nicht rumtöne, Fragen und im Gegensatz zu Dir, versuche ich auch nicht immer wieder andere irgendwie anzugreifen und meine eigene Meinung als Gottgegeben hinzustellen. Aber nochmal, so bist Du halt und grundsätzlich halte ich auch viel von Deinen Antworten.


    Ich habe zwei Fragen gestellt, eben weil es mich interessiert was genau denn im öffentlichen Dienst, von dem ich tatsächlich keine Ahnung habe, denn genau gemeint ist.

    Und diese Fragen habe ich an albarracin gestellt denn der hat, im Gegensatz zu Dir


    (wie zugegebermaßen auch ich)


    ja Ahnung davon.


    zusätzlich hat Sonnenschein99

    Es ist die gleiche Ausschreibung.

    dies geschrieben.

    Also gleiche Voraussetzung wie vorher wieso sollte man dann annehmen, dass sich an Einstellungsvoraussetzungen etc etwas geändert haben sollte?

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  • rtjum , Du verstehst es immer noch nicht.

    Wieder meine ganz persönliche Meinung/Auslegung:

    Wenn man von einer Materie wenig oder gar keine Ahnung hat, sollte man sich mit Meinungen und Auslegungen massiv zurückhalten, mindestens wenn das Fazit wie hier mit Risiken verbunden ist (Entschädigung von bis zu 3 Monatsgehältern wg AGG-Verstoß).

    Ich (...) stelle (...) Fragen (...).

    Wenn es denn so gewesen wäre. Aber Du hast halt Antworten gegeben. Falsche.


    Man sollte dann eben lieber recherchieren, bevor man antwortet. Und u.a. das von mir zitierte und sehr klar formulierte BAG-Urteil (wenn man es denn liest und versteht) legen nahe, dass Deine Meinung/Auslegung grottenfalsch ist. Da kannst Du Dich gerne über meinen Ton dazu echauffieren (ich greife im Übrigen - Ton hin oder her - nicht die Person an, sondern ihre Art der Wissensfindung und die daraus folgenden falschen Argumente).


    Fakten sind Fakten. Und in diesem Forum sind aktuelle BAG-Urteile eben das, Fakten.


    Natürlich ist meine Antwort nicht

    Gottgegeben

    sondern Ergebnis eben von Recherche, und etwas besseres als ein gültiges BAG-Urteil wird man nicht finden.


    Und dass Du das Urteil und meinen letzten Beitrag (bzgl Offensichtlichkeit der Nichteignung, Beweispflicht des AG dazu usw. usf.) nicht wirklich verstanden hast, zeigt sich hier:

    Also gleiche Voraussetzung wie vorher wieso sollte man dann annehmen, dass sich an Einstellungsvoraussetzungen etc etwas geändert haben sollte?


    Dass jemand in einer vorherigen Runde nicht berücksichtigt wurde, erfüllt die Kriterien an die Feststellung der "offensichtlichen Ungeeignetheit" nicht. Der AG muss beweisen können, dass die Nichtberücksichtigung im vorigen (und damit auch jetzigen) Auswahlverfahren aufgrund der Nichterfüllung fachlicher Kriterien erfolgte. Ob das hier der Fall ist, wissen wir nicht (es könnte ja z.B. sein, dass fachliche Kriterien erfüllt waren, aber eben nicht sehr eindrucksvoll, man sich aber bessere Bewerber:innen erhofft, oder dass es eben nur "Zweifel" gab, oder etc.pp.).

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    5 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Wenn es denn so gewesen wäre. Aber Du hast halt Antworten gegeben. Falsche.

    äähh


    was versteht man denn genau darunter?


    Wieder meine ganz persönliche Meinung/Auslegung: Der Bewerber war im ersten Verfahren bereits beteiligt und ist nicht genommen worden also war er wohl nicht geeignet für die Stelle.

    Ist das in einem zweiten Verfahren keine klar erkennbare, deutliche Nichteignung?


    Sind das keine Fragen?


    OK, dann sprechen wir unterschiedliche Sprachen.

    ich greife im Übrigen - Ton hin oder her - nicht die Pereon an

    dann solltest Du evtl. mal Deine wortwahl überdenken, denn das wird Dir hier ja ziemlich regelmäßig mal vorgeworfen.


    Aber nochmal, da du ja, wie du selbst geschrieben hast, von der Materie auch sehr wenig Ahnung hast, warte ich lieber auf die Beantwortung meiner Fragen durch albarracin und nutze meine Zeit für Besseres.

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