Webhosting und firmenunabhängige Emaladressen für WV und BR-Arbeit

  • Moin,


    das Problem bei digitaler Arbeit des WV/BR ist ja der mögliche Zugriff für andere (z.B. Systemadministratoren).


    folgender Hintergrund:

    Ich habe einen privaten Webhostingvertrag, bei dem ich in mehr als ausreichender Zahl beliebige Emailadressen mit (fast) beliebigen Domains generieren kann. Ebenso könnte ich die dann so entstehende Domain für einen Internetauftritt nutzen.


    z.B.: wahlvorstand@betriebsname-ort.de oder .com/.org/.etc. pp

    vorname.nachname-betriebsrat@betriebsname-ort.de

    http://www.betriebsname-ort.de


    Ziel:

    digitale Unabhängigkeit vom AG


    Meine Fragen:

    Erfüllt Webhosting überhaupt die Anforderungen?

    Darf ich das überhaupt, oder müsste das der erst noch zu gründende BR beschließen (dann natürlich ein eigener Vertrag)? Dürfte der BR das überhaupt beschließen, und müsste er, falls ja, ein mögliches AG-Angebot annehmen, also firmeninterne Emailadressen und Infrastruktur?


    Darf ich dies bei der BR-Gründung ergänzend zu den Aushängen nutzen? Die Möglichkeit Daten zu ändern hätte nur ich als WVV bzw. später, falls erfolgreich, als BRV.


    Die Emailadresse würde bei der Wahl lediglich zur Information genutzt werden, und natürlich nicht zur Entgegennahme von BR-Wahl relevanten Erklärungen oder Dokumenten, dafür gibts dann einen Briefkasten und mich.

  • Da die Postfächer in deinem privaten Zugriffsbereich fallen, ist das definitv unzulässig.

    Du wirst - überall, wo IT ernsthaft betrieben wird - die Zugriffsmöglichkeit von Systemadministratoren nicht ausschließen können. Das solltest du einfach akzeptieren und ggf. bei eurer IT noch mal auf eine explizite Verschwiegenheitserklärung und eine BV zum unberechtigen Zugriff hinwirken.

    Wenn du unbedingt etwas "externes" haben möchtest, dann musst du deinen AG bitten, einen entsprechenden Vertrag mit einem Mailhoster abzuschließen, der den Datenschutzanforderungen entspricht.

  • Da die Postfächer in deinem privaten Zugriffsbereich fallen, ist das definitv unzulässig.

    Du wirst - überall, wo IT ernsthaft betrieben wird - die Zugriffsmöglichkeit von Systemadministratoren nicht ausschließen können. Das solltest du einfach akzeptieren und ggf. bei eurer IT noch mal auf eine explizite Verschwiegenheitserklärung und eine BV zum unberechtigen Zugriff hinwirken.

    Wenn du unbedingt etwas "externes" haben möchtest, dann musst du deinen AG bitten, einen entsprechenden Vertrag mit einem Mailhoster abzuschließen, der den Datenschutzanforderungen entspricht.

    Danke für Deinen Input! Manchmal hat man Ideen, wie man die Arbeit erleichtern kann; mir sind zum Glück rechtzeitig Zweifel gekommen; in den nächsten Tagen werden wir zur BV laden 😅

    Falls wir es diesmal schaffen einen WV zu wählen werden wir alles ohne Email oder Internetauftritt machen, um keine Anfechtungsgründe zu schaffen…


    Für 2026 sind wohl Änderungen geplant

  • Aus meinem Verständnis geht das nicht mit einer externen Email Adresse.

    Wie groß ist den die Firma und wer macht den die Systemadministration?

    Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann ist das mangelnde Vertrauen in Systemadministratoren. Die wissen sehr genau was sie dürfen und was sie nicht dürfen und halten sich daran.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Aus meinem Verständnis geht das nicht mit einer externen Email Adresse.

    Wie groß ist den die Firma und wer macht den die Systemadministration?

    Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann ist das mangelnde Vertrauen in Systemadministratoren. Die wissen sehr genau was sie dürfen und was sie nicht dürfen und halten sich daran.

    Ich meine gelesen zu haben, dass wenn die Wahl digital unterstützt wird sichergestellt sein muss, dass kein externer die Daten ändern kann.


    Mir persönlich ist schon klar, dass irgendjemand externes Zugriff hat, außer man betreibt den Server selber; selbst dann: kein System ist sicher!


    Unser Betrieb (ein Managementbetrieb(<50)) bekommt die digitale Infrastruktur über den Konzern gestellt; die Hardware vor Ort vom Eigentümer.

  • Ich meine gelesen zu haben, dass wenn die Wahl digital unterstützt wird sichergestellt sein muss, dass kein externer die Daten ändern kann.


    Mir persönlich ist schon klar, dass irgendjemand externes Zugriff hat, außer man betreibt den Server selber; selbst dann: kein System ist sicher!


    Unser Betrieb (ein Managementbetrieb(<50)) bekommt die digitale Infrastruktur über den Konzern gestellt; die Hardware vor Ort vom Eigentümer.

    Mit dem Ansatz ist eine Wahl heute nicht durchführbar. Etwas mehr Vertrauen wäre einfach mal angebracht nach meiner Meinung.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Mit dem Ansatz ist eine Wahl heute nicht durchführbar. Etwas mehr Vertrauen wäre einfach mal angebracht nach meiner Meinung.

    Ich weiß, was Du meinst! Und prinzipiell würde ich Dir auch zustimmen bzw. das Vertrauen war auch mal da! Aus dem Grund, dass das Vertrauen weg ist resultiert schlußendlich der Wunsch einen BR zu gründen, und das nicht nur wegen den digitalen Voraussetzungen, auf die auch noch ein amerikanischer Konzern, mit dem unser Konzern einen uns unbekannten Vertrag abgeschlossen hat (aus der gleichen Branche), Zugriff hat und Einfluss nimmt.


    Bei uns wird z.B. (unter anderem) gerne mal auf Verdacht die Videoaufzeichnung des öffentlichen Bereichs ausgewertet: vom Techniker auf Anweisung auf einen USB-Stick kopiert und dem Management übergeben.


    "Verdächtige", Emails mit Anhängen (die Logik ist unklar) und andere Emails (d.h. wir können den Grund für die Quarantäne nicht erkennen) landen auf einem Quarantäne-Server, und sind dann nur erschwert zu lesen und nur zeitlich begrenzt verfügbar.


    Sorry, so baut man kein Vertrauen auf, aber das kannst Du ja nicht wissen ;)

    Und wenn ich schon mal beim ausk***en bin:


    Wenn es nach mir ginge, würde ich liebend gerne auf diese sehr anspruchsvolle, zeitaufwendige und nervaufreibende WV/BR-Arbeit verzichten, besonders unter dem Asdpekt, dass so ziemlich alles an mir hängenbleiben wird.

    Trotzdem nehme ich die Arbeit auf mich, da die Situation immer schlechter wird, und es ohne BR nicht geht, und ich der einzige bin der das (WV/BR) hinbekommen kann und will, da ich mit fast Mitte 50 nicht mehr weglaufen will!


    P.S.: das ist nämlich in unserer Branche der Modus Operandi

    Einmal editiert, zuletzt von Der Markus () aus folgendem Grund: P.S. Ergänzung

  • Ich habe mir gerade überlegt, ob das vielleicht nicht ein Grund für den hoffentlich gewählten BR sein kann, beim AG einen externen Maildienstleister zu beauftragen.


    Als Begründung könnte man ja auf die eingeschränkten Aufbewahrungs- und Empfangsmöglichkeiten hinweisen.


    Ich schaue heute Nacht auch nochmals nach, da es für die Emails generell eine interne 3-jährige Aufbewahrungsregel gibt, wobei ich (noch) nicht weiß, was mit den Emails nach den drei Jahren passiert.