Demontage Abgaswärmetauscher

  • Guten Nabend Kollegen,


    kurz zur Situation:

    Bei mir im Betrieb stand an, dass ein Abgaswärmetauscher zerlegt/demontiert werden soll.


    Am Anfang der Gespräche über die Demontage dieses AWTs, auch wie genau er zerlegt und demontiert werden soll, stand im Gespräch,

    dass dieser einfach so freigelegt werden soll und die Kollegen dann nebenan weiterarbeiten.


    Nach dem Abgaswärmetauscher ist noch eine Filteranlage nachgeschaltet, die die ganzen schädlichen Substanzen aus dem Rauchgas filtert.

    Mir liegen auch Probenentnahmenberichte von der Gechäftsführung vor, dass der Offen mit gewissen Schwermetallen belastet ist.


    Potenziell haften im inneren des Abgaswärmetauschers über 20 verschiedene Schwermetalle sowie Dioxine und Furane.


    Ich habe bis jetzt wenigstens erreicht, dass der Abgaswärmetauscher eingehaust wird.

    Ist ja schoneinmal ein Anfang.


    Davor hatte ich unzälige Schreiben mit dem Technischen Leiter ausgetauscht, wie denn genau die Sicherheit der Mitarbeiter während der Arbeiten am AWT gewährleistet ist.


    Dazu kam entweder garkeine ANtwort zurück oder ein "Die Firmen werden schon wissen was sie machen"...


    Anfang März wurde im Monatsgespräch vereinbart, dass der Betriebsrat vom Technischen Leiter informiert wird, sobald.... bzw. ich schreibe mal den Absatz des Protokolls hier rein:

    "Es ist noch nicht bekannt, wann einzelne Gewerke die Arbeiten, die zur Demontage des AWTs Ofenlinie V erforderlich sind, beginnen.

    Herr TECHNISCHER LEITER (NAME) wird dem Betriebsrat Bescheid geben, sobald erste Termine bekannt sind.

    Der AWT wird bei Beginn der Demontagearbeiten eingehaust werden." Anfang März.


    Das Einzige was erfüllt wird, ist dass der AWT eingehaust wurde.


    Ich kam heute zur Spätschicht und dann hieß es, dass ich die entsprechenden Ofenlinien in der neuen Maschinenhalle nicht nutzen kann.

    Auf Nachfrage WARUM denn nicht, sagte mir der Technische Leiter, dass der Abgaswärmetauscher demontiert wird.


    Und der sei zwar eingehaust, aber ggf. auch nicht ganz dicht und in der Halle würde ein Unterdruck erzeugt werden, darum darf da auch niemand rein.


    1. Mal finde ich es richtig kakke vom Technischen Leiter, obwohl etwas anderes vereinbart wurden war, dass mir das überhaupt nicht vorher mitgeteilt wurde, obwohl das so im Monatsgespräch vereinbart worden war.

    Ich will darauf entsprechend reagieren.

    Vielleicht eine Betriebsverfassungsrechtliche Abmahnung?

    Oder was sind eure Vorschläge?


    Und 2.

    Ich meine, dass ich da bezüglich des Gesundheitsschutzes schon ein Mitspracherecht habe.

    Ich weiss aber nicht, wie das normalerweise in anderen Betrieben abläuft, wenn größere Reperaturarbeiten stattfinden, wo ggf. eine Gesundheitsgefahr besteht.


    Denn so ganz glaube ich an die Sicherheitsmaßnahmen nicht.

    Unsere Halle hat große Ablüfter, wegen dem Luftaustausch.


    Wenn die sich drehen, dann steht die Halle logischerweise unter einem Unterdruck.

    Aber das geht dann alles ungefiltert raus... in die Umgebung.


    Wie sähe das denn in einen normalen Betrieb aus. Was muss dem Betriebsrat vorgelegt werden?

    Ich dachte eigentlich, dass man sich mit mir mal zusammen setzt und erörtert, wie genau der belastete Müll des Abgaswärmetauschers entsorgt werden soll.


    Jetzt kurzer Einschub: diese Maschinenhalle ist mit 2 anderen Hallen verbunden.

    Ich musste vorhin in eine andere Halle und bin natürlich über das Betriebsgelände in die zweite Halle gegangen.

    Dort habe ich gesehen, dass die Handwerker, die den AWT demontieren die Türen zu dieser Halle einfach öffnen und der Müll wurde zwar auf eine Europalette mit Folie eingewickelt, lagert aber nun in der zweiten Halle.


    Durch das betreten der zweiten Halle wird diese doch auch kontaminiert....

    So würde ich es jedenfalls sehen.


    Ich sehe grade, die Handwerker sind gegangen.

    Ich ziehe mir mal die entsprechende Schutzausrüstung an und schaue mir das ganze mal live an.


    Schließlich soll da morgen wieder drin gearbeitet werden.

    Es fühlt sich jedenfalls falsch an.

  • Ich komme auf den dringenden Hinweis zurück, den Du von mir und anderen vor längerer Zeit mehrmals bekommen hast, vor dem Du aber zurückschrecktest: Gewerbeaufsicht und BG einschalten.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Fried hat Recht! Ich verstehe, dass du dem Betrieb und den Kollegen keinen Schaden zufügen willst, aber euer Problem ist eindeutig der TL. Du hast dem Typen oft genug vor den Bug geschossen. Wahrscheinlich sogar zu oft. (Im umgekehrten Fall haben Gerichte schon entschieden, dass AN nach der zweiunddrölfzigsten Abmahnung eine Art Gewohnheitsrecht erworben haben, diese nicht mehr für voll nehmen zu müssen...)

    Da du gegenüber dem TL nicht weisungsbefugt bist und der weisungsbefugte GF den TL gewähren und Seveso eine italienische Stadt sein lässt, muß er die Folgen auf seine Kappe nehmen.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Ich glaube, ich ändere meine BR-Arbeit um in: Ich lese die AiB und besuche BR-Bildungsurlaube.

    Es liegen in der Maschinenhalle Anlagenkomponenten offen rum, die mit Rauchgas, Dioxinen und Co. belastet sind.

    Selbst schwer belastete und ungefilterte Flugasche liegt unten in der Maschinenhalle rum.


    Ich habe heute mit meinem Kollegen zusammen gearbeitet, der mir mitgeteilt hat: Ich mache zu viel, ist ja alles nicht so schlimm. XXX hat hier auch 20 Jahre gearbeitet und lebt auch noch. Und das sehen die anderen Kollegen auch so.

    Eben mal einen anderen Kollegen angerufen: Ja, ich mache zu viel. Und ich soll die Handwerker mal den Abgaswärmetauscher machen lassen. Und eine Einhausung kostet ja auch so viel...

    Und er kennt das ja vom alten Betrieb: da hat der Betriebsrat auch nur das gemacht, wenn die Kollegen aktiv auf ihn zugekommen sind.


    Und ich soll das genau so machen....


    Jetzt werde ich noch die anderen Kollegen anrufen und mal um ein ehrliches Feedback bitten.

  • Wie sagte mal ein Kollege von mir: "Der Kapitalismus lebt von der Dummheit der Arbeiterklasse"... Etwas eloquenter eine bekannte Schriftstellerin: "Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit." Oder ein bekannter Dichter: "Hinter der Trommel her / Trotten die Kälber. / Das Fell für die Trommel / Liefern sie selber."


    Ich will jetzt nicht zu poetisch-politisch-philosophisch werden, mMan85 , aber grundsätzlich sehe ich das so: Du musst als BR m.E. lernen, Dich auf Deinen Auftrag zu besinnen und nicht auf die Trägheit Deiner Kolleg:innen zu hören.


    Oder musikalisch ausgedrückt: BR ist kein Wunschkonzert, auch wenn die Kolleg:innen sich "Sounds Of Silence" wünschen, darfst Du "Street Fighting Man" spielen.


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    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Nur mal so. An deinen gesetzlichen Verpflichtungen kommst du aber doch nicht vorbei, oder?

    Dann musst du dir deine ganze BR Arbeit überdenken. Das würde ich auch den Kollegen sagen.

    Ich habe damit auch wirklich ein Problem.

    Für mich ist es einfach nur logisch, dass das Eine, das Andere nach sich zieht.


    Ich kann nicht "luschi luschi". Ich bin ja voll dabei.


    Aber andererseits denke ich: Ich habe meine Legitimation durch meine Kollegen.

    Ich glaube, meine Kollegen wussten nicht, was es bedeutet einen Betriebsrat zu haben.


    Meiner Meinung nach habe ich selbst schon vieles ins bessere gelenkt. Und das auch mit eurer Hilfe hier! Ich kann es gar nicht oft genug sagen :thumbup:- aber so ganz alleine ist nicht immer ganz so easy.


    Wenn aber die Mehrheit meiner Kollegen den Mehrwert meiner Arbeit nicht (mehr) sieht, auch wenn sie sich ggf. von anderen aufhetzen oder beeinflussen lassen. So verliere ich meine Legitimation.


    Ich glaube, würde morgen BR Wahl sein, dass ich ggf. keine Mehrheit mehr bekäme.


    Ich habe nämlich grade vor 5 Minuten mit dem Dritten Kollegen gesprochen... auch er sieht es ähnlich. Also dass ich viel zu viel mache. Und auch hier das Argument: XXX der Kollege lebt ja auch noch und der hat xxx Jahre hier gearbeitet.


    Vom Büro her weiß ich, dass ein Kollege auch nur über mich am herziehen ist.


    Dann hätte ich schon von 4 Kollegen die Gewissheit, dass sie mit meiner Arbeit nicht zu frieden sind.


    Und soviel Kollegen sind wir aktuell nicht.


    Ich weiß auch nicht wie ich weiter mache... muss darüber erst ein paar Tage nachdenken.

    Ich hätte nicht vermutet, dass doch der Rückhalt in der Belegschaft so abgenommen hat.

  • Ich sehe keinen kausalen Zusammenhang zwischen Verstößen gegen Arbeitssicherheit und BR-Amt. Auch wenn du nicht BR bist, bist du berechtigt (und je nach Gefährdungslage sogar verpflichtet) die Mißstände beim AG anzusprechen und wenn nichts passiert, dich an BG/Gewerbeaufsichtsamt zu wenden. Was die Kollegen dazu sagen, ist unrelevant. Manchmal muß man die Leute auch vor sich selbst schützen. Wenn ich z.B. mit dem Motorroller zustelle, muß ich auch akzeptieren, dass ich verdammt noch mal einen Helm auf die Ömme zu ziehen habe und kann mich nicht darauf berufen, dass Opa Willkeinhelm 20 Jahre ohne Helm gefahren ist und immer noch lebt...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Das tut mir leid. Kann man mit den Kollegen sprechen und sie überzeugen das die Gesundheit vor geht, oder ist ihnen das egal?

    Ich würde drüber nachdenken mich etwas mehr zurück zu nehmen. Ein Thema nach dem anderen abarbeiten. Nicht zu viel auf einmal. Eventuell die Themen die die Kollegen betreffen, wo sie auch direkt sehen das es für sie besser wird.

    Eventuell wird dann auch der Rückhalt wieder besser. Wünsche dir viel Erfolg und lass dich nicht unterkriegen.


    was der ledertaschenmann schreibt stimmt natürlich auch.

    Einfach BG/Gewerbeaufsicht einschalten ist auch eine Möglichkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von ELBARADO () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von ELBARADO mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich sehe keinen kausalen Zusammenhang zwischen Verstößen gegen Arbeitssicherheit und BR-Amt. Auch wenn du nicht BR bist, bist du berechtigt (und je nach Gefährdungslage sogar verpflichtet) die Mißstände beim AG anzusprechen und wenn nichts passiert, dich an BG/Gewerbeaufsichtsamt zu wenden. Was die Kollegen dazu sagen, ist unrelevant. Manchmal muß man die Leute auch vor sich selbst schützen. Wenn ich z.B. mit dem Motorroller zustelle, muß ich auch akzeptieren, dass ich verdammt noch mal einen Helm auf die Ömme zu ziehen habe und kann mich nicht darauf berufen, dass Opa Willkeinhelm 20 Jahre ohne Helm gefahren ist und immer noch lebt...

    Dein Vergleich mit dem Motorroller ist zutreffend und ich selbst kann es echt nicht verstehen.



    Kann man mit den Kollegen sprechen und sie überzeugen das die Gesundheit vor geht, oder ist ihnen das egal?

    Ich zerbreche mir schon den ganzen Tag darüber den Kopf, was ich falsch gemacht habe oder wie das so kommen konnte.


    Im Prinzip müssten die Kollegen wenig bzw. gar keine Nachteile durch meine Arbeit erfahren haben.

    Mit den heutigen Gesprächen , ich denke die ganze Zeit darüber nach, denke ich, dass eine gewisse Manipulation des Technischen Leiters da mit rein spielt.


    Argumente, die von meinen Kollegen kamen:

    Zitat

    --> Was kostet das, den Abgaswärmetauscher jedesmal einhausen zu lassen.

    Ist doch nicht das Problem des Kollegen sondern des AG.

    Zitat

    -->Die armen Handwerker, lass die doch einfach arbeiten, ist doch viel zu umständlich mit der Einhausung.

    Auch das sollte meinen Kollegen egal sein, er muss ja nicht unter der Einhausung arbeiten.


    Meine Frage:

    Findest Du das gar nicht bedenklich, dass hier überall belastete Flugasche in der Maschinenhalle rum liegt und die ausgebauten Anlagenteile, die mit dem ungefilterten Abgas in Berührung gekommen sind offen herumliegen?

    Und die Antworten verschiedenster Kollegen:

    Zitat

    xxx, lebt ja auch noch und der hat hier xxx Jahre gearbeitet.

    Zitat

    Was soll da denn passieren, die liegt ja nur rum.

    Zitat

    Dann dürftest Du auch nicht raus gehen auf die Straße, da liegt so viel Abgas und Bremsenstaub.

    Zitat

    Es wurden Staubmessungen durchgeführt, hier liegt kein Staub. Du und Dein Staub!

    Zitat

    Du schürst Angst.

    Zitat

    Ich habe früher Aluminiumprofile mit der Flex abgeschliffen und den ganzen Aluminiumstaub eingeatmet. Ohne Maske.

    Zitat

    Von mir aus müsste der Abgaswärmetauscher gar nicht eingehaust werden.

    Zitat

    Ich trage eine FFP2 oder 3 Maske...

    Soviel zum Staub. Die Handwerker arbeiten übrigens im Ganzkörperkondom mit P3 Vollmaske... aber ist ja alles harmlos der Staub....


    Zur Hitze.... Draußen hatten wir es 8 Grad und drinne in der Maschinenhalle schon 29 Grad. Die BG schreibt für unseren Betrieb ganz klar vor: Die Maschinenhalle darf 26 Grad nicht überschreiten.

    Ich hatte das in den letzten 2 Tagen beim Technischen Leiter angemerkt.
    Letztes Jahr hatten sich die Kollegen noch darüber beschwert, dass es zu heiß in der Maschinenhalle ist, waren es teilweise über 45 Grad...

    Zitat

    Ach gar nicht so schlimm, ist eben so

    Zitat

    Wem das zu warm ist, der darf hier nicht arbeiten.

    Zitat

    Früher in der Gießerei hatten wir es über 50 Grad und keine Sau hat sich dafür interessiert.

    Zitat

    Früher im Kraftwerk oder unter Tage hatten wir es auch 60 Grad, ich habe kein Problem mit der Hitze.


    Weiter das Thema "Servierwagen" als Arbeitshilfe.

    Dieses Thema hatte ich hier im Forum erörtert. Ich bin da immer noch dran. Nur als Hinweis: Der Servierwagen war früher nicht existent, in einer Betriebsversammlung schlug ein Kollege vor, dass andere Betriebe wie unserer Betrieb auch solche Wagen im Einsatz haben und ob ich da was machen könne...

    Ich schlug es der GF vor, sie willigte auf eine Testphase ein, diese dauerte mehrere Monate, alle Kollegen empfinden das als echte Arbeitserleichterung.

    Als es um die endgültige Anschaffung ging, verneinte die Geschäftsführung die Anschaffung des Servierwagens.

    Ich wollte dagegen vorgehen, habe schon - auch dank euch - etliche Hinweise, wie das Lasthandhabungsverordnung und CO/Leitmerkmalmethode recherchiert und war dabei eine rechtliche Grundlage, bzw. eine Anspruchsgrundlage aufzubauen.

    Jetzt bin ich Schuld, dass die Geschäftsführung das verneint hat. Ich hätte das niemals ansprechen sollen.

    Die Kollegen hätten sich den Servierwagen einfach heimlich genommen und damit gearbeitet, die Geschäftsführung hätte davon ja niemals Wind bekommen....


    Ja, warum haben sie es denn dann einfach nicht getan?

    Jedenfalls ist der BR auch daran Schuld.


    Achja, ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir endlich die richtigen Staubsauger bekommen. Klasse H Staubsauger - BG Asbest für Gefahrenstoffe.

    Ich hatte von der Geschäftsführung als Arbeitnehmer noch die Anweisung bekommen, die Mitarbeiter darauf einzuweisen.

    Ein Mitarbeiter war nicht anwesend während der Einweisung.

    Der hat sich nun lustig darüber gemacht, dass er ja für einen Staubsauger keine Einweisung benötige und er frug mich, ob er den denn jetzt nicht benutzen dürfe.

    Ich erwiderte, dass er meiner Meinung nach erst eine Einweisung dafür benötige.

    Ich erzählte dem Kollegen, was der Sauger alles kann und wann der, wie vorgeschrieben für Gefahrenstoffe, anfängt optisch und akustisch zu warnen... nämlich wenn der Volumenstrom von 20m/s abreisst. Dann fängt der Sauger an zu piepen und es muss was am Sauger getan werden.... wie Beutel wechseln, Verstopfung beseitigen.


    Das fand er urkomisch....

    Und es ging ja auch 20 Jahre lang mit den alten und falschen Staubsauger... und Kolle XXX lebt ja immer noch.


    Und so ging es endlos weiter.

    Ich hoffe, jetzt hast Du vielleicht einen Einblick.


    Aber ich verstehe es nicht, ich meine, sie wurden wahrscheinlich aufgehetzt ohne dass sie es gemerkt haben bzw. so indoktriniert.

    Denn ich sehe nicht, wo es meinen Kollegen wirklich schlechter durch meine Maßnahmen geht...

    Aber anscheinend ist meine Sicht eine Andere ....


    Achja, ein Hypochonder, der überall eine Gefahr sieht, bin auch auch noch....

    1er BR - kein Tarifvertrag

    Einmal editiert, zuletzt von mMan85 ()

  • Ich glaube, würde morgen BR Wahl sein, dass ich ggf. keine Mehrheit mehr bekäme.

    Wahl ist, wenn Wahl ist. Also 2026.


    Ich kenne das häufige Argument aus meiner BR-Zeit: "Das ist unpopulär, da wirst Du nicht wiedergewählt..." Komischerweise wurde ich dann (in Personenwahl) wiedergewählt mit dem besten Stimmenergebnis.


    Und wenn nicht und dann jemand anderes gewählt würde, ist das halt so. Demokratie. Das sollte nicht davon abhalten, gute Arbeit zu machen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Ich kenne das häufige Argument aus meiner BR-Zeit: "Das ist unpopulär, da wirst Du nicht wiedergewählt..." Komischerweise wurde ich dann (in Personenwahl) wiedergewählt mit dem besten Stimmenergebnis.

    was im übrigen die einzige Gemeinsamkeit ist, die ich mit Pfried habe:D :D :D


    mMan85


    die Kollegen spüren halt die evt. gesundheitlichen Schäden noch nicht und wollen den AP nicht gefährden. Außerdem bedeuten deine Aktivitäten "Veränderung" - das schlimmste was es für eingefahrene Abläufe und MA gibt.

    --> natürlich sind die Argumente der Kollegen Unsinn und Du musst das so weiter durchziehen, auch wenn jetzt Gegendruck kommt - Du handelst ja aus Überzeugung und hast nachweisbare Argumente


    Die Einsicht bei den Kollegen kommt bei manchen nie, bei den meisten aber eben später

    ich würde sagen: Zieh das durch, Aufgeben ist keine sinnvolle Alternative

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Der Kollege lebt immer noch....

    Wenn ich so einen Satz höre, dann frage ich mich, was denn diese Personen erwarten? Auf den Schlag tot umfallen? Ja dann ist es gefährlich. Wirklich?

    Also ist z.B. Heroinkonsum nicht gefährlich weil er lebt noch? Und mit 300km/h auf der Autobahn ist ja auch nicht gefährlich weil wenn er noch fährt lebt er ja noch? Steroide oder Doping haufenweise nutzen ist auch nicht gefährlich? In einem kaputten Atomreaktor irgendwas machen ist nicht gefährlich weil man stirbt erst nach 14 Tagen?

    Asbest ist auch nicht gefährlich, da ich als Kind mal ein Dach mitgebaut habe und ich lebe immer noch.

    Bezüglich Hitze: Hier habe ich mal geschaut und was gefunden. Wie gut oder schlecht das ist weiß ich aber nicht: google mal nach Kühlwesten

  • Hallo mMan85,


    ich sehe es wie Randolf:

    die Kollegen spüren halt die evt. gesundheitlichen Schäden noch nicht und wollen den AP nicht gefährden. Außerdem bedeuten deine Aktivitäten "Veränderung" - das schlimmste was es für eingefahrene Abläufe und MA gibt.

    --> natürlich sind die Argumente der Kollegen Unsinn und Du musst das so weiter durchziehen, auch wenn jetzt Gegendruck kommt - Du handelst ja aus Überzeugung und hast nachweisbare Argumente


    Die Einsicht bei den Kollegen kommt bei manchen nie, bei den meisten aber eben später

    ich würde sagen: Zieh das durch, Aufgeben ist keine sinnvolle Alternative

    Vielleicht kommt bei einigen Kollegen auch ein generell geringes Bewusstsein für Gefahren hinzu.

    Und altmodische Vorstellungen von Stärke und vielleicht auch Männlichkeit, mit denen ich auch aufgewachsen bin. Da wird Vorsicht oder Verantwortungsbewusstsein gerne als Schwäche und Ängstlichkeit umgedeutet und lächerlich gemacht.

    Manche lernen es erst, wenn eine Krankheit sie selbst "umgenietet" hat - und manche selbst dann nicht.


    Die "früher haben wir x gemacht und das hat uns nicht geschadet"-Erzählungen nenne ich gerne Heldenerzählungen.


    Ich habe in der Eile auch schon mal Proben mit der Hand aus dem flüssigen Stickstoff gefischt und mich trotzdem dafür eingesetzt, dass wir isolierte Handschuhe bekommen (die ich dann selbst besorgt habe, weil es die Vorgesetzten nicht wichtig fanden...).


    Freunde haben mir erzählt, dass ihre Bemühungen um mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Unverständnis bei ihren Kollegen stiessen (da ging es z.B. um Masken gegen gefährliche Stäube und es waren schon diverse Kollegen mit Mitte 50 verstorben. Trotzdem wollten die Kollegen die Masken nicht tragen.).


    Ich glaube, das ist ein steter Kampf, der oft mit eingefahrenen Verhaltensweisen und/oder Bequemlichkeit zu tun hat.

  • Ich bin immer noch der Meinung das da mal die BG vor gehört. Gerne auch jetzt während des Umbaues. Dann bist du als nicht mehr alleine der Bremser als Betriebsrat.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Dann bist du als nicht mehr alleine der Bremser als Betriebsrat.

    *hahaha* - natürlich ist der BR, also ich - dann schuld: denn ich habe ihn ja dann gerufen.


    suppenkasper @Turmalin1 @Der Mann mit der Ledertasche

    Hawky  Tobias Clausing  ELBARADO  Pfried

    Vielen Dank für eure Worte.

    Ich konnte gestern Abend schlecht einschlafen.

    Es schwirrten viele Gedanken in meinem Kopf herum.

    Ich habe die ganze Zeit überlegt was ich wie jetzt weiter mache.


    Nach gründlichen Überlegungen werde ich wohl wie folgt verfahren:

    Nächste Woche schnappe ich mir die entsprechenden Kollegen und frage sie mal ganz expliziert

    wovor sie denn Angst haben.


    Denn ich konnte mir immer noch keinen logischen Reim darauf machen, was genau deren Problem nun ist. Außer vielleicht, dass festgefahrene Arbeitsweisen ggf. etwas geändert werden müssten.

    Vieles was Turmalin1 beschreibt sehe ich bei einen Teil von meinen Kollegen auch als zutreffend an.


    Ansonsten steht mein Kurs: Mit der verbliebenden Kraft --> Weiter vorwärts

    Ich hatte heute auch kurz mit einem Anwalt gesprochen, der mit mir zusammen die Rahmenbetriebsvereinbarung Gefährdungsbeurteilung erstellen wird.

    Da setze ich gleich Montag weiter an, denn die GF knausert rum und will mir den Anwalt als Sachverständigen nicht bezahlen....

    Aber das bekomme ich wahrscheinlich auch in den Griff.


    Nochmals Danke für die doch aufbauenden Worte.

    Ich war gestern sehr am Boden....

  • mMan85

    irgendwie fällt mir folgender Spruch ein, wenn Du so von deinem Betrieb erzählst (also dein Betrieb ist gemeint, nicht Du) 8o

    Das ist der Fluch von unserm edeln Haus: Auf halben Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.