erhöhte Krankheitstage

  • Hallo,


    ich habe aktuell folgenden Fall.

    Ein Team in unserem Haus bestehend aus 2 Kollegen wurde aufgestockt, es wurde eine Stelle ausgeschrieben und intern vergeben. Somit sind nun 3 Kollegen im Team.


    Der Kollege, der die Stelle erhalten hat, ist leider fachlich ungeeignet. Es ist überdurchschnittlich großer Aufwand nötig, um hier Grundkenntnisse zu vermitteln.

    Leider passt er auch von der Art seiner Arbeitsweise nicht in die Abteilung, was für weiteren Stress bei den anderen Kollegen sorgt. Das Arbeitsklima ist zunehmend angespannt.


    Warum man sich für diesen Kollegen entschieden hat, ist aus unserer Geschäftsführung nicht raus zu bekommen.


    Einer der „alten“ Kollegen, der den neuen Kollegen einlernen soll, ist sb. Die sb ist unter anderem Aufgrund chronischer Kopfschmerzen und psychischer Erkrankungen erteilt worden.


    Durch den Stress, der bei dem „alten“ Kollegen entsteht, erhöhen sich seit einigen Wochen die AU-Zeiten dieses Kollegen.

    Dieser lässt sich nicht mal immer krank schreiben, sondern versucht sich irgendwie über den Tag zu bringen.


    Es gibt JourFixe mit dem Vorgesetzten und der sb-Kollege möchte gerne von mir (SBV) begleitet werden, wenn er das Problem thematisiert.


    Ich habe da den leidensgerechten Arbeitsplatz im Kopf, der aktuell nicht gegeben ist.

    Dennoch überlege ich auch, was denn eine Lösung sein könnte und da komm ich immer wieder zu dem Punkt, dass der neue Kollege die Ursache ist und man eigentlich an diesem Rad drehen müsste.


    Wie seht ihr den Fall? Hattet ihr schon mal was ähnliches?


    VG

  • Warum man sich für diesen Kollegen entschieden hat, ist aus unserer Geschäftsführung nicht raus zu bekommen.

    hat der BR der Versetzung zugestimmt? wenn ja warum, wenn das zu erwarten war?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Er hat der Versetzung zugestimmt, bzw. nicht widersprochen. Nachdem ich meine Bedenken geäußert habe hieß es, da kann man seitens des BR nicht helfen.


    Das anlernen von MA steht nicht drin, aber "zusätzliche (Sonder-)Aufgaben". Ich denke damit könnte das schon abgegolten sein.

  • Er hat der Versetzung zugestimmt, bzw. nicht widersprochen. Nachdem ich meine Bedenken geäußert habe hieß es, da kann man seitens des BR nicht helfen.


    Das anlernen von MA steht nicht drin, aber "zusätzliche (Sonder-)Aufgaben". Ich denke damit könnte das schon abgegolten sein.

    Wieviele Mitglieder hat denn euer BR?

  • Uff.


    Ok, die Versetzung ist schon gelaufen: wurde da wenigstens eine "Funktionsprobezeit" vereinbart? Der anzulernende Kollege übt eine bisher nicht gemache Tätigkeit aus - ansonsten müsste er ja nicht angelernt werden.


    Gibt es in der Abteilung andere als den SB-Kollegen, die die Anleitung übernehmen könnten?


    Hat es schon ein moderiertes Gespräch zwischen den Kollegen gegeben?

  • Halten wir kurz fest: Der BR hatte bzgl der Aufstockung der Abteilung (die an sich wschl eh niemand hätte ablehnen wollen) keine Problemey und bzgl der konkreten Versetzung trafen keine Gründe zur Zustimmungsverweigerung nach § 99 (2) Nr 1-5 BetrVG zu.


    Da hat die SBV nichts in der Hand, der Käse ist gegessen.


    Die Folge ist erhöhter Stress mit zunehmenden Symptomen bzw mehr AU bei einem/einer AN mit SB aufgrund von psychischer Erkrankung und damit einhergehender verringerter Resilienz.


    Liegt hier damit nicht ein personenbedingtes Problem vor, dass den AG veranlassen könnte und sollte, ein Präventionsverfahren durchzuführen?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Unser BR hat 11 Mitglieder.


    Es wurde keine Funktionsprobezeit vereinbart.


    Es gibt noch einen weiteren Kollegen, der die Einarbeitung mit gestaltet. Der ist auch ziemlich gestresst und zeigt Symptome des ausgelaugt seins seit der Einarbeitungszeit. Ihm die gesamte Verantwortung für das Einlernen zuzumuten, hätte am Ende den gleichen Effekt wie bei dem sb-Kollegen, obwohl keine sb vorliegt.

    Und das ist auch nur das halbe Problem. Wenn der neue Kollege eingelernt ist, was geschätzt noch gute 6 - 12 Monate dauern wird bei der vorliegenden Qualifikation, arbeitet er immer noch so, dass es nicht mit den beiden "alten" Kollegen harmoniert.


    Das mit dem Präventionsverfahren hatte ich auch im Kopf.

    Es wird auch bald einen Einladung zum BEM kommen, da die Krankheitstage die 6 Wochen überschreibten. Der JourFix Termin mit dem Vorgesetzten ist allerdings noch vorm BEM-Termin und da hätte der sb-Kollege gerne bereits Unterstützung.


    Ergänzt:

    Ein moderiertes Gespräch gab es nicht. Es gab ein Gespräch mit den beiden "alten" Kollegen und dem neuen. Da wurden dann die Dinge genannt, die aufgefallen sind und nicht passen.

    Der neue Kollege fühlt sich wohl und ist der Meinung das alles gut passt.

  • Unser BR hat 11 Mitglieder.


    Der JourFix Termin mit dem Vorgesetzten ist allerdings noch vorm BEM-Termin und da hätte der sb-Kollege gerne bereits Unterstützung.

    Dann geh mit und schlage (nach Absprache mit der betroffenen Person) das Präventionsverfahren vor.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Und das ist auch nur das halbe Problem. Wenn der neue Kollege eingelernt ist, was geschätzt noch gute 6 - 12 Monate dauern wird bei der vorliegenden Qualifikation, arbeitet er immer noch so, dass es nicht mit den beiden "alten" Kollegen harmoniert.

    ihr wisst heute schon das es in der Zukunft nicht klappen wird?


    Schon mal überlegt, ob wegen

    Der Kollege, der die Stelle erhalten hat, ist leider fachlich ungeeignet.

    nicht eine weitere passende Stelle für den Kollegen zur Verfügung steht?


    Ich meine, bei dem was Du schilderst nützen euch BEM und Präventionsverfahren wahrscheinlich wenig, solange ihr die Teamkonstellation nicht anpasst.


    Entweder wird der neue Kollege auf eine passende Stelle versetzt oder die 2 "Alten" werden dauerkrank bzw. lassen sich versetzen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Meiner Ansicht nach gibt es geeignetere Stellen, die auch frei sind. Soweit ich weiß möchte der betroffene Kollege da nicht hin. Ich vermute dass man deshalb eine Lösung gesucht hat, wo man ihn unterbringen kann und man augenscheinlich gedacht hat das passt.


    Es ist eine saublöde Situation. Die beiden "alten" Kollegen möchten dem neuen auch nichts böses. Aber es funktioniert halt leider nicht gut.

    Ich werde das mit dem Präventionsverfahren aufnehmen und sehen, was in den JF raus kommt.


    Vielen Dank für eure Rückmeldungen!!!

  • Meiner Ansicht nach gibt es geeignetere Stellen, die auch frei sind. Soweit ich weiß möchte der betroffene Kollege da nicht hin.

    irgendeiner wird seinen Willen nicht bekommen - das sehe ich bei euch als gegeben an

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.