Bundesnachweisgesetz - wie konkret sollte die Meldung aus der Personalabteilung sein?

  • Guten Morgen ihr Lieben!


    Ich habe eine Frage zum Bundesnachweisgesetz § 2 Abs. 1 (4):

    Zitat

    4. der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, dass der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden oder seinen Arbeitsort frei wählen kann,


    Die Situation ist folgende:


    Altenheim Musterstadt, Haus 2 (gibt "nur" 2), Wohngruppe blau (es gibt 9 weitere stationäre und eine teilstationäre Abteilung)


    Dem Gremium wird gemeldet: Altenheim Musterstadt


    Ist das ausreichend?

    Falls mehr angegeben werden müsste, würde der Wechsel der Wohngruppe (Organisationseinheit) schon ausreichen, um von einer Versetzung zu sprechen (mitbestimmungspflichtig)?

    Wird bisher so praktiziert


    Wäre es denkbar, dass der AG meldet, 50% der Arbeitszeit in Wohngruppe gelb, 50% der Arbeitszeit als "Springer"?

    Und damit die Versetzungen umgeht, da der MA dann ja unter 4 Wochen und auch nicht ausschließlich in anderen Organisationseinheiten die Arbeitszeit abzuleisten hat?

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Bundesnachweisgesetz (...) Dem Gremium wird gemeldet: Altenheim Musterstadt.

    Vorab: Das NachwG hat mit dem BR und der erforderlichen Anhörung nichts zu tun, das sind zwei Paar Stiefel.

    Ist das ausreichend?

    Warum sollte es das nicht sein?

    Falls mehr angegeben werden müsste, würde der Wechsel der Wohngruppe (Organisationseinheit) schon ausreichen, um von einer Versetzung zu sprechen (mitbestimmungspflichtig)?

    Der Versetzungsbegriff steht für sich und ist unabhängig davon, was dem BR gemeldet wurde. Es geht ausschließlich um die tatsächlichen Arbeitsumstände und inwieweit diese sich ändern. Der reine Wechsel der Organisationseinheit kann eine Versetzung sein. Z.B. wenn ein Vorgesetztenwechsel stattfindet und Vorgesetzte fundamentale disziplinarische Befugnisse haben (z.B. Urlaubsgewährung, Personalgespräch, Leistungsbeurteilung), oder wenn die Arbeit in den Gruppen sehr unterschiedlich ist (z.B. der Wechsel von einer Gruppe rein mental behinderter Menschen zu einer mit hohem physischen Pflegebedarf).

    Wäre es denkbar, dass der AG meldet, 50% der Arbeitszeit in Wohngruppe gelb, 50% der Arbeitszeit als "Springer"?

    Wenn wir das "Melden" mal weglassen, kann man sagen: Wenn diese Aufteilung faktisch der regelmäßige Arbeitsbereich ist, dann ist das Weiterführen keine Versetzung. Arbeitet der/die AN in "Gelb" und soll plötzlich springen, ist es eine Versetzung.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Ah, prima, das bringt doch Licht ins Dunkel.

    Vorab: Das NachwG hat mit dem BR und der erforderlichen Anhörung nichts zu tun, das sind zwei Paar Stiefel.

    Es wird hier oft copy & paste praktiziert. was schon zu einigen Verwirrungen, aber auch zu - äh - ungeplanter Informationsweitergabe geführt hat. ;)

    Zitat

    Der Versetzungsbegriff steht für sich und ist unabhängig davon, was dem BR gemeldet wurde. Es geht ausschließlich um die tatsächlichen Arbeitsumstände und inwieweit diese sich ändern. Der reine Wechsel der Organisationseinheit kann eine Versetzung sein. Z.B. wenn ein Vorgesetztenwechsel stattfindet und Vorgesetzte fundamentale disziplinarische Befugnisse haben (z.B. Urlaubsgewährung, Personalgespräch, Leistungsbeurteilung), oder wenn die Arbeit in den Gruppen sehr unterschiedlich ist (z.B. der Wechsel von einer Gruppe rein mental behinderter Menschen zu einer mit hohem physischen Pflegebedarf).

    Richtig, da die Wohngruppenleitung das mit dem Urlaub z.B. genehmigt, wird es so praktiziert.

    Zitat

    Wenn wir das "Melden" mal weglassen, kann man sagen: Wenn diese Aufteilung faktisch der regelmäßige Arbeitsbereich ist, dann ist das Weiterführen keine Versetzung. Arbeitet der/die AN in "Gelb" und soll plötzlich springen, ist es eine Versetzung.

    Mit "melden" war gemeint, der Anhörungsbogen zur personellen Maßnahme, der hier dem Gremium vorgelegt wird. War missverständlich ausgedrückt. Entschuldigung.

    Aktuell gibt es Stundenerhöhungen, die unter der Voraussetzung gewährt werden , diese zusätzliche Stunden im "Springer" abzuleisten. Ob das für Neueinstellungen konkret geplant ist, ist noch nicht klar, aber es würde nicht wundern.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Mit "melden" war gemeint, der Anhörungsbogen zur personellen Maßnahme, der hier dem Gremium vorgelegt wird.

    Das habe ich auch so verstanden. Es ist bloß egal bzgl Versetzung.

    Aktuell gibt es Stundenerhöhungen, die unter der Voraussetzung gewährt werden , diese zusätzliche Stunden im "Springer" abzuleisten.

    Wenn das bisher nicht der Fall war, würde ich das als Versetzung betrachten.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)