Cannabis-Legalisierung -> Handlungsbedarf?

  • Die dürfen halt keine Maschinen führen (...).

    Es gibt Tätigkeiten, bei denen absolute Nüchternheit oder die Unterschreitung eines Pegels im Blut rechtlich vorgeschrieben ist. Der Uwe hat z.B. von Dienstfahrzeugen gesprochen, für deren Nutzung gilt die Grenze von 0.5 Promille, und ich bezweifle, dass man das strenger regeln darf. Beim Gefahrguttransport sind 0.0 Promille vorgeschrieben.


    Und wo durch die Arbeit eine konkrete Gefahr für andere besteht, darf der AG strenger regeln. D.h. einer Herzchirurgin wird man vmtl 0.0 Promille vorschreiben können, einem Büromitarbeiter gar nichts (so lange die Arbeit erledigt wird).

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Autofahren unter Drogen ist rechtlich geregelt.... da wollen wir nichts verschärfen. Ich glaube auch nicht, dass mehr gekifft wird als vorher.

    Kettensägen und Freischneider haben nüchtern schon Unfallpotential. Klare Vorgaben zur Nutzung der Maschinen und zu den Handlungsoptionen der Teamleiter sollten präventiv wirken und so eine Situation entschärfen, wenn sie dennoch entsteht.


    Gute Erfahrungen haben wir mit Pegeltrinkern, wenn man sie zu einer Entziehung bewegt und dann mit einem trockenem Alkoholiker ins Team steckt. So ein Kollege unterstützt die Entwöhnung sehr.

  • Da klinke ich mich mal ein: Mein Chefchen schiebt (nicht ganz unberechtigt) Panik, dass ich meine Ankündigung wahrmache und mit Joint in der Gosche auf dem Polizeirevier zustelle. Normalerweise kiffe ich nicht während der Arbeitszeit, aber dieses Revier ist bekannt für seinen rüden Umgang mit Kiffern. Da möchte ich mir die Provokation einfach mal gönnen. 8)


    Er fürchtet um "den Ruf der Firma". Andererseits rennt er auch nicht moralisierend hinter jedem Zusteller her, der während der Zustellung raucht. Ich bin der Ansicht, dass ich etwas (bald) vollkommen legales tue, wofür mich niemand scheel anzugucken hat. Wir hatten auch schon Zusteller, die nüchtern losgegangen (nicht gefahren!) sind und angedüdelt zurück gekommen sind, ohne dass dies als rufschädigend angesehen wurde. Fällt euch irgendwas ein, woraus er mir Ungemach machen könnte?


    (und nein, ein Entziehungsangebot würde ich mir ausdrücklich verbitten...) :P

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Na ja, dein Häuptling könnte was von betriebsschädigend fabulieren. Ich meine: wie sollen denn die Leute denken, wenn unsere Angestellten mit 'ner Lunte rumlaufen?!!!!!!!!!!


    Nebenbei: wir haben auch schon überlegt, ob wir das im Call-Center ignorieren. Entspanntheit hilft da. :/

  • Wir hatten das Thema gestern in der ASA-Sitzung.


    Ergebnisse:


    - wir werden die Legalisierung als Anlass nehmen, erneut darauf hinzuweisen, dass es am Arbeitsplatz die 0,0 Promille-Grenze gibt und dies selbstverständlich für andere Substanzen ebenfalls gilt. (Umgang mit Schutzbefohlenen Menschen, die nicht nur pflegerische sondern auch medizinische Unterstützung brauchen, stationär, aber auch Rettungsdienst, teilstationäre Versorgung, Kinderbetreuung)


    - ebenfalls die Information, dass, wenn jemand Hilfe haben möchte, die SBV und der BR als erste Ansprechpartner dienen können (in der Vergangenheit wurden Mitarbeiter mit Sucht-Problematik gut unterstützt und das soll fortgeführt werden)


    - Problematik: Der Alkohol-Test zeigt eher eine IST-Situation an, als ein Test auf Cannabinoide. Der schlägt mitunter tage- oder sogar wochenlang an, ohne das sich die Person in einem aktuellen Rausch-Zustand befindet (mit entsprechenden Auswirkungen auf Fahrtüchtigkeit, Einschätzung von Risikosituationen, in denen sich ein anderer Mensch befindet, das Bedienen von Maschinen etc.)


    Nichts desto trotz muss den MA klargemacht werden, dass, im Falle eines (angeordneten Tests durch zB. Versicherung oder akut Polizei im Unfall-/ Schadensfall) die persönliche Haftung im Raum steht.


    Wie es mit Freizeitkonsum aussieht, der eben doch später noch nachweisbar ist, wird in der nächsten Zeit noch spannend (ich meine hier arbeitsrechtlich), hat es aber vor der Legalisierung auch gegeben.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Der Mann mit der Ledertasche , das wäre mit Sicherheit arbeitsrechtlich sanktionierbar, da Du während der Tätigkeit berauschende Substanzen konsumieren würdest (falls das bei Euch verboten ist).


    Binchen3 , gibt es in Euren Arbeitsbereichen höherrechtliche Vorgaben, die eine Grenze von 0.0 Promille vorschreiben? Wenn nicht, dann ist halte ich die Vorgabe größtenteils für schwierig.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Binchen3 , gibt es in Euren Arbeitsbereichen höherrechtliche Vorgaben, die eine Grenze von 0.0 Promille vorschreiben? Wenn nicht, dann ist halte ich die Vorgabe größtenteils für schwierig.

    Versorgung von hilflosen Personen?

    Ehrlich gesagt, hat das bisher noch nie ein Gremium hinterfragt.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Versorgung von hilflosen Personen? Ehrlich gesagt, hat das bisher noch nie ein Gremium hinterfragt.

    Mir wäre es jedenfalls nicht bekannt, dass es in der Kranken- oder Altenpflege eine rechtlich vorgeschriebene 0.0-Promillegrenze gäbe.


    Wäre mir auch inhaltlich nicht nachvollziehbar.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Ich glaube, da bin ich missverstanden worden....


    Die Teamleiter sollen in die Lage versetzt werden, einen möglichen Drogenkonsum zu erkennen. Da sie ihre Mitarbeiter ja gut kennen, können Sie meiner Ansicht nach beurteilen, ob bzw. wo der Kollege ohne erhöhte Gefährdung eingesetzt werden kann. Und sie sollten die Befugnis erhalten, dann zu entscheiden, ob Betroffene ggfs. nach Hause gebracht werden müssen. Natürlich auf dieser Grundlage bei vollem Lohnbezug.

    Es geht nicht um einen medizinischen Drogentest mit arbeitsrechtlichen Folgen. Ich will nur eine Systematik, die hilft im Falle eines Verdachts gesundheitlichen Schäden bei den Kollegen und/oder Passanten zu vermeiden. Suchtprobleme bei Kollegen sollten nicht unbemerkt bleiben bzw. ignoriert werden können.



    Uhi uhi uhi, damit hab ich echt so meine Probleme.


    Ich bin selbst Teamleiter, und würde so eine Befugnis echt fürchten.


    Damit steh ich als Teamleiter in einer Mega Druck Situation. Passiert was , wird mir der AG das ankreiden.

    Hab ja schließlich ne Schulung und Befugnisse bekommen.


    Schick ich nen MA heim, und es ist angeblich nicht nötig gewesen bekomme ich von dieser Seite Probleme.


    Dann bin ich auch noch im Betriebsrat. Und hab da noch ganz andere Sichweißen zu leben.


    Das sind Interessenskonflikte wo hin man nur schaut.


    Insofern halte ich persönlich es für das beste erst mal wie jeder Kollege mit offenen Augen durch den Betrieb zu gehen und mir erst dann Gedanken dazu zu machen wenn es ein offensichtliches Problem gibt.

    Das ist nach meiner Auffassung eh die Pflicht für jeden.


    Kurz gefasst: Über ungelegte Eier ............

  • In der DGUV Vorschrift 1 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Präventation" steht folgendes:


    Drittes Kapitel

    Pflichten der Versicherten

    § 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten

    (2) Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder

    anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen,

    durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.

    Einmal editiert, zuletzt von Kehler ()

  • was willst Du uns jetzt mit Deinem Zitat sagen?

    Dass Kollegen, die unberauscht ständig ausrasten oder Gefahr laufen, mal eine reingedonnert zu kriegen, vor Arbeitsbeginn unter Aufsicht des Sicherheitsbeauftragten einen durchziehen sollen, bevor man sie auf die Kollegen loslässt. 8o

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Dass Kollegen, die unberauscht ständig ausrasten oder Gefahr laufen, mal eine reingedonnert zu kriegen, vor Arbeitsbeginn unter Aufsicht des Sicherheitsbeauftragten einen durchziehen sollen, bevor man sie auf die Kollegen loslässt. 8o

    Haben wir unserem Kundenservice empfohlen. Aber ich glaube, einige davon haben das in vorauseilendem Gehorsam schon vor Jahren eingeführt.

  • Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.

    Das definiert ebenfalls kein Konsumverbot.


    Und es geht auch durch eine Intoxikation nicht zwingend der gesetzliche Versicherungsschutz verloren, dies passiert letztlich erst bei einem substanzinduzierten Leistungsausfall.


    Kurz und knackig hier erklärt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Ist bei uns in der Arbeitsordnung und im Code of Conduct bereits geregelt. Absolut nüchtern, sonst Werksbetretungsverbot.

    Da das ist in der Praxis natürlich nicht immer so ist, gibt es auch eine BV Sucht, mit 3 Eskalations Stufen bis zur Kündigung.

    Bei uns besteht also kein Handlungsbedarf.

  • na Prima, jetzt hab ich das Thema vom AG aus auf den Tisch bekommen <X


    Samt einer BV die zum Beispiel so dinge beinhaltet: Wir der MA heim geschickt und hat keinen anspruch auf die Bezahlung


    Muss völlig nüchtern zum Dienst erscheinen , Kann abgemahnt oder und gekündigt werden.


    Klar ist, das diese BV müll ist.


    Gibt es denn spezielle Schulungen die die Cannabis Problematik behandelt?


    Aus meiner Sicht ist das größte Problem, das es ja bisher nicht mal im Straßenverkehr einen belastbaren Wert gibt, ab wann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Zumal es auch noch keine Test gibt die zuverlässig sind. Lt. Betriebsärztin ist der Konsum von Cannabis bis zu einer Woche im Urin nachweißbar.

    Ich seh hier in meinem Betrieb auch starke Tendenzen das persönlichkeitsrecht der MA mit füßen zu treten.

    Und eigene interessen immer höher als das der MA zu werten.


    Bin gerade am überlegen wie ich mich zu dieser Thematik positionieren soll.

    Und natürlich gespannt wie sich mein Gremium morgen auf Sitzung positioniert.