Cannabis-Legalisierung -> Handlungsbedarf?

  • Aus meiner Sicht ist das größte Problem, das es ja bisher nicht mal im Straßenverkehr einen belastbaren Wert gibt, ab wann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist.

    Der Bundestag hat neue Regeln zu Cannabis im Straßenverkehr beschlossen. Wer mit 3,5 Nanogramm Tetrahydrocannabinol (THC) pro Milliliter oder mehr unterwegs ist, riskiert in der Regel 500 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot.

    Ein Praktikant kopiert ein leeres Blatt Papier, damit er einen Schmierzettel hat. Und ihr glaubt, ihr habt Probleme. ;)

  • wer soll das denn kontrollieren und verantworten?


    ich sehe das ähnlich wie bei der Alkoholthematik:

    --> wer darf das kontrollieren ob ein MA alkoholisiert ist und unter welchen Voraussetzungen darf wer was veranlassen?

    --> eigentlich kann man nur eine Null-Toleranz im Betrieb machen, wer soll den einen Grenzwert festlegen und auch verantworten?

    --> und dann kommt noch die Möglichkeit hinzu, dass der MA eine Suchtproblematik hat und bereit ist sich behandeln zu lassen.


    Also ich würde da aktuell als BR dem AG mitteilen:

    Verhandlungen lehnen wir nicht ab (weil man eine Anfrage auf Verhandlungen nie sofort ablehnen sollte, soweit es nicht vollkommen absurd ist), aber wir bestehen auf externen Fachverstand in rechtlicher und fachlicher bzw. medizinischer Sicht

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Der Bundestag hat neue Regeln zu Cannabis im Straßenverkehr beschlossen. Wer mit 3,5 Nanogramm Tetrahydrocannabinol (THC) pro Milliliter oder mehr unterwegs ist, riskiert in der Regel 500 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot.

    soweit ich weiß ist das noch nicht durch alle Instanzen !??


    Und was sagt der Wert 3,5 ng THC aus?

    Bei Alkohol gibt es inzwischen Erfahrungswerte. Was kann ich Trinken um drunter zu bleiben.

    Was baue ich in der Std ab.


    THC

    Wo/Wie wird der gemessen?

    Wer darf das?

    Darf ein Teamleiter das anordnen?

  • Was baue ich in der Std ab.

    Direkt nach dem Konsum eines Joints seien im Blutserum etwa zehn bis 150 Nanogramm THC pro Milliliter, sagt Stefanie Iwersen-Bergman, Leitung der Toxikologie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Mitglied der Expertengruppe.


    "Studien zeigen, dass der THC-Wert bei Gelegenheitskonsumenten innerhalb von etwa acht Stunden auf unter ein Nanogramm pro Milliliter Serum abfällt." Dadurch wäre es wieder möglich, verantwortungsbewusst am Straßenverkehr teilzunehmen. Wer sehr häufig bis dauerhaft konsumiert, könne auch längere Zeit nach dem Konsum noch THC-Konzentrationen von mehreren Nanogramm aufweisen.

    Ein Praktikant kopiert ein leeres Blatt Papier, damit er einen Schmierzettel hat. Und ihr glaubt, ihr habt Probleme. ;)

  • ????

    Thema im BR sollte m.M.n. nicht sein, wie man den Konsumenten ermöglichen kann bei der Arbeit keine Schwierigkeiten bekommen.


    Oder warum die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik des Abbau der Stoffe?


    Als BR würde ich der Strategie folgen:

    Nulltoleranz - gebt Drogen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt Einzug zu halten

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Bin gerade am überlegen wie ich mich zu dieser Thematik positionieren soll.

    Im Thread hast Du ja nun reichlich inhaltlichen Futter dazu bekommen, auch zu arbeitsrechtlichen Grundlagen.


    Was Dein AG will, geht rechtlich schlicht nicht.


    M.E. ist die Positionierung da einfach: Ablehnen. Punkt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Deine Haltung zum Thema Cannabis ist klar zu erkennen. Und allein Deine Sache

    Ich gönne mir da erst mal lieber mit eine neutralen Haltung.

    Und um das neutral zu bewerten sollte ich schon auch etwas Ahnung haben.

    Einfach mal sagen: Davon halte ICH nix, also lehne ich alles dazu ab ist mir echt zu billig.


    Im Thread hast Du ja nun reichlich inhaltlichen Futter dazu bekommen, auch zu arbeitsrechtlichen Grundlagen.


    Was Dein AG will, geht rechtlich schlicht nicht.


    M.E. ist die Positionierung da einfach: Ablehnen. Punkt.

    Am Ende sehe ich schon Sinn in einer BV um für alle Sicherheit zu haben.

    Und Ablehnen und Punkt wird da sicher zum Bumerang

    Einmal editiert, zuletzt von Bratislav () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Bratislav mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Deine Haltung zum Thema Cannabis ist klar zu erkennen. Und allein Deine Sache

    ist sie nicht, das ist meine Privatsache.

    Hier sind wir aber als BRM in diesem Forum und die Frage bezog sich auf eine BR-Thematik.


    Meine Haltung als BRM zu Thema Cannabis ist klar zu erkennen., nicht mehr und nicht weniger

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Nulltoleranz - gebt Drogen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt Einzug zu halten

    Sorry, das ist absoluter Quatsch. Abgesehen davon, dass der BR nicht Erziehungsberechtigter der AN ist und Substanzkonsum (so nicht gesetzlich sanktioniert) schlicht und einfach ein Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes ist, ist eine "Null-Toleranz" im Arbeitsverhältnis über den Konsum während der ArbZ hinaus regelhaft rechtlich gar nicht möglich, solange durch den Substanzkonsum die Arbeitsleistung nicht substanziell leidet.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Und um das neutral zu bewerten sollte ich schon auch etwas Ahnung haben.

    woher diese Erkenntnis, das ich davon keine Ahnung habe?


    ist eine "Null-Toleranz" im Arbeitsverhältnis über den Konsum während der ArbZ hinaus regelhaft rechtlich gar nicht möglich, solange durch den Substanzkonsum die Arbeitsleistung nicht substanziell leidet.

    und was anders habe ich auch nicht gesagt: bei der Arbeit keine Drogen (was meines Wissens nach bei Alkohol ja auch schon allgemeine Praxis ist)

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Am Ende sehe ich schon Sinn in einer BV um für alle Sicherheit zu haben. Und Ablehnen und Punkt wird da sicher zum Bumerang

    Sorry, aber was rechtswidrig ist, könnt Ihr nicht beschließen. Da wird auch kein Bumerang draus.


    Es gibt im normalen Arbeitsverhältnis schlicht keine Nüchternheitspflicht, der AG darf nicht einfach Atem- oder Blutproben erheben, er darf nicht einfach AN nach Hause schicken usw.usf. - alleine die substanzielle negativen Auswirkungen auf die Arbeitsleistung dürfen relevant sein. Aber ich will jetzt auch nicht den ganzen Thread wiederholen, man kann dort alles nachlesen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • U.a. dieser Beitrag fasst es allerbestens zusammen:

    (...)solange es keine speziellen rechtlichen Vorschriften zur Arbeit ohne Drogeneinfluss gibt und ein*e Beschäftigte*r seine/Ihre Arbeit erledigt, geht ein evtl. Drogenkonsum einen AG nichts an. In diesen Fällen darf nur geregelt werden, daß am Arbeitsplatz keine Drogen (einschl. Alkohol) konsumiert werden. Der AG hat aber keinen Anspruch darauf, daß jemand arbeitet ohne Drogeneinfluss.Bitte nicht vergessen: AG und BR sind keine Erziehungsberechtigten der AN. Und zu den Grundrechten des alllg. Persönlichkeitsrechts gehört in diesem Land auch das Recht auf Irrtum, Dummheit und Selbstschädigung - sowhl für AN als auch für AG.


    Wir hatten bei uns jahrelang im Verwaltungsbereich einen sog. "Spiegelsäufer", der erst so ab ca. 1,5 Promille überhaupt arbeitsfähig war. Er brachte eine durchschnittliche Leistung mit durchschnittlichem Arbeitstempo und hatte keine auffälligen Fehlzeiten. Da musste dann auch unsere Betriebsärztin irgendwann mal zähneknirschend eingestehen, daß man diesen beschäftigten nicht zu "0,0 Promille" am Arbeitsplatz zwingen kann und er eben in der Pause zur benachbarten Tanke geht, um sich Nachschub 'reinzuziehen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Sorry, aber was rechtswidrig ist, könnt Ihr nicht beschließen. Da wird auch kein Bumerang draus.


    Es gibt im normalen Arbeitsverhältnis schlicht keine Nüchternheitspflicht, der AG darf nicht einfach Atem- oder Blutproben erheben, er darf nicht einfach AN nach Hause schicken usw.usf. - alleine die substanzielle negativen Auswirkungen auf die Arbeitsleistung dürfen relevant sein. Aber ich will jetzt auch nicht den ganzen Thread wiederholen, man kann dort alles nachlesen.

    versteh ich Dich richtig? Keinerlei Regelung bezüglich legale ( und vermutlich auch Illegale)Drogen?


    Unser AG hat dazu eine ADA vor Betriebsrats Zeiten ausgehängt.

    Dann hätte die ja weiter Gültigkeit :(

  • Bratislav , wenn Du unbedingt einen Verhandlungsvorschlag abgeben möchtest, sollte der BR m.E. exakt diesen Satz als BV einbringen: "Der Konsum berauschender Substanzen ist während der Arbeitszeit verboten." Und den zieht man ggf bis zur E-Stelle durch. Regelungen bzgl Prävention, Hilfen bei Sucht usw sind natürlich immer willkommen.


    Bedeutet

    ADA

    zufällig "Arbeits- und Dienstanweisungen"? Sofern die sich auf Verhalten außerhalb des Arbeitsverhältnisses beziehen, sind sie ungültig.

    Dann hätte die ja weiter Gültigkeit.

    Nein. Weil das Ordnungsverhalten ist - Ihr fordert den AG auf, die zurückzuziehen, sonst Klage.


    Keinerlei Regelung bezüglich (...) Drogen?

    Genau, erstmal keine Regelung. Legal oder illegal ist arbeitsrechtlich scheißegal.


    Was für eine BV sinnvoll ist, und wofür man als BR erstmal auf Schulung gehen sollte: Eine BV zu Prävention und Umgang mit Suchtfolgen.


    Meine Haltung als BRM zu Thema Cannabis ist klar zu erkennen., nicht mehr und nicht weniger

    Persönliche Haltungen zu Substanzen müssen bzgl BVen und Arbeitsrecht irrelevant sein. Die meisten Menschen dürften Heroin sauschlecht finden, aber es gibt tatsächlich gut kompensierende Konsument:innen, die ohne Probleme arbeiten gehen.

    und was anders habe ich auch nicht gesagt.

    Doch, hast Du.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    5 Mal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.