Umstellung von Wechselschicht auf Notbetrieb

  • Guten Nabend nochmal,


    normalerweise wird bei uns in 2 Schichten bei uns gearbeitet.

    von 6:00 bis 14:00 und von 14:00 bis 22:00.


    Nun haben wir extremen Personalmangel.


    Die Hälfte der Belegschaft ist krank und neue Mitarbeiter kommen nicht.

    Bzw. es werden fleissig Vorstellungsgespräche geführt, aber es kommt mangels Intresse der Bewerber kein Arbeitsvertrag zustande.


    Jedenfalls haben wir so wenige Mitarbeiter, dass in Zukunft der Schichtbetrieb warscheinlich nicht mehr aufrechterhalten werden kann.


    Nun ist folgendes geplant:

    KOLLEGE A- Der erste Mann soll um 6:00 Uhr anfangen...er soll bis 14 Uhr arbeiten.


    KOLLEGE B & C-Dann kommen um 7.45 Uhr 2 weitere Mann, die dann die Hauptproduktion bis ca. 15:45 aufrechterhalten sollen.

    KOLLEGE D- Dann kommt um 14 Uhr ein Kollege, der bis 22 Uhr arbeitet, ab 15.45 spielt er nur noch den Pförtner.


    Kollege A und Kollege D sollen im wöchentlichen Wechsel rotieren.

    Es sollen Kollege B & C sein, die die Hauptarbeit verrichten, da diese sehr viel Erfahrung haben und die Anlage aus dem FF bedienen können.


    Kollege A und Kollege D sind entweder Betriebsrentner oder neue Kollegen mit wenig Erfahrung, diese können schlecht alleine arbeiten, da Ihnen noch das notwendige Wissen fehlt.


    Ich frage euch, meine Betriebsratskollegen:

    Wie kann oder soll ich denn reagieren.

    Ich finde es zum Beispiel doof, dass Kollege B & C in einer Art Dauermittelschicht hineingezwungen werden.

    Ich werde diese später einmal anrufen und fragen was sie zu diesen Arbeitszeiten halten.


    Aber wenn das auf wenig Zuspruch stößt, soll ich einfach nur ablehnen?

    Ich habe ja auch keinen besseren Vorschlag, weil wir einfach keine Kollegen mehr haben....


    Oder nur 1 Schicht, 6 bis 14 Uhr und dann macht einer den Pförtner...?

    Ich weiß es nicht.... Am besten wäre wenn wir genug Mitarbeiter hätten, aber auch wenn wir morgen 10 auf der Matte stehen hätten... bis die fertig ausgebildet sind vergeht auch mindestens 1 Jahr.... ;(

  • mMan85 , eine ernst gemeinte Anmerkung: Wenn ich mir alle Deine Posts so ansehe, habe ich den leisen Eindruck, der AG hat mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eh vor, das Unternehmen über kurz oder lang an die Wand zu fahren und zu beenden.

    Die Hälfte der Belegschaft ist krank (...).

    Woran könnte das bloß liegen...? :/

    Bzw. es werden fleissig Vorstellungsgespräche geführt, aber es kommt mangels Intresse der Bewerber kein Arbeitsvertrag zustande.

    Auch das sagt ja einiges über Deinen AG. Eure Zustände sind beschissen, und das wird vmtl nicht über ein entsprechendes tolles Gehalt kompensiert.


    Um aber auf die Frage zu den ArbZ zu antworten: Du kennst die Gegebenheiten und Notwendigkeiten vor Ort. Das Forum nicht. Wenn Du ablehnst, wirst Du um einen Gegenvorschlag nicht herumkommen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich frage euch, meine Betriebsratskollegen:

    Wie kann oder soll ich denn reagieren.

    ich würde dem AG vorschlagen:

    2 Schichten mit 50% der notwendigen Belegschaft funktioniert nicht, also wäre die logische Schlussfolgerung: eine Schicht fahren, bis wieder Personal für 2 Schichten vorhanden ist.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich wäre da aus verschiedenen Gründen bei Randolf:


    1) eventuell Gefahr für einen Kollegen, der alleine an der Maschine arbeitet - im Notfall / bei Unfall kann niemand helfen)

    2) wie effektiv wäre es, jemanden, der sich nicht auskennt, 1 STD 45 Minuten alleine "wurschteln" zu lassen?


    Oder benötigt die Maschine so lange zum aufheizen (irgendwas war doch bei Euch mit Hitze und Boden)

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Bei uns gab es ähnliches.... was der AG leider dank unseres inkompetenten BR durchsetzen konnte. Nur ein Rat von mir: Bei uns hat der AG durch die angebliche Änderung der Arbeitszeiten die gesamten Schichtzulagen eingespart. Obwohl der neue Plan ebenso gestrickt ist wie Eurer. Vorher hatten die MA Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel. Nun meint der AG, wie es nicht mehr "Schicht" heißt sondern "Servicezeit", dann sind es keine Schichten mehr.


    Also schön aufpassen, falls auch bei Euch eventuelle Zuschläge gestrichen werden sollen.


    Lg Lilex

    ~~~ Alle sagten: Das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. ~~~

    ~~~ Eine Lösung hätte ich - mir fehlt nur das passende Problem. ~~~

  • mMan85 , eine ernst gemeinte Anmerkung: Wenn ich mir alle Deine Posts so ansehe, habe ich den leisen Eindruck, der AG hat mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eh vor, das Unternehmen über kurz oder lang an die Wand zu fahren und zu beenden.

    Guten Nabend Fried,

    mh... das ist schwer zu sagen. Ich kann selbstverständlich nicht in den Kopf meiner Geschäftsführung hineinschauen, genauso wenig wie in die Köpfe des Aufsichtsrates sowie der Gesellschafter.


    Ich glaube nicht, dass dieses "an die Wand fahren" wirklich absichtlich geschieht...

    Meiner Meinung nach haben wir nur sehr wenig kompetentes Führungspersonal.


    Heute wurde ein Teil der Arbeitsplätze Leuchtungstechnisch ausgemessen.

    Subjektiv ist ein Arbeitsplatz zu dunkel, es handelt sich um einen PC Arbeitsplatz.

    Meine Kollegen haben den Betriebsleiter, damals noch ohne BR, darauf angesprochen...

    Die Antwort des Betriebsleiters war: "So oft und lange arbeiten Sie doch gar nicht an den Platz..."


    Die Messung heute hat irgendetwas zwischen 180 Lux und maximal 300 Lux angezeigt.... für einen PC Arbeitsplatz.

    2 Meter weiter war ein Messpunkt, wo wir die Umgebungsausleuchtung gemessen haben. 10 Lux....


    Und so zieht es sich in allen Belangen durch.... Geld sparen.... (wofür eigentlich? mehr Gewinn?)

    Und das möglichst am falschen Ende.


    Woran könnte das bloß liegen...?

    :/ :/ :/ Gute rhetorische Frage...



    Eure Zustände sind beschissen, und das wird vmtl nicht über ein entsprechendes tolles Gehalt kompensiert.

    Das stimmt....

    Habt Ihr hier im Forum ja schon ein bisschen Einblick erhalten...


    2 Schichten mit 50% der notwendigen Belegschaft funktioniert nicht, also wäre die logische Schlussfolgerung: eine Schicht fahren, bis wieder Personal für 2 Schichten vorhanden ist.

    Das ist einfach gesprochen auch die Lösung.

    Dabei noch die persönlichen Bedürfnisse der Kollegen berücksichtigt.

    Der Eine muss zwingend in Wechselschicht arbeiten, zwecks Abstimmung der Kinderbetreuung mit der Lebenspartnerin, der nächste möchte gerne/lieber Dauerspätschicht arbeiten.... und so setzt es sich fort.


    2) wie effektiv wäre es, jemanden, der sich nicht auskennt, 1 STD 45 Minuten alleine "wurschteln" zu lassen?

    Es geht mehr darum, dass jemand in der Firma anwesend ist, weil wir gewisse Dienstleistungen vorhalten müssen.

    Sozusagen ein Pförtner... wenn man es so nimmt.

    Richtig an der Maschine, etwas produzieren, geht selbstverständlich nicht.


    Oder benötigt die Maschine so lange zum aufheizen (irgendwas war doch bei Euch mit Hitze und Boden)

    Das ist wohl wahr, aber eher ein untergeordneter Faktor.

    Aber für ein Montag Morgen könnte so etwas schon sinnvoll sein, da brauchen die Öfen manchmal wirklich ein paar Stunden, bis sie Betriebstemperatur haben.


    Nur ein Rat von mir: Bei uns hat der AG durch die angebliche Änderung der Arbeitszeiten die gesamten Schichtzulagen eingespart.

    Ein sehr guter Rat von mir!

    Der wird auf jeden fall berücksichtigt.

    Vielen Dank für Deine Erfahrung!

  • Dabei noch die persönlichen Bedürfnisse der Kollegen berücksichtigt.

    Der Eine muss zwingend in Wechselschicht arbeiten, zwecks Abstimmung der Kinderbetreuung mit der Lebenspartnerin, der nächste möchte gerne/lieber Dauerspätschicht arbeiten.... und so setzt es sich fort.

    soweit das möglich ist ok, aber am Ende sind persönliche Bedürfnisse nachrangig.

    Es kommt auf die Inhalte der AV und BV und TV an.

    Es wird auch realistischer Sein zunächst das "Ganze" im Blick zu haben, als es jedem MA Recht machen zu wollen.


    Und ihr solltet/müßt für alle MA akzeptable Ergebnisse realisieren, am Ende geht es im Zweifel nach Mr. Spock:


    Das Wohl von Vielen steht über dem Wohl des Einzelnen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.