Wie politisch werdet Ihr? Wie politisch soll oder darf man werden?

  • Warum nur in Zusammenarbeit mit dem AG?


    Alle anderen, die es bejahen, dass man sich auch politisch äußert: Welche Themen wären da bei Euch außen vor, über welche würdet Ihr Euch äußern?

    alles was keine Aufgabe des BR ist, ist grundsätzlich außen vor.

    Politische Meinungen, Bestrebungen, öffentliches Tagesgeschehen ......

    Bzgl bestimmten Fragen der Außenpolitik oder Themen wie Israel/Gaza habe ich explizite Meinungen, die sehe ich aber in keinem Zusammenhang mit dem BR.

    private Meinungen darf jeder haben und auch im Rahmen der Meinungsfreiheit äußern.

    Im Betrieb bin ich aber immer der BRV, weil die MA das so sehen und alles was ich äußere wird auch so interpretiert.

    Ich kann nur sehr begrenzt reine private Äußerungen tätigen ohne das es als "Äußerung des BRV" aufgefasst wird

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • alles was keine Aufgabe des BR ist, ist grundsätzlich außen vor.

    Nachvollziehbar.


    Aber die Rassismusproblematik zählt m.E. durchaus zu den Aufgaben des BR.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Aber die Rassismusproblematik zählt m.E. durchaus zu den Aufgaben des BR.

    und zwar zu 1000000000000000000000000000%


    was ja das BetrVG im §80 (1) deutlich macht:

    7.die Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern zu fördern, sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu beantragen;


    und der AG soll ja sogar in seinem Bericht auf der Betriebsversammlung darauf eingehen:


    §43 (2) Der Arbeitgeber oder sein Vertreter hat mindestens einmal in jedem Kalenderjahr in einer Betriebsversammlung über das Personal- und Sozialwesen einschließlich des Stands der Gleichstellung von Frauen und Männern im Betrieb sowie der Integration der im Betrieb beschäftigten ausländischen Arbeitnehmer, ...


    Fettung hier mal von mir

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • Aber die Rassismusproblematik zählt m.E. durchaus zu den Aufgaben des BR.

    wenn sie aktuell im Unternehmen auftritt JA


    die allgemeine ggf. politisch motivierte Rassismusproblematik in D und der Welt nicht.


    Trägt man ggf. diese Problematik erst in den Betrieb, wenn man die Diskussion aufbringt, obwohl aktuell im Betrieb dieses kein Thema ist?


    aber das wäre eben "Rassismus" der im Betrieb vorkommt, nicht der gesellschaftliche soweit der Betrieb frei von Rassismus ist

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    Nachtrag:

    ich will doch kein Problem mit Rassismus in den Betrieb reinreden, indem ich das Thema aufmache, soweit es innerbetrieblich dazu keinen Anlass gibt

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    2 Mal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • die Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern zu fördern, sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu beantragen.

    Dazu zähle ich eindeutig die Prävention, inkl einer Positionierung auch des BR.


    Ich hatte gerade einen Workshop zu einem anderen Thema (aus dem weiteren Bereich des AGG), das innerbetrieblich relevant ist bzw werden kann.


    Es wurde dort und wird (zurecht) immer wieder gesagt, wie wichtig es ist, ein Leitbild zu haben und zu vermitteln, wie wichtig es ist, dass man klarmacht, für was man steht, bzw auch gegen was, und das auch umsetzt. Weil Eindeutigkeit "Täter:innen" abschrecken kann.


    Insofern wäre es natürlich toll, wenn der AG sich positioniert - einige Unternehmen machen das. Aber als BR würde ich nicht untätig bleiben, wenn der AG sich diesbzgl ziert.


    Das halte ich für naiv:

    soweit der Betrieb frei von Rassismus ist.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Pfried

    Du magst es für naiv halten.


    Solange es keine Anzeichen für etwas gibt (egal was), sollte man die Möglichkeit nicht ausschließen, das es auch nicht vorhanden bzw. relevant ist.


    Indem man etwas anspricht, macht man es zum Thema. Warum etwas zum Thema machen, für das es keine Anzeichen gibt?

    --> aber das ist eben auch Ansichtssache

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich sehe eben den Präventionsaspekt als wichtig an.


    Man täuscht sich da u.U. auch. Ich weiß von einer großen Klinik aus unserem Raum, da hielt kaum jemand (auch in den Vertretungsgremien) das Thema sexualisierte Gewalt für sonderlich relevant, bis eine Umfrage im Rahmen der Erstellung von psychischen Gefährdungsbeurteilungen ergab, dass etwas mehr als 50% der Belegschaft schon einmal sexuelle Belästigung in der Arbeit erlebt hatten, sei es von Patient:innen, Kolleg:innen oder Vorgesetzten.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Solange es keine Anzeichen für etwas gibt (egal was), sollte man die Möglichkeit nicht ausschließen, das es auch nicht vorhanden bzw. relevant ist.


    Indem man etwas anspricht, macht man es zum Thema. Warum etwas zum Thema machen, für das es keine Anzeichen gibt?

    --> aber das ist eben auch Ansichtssache

    Das sehe ich nicht so. Ich habe mich oft gefragt, wo denn der Punkt gewesen wäre, an der man der Naziherrschaft noch durch Protest hätte verhindern können. Wenn ich das auf heute übertrage: Wir haben Anzeichen genug. UNd wenn wir die nicht wahrnehmen, ist es halt im Zweifel zu spät.


    Was Du halt in jedem Post schreibst:

    "Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle."


    Genau das.

  • Ich bin da (ausnahmsweise ;) ) auch bei Randolf!


    Nur weil dies Thema jetzt so breit getreten wird....na man kann so ja von der eigenen Unfähigkeit ablenken....würde ich dieses Thema nicht als BR bearbeiten solange dies kein Thema im Betrieb ist.

  • Wir haben Anzeichen genug.

    das ist eine um 180° andere Ausgangslage wie ich geschildert habe?

    Solange es keine Anzeichen für etwas gibt (egal was)


    Wir haben Anzeichen genug. UNd wenn wir die nicht wahrnehmen, ist es halt im Zweifel zu spät.

    gesellschaftlich ja, aber als BR betrachte ich das betriebsintern


    und wenn man (so wie bei uns) mehrere Nationalitäten im Betrieb hat, es keine Anzeichen für innerbetriebliches fremdenfeindliches Verhalten gibt, dann mache ich das nicht zum Thema.


    Wer jetzt privat welcher Partei angehört oder wofür demonstriert, dem kann ich als Privatmann begegnen, aber das trage ich ebenfalls nicht in den Betrieb ohne einen gegebenen Anlass

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Das sind dann einfach unterschiedliche Ansätze.


    Der eine BR sagt, wir arbeiten präventiv, der andere BR wird erst aktiv, nachdem was größeres passiert ist, was ihm zur Kenntnis gekommen ist.


    ...na man kann so ja von der eigenen Unfähigkeit ablenken...

    Von wessen Unfähigkeit soll es denn ablenken, wenn man sich in einem Betrieb entscheidet, (präventiv oder reaktiv) etwas zur Integration von Menschen unterschiedlicher Ethnien oder Nationalitäten zu tun?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • schwede12 , nein: Das ist natürlich auch politisch. Das obige von mir eingefügte Flugblatt eines KBR widmet sich diesem Thema durchaus in politischer Weise. Die "Integration von Menschen unterschiedlicher Ethnien oder Nationalitäten" ist natürlich etwas, das gegen "Rassismus" gerichtet ist, und das kann man auch deutlich benennen.


    Magst Du also antworten?

    Von wessen Unfähigkeit soll es denn ablenken, wenn man sich in einem Betrieb entscheidet, (präventiv oder reaktiv) etwas zur Integration von Menschen unterschiedlicher Ethnien oder Nationalitäten zu tun?

    Du kannst aber denn Passus am Schluss gerne durch "gegen Rassismus zu tun" ersetzen, wenn es Dir die Antwort leichter macht.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    3 Mal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Fried, dass das Thema Rassismus und gegen Rechte so breit getreten wird ist in meinen Augen ein ganz klares Ablenkungsmanöver seitens der unfähigen Ampelpolitik und der gut bezahlten Medienlandschaft. Das zum Thema Politik! Da wird es innerhalb des BR aber so viele Meinungen wie BRM geben und man sollte dies aus der BR Arbeit heraushalten.


    Die "Integration von Menschen unterschiedlicher Ethnien oder Nationalitäten ist allerdings ein ganz klares Aufgabengebiet für den BR. An diesem Thema sind wir auch grade dran und überlegen wie wir Incomer nicht nur im Betrieb sondern auch genau so wichtig in ihrer neuen Heimat integrieren können.


    Zum Thema Rassismus bin ich wie gesagt beim Randolf


    ...Warum etwas zum Thema machen, für das es keine Anzeichen gibt?....

  • Fried, dass das Thema Rassismus und gegen Rechte so breit getreten wird ist in meinen Augen ein ganz klares Ablenkungsmanöver seitens der unfähigen Ampelpolitik und der gut bezahlten Medienlandschaft. Das zum Thema Politik!

    Verstehe, die Hunderttausende, die auf die Straße gehen (z.B. mein 85jähriger Onkel, schon immer in der CSU, mein Cousin, seit Ewigkeiten bei der Linken, meine Wenigkeit als politisch Heimatloser, unser Bürgermeister von den FW usw.) sind also quasi von der Regierung und den gekauften Medien manipulierte Schlafschafe, die von den wahren Problemen ablenken. Klar, da will man als BR natürlich "erwachter" sein als all die Dummen. :P


    Aber mal weg von der Polemik, das interessiert mich:

    Die "Integration von Menschen unterschiedlicher Ethnien oder Nationalitäten ist allerdings ein ganz klares Aufgabengebiet für den BR. An diesem Thema sind wir auch grade dran und überlegen wie wir Incomer nicht nur im Betrieb sondern auch genau so wichtig in ihrer neuen Heimat integrieren können.

    Was sind da konkrete Ideen?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Was sind da konkrete Ideen?


    Dass z.B eine Woche nicht gearbeitet wird (natürlich vergütet ;) ) in dieser Woche werden unsere Incomer an ihren neuen Wohnorten zu Ärzten, Geschäften, Vereine usw. begleitet. Zudem sollen Stammtische ins Leben gerufen werden und es soll auch einen festen Ansprechpartner im Betrieb geben der dies alles koordiniert.

    Was wir fest gestellt haben ist, dass unsere neuen Mitarbeiter sich im Betrieb sehr wohl fühlen aber sich in ihrer Freizeit noch sehr unsicher und doch oft Heimweh bekommen. Es sind bei uns in der Regel oft sehr junge Leute die extra für die Ausbildung nach Deutschland kommen.

  • Nochmal angemerkt: "Politisch" werden finde ich grundsätzlich gut. Aber das muss dann eben auch durch innerbetriebliches Handeln gestützt werden, sonst sind das Fensterreden.


    Und ich finde allemal einen BR, der innerbetrieblich was in die Richtung tut, aber "unpolitisch" ist (wie schwede12 es beschreibt), sehr viel besser, als einen "politischen" BR, der innerbetrieblich Däumchen dreht.


    Ich gehöre dem KBR an, welcher sich mit diesem Statement an die Beschäftigten gewandt hat.

    Karin75 , kam denn vom Konzern was als Reaktion?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo Fried, das ist tatsächlich eines der wenigen Themen in dem Einigkeit zwischen Konzern GF und KBR herrscht. Zumindest im Statement. Allerdings wird in der Praxis viel zu wenig getan, um eine gelungene Integration der Kolleginnen und Kollegen aus aller Herren Länder in den Berufsalltag zu gewährleisten. Das "Aussitzen" der Probleme und dem damit verbundenen Frust bei allen Beschäftigten, befeuert leider die Argumentation der "ich bin ja nicht rechts, aber...."Fraktion

  • Allerdings wird in der Praxis viel zu wenig getan, um eine gelungene Integration der Kolleginnen und Kollegen aus aller Herren Länder in den Berufsalltag zu gewährleisten.

    So, wie ich den Konzern aus meiner Zeit kenne, vermutlich aus dem Grund, dass das Umsatz und Gewinn nicht steigert...

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