Recht? bei Dienstreise

  • Es geht um eine 50% schwerbehinderte Person die Dienstreisen machen soll. :!:


    Sie würde gerne auf Dienstreis, aber allein traut sie sich nicht.

    Das andere ist - sie kann nicht morgens um sechs oder früher am Bahnhof sein, um in z.B. Berlin um 10 Uhr eine Konferenz zu besuchen.

    Sie bräuchte also eine Begleitperson und ggf. eine Übernachtung mehr als eine gesunde Person.


    -kann der Arbeitgeber einem eine Dienstreise aufdrücken :?:

    -kann dem Arbeitgeber auch zu zwei oder drei Nächte Übernachtung übernehmen :?:

    -wie sieht es überhaupt mit Begleitung aus? wenn man kein Begleitung im GB stehen hat :?:

    -hat sie Pech gehabt oder Rechte:?:


    Warte gespannt auf die spannenden Rückmeldungen. :saint:

  • Habt ihr in eurer Inklusionsvereinbarung das Thema „Reise“ irgendwie angesprochen?


    https://www.mi.niedersachsen.de/download/34014/Richtlinien_zur_gleichberechtigten_und_selbstbestimmten_Teilhabe_schwerbehinderter_und_ihnen_gleichgestellter_Menschen_am_Berufsleben_im_oeffentlichen_Dienst.pdf


    Das Land Niedersachsen z.B. gibt unter 10.3 einige Möglichkeiten.

  • Es geht um eine 50% schwerbehinderte Person die Dienstreisen machen soll.

    Bis dahin kein Problem.


    Sie würde gerne auf Dienstreis, aber allein traut sie sich nicht.

    Du bist die SBV? Was kannst du über die Gründe des Nicht-Trauens mitteilen, ohne die Vertraulichkeit zu verletzen?

    wie sieht es überhaupt mit Begleitung aus? wenn man kein Begleitung im GB stehen hat

    Entweder argumentativ die Begleitung begründen oder allein fahren - oder privat jemanden für die Bahnfahrt mitnehmen, die/der sich dann in Berlin nebenbei 'nen schönen Tag macht.

    Habt ihr in eurer Inklusionsvereinbarung das Thema „Reise“ irgendwie angesprochen?

    Sehr gute Frage!


    sie kann nicht morgens um sechs oder früher am Bahnhof sein, um in z.B. Berlin um 10 Uhr eine Konferenz zu besuchen.

    [...]

    kann dem Arbeitgeber auch zu zwei oder drei Nächte Übernachtung übernehmen

    Du hast nicht erwähnt, wie weit Berlin von euch aus ist, denn davon könnte u.a. abhängen, ob der AG die Vorabendanreise übernehmen muss. Von Potsdam aus eher nicht, von Saarbrücken aus dagegen ziemlich sicher.
    "um sechs oder früher am Bahnhof" lässt auf irgendwas dazwischen schließen, was andererseits nichts über die Verbindungen aussagt.


    Abseits der Inklusionsvereinbarung gibt es doch ggf. auch Reiserichtlinien bei euch oder BVs zu Dienstreisen, da sollte die eine oder andere Teilfrage beantwortet sein.


    Davon abgesehen bin ich auch schon ziemlich früh am morgen aufgebrochen, um zu einem Seminar zu fahren; Frankfurt/M. -> Dresden ist auch nicht eben Kurzstrecke.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Hallo

    ein Inklusionsvereinbarung habe ich nicht gefunden.

    Wir haben nur eine wie wir die Arbeitszeit bei Dienstreise angerechnet Aufklärung


    Wir sind aus Bremen.

    Also die Dienstreise wäre von Bremen nach Berlin

    Einmal editiert, zuletzt von Crouquet () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Crouquet mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Eine Zusammenfassung für arbeitsrechtliche Fragen bei Dienstreise findest du z.B. hier

    Dienstreise / Arbeitsrecht | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
    1 Verpflichtung zu Dienstreisen Die Verpflichtung zur Durchführung von Dienstreisen kann sich aus dem Arbeitsvertrag sowie aus einer Betriebsvereinbarung oder…
    www.haufe.de


    D.h. : ja, er kann die Dienstreise anweisen. Er muß Übernachtungskosten übernehmen, wenn dadurch sichergestellt ist, dass bis zur nächsten Arbeitsaufnahme 11 Stunden Ruhezeit eingehalten sind. Die Bahnfahrt zählt nicht als Ruhezeit, weil die MA nicht im eigenen Interesse, sondern im Auftrag der Firma unterwegs ist. Wenn die MA nicht ausdrücklich einen Anspruch auf Begleitung im GB stehen hat, muss er ihr m.E. auch nicht gewährt werden.


    ABER: Der AG muß bei Anweisung zu Dienstreisen billiges Ermessen walten lassen. Wenn am Wohnort der MA der erste Bus zum Bahnhof um 7.00 Uhr fährt, ist es ihr nicht möglich um 6.00 am Bahnhof zu sein. (Es sei denn, sie bekommt eine Hotelübernachtung in Bahnhofsnähe bezahlt). Aus welchen Gründen hat die MA denn Angst, allein zu reisen? Es kommen sowohl körperliche Gründe (z.B. schlechtes Sehvermögen, unvorhersehbare Epilepsieanfälle) als auch psychische Gründe wie Reiseangst in Betracht. Darauf sollte der AG Rücksicht nehmen und ihr im Zweifelsfall die Begleitung gewähren oder jemand anderes schicken.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Hier ist viel zu viel unklar.


    Kann der AG eine Dienstreise überhaupt anweisen, gehört diese zu den arbeitsvertraglichen Pflichten?


    Inwiefern hindert die Schwerbehinderung den/die AN objektiv daran, am selben Tag in der Frühe loszureisen?


    Inwiefern führt die Schwerbehinderung objektiv dazu, dass eine Begleitung nötig ist?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Und noch eine Frage: Führen die Reisetätigkeit und jene vor Ort dazu, dass mehr als 8 Stunden ArbZ anfallen und hat die AN verlangt, von Mehrarbeit freigestellt zu werden. Bzw.: Führen die Reisetätigkeit und jene vor Ort dazu, dass mehr als 10 Stunden ArbZ anfallen würde, wenn nicht übernachtet wird?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)