Kündigungsfristen bei nachwirkenden Tarifverträgen

  • Hallo Miteinander,


    Unser Arbeitgeber ist mit Ablauf 2013 aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Der MantelTarifVertrag wirkt ja bekanntlich nach. Später (2017?) wurden die Kündigungsfristen des MTV wegen Altersdiskriminierung gekippt.


    Was gilt denn jetzt für die ehemaligen Tarifmitarbeiter? Der aktuelle MTV wohl kaum. Kann der diskriminierende noch nachwirken? Oder einfach die Kündigungsfristen aus dem §622 BGB?


    Die Frage bezieht sich auf die Kündigung durch den Arbeitnehmer!


    Hintergund:

    • Im Arbeitsvertrag (vor Tarifaustrittaustritt) steht „gemäß der Kündigungsfristen des MTV“
    • Aus dem 2013er MTV: „3. Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer gelten folgende Kündigungsfristen; dabei ist maßgebend die Summe aus Lebens- und Unternehmenszugehörigkeitsjahren (Meßzahl):
    • Bis zu einer Unternehmenszugehörigkeit von zwei Jahren 2 Wochen,
    • bis Meßzahl 25 und dabei einer Unternehmenszugehörigkeit von mindestens zwei Jahren 2 Wochen zum Monatsende,
    • ab Meßzahl 26 und dabei einer Unternehmenszugehörigkeit von mindestens zwei Jahren 1 Monat zum Monatsende.
    • Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber erhöht sich die Kündigungsfrist […]

    Schon einmal Dank und Grüße

  • Da der MTV vor über 10 Jahren verlassen wurde, dürfte die MA, die dein Problem betreffen, 26 Jahre und älter sein

    also eine Meßzahl deutlich >26 haben!


    Daraus folgen folgende Kündigungsfristen:


    Alter MTV: 1 Monat zum Monatsende (wenn dieser diesbezüglich noch Anwendung finden würde)


    ansonsten


    BGB: 4 Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats


    Ich sehe da keinen großen Unterschied und vertehe daher deine Frage nicht.

    Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.

  • Steht im AV oder dem MTV etwas zur Erhöhung der Kündigungsfrist für Arbeitnehmer analog zum letzten Punkt, den du gekürzt hast?

    Die Mitarbeitenden, für die der MTV nachwirkt, haben ja jetzt 10 Jahre Betriebszugehörigkeit. Die Kündigungsfrist für Arbeitnehmende darf nicht höher sein als die für den AG, sie darf aber ebenfalls ansteigen - wenn das irgendwo vereinbart wurde.


    Wenn es im MTV oder den Arbeitsverträgen keine Anpassung der Kündigungsfristen gibt, dann sehe ich wie Fantil kein Problem, würde aber zur Sicherheit mit Frist von einem Monat zum Monatsende kündigen.

  • Ich habe nochmal recherchiert und war in einem Punkt im Irrtum: Meiner falschen Info nach wären im neuen MTV die Kündigungsfristen nach BGB, aber für beide Seiten gleich, also je nach Betriebszugehörigkeit immer länger. Habe jetzt den aktuellen MTV und nichts dementsprechend gefunden, daher ist die Frage anscheinend erledigt :thumbup:

    Trotzdem Danke!