gestern wieder so ein Tag :-)

  • Hallo,

    einfach mal so als Geschichte:

    Kollege seit 2020 krank, wird ab nächste Woche wieder eingegliedert.

    Abteilungsleiter und Personalchef haben uns gestern zum Gespräch eingeladen, wie die Eingliederung von statten laufen soll.

    Personalchef holte die BEM-Einladung von 2021 wieder raus und er solle diese bitte unterschreiben, da er ja die alte abgelehnt hatte, da er im Krankenhaus war :/

    Da kam er zur ersten Auseinandersetzung ..... jetzt hat die Perso wieder ein neues Feindbild ..... mich ^^

    Dann alles weitere besprochen, dann sagten sie, in dem Bereich (Verpackung) wo er bis jetzt gearbeitet hatte, ist keine Stelle mehr frei, er müsse jetzt in der Produktion direkt arbeiten. Hatten Perso und Abteilungsleiter im Vorfeld besprochen ohne mich mit ins Boot zunehmen..... nun hab ich es mit beiden verscherzt ^^ :D


    Das komplett verrückte ist: der Kollege hat einen GdB von 50 unbefristet ...... Diagnose damals war Darmkrebs, wurde ein Stück vom Darm entfernt. Zum Glück war die Diagnose falsch und er gilt als 100% geheilt, aber den GdB hat er behalten.......krank war er nur solange, da er einen künstlichen Ausgang bekommen hatte und die Heilung hat halt gedauert. Einziges Problem, er muss halt öfter aufs Klo, hat er natürlich alles in der Rund (Perso, Leitung) erzählt ......


    So, hier endet mein Tagebuch :)

  • Hab mal eine Frage, die zwar nichts direkt mit dem Beitrag zutun hat, aber:

    Kann ein GdB von 30 oder 40 befristet sein? Den Bescheid vom Amt bekommen wir als SBV ja nicht unbedingt immer mit, sondern nur den Antrag auf Gleichstellung bzw. die Feststellung.


    Gruß

  • Hallo,


    das ist doch ein glasklarer Fall für ein Präventionsverfahren gem. § 167 Abs. 1 SGB IX.


    Kann ein GdB von 30 oder 40 befristet sein?

    Nein, das kann er nicht, da es Befristung im Sinne von "Heilungsbewährung" nur bei Erkrankungen mit einem GdB ab 50 in der VersmedV.


    Allerdings kann jeder GdB - auch unter 50 und auch ohne Heilungsbewährung - gem. § 48 SGB X vom Versorgungsamt von Amts wegen überprüft und auch geändert werden.

  • Hallo albarracin,

    Allerdings kann jeder GdB - auch unter 50 und auch ohne Heilungsbewährung - gem. § 48 SGB X vom Versorgungsamt von Amts wegen überprüft und auch geändert werden.

    Das finde ich interessant.

    Weißt Du wie häufig solche Überprüfungen sind und gibt es für eine Überprüfung Regeln oder typische Anlässe gibt (z.B. eine Stichprobe prüfen oder wenn es neue Behandlungsmöglichkeiten)?

  • Hallo albarracin,

    Das finde ich interessant.

    Weißt Du wie häufig solche Überprüfungen sind und gibt es für eine Überprüfung Regeln oder typische Anlässe gibt (z.B. eine Stichprobe prüfen oder wenn es neue Behandlungsmöglichkeiten)?

    Da gibt es keine Regeln oder typische Anlässe wo das erfolgt.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • .... hat es schon mal jemand gehabt, dass der Arbeitgeber die den GdB/Gleichstellung anzweifelt und es prüfen lässt,

    da er die Person anderweitig einsetzen will?

    Und dafür natürlich die Behinderung "stört"

  • .... hat es schon mal jemand gehabt, dass der Arbeitgeber die den GdB/Gleichstellung anzweifelt und es prüfen lässt,

    da er die Person anderweitig einsetzen will?

    Und dafür natürlich die Behinderung "stört"

    Ich glaube kaum das dies ein AG machen würde.

    Er muss ja eine gewisse Anzahl von Schwerbehinderten oder gleichgestellten im Betrieb beschäftigen. Ansonsten muss er für jeden Schwerbehinderten oder gleichgestellten MA der im fehlt, eine "Strafe" bezahlen.

  • .... hat es schon mal jemand gehabt, dass der Arbeitgeber die den GdB/Gleichstellung anzweifelt und es prüfen lässt (...)?

    Ich wüsste keine Rechtsgrundlage dafür.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • ergänzend zu Fried:

    Bezüglich Gleichstellung siehe § 2 Abs. 3 SGB IX und die Kommentare dazu. Aus anderem Anlass habe ich mich zufällig gerade gestern mit dem dicken Nomos-Kommentar (von Düwell u.a. sowie auch mit dem Knittel zu exakt diesem Paragrafen und Absatz befasst, wenngleich nicht gerade zu der hier aufgeworfenen Fragestellung.

    Arbeitgeber haben bei der Geichstellung nix zu kamellen, sie haben kein Widerspruchsrecht o.ä. und somit wüsste auch ich keine rechtliche Basis, auf deren Grundlage sie eine Gleichstellung anzweifeln oder prüfen lassen könnten. Das hat einfach nichts mit dem konkreten Arbeitgeber zu tun - nicht umsonst muss der bei der Antragstellung nicht einmal vom Antragsteller angekreuzt werden (ich beziehe mich hier auf die hessische Version des Antrags).

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.