Arbeitshilfe Servierwagen

  • Guten Morgen zusammen,


    ich habe es mal hier eingeordnet. Auf der letzten Betriebsversammlung kam der Vorschlag auf,

    eines unserer Zwischenprodukte auf einen Servierwagen zu stellen und dann damit durch die Halle zu schieben.


    Somit spart man sich pro Arbeitsgang 1 mal Bücken und heben.

    Das sind pro Schicht pro Mitarbeiter ca. 60 mal Bücken und anheben erspart, weil das entsprechende Produkt nicht vom Boden aufgenommen werden muss, sondern sich beim ersten mal anheben schon auf Arbeitshöhe befindet.


    Also grob würde ich es im Sektor Gesundheitsschutz einordnen.


    Andere Betriebe, die das selbe Produkt erzeugen, verwenden mitunter auch diese Wagen.


    Also habe ich dieses der GF vorgeschlagen. Nach einiger Zeit kamen viele Einwände, warum das nicht ginge.

    Alle Einwände habe ich schriftlich entkräftet.


    Gestern habe ich dann erneut die Ablehnung bekommen.


    Sie möchten, dass die Mitarbeiter das Produkt einzeln aufheben tragen und ablegen.

    Kein Transport auf einen Servierwagen.


    Wir haben wegen einer anderen Arbeitsaufgabe so einen Servierwagen und haben diesen zum Testen mal verwendet.

    100% der Belegschaft finden diese Transportmöglichkeit klasse, sie wird ständig gelobt.


    Nur ist der Servierwagen zu klein, wir bräuchten einen etwas längeren um noch komfortabler zu arbeiten.


    Dieser Servierwagen wird ständig gelobt, dass man ja auch weniger Rückenschmerzen habe und das einfach top sei...


    Und jetzt kommt die GF an und sagt: "Nee gibts nicht, tragt das mal einzeln mit der Hand"


    Habt ihr irgendwelche Ansätze im Gesundheitsschutz, wo ich als BR einen Hebel ansetzen könnte.

    Es geht primär darum:

    Das Produkt wird in Position A fertig und muss nach Position B zur weiterverarbeitung transportiert werden.


    Früher, noch vor 14 Jahren wurde jedes Produkt einzeln getragen.

    Dann wurde eine Sackkarre angeschafft.

    Das war schon besser, aber nicht Ideal.


    Und nun kam die Idee mit dem Servierwagen auf, die noch viel besser ist.



    Ich habe im Kopf, Grob Betriebssicherheitsgesetz, Anschaffung von Arbeitsmitteln --> Technische Maßnahmen (Servierwagen) müssen vor organisatorischen Maßnahmen getroffen werden.... Aber nur ganz grob im Kopf das da irgendetwas war.


    Muss ich mich nächste Woche nochmal genauer hinter hängen.

    Habt Ihr noch Ideen, wo ich den Heben ansetzen kann?

  • Früher, noch vor 14 Jahren wurde jedes Produkt einzeln getragen.

    Dann wurde eine Sackkarre angeschafft.

    Das war schon besser, aber nicht Ideal.

    wo ist die Sackkarre jetzt, wenn der

    Und jetzt kommt die GF an und sagt: "Nee gibts nicht, tragt das mal einzeln mit der Hand"

    das wäre ja ein Rückschritt

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    ist das Tragen mit der Hand denn überhaupt eine gesundheitliche Gefährdung ?

    wegen des Gewichtes, sperriges Gut, etc. pp


    Das wäre erstmal die grundsätzliche Frage.


    Arbeitserleichterung und Mitarbeiterzufriedenheit sind ein hohes Gut, aber solange keine Gesundheitsgefährdung anzunehmen ist, darf der AG auch zusätzliche Hilfsmittel verweigern.

    Da müsste man dann anders argumentieren, z.B. mit mehr Produktivität o.ä.

    evt kann man ja mehr als ein Stückgut mit dem Servierwagen befördern

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    2 Mal editiert, zuletzt von Randolf ()

  • wie schwer ist das, was dort getragen und gehoben werden muss?


    Schau Dir mal die LasthandhabV an.

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • Hmm

    der Willkür des Chefs sind wenige Grenzen gesetzt.


    Wenn jetzt ein Arbeiter wegen einem Rückenleiden 1 Tag nicht krank ist sind die Kosten des Wagens schon wieder drin.

    Solche Wägen gibts auch im Handel: Tischwagen


    Off Topic: Habe mal meiner Mutter einen Wagen für die Küche geschenkt (Da die Küche komisch war). War fahrbar und hatte eine Marmorplatte oben drauf und Stauraum unten. Das war Mamas liebstes Teil in der Küche.

    Jetzt hat sie eine neue Küche und eine Mitteninsel. Der Wagen wurde gleich von meiner Cousine in Beschlag genommen.

  • Hallo,


    im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung sollten die Tätigkeiten mit den zur Verfügung stehenden Hiilfsmitteln bewertet werden.

    Da kann dann ein AG nicht einfach behaupten, daß das ständige Heben und Tragen keine Folgen hätte.


    Im Übrigen ist es evtl. auch möglich, daß die Ausgaben bezuschusst werden, sofern ein solcher Wagen als persönliches Hilfsmittel notwendig wäre - sei es bei gesundheitlich eingeschränkten Beschäftigten als "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" gem. § 50 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX

    § 50 SGB IX - Einzelnorm

    durch den Rentenversicherungsträger


    oder für schwerbehinderte/gleichgestellte Beschäftigte durch das Integrationsamt gem. § 185 Abs. 3 Nr. 2a SGB IX

    § 185 SGB IX - Einzelnorm


    Schwerbehinderte/gleichgestellte Beschäftigte haben auf eine "leidensgerechte" Ausstattung ihres Arbeitsplatzes auch grundsätzlich einen einklagbaren Rechtsanspruch gem. § 164 Abs. 4 SGB IX:

    § 164 SGB IX - Einzelnorm


    In beiden Fällen kann ein Betrieb auch um Unterstützung durch den jeweiligen Technischen Dienst bitten, der vor Ort den Arbeitsplatz begutachtet und entsprechende Hilfen vorschlägt.


    Und wenn der AG sich einfach nur weiter verweigert, kann der BR auch mal den Kontakt mit der zuständigen BG suchen, die evtl. auch mal dem AG klarmachen kann, was er im gesundheitsschutz für Pflichten zu erfüllen hat, um Beitragserhöhungen zu vermeiden.

  • der AG hat doch bereits eine Transporthilfe angeschafft

    Dann wurde eine Sackkarre angeschafft.

    Das war schon besser, aber nicht Ideal.

    Heben muss man bei einer Sackkarre auf jeden fall weniger als bei einem Servierwagen

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Heben muss man bei einer Sackkarre auf jeden fall weniger als bei einem Servierwagen

    du meinst tragen?

    Bei einer normalen Sackkarre muss man Schen auch vom Boden aus hochheben

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  • Nur ist der Servierwagen zu klein, wir bräuchten einen etwas längeren um noch komfortabler zu arbeiten.

    ...
    Früher, noch vor 14 Jahren wurde jedes Produkt einzeln getragen.

    Dann wurde eine Sackkarre angeschafft.

    Das war schon besser, aber nicht Ideal.

    Wenn der Servierwagen zu klein ist dann ist das Teil für eine Sackkarre wahrscheinlich ungeeignet da zu lang (Außer man nimmt es quer. Dann braucht es aber viiiiiieeel Platz).

  • Bei einer normalen Sackkarre muss man Schen auch vom Boden aus hochheben

    ja so ca 2-5 cm ohne den Rücken gerade zu machen.


    das heben auf einen Servierwagen erfordert auch die Rückenpositon zu verändern und eine Höhe von mindestens 50 cm zu überwinden.


    Je nachdem um was für einen Artikel es sich handelt, muss man bei einer Sackkarre den Artikel ggf. auch gar nicht heben sondern nur ankippen um die Sackkarre unterzuschieben.


    Da ich nicht weiß wie der Artikel weiterverarbeitet werden muss, kann ich nicht einschätzen ob die Sackkarre im gesamten Arbeitsablauf nicht doch die schlechtere Variante ist, weil z.B. nach dem Transport wieder gehoben werden muss

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • mMan85 , bzgl des Hebens von Lasten gibt es rechtlich verbindliche Grundlagen, v.a. diese hier, aber sicher noch weitere wie z.B. ASR, bzgl derer Ausgestaltungsmöglichkeiten der BR Mitbestimmung hat nach § 87 (1) Nr 7 BetrVG. Wenn der AG Deinem Vorschlag also nicht folgen will, kannst Du ihn darauf hinweisen, dass Du den dann in eine sehr teure E-Stelle tragen wirst.


    albarracin hat auf die Gefährdungsbeurteilungen hingewiesen. Diese sind verpflichtend und mitbestimmt - das wäre aus meiner Sicht der zweite Ansatzpunkt. Und auf den aus meiner Sicht dritten Ansatzpunkt wies er auch hin: Beratung durch die BG.


    Bzgl der imho wenig zielführenden und ausufernden Spekulationen hier ein Wort: mMan85 kennt die Gegebenheiten in seinem Betrieb, er wird also wissen, warum er was vorschlägt. Im Thread geht es m.E. eher darum, wie er es durchsetzen kann.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • ja so ca 2-5 cm ohne den Rücken gerade zu machen.

    hää?

    bitte erklär mir das?.


    das heben auf einen Servierwagen erfordert auch die Rückenpositon zu verändern und eine Höhe von mindestens 50 cm zu überwinden.

    die gibt es durchaus hydraulisch höhenverstellbar und sind gar nicht so teuer.


    aber warten wir mal ab über welche Gewicht wir überhaupt reden

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  • hää?

    bitte erklär mir das?.

    ein Sackkarre hat unten ein Trägerplatte i.d.R. aus Metall ca 0,5 - 1 cm dick


    Ich schiebe also die Sackkarre an das Transportgut und hebe dann das Transportgut auf die Trägerplatte. (oder kippe das Transportgut an und schiebe die Sackkarre unter - ganz ohne heben)


    Warum sollte ich das Transportgut höher heben als nötig?

    Es reicht doch völlig den Höhenunterschied zu überwinden.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich schiebe also die Sackkarre an das Transportgut und hebe dann das Transportgut auf die Trägerplatte. (oder kippe das Transportgut an und schiebe die Sackkarre unter - ganz ohne heben)

    alles gut, ich hatte im Kopf, dass die Sachen nicht vom Boden aus gehoben werden.

    Aber das ganze je nach Gewicht mit krummem Rücken und 60X pro Schicht...Puh

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  • alles gut, ich hatte im Kopf, dass die Sachen nicht vom Boden aus gehoben werden.

    Aber das ganze je nach Gewicht mit krummem Rücken und 60X pro Schicht...Puh

    kein Problem (meine Vermutung war du hast Schubkarre und Sackkarre verwechselt :) )


    auch Sackkarre kann gesundheitsgefährdend sein, keine Frage.

    Aber das heben auf einen Servierwagen ist zumindestens in diesem Schritt doch noch schädlicher.

    Also ist die Frage: was passiert danach, evt ist der Servierwagen doch besser wegen des Nachfolgeprozesses

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich muss das ein bisschen sacken lassen, berichte dann aber, wie ich was wo angesetzt habe.

    Besser als "erzwingbare Mitbestimmung" wird es nicht werden können. ;)

    (...) bzgl des Hebens von Lasten gibt es rechtlich verbindliche Grundlagen, v.a. diese hier, aber sicher noch weitere wie z.B. ASR, bzgl derer Ausgestaltungsmöglichkeiten der BR Mitbestimmung hat nach § 87 (1) Nr 7 BetrVG. Wenn der AG Deinem Vorschlag also nicht folgen will, kannst Du ihn darauf hinweisen, dass Du den dann in eine sehr teure E-Stelle tragen wirst.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • wo ist die Sackkarre jetzt, wenn der

    Die Sackkarre existiert auch noch. Wird aber, seid der Servierwagen zu Testzwecken da ist, nicht mehr verwendet.



    das wäre ja ein Rückschritt

    Ja, in der Tat.

    Nächste Woche habe ich mein erstes Monatsgespräch, da werde ich die GF mal fragen, wie sie sich das ganz genau jetzt vorstellt.



    Arbeitserleichterung und Mitarbeiterzufriedenheit sind ein hohes Gut, aber solange keine Gesundheitsgefährdung anzunehmen ist, darf der AG auch zusätzliche Hilfsmittel verweigern.

    Das ist noch nicht ganz angekommen...

    Und die GF wundert sich manches Mal, wo denn die Unzufriedenheit herkommt.


    evt kann man ja mehr als ein Stückgut mit dem Servierwagen befördern

    Ja, das ist zutreffend. Es ist sogar möglich, bis zu 6 Zwischenprodukte auf dem Servierwagen zu befördern statt nur eines oder maximal 2 unsachlich auf der Sackkarre.


    Hat trotzdem nichts gebracht so zu argumentieren.


    Habt ihr sowas wie betriebliches Vorschlagwesen? Da würde das reinpassen.

    Noch nicht, die GF will grade soetwas ähnliches über den BR hinweg versuchen zu installieren...


    wie schwer ist das, was dort getragen und gehoben werden muss?

    Schwer zu sagen. Die Zwischenprodukte sind vom Gewicht her sehr unterschiedlich. Zwischen 4 und 10 KG. Also eigentlich nicht die Welt.


    Schau Dir mal die LasthandhabV an.

    Werde ich mal einen genaueren Blick reinwerfen.


    Habs schon mal ein bisschen eingelesen:

    Lastenhandhabungsverordnung - Arbeitsrecht 2023 / 2024
    Alles zum Thema "Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV)": Lesen Sie, was beim Heben und Tragen von Lasten laut LasthandhabV beachtet werden sollte.
    www.arbeitsrechte.de


    Hettinger Tabelle, Leitmerkmalmethode...


    Faktisch hören sich 10 KG an Lasten nicht viel an.

    Nur wir müssen am Tag relativ oft diese Lasten heben.

    Es ist schwierig in Worte zu Beschreiben. Machen wir es mal kurz, ich habs vielleicht auch schon weiter oben geschrieben:

    100% der Belegschaft ist von diesem Wagen überzeugt, und es wurde mir auch schon mitgeteilt, dass man weniger Rückenschmerzen habe.


    Das Problem ist nun, irgendwie den Arbeitgeber zu überzeugen bzw. er will ja überzeugt werden.

    Ich muss mir jetzt irgendwie eine Anspruchsgrundlage herbeiarbeiten, die mir nach §87. Abs. 7 erlaubt, dieses notfalls per Einigungsstelle durchzusetzen.


    Wenn jetzt ein Arbeiter wegen einem Rückenleiden 1 Tag nicht krank ist sind die Kosten des Wagens schon wieder drin.

    Danke, ich weiß.

    Das brauchste mir nicht sagen und meiner GF habe ichs schon mehrfach mitgeteilt, wie toll so ein Servierwagen doch sei.


    im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung sollten die Tätigkeiten mit den zur Verfügung stehenden Hiilfsmitteln bewertet werden

    Haben wir alles noch nicht. Also eine Gefährdungsbeurteilung.

    Habe jetzt die Verhandlungen zu einer Rahmen Betriebsvereinbarung Gefährdungsbeurteilung schriftlich eingeleitet.

    Rechtsanwalt als Sachverständigen will ich auch hinzuziehen.


    Die GF ignoriert meinen Brief bislang. Rückmeldefrist war eigentlich letzte Woche.

    Jetzt habe ich die restliche Woche Urlaub und dann muss ich mich mal wieder hinsetzen...



    Und wenn der AG sich einfach nur weiter verweigert, kann der BR auch mal den Kontakt mit der zuständigen BG suchen, die evtl. auch mal dem AG klarmachen kann, was er im gesundheitsschutz für Pflichten zu erfüllen hat,

    So gerne ich die BG und auch das Gewerbeaufsichtsamt in manchen Dingen auch nur beratend einschalten möchte. Selbst der Fachanwalt für Arbeitsrecht hatte mir in einer Sache mitgeteilt, dass man da normalerweise auch die Gewerbeaufsicht zu rate fragen kann, aber das kann ich nicht machen, denn sonst machen sie gleich den ganzen Betrieb dicht.



    Heben muss man bei einer Sackkarre auf jeden fall weniger als bei einem Servierwagen

    Das ist im ersten Augenblick richtig.

    Nur befindet sich das Zwischenprodukt dann auf der Arbeitshöhe und kann dann weiter verarbeitet und zur Zwischenlagerung wieder auf den Servierwagen abgestellt werden.


    Ich versuche es mal so bildlich zu erläutern:

    In unterschiedlichen Maschinenhallen an unterschiedlichen Produktionsanlagen werden diese Zwischenprodukte hergestellt und müssen dann vom Boden aufgenommen werden.


    Früher war folgendes die vorgehensweise:

    Aufnahme vom Boden-->Fahrt mit Sackkarre zur weiterverarbeitung (ANHEBEN auf Arbeitshöhe). Dann muss das Produkt etwas auskühlen, dazu wird es auf den Boden gestellt. Nachdem das Zwischenprodukt kalt genug ist, wird es wieder Angehoben und in die nächste Maschine hineingetan. Zwischenzeitlich wird das nächste Zwischenprodukt mit der Sackkarre geholt, weil theoretisch bekommt man nur 1 Zwischenprodukt sachgerecht auf die Sackkarre.


    Mit Servierwagen:

    Zwischenprodukt wird aufgehoben, auf den Servierwagen gestellt, fahrt zur nächsten Maschinenhalle, Zwischenprodukt wird wieder aufgehoben, nachdem alle Zwischenprodukte aufgehoben wurden, werden dann 3 bis 5/6 Zwischenprodukte zur weiterverarbeitungsstätte gefahren.

    Dort wird es in einer Höhe vom Servierwagen entnommen, bearbeitet und zum weiteren auskühlen wieder auf den Servierwagen auf der selben Arbeitshöhe gestellt.


    Man spart sich also in mehrerer Hinsicht mehrere Arbeitsschritte und es ist sogar noch Rückenfreundlicher, weil unter dem Strich gesehen, muss das Produkt weniger oft angehoben werden.


    Aber ich merke schon, dass die GF jetzt überlegt, den Arbeitsvorgang komplett Absurdum umzuplanen.


    Es wird schon angemerkt: Das Produkt kann doch bis es kalt ist vor der Produktionsstätte auskühlen und dann kann es zur Weiterverarbeitung getragen werden.


    Das hört sich auch sehr schlank an, wird aber nicht funktionieren bzw. umgesetzt werden.

    Aber da geht momentan eher die Denkweise der GF hin...


    Was ist denn die Ausgangs- und die Endposition der Teile? Strhn oder liegen die auf dem Boden oder auf einer höheren Ebene, z.B. auf Hüfthöhe?

    Siehe oben... einen Absatz höher, da habe ich den Arbeitsvorgang detailliert beschrieben.



    bzgl des Hebens von Lasten gibt es rechtlich verbindliche Grundlagen, v.a. diese hier, aber sicher noch weitere wie z.B. ASR, bzgl derer Ausgestaltungsmöglichkeiten der BR Mitbestimmung hat nach § 87 (1) Nr 7 BetrVG. Wenn der AG Deinem Vorschlag also nicht folgen will, kannst Du ihn darauf hinweisen, dass Du den dann in eine sehr teure E-Stelle tragen wirst.

    Ich glaube genau darauf wird es wohl hinauslaufen.

    Wie ich bereits schrieb, die Sache ist recht verwoben. Die Rückenentlastung mit dem Servierwagen ist definitiv da.

    Nur das passende Gesetz suche ich noch.

    Bzw. den genauen Laut und Stelle. Aber ich bin auf jedenfall dran.

    Nur leider nicht so eindeutig wie bei den Stolper fallen wo es feste Werte gibt, die eine Stolperfalle definieren.


    Besser als "erzwingbare Mitbestimmung" wird es nicht werden können.

    Ich weiß.

    Nur die konkrete Gefährdung ist schwer herleitbar. Auch wenn ich hier schreibe, dass wir von einen maximalgewicht von 10 Kilo reden. Das ist in der Tat nicht viel.


    Aber die ganzen anderen Umstände müssen auch berücksichtigt werden:

    Wir haben teilweise auch mit Fässern zu hantieren, die 100 + KG wiegen, die müssen wir dann zu Zweit ankippen, das geht dann wirklich nur mit speziellen Sackkarren. Dann haben wir andere Arbeitsvorgänge, da verbringen teile der Belegschaft fast ca. 40 Minuten in nur gebückter Haltung...

    Dann arbeiten wir teilweise mit Hebeln, da müssen wir langen Rakeln von 5 Metern Länge, da packen wir dann den ersten Meter an, und ein dementsprechender Hebel sitzt da an... Also die Hebellast...


    Und da macht es dann doch einen Unterschied, wenn man auch nur einen einzigen Arbeitsvorgang rückenfreundlicher ausgestalten kann. Das merkt man da schon. Aber der Arbeitsvorgang alleine betrachtet ist natürlich "witzlos".


    Andere allgemeine Frage:

    Die Fußbodenlösung wurde mir damals angeraten per Regelungsabrede mit der GF zu lösen.


    Wie kann hier eine aktive Lösung aussehen?

    Ich gehe davon aus, dass die GF sich weigern wird, diesen Servierwagen anzuschaffen.


    Regelungsabrede ausgestalten, zur Verhandlung der GF vorlegen und dann abwarten?

    GF blockt und sagt "nee ist keine Mitbestimmungspflichtige Angelegenheit"--> Arbeitsgreicht

    GF blockt und sagt "Nee, braucht ihr nicht!" --> Einigungsstelle....


    Wie würdet Ihr vorgehen?

  • Wie kann hier eine aktive Lösung aussehen?

    über die Gefährdungsbeurteilung ist ein Weg.

    Maßnahmen des Gesundheitsschutzes sind nach BetrVG §87 (1), 7 mitbestimmungspflichtig und da hier kein Gesetz einen einzigen zwingend anzuwendenden Weg vorgibt muss der AG ds mit Dir machen!

    Kannst Du allerdings auch ohne GefBU vorschlagen und wenn der AG nicht verhandeln will dann kommt halt die E-Stelle.

    Dafür kann er sicherlich einige Servierwagen anschaffen.

    Mach das zum Thema in einer Betriebsversammlung, bau den Weg auf und frg die GF ob sie das mal probieren will, gerne auch mehrfach damit sie selbst merkt was sie da verbockt.

    Wenn sie da nein sagt, werden die Kolleginnen und Kollegen sich ihren Teil schon denken.

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