Themen der Tagesordnung vertagen

  • Hallo,

    scheinbar haben wir ein Problem, das so kaum ein BR zu haben scheint und auch der Fitting äußert sich nur zum Ergänzen von Themen in der Tagesordnung, aber nicht zum Streichen.


    Die Sitzung wird angesetzt, es wird eine Tagesordnung mit sorgfältiger Zeitplanung erstellt, verteilt etc. alles ordnungsgemäß. Nun kommt der Tag der Sitzung und zu Sitzungsbeginn beantragt ein BRM, dass Thema XY noch mit auf die Tageordnung genommen wird und weil ausreichend viele BRM denken "ja stimmt, das ist wichtig" wird beschlossen das Thema zusätzlich zu behandeln. Oder anderes Beispiel: man verzettelt sich bei einem Thema total und braucht viel länger als erwartet dafür.


    Ende der Geschichte: das geplante Sitzungsende naht und ein Punkt der Tagesordnung "TOP x" wurde noch nicht behandelt. Manche BRM müssen los um die Kinder abzuholen, andere haben evtl. Meetings oder wichtige private Termine etc. wodurch es eigentlich nicht möglich ist, über das geplante Sitzungsende hinaus zu beraten.


    Was passiert mit "TOP x"? Das wäre doch auch eine Änderung der Tagesordnung. Reicht es wenn ein Viertel der anwesenden BRM beschließt, dass "TOP x" vertagt wird? Und was ist, wenn "TOP x" mit Beschlussfassung war? Müssen dann alle anwesenden BRM für die Vertagung sein?

  • Was passiert mit "TOP x"? Das wäre doch auch eine Änderung der Tagesordnung. Reicht es wenn ein Viertel der anwesenden BRM beschließt, dass "TOP x" vertagt wird? Und was ist, wenn "TOP x" mit Beschlussfassung war? Müssen dann alle anwesenden BRM für die Vertagung sein?

    Das kommt darauf an :D

    Also üblicher Weise gibt es 2 Möglichkeiten wie man eine Sitzung mit TO planen kann.

    Entweder "open End", also die Sitzung geht so lange bis alle TOP abgearbeitet sind.

    Oder halt mit einem fixen Sitzungsende, womit aber immer einhergeht, dass die Themen die man nicht durchbekommt, entsprechend vertagt werden.

    Bei jeder Form von Sitzung, wo Beratungen und Diskussionen stattfinden, ist es vollkommen unmöglich immer Punktlandungen zu schaffen, wo man just zum Sitzungsende mit dem letzten Thema durch ist. - Das geht einfach nicht.

    Also einigt Euch als Gremium, wie Ihr das grundsätzlich handhaben wollt. - Klar ist, alles was auf der TO steht muss bearbeitet werden. Aber ob Ihr immer an einem Tag durchzieht, oder den Rest automatisch vertagt, wenn das terminierte Sitzungsende erreicht ist, müsst Ihr gemeinsam entscheiden.


    Insgesamt würde ich aber vermuten, dass Ihr evtl. häufiger Sitzungen machen solltet. Wenn jede Sitzung "Überlänge" hat und immer noch Themen dazu kommen, sollte man das wohl auf mehr Sitzungen verteilen. - Wie häufig macht Ihr denn BR-Sitzungen?

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Also wegen nem Thema was „nur“ besprochen wird, hab ich mir diese Sorge noch nie gemacht. Nur mal so als Anregung : ach Mist , jetzt haben wir Thema xy nicht mehr geschafft „ ist ja auch schon drüber gesprochen 😜. Ich achte allerdings als BRV und damit Sitzungsmoderator darauf das ich die Themen Priorisiere und wenn die Zeit drängt ( ist leider oft ) schränke ich unnötige zwischen Diskussionen etwas ein. Der Rest wird ohne große Umstände verschoben.

  • Hallo blueberry99,


    das Thema hat mein BR auch.

    Die Gründe liegen z.T. an der Fülle der Themen, die (neu) geregelt werden müssen, und z.T. an der Tendenz, sich zu "verquatschen".


    Was uns geholfen hat:

    Regelmäßige wöchentliche BR-Sitzung um eine halbe Stunde verlängern (mit Pause), dafür haben wir natürlich unsere GO angepasst

    Tagesordnung nach Dringlichkeit und Wichtigkeit priorisieren (Anhörungen u.ä. als erste Punkte)

    Jedem Tagesordnungspunkt schon in der Einladung eine geplante Dauer zuweisen

    Eine Person achtet auf die Einhaltung der Zeit (klappt nicht immer)

    Falls nötig vertagen wir Punkte oder lagern sie aus, denn:

    Manche Themen sind zu umfangreich für unsere BR-Sitzung. Deswegen treffen wir uns manchmal für zwei oder vier Stunden und bearbeiten die Themen da (z.B. Schulungsplan erstellen, komplizierte BV diskutieren)


  • Zur Frage: Wir verschieben nur gelegentlich Themen auf die nächste Sitzung (letztes Mal war zB unsere Gewerkschaftssekretärin 2 Stunden statt geplant 1 Stunde ). Aber: wie oben schon als Tip steht: die Anordnung der TOPs ist ja quasi schon die Prioritätenliste. (Außer Erweiterungen, die dazu kommen)


    OT:

    Obwohl wir bei der Klausurtagung festgelegt haben, mehr auf "Beim Thema bleiben", klappt es nur grenzwertig.


    Wir haben da ein Gremiumsmitglied, dass sehr häufig seeeeeehr ausschweifend wird.


    Und wenn Du denkst: "fertig", hat er nur Luft geholt und erzählt mit anderen Worten das Gleiche nochmal.


    Ich habe jetzt Tischglocken besorgt. Also Anti-Ausschweif-Glocken sozusagen. 8o Darf bei "Geschwafel" und themenfremden Ausbrüchen jeder gerne draufkloppen.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • scheinbar haben wir ein Problem, das so kaum ein BR zu haben scheint und auch der Fitting äußert sich nur zum Ergänzen von Themen in der Tagesordnung, aber nicht zum Streichen.

    sehe ich nicht so:

    Änderungen der TO können mit einstimmigen Beschluss durchgeführt werden, d.h. m.M.n. auch, das man TOP einstimmig absetzen oder vertagen kann.

    Oder man beschließt: Nicht-Befassung, dann ist der TOP auch durch.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Hallo,


    bei uns gibt es sowas auch ab und zu...

    Die Sitzung geht bis 12Uhr.

    Zumindest ab etwa 11:15 Uhr gibts weniger Diskussionen und weniger Themenfremde Gespräche.

    Sollten wir nicht fertig werden, wird etwas überzogen oder die Punkte auf nächste Woche verschoben. Sollte es eng werden, weiche ich von der Reihenfolge ab und Themen mit Beschlüsse werden vorgezogen, damit wir nur Sachen auf nächste Woche verschieben, bei denen es (noch) keinen Beschluss gibt.


    Unser Glück, das Gremium versteht sich top und es gibt dank Personenwahl keine verschiedenen Lager.


    Gruß

  • Wir machen einmal pro Woche eine Sitzung und haben schon einige Themen in Ausschüsse ausgelagert. Inzwischen sind wir auf 6h mit Mittagspause hoch, aber trotzdem fielen in der letzten Sitzung wegen zwei Extrathemen wieder zwei andere hinten runter.


    Mir geht es nur darum, dass wir das sauber handhaben, ich will niemanden den Feierabend oder die Termine vermiesen. Dann wäre es wohl das Beste, wenn man das in der Geschäftsordnung festhält, dass alle Themen, die bis zum gesetzten Sitzungsende nicht bearbeitet wurden, automatisch auf die nächste Sitzung vertagt werden? Bislang ist das irgendwie so eine stillschweigende Vereinbarung.

    Ich hab als SBRV die letzte Tagesordnung gemacht und es war nach langem Ausklügeln der TOPs und der Zeiten schon frustrierend, dass zwei der Themen, die ich drauf gesetzt habe, dann doch nicht bearbeitet wurden.

    Eine Person achtet auf die Einhaltung der Zeit (klappt nicht immer)

    ja ich mach auch immer den Zeitwächter. aber ich will auch die Themen nicht unbedingt unterbrechen, da es oft wichtig ist, sie ausgiebig zu diskutieren, statt da durchzuhetzen. Gegen das Geschwafel nutzen wir übrigens rote Karten, die dann hochgehalten werden, wenn jemand sagen will "Leute, es reicht, zurück zum Thema."

  • Hallo,


    die Rechtsprechung hat sich lediglich bemüßigt gesehen, die Ergänzung der TO bei Beschlüssen zu regeln, um BRM vor überfallartigen TOPs zu schützen.

    Alles andere wie zB Vertagung ist in der regulären Regelungskompetenz des BR zB durch eine GO. Bei einer Vertagung besteht kein Schutzgrund für die BRM, das kann mE regelmäßig durch einen entsprechenden GO-Beschluß des BR geregelt werden.